Förderlehrerin - weiß sie eigentlich, was sie tut?

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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Frauke Britta
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Förderlehrerin - weiß sie eigentlich, was sie tut?

Beitrag von Frauke Britta »

Hallo Ihr Alle,

hab wieder so einen Aufreger der Woche und Morgen sitze ich mit der Autistenbeauftragten und der Verfasserin des folgenden Briefes am Tisch.

Möchte gerne Eure Meinung dazu:

Vorab Sohn 11 Jahre folgende Diagnosen:

Asperger Syndrom getestet durch eine anerkannte KJP
Einfach aktivitäts und Aufmerksamkeitsstörung = KJP
Mulitple wechselnde Arthralgien = Kinderrheumaklinik Garmisch
Schmerzverstärkersyndrom = gleiche Klinik
Kurzzeitgedächtnisstörun g = KJP und Uni Klinik
Anpassungsstörung
Emotionale Störung im Kindesalter = KJP
Lese-Rechtschreibstörung = KJP hier bei uns und eine Klinik in Bayern
Verhaltensauffälligkeite n bei körperlichen Störungen KJP bei uns und Klinik Bayern

Dazu kommt ein SBA mit 70 und Merkzeichen H
Pflegestufe 1

Da die Schule die Diagnosen immer wieder anzweifeln, wie Ihr gleich aus dem Brief ( vielleicht) hört, haben mehrere andere Ärzte die oben aufgeführten Diagnosen noch einmal bestätigt.

Die Schule möchte ihm keinen Nachteilsausgleich gewehren. Die Förderlehrerin auf der IGS meines Sohnes schreibt dazu:

"Seine Lese-Rechtschreibstörung ist schon sehr gut therapiert. Die klassischen Rechtschreibfehler kompensiert er schon sehr gut, sodass in seinem Fall Ersatzleistungenfür das Diktat oder ein Lückentext gar nicht notwendig sind. In den anderen Fächern waren die Lehrer überrascht, dass bei ihm überhaupt eine Rechtschreibstörung vorliegt. Von daher fan ich es im Vergleich zu schlechter therappierten Mitschülern seiner Stufe auch absolut angemessen.
Noch ein Satz zum Vokabel-Lernen....Wenn man weiß, welche Vokabeln man wann zu lernen und wann zu wiederholen hat, gelangen sie mit System ins Langzeitgedächtnis."

Fakt ist: Diktate haben sie noch nie geschrieben, das geht jetzt erst so langsam los.
Mein Sohn macht keine Therpie, was die Rechtschreibung anbelangt.

Er hat eine Störung des Kurzzeitgedächtnisses, was bedeutet; von 30 Vokabeln kann er nach langer Zeit vielleicht 5 und am Abend ist es noch 1 und am nächsten Tag ist es null. Schreibt immer Note 6 mit dem Kommentar: "fang endlich an zu lernen" und trauriger Smilie.

Lt Aussagen der Ärzte ist es unmöglich was vom leeren Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis rüber zu ziehen, wie das die Förderlehrerin vorschlägt.

Wie würdet Ihr morgen vorgehen? und seht Ihr den Brief auch so negativ wie ich?

Danke fürs lesen.

Lg
Frauke-Britta
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Sohn 11 Jahre Asperger, Rheuma, ADHS, V.a. Autoimmun-Enzephalitis.....
Zwillingsbruder 2003er Motzbeutel sonst unauffällig, Schwester 13 Jahre Asthma, außer der Pupertät eher unauffällig

Bettina C.
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Beitrag von Bettina C. »

Hallo Frauke - Britta,

ich finde den " Brief " inhaltlich zwar okay, aber wenn Du sagst, dass er das alles noch gar nicht gemacht hat wird es schwierig. Ich habe eine etwaige Vorstellung davon, was Du mit Kurzzeitgedächtnisstörung meinst...
Ich sage meinem Sohn im Wozi, er möchte bitte die Schere aus dem Bad holen. Spätestens an der Türe dreht er sich herum, und fragt " Was soll ich machen ? " Und das fast immer...
Was allerdings die Merkfähigkeit ( Gedichte/Vokabeln ) angeht ist er nicht betroffen.

Was natürlich gar nicht geht ist, dass man die Diagnosen anzweifelt.

Was aber überhaupt nicht geht, ist diese despektierliche Bemerkung unter dem Test !!! :twisted:
DAS würde ich mir verbitten. Zur Not würde ich damit bis zur Bezirksregierung gehen ( habe ich auch mal in anderer Angelegenheit gemacht ). Mir schient, es glaubt dort niemand so recht an deinen Sohn. Und wenn doch, wirst Du als
" Märchenerzählerin " hingestellt. Schwierig ! Gespräch mit der Schulleitung ist sicher angebracht, evtl. mit der Autismusbeauftragten. Was sagt sie dazu ?

LG, Bettina
Betty, Asperger - Autistin & B., *2005, HFA F.84.0,Teilleistungsstörung/Koordination, Einschränkung der Visuomotorik, Dysdiadochokinese, stark eingeschränktes Kurzzeitgedächtnis. Und das tollste Kind :-)

chrisluca
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Beitrag von chrisluca »

Hallo Frauke - Britta

Also ich würde die gute lustige Dame zunächst einmal fragen , was dein Sohn sich für Strategien angeeignet hat um seine Schwächen zu kompensieren.
Dann würde ich sie fragen , wie sie von der Individualität deines Sohnes darauf kommt die Schwächen anderer Kinder zu vergleichen.
Das mit den Vokabeln würde och iht nochmal versuchen zu erklären.

Und ganz im Anschluss würde ich ihr ganz freundlich sagen , das dies was sie geschrieben hat genau so ein FSJ hätte Schreiben können.

In Pädagogischen Berichten Briefen sollte erst einmal das Kind beschrieben werden , sein Lernverhalten , seine Stärken Schwächen all das was im ppädagogischen Zusammenhang steht.

Dann könnte man auch einen Zusammenhang zu ihrer " Feststellung " erkennen .....aber so. ...hätte sie auch schreiben können " ich will nicht , ich kann nicht " dann wäre sie wenigstens ehrlich.

Ich würde mich da nochmals beraten lassen und auch direkt das Gespräch mit ihr suchen.
Zur Not den Sonderpädagogischen Beratungsdienst noch hinzuziehen.

Liebe Grüße

Biancamit2
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Beitrag von Biancamit2 »

Darf ich, ganz unabhängig vom eigentlichen Thema eine Frage stellen?
Wenn du sie nicht beantworten willst überlies sie einfach :)

Wenn er sich zB keine Vokabeln merken kann, wie hat er dann Schreiben, Lesen, Rechnen etc lernen können?
Da müssen doch auch Buchstaben, Zahlen etc gelernt werden?
(Ich frag aus rein unwissender Neugier weil ich davon so garkeine Ahnung hab und mir das irgendwie garnicht vorstellen kann)

LG
Bianca
Bianca mit Sohn (2004, Skoliose, LRS) und Tochter (02.2009 Frühchen 29+0, ICP, PVL, spastische Diparese, und manch anderes) und zwei Sternchen *2003 *2008 fest im Herzen

Bastian-Eltern
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Beitrag von Bastian-Eltern »

hallo,

als selbst leicht autistisch angehauchter Elternteil würde ich die Dame fragen an welcher Uni Sie denn Kinderpsychologie oder Medizin studiert hat.

Und als zweite Frage würde ich fragen woher Sie ihre eingebildete Kompetenz nimmt die Diagnose von mehreren Ärzten in frage zu stellen.

Und das am besten vor der gesammelten Mannschaft der Besprechungsrunde.
Danach finde ich die Anregungen von Chrisluca sehr passend.

Eine schriftliche Beschwerde an das Schulamt erscheint mir da auch passend, weil die Dame den Förderbedarf des Kindes ignoriert und die Rechte des Kindes missachtet. (Nachteilausgleich, individual Förderung)

Bei solchen Fachleuten könnte ich explodieren, die sind ja schlimmer wie die SB vom Amt.
lg Arnold
Mama73,
Papa63,
B. 01/07 Frühkindlicher Autismus, Sprachentwicklungsstörung (spricht nicht), Schlafstörungen 100% GBH PS3
D. 01/07 atypischer Autismus und Verdacht auf ADHS. Sprachentwicklungsstörung 100% GBH PS2

koni64
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Beitrag von koni64 »

Also was ist das denn wieder?
Unmöglich!
Wirklich die Autismus Beauftragte ins Boot holen!
Habt ihr keine Therapie? Die können gut helfen!
Da muss mal dringend aufgeklärt werden über Autismus!
Wenn ihr so eine richtig große Runde habt, dann stelle Fragen dazu!
Das die Beauftragte sich das vorstellen kann unbedingt ihr davon erzählen.
Es ist ja schon an Regelschule schlimm das sie ständig davon reden das andere Kinder benachteiligt werden , das aber an Förderschulen genau das Gleiche ist, ist ätzend!
Es ist unverschämt sowas unter eine Arbeit zu schreiben!
Da gehört wirklich schleunigst was unternommen.
Runder Tisch einberufen, Probleme Nachteilsausgleich .
Am besten Alle .
Ich gehe davon aus das du einige Gespräche mit der Dame hattest, deswegen macht das keinen Sinn hier weiter zu reden.
Rektor könnte man noch versuchen. Frag mal die Beauftragte ob sie an dieser Schule schon aufgeklärt hat?!
Viele machen das nicht, setzten voraus das eine Förderschule Ahnung hat.
Leider ist das was Autismus betrifft nicht so.
Im GB Bereich hat man Meistens das Problem, das die Kinder wenig lernen obwohl sie mehr könnten.
In der Regelschule überfordern sie die Kinder . Setzen Dinge voraus die es nicht gibt bzw wo das Kind nicht kann.
Es ist einfach nur furchtbar und keiner fühlst sich dafür verantwortlich beim Thema Autismus/ Schule .
Ich drücke euch GANZ doll die Daumen!
Lass dir das echt nicht gefallen!
64 Ich
85 Junge
86 Pflegekind Junge
89 Mädchen
93 Junge
03 Frühkindlicher Autist , Neurodermittis , Angst/Panik Störung , Tourette, Astigmatismus + 6 Dioptrien.
06 ADHS , Asperger ? A Typischer ? ??
In all den Jahren hatte ich immer wieder Pflegekinder dazu.

Frauke Britta
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Beitrag von Frauke Britta »

@ Bianca: Diese Gedächtnisstörung hat er nicht, zumindest nicht so schlimm, von Anfang an gehabt.

Es ist eher wie bei einem Dement kranken. Sie können unsere Sprache, wissen wie man läuft und können lesen.
Nur der Inhalt des gelesenen können sie nicht behalten.

Wie sagte die Ärztin aus der KJP, als sie den Brief gelesen hatte: " potz Blitz, da suchen wir nach einer Lösung für Betroffene seit Jahren und so eine "einfache" Förderlehrerin hat die Lösung. Wenn die Methode wirklich funktioniert, werde ich sie für eine Auszeichnung durch die Bundesregierung vorschlagen".
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Re: Förderlehrerin - weiß sie eigentlich, was sie tut?

Beitrag von Regina Regenbogen »

Frauke Britta hat geschrieben:Er hat eine Störung des Kurzzeitgedächtnisses, was bedeutet; von 30 Vokabeln kann er nach langer Zeit vielleicht 5 und am Abend ist es noch 1 und am nächsten Tag ist es null.
Das kenne ich 1:1 so von unserem älteren Sohn als er noch unter dem unbehandelten ADS gelitten hat.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

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Beitrag von SandraA78 »

Hallo,

meine Tochter hat auch Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis. Vokablen waren ein Drama.
Ich habe ihr die kostenlose App Phase6 aufs Tablet geladen und die Vokabeln zu ihrem Schulbuch dazugekauft. Und es klappt, mit dem Tablet kann sie komischerweise lernen und es sich merken. Inzwischen habe ich ihr auch für Deutsch Lernwörter (doppelter Konsonant, doppel-S/ß usw.) und Definitionen, für Mathe Formeln und das kleine 1x1, für Erdkunde diverses selbst virtuelle Karteikästen angelegt. Es geht viel schneller als aus dem Buch zu lernen und sie kann es sich auch besser merken.
Vielleicht ist das was für deinen Sohn?
viele liebe Grüße,

Sandra

Tochter (2003) ADHS, AVWS, V.a.Asperger, Hüftdysplasie (Zn intertr. Umstellungsosteotomie)
Sohn (2008) Hüftdysplasie, Makrocephalie, Sprachentwicklungs-Verzögerung

Frauke Britta
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Beitrag von Frauke Britta »

@ sandra, danke für den Tipp

Lg
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