Übelkeit und Erbrechen vor Aufregung oder Sorgen

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MartinaM.
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Beitragvon MartinaM. » 12.09.2014, 10:36

Ja ich denke auch, dass die Kids da durch müssen.

Ich habe die Hoffnung, dass er durch Erfahrung die Angst verliert. Er muss doch irgendwann merken, dass ihm niemand was tut :(
Dies ist leider eine übliche Fehleinschätzung bei einem autistischen Kind. Ich verweise auf meinen Beitrag s.o.

Ich zB weiss ganz genau, dass mir "niemand was tut" (und wenn kann ich mich wehren) aber darum gehts ja nicht. Die Überlastung für das Anders-strukturierte Gehirn verringert sich nicht durch Wissen oder Erfahrung. Das Problem ist der nicht vorhandene Reizfilter (s.o.) und dem Kind zu sagen "da müsse es eben durch" verbessert seine Situation auch nicht. Aber leider kann ich keine Lösung des Problems anbieten, außer den Tipp zu wiederholen, Entspannungsübungen zu erlernen:

http://quergedachtes.wordpress.com/2013 ... en-lernen/

http://emoflex.com/

http://www.danzerin.com/kinea/
"ach wie gut, dass ich dich gerettet habe, beinahe wärst du ertrunken" sagte der Affe und setzte den Fisch in den Baum.

me: F 84.5 AspergerAutismus

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Carlotta71
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Beitragvon Carlotta71 » 12.09.2014, 10:54

Trotzdem ist zu Hause lassen für mich keine Lösung, weil oft ist der Stress ja nur vor der Schule und evtl. ist das Kind nach der Schule dann etwas geschafft.
Aber nciht selten habe ich gemerkt, dass es eigentlich gut war, dass er in der Schule war, weil es ja doch funktionierte...

Jenny66
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Beitragvon Jenny66 » 12.09.2014, 11:12

Aber er tut mir schon leid, wenn ich ihn so leichenblass und halb krank in die Schule schicke...aber in die Klinik will er ja nicht Sad
Ich habe die Hoffnung, dass er durch Erfahrung die Angst verliert. Er muss doch irgendwann merken, dass ihm niemand was tut :(

Trotzdem ist zu Hause lassen für mich keine Lösung, weil oft ist der Stress ja nur vor der Schule und evtl. ist das Kind nach der Schule dann etwas geschafft.
Aber nciht selten habe ich gemerkt, dass es eigentlich gut war, dass er in der Schule war, weil es ja doch funktionierte...
Bei unserer Tochter ist es so, dass sie sich selbst ein ganz klein wenig damit berühren kann, dass sie weiß, dass es später im Verlauf des Vormittags, wenn sie in der Schule ist, wieder besser wird. Das ist aber auch das einzige, was uns im Moment etwas hilft. Zumindest soweit, dass sich die Angst nicht weiter steigert, dass sie sich übergeben müsste. Ihr ist zwar so, als ob, aber es geht gerade noch. Ich habe sie auch schon mal morgens früh auf die Terrasse geschickt und ein paar kleine vorsichtige Übungen gemacht, damit sie besser atmet, die frische Luft einatmet, der Kreislauf etwas angeregt wird. Das vertreibt ein ganz klein wenig die Übelkeit. Außerdem hilft es unserer Tochter, wenn sie etwas in die Hand nehmen kann. Etwas kleines, womit sie unauffällig spielen kann, sich ablenken kann. Weiterhin hilft es ihr, wenn sie sich selbst für den Nachmittag eine Freude machen will. Wenn sie sich darauf konzentriert, kann sie die Schmerzen und die Übelkeit besser bewältigen.

Leider hat unsere Tochter so gar keinen Sinn für Entspannungsübungen. Das würde ihr nur noch mehr Stress machen, dafür noch außer Haus zu müssen. Ich überlege aber gerade, ob ich mal eine kleine Übung hier zuhause am Nachmittag gemeinsam mit ihr machen kann. Ich habe eine DVD und daran könnten wir uns orientieren.
Ich zB weiss ganz genau, dass mir "niemand was tut" (und wenn kann ich mich wehren) aber darum gehts ja nicht. Die Überlastung für das Anders-strukturierte Gehirn verringert sich nicht durch Wissen oder Erfahrung. Das Problem ist der nicht vorhandene Reizfilter (s.o.) und dem Kind zu sagen "da müsse es eben durch" verbessert seine Situation auch nicht. Aber leider kann ich keine Lösung des Problems anbieten, außer den Tipp zu wiederholen, Entspannungsübungen zu erlernen:
Unsere Tochter sagt auch immer wieder, dass ihre Festplatte voll ist und nichts in den Papierkorb zu verschieben geht, geschweige denn etwas zu löschen geht. So schildert sie ihr Problem immer.

Dann kommt noch hinzu, dass sie Sorgen, Ärger und Kummer anderer Menschen um sie herum auch nicht verträgt. Auch das bereitet ihr Kopf- und Bauchweh. Es ist auch so, dass sie mit meiner Anspannung gar nicht klarkommt, manches lieber mit ihrem Vater macht.

Und ja, natürlich kommen auch insgesamt noch die immer vorherrschenden Ängste vor den anderen hinzu, die auch nicht mal so eben abzustellen gehen.

Jenny66
Tochter, 1999 (sel. Mutismus + AS)


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