F 93.2 öfter bei Autismus?

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Dario
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Beitragvon Dario » 11.09.2014, 21:36

"Klassische" Sozialphobie ist erworben, durch Traumata etc. Kann therapiert werden zB durch Desensibilisierung.

"autistische Sozialphobie" ist angeboren, hängt vorrangig mit den fehlenden Reizfiltern zusammen, wodurch ALLES ungefiltert ins Hirn kommt über alle Kanäle, da gibt es keine Filterung in "wichtig"/"unwichtig" und deshalb ist alles zu laut und grell und schrill, was natürlich den Kontakt mit Aussenreizen erschwert, vorallem bei Kindern.
Hallo Martina,

ich kann mir vorstellen, dass autistsiche Menschen tatsächlich eine erhöhte Anfällgkeit für Sozialphobien und ähnliche Folgeerscheinungen haben. Bei einem Menschen, der von klein auf viel Ablehnung, Ausgrenzung, Mobbing und Kritik erfährt (was ja bei Autisten keine Seltenheit ist), ist es kaum verwunderlich, wenn er im Laufe der jahre immer ängstlicher, zurückgezogener und misstrauischer wird. Von daher bin ich mir nicht sicher, ob man die "klassische" und die "autistische" Sozialphobie immer ganz sauber voneinander trennen kann. In der Theorie sicher, aber in der Praxis merke ich bei mir selbst, wie schwer das ist - und wie sehr sich im Laufe der Jahrzehnte vieles an autistischen und lebensgeschichtlichen Prägungen miteinander vermischt.

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Beitragvon MartinaM. » 12.09.2014, 10:42

@Dario, ja natürlich haben auch die meisten Autisten erworbene Störungen zusätzlich zum Autismus. Da stimme ich dir zu.
Aber die Therapie setzt dann dort an, zB bei der "klassischen Sozialphobie", die kann mglw bearbeitet werden, dann bleibt aber trotzdem Autismus übrig.

Das Thema ist derart komplex, das ist hier in dem Rahmen wahrscheinlich nicht bis ins Detail auszuarbeiten, deshalb bleibe ich meist auf einer oberflächlichen Ebene in der Beratung, weil zuviel Details viele Menschen verwirren ;)
"ach wie gut, dass ich dich gerettet habe, beinahe wärst du ertrunken" sagte der Affe und setzte den Fisch in den Baum.

me: F 84.5 AspergerAutismus


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