Asperger Autist, Schwerbehinderung, Zeugnisse einreichen?

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Frauke Britta
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Asperger Autist, Schwerbehinderung, Zeugnisse einreichen?

Beitrag von Frauke Britta »

Guten Tag an Euch alle.
Ich habe als Gast lange mitgelesen. Wollte schon die ein oder andere Frage stellen. Ist aber leider daran gescheitert, dass ich Coputermäßig eher minderbegabt bin. Leider!!!

Bei einigen Sachen habt Ihr mir Mut gemacht und ich habe bereits ganz viel von Euch lernen können. Vielen Dank dafür!!

Nun hat es geklappt mit dem Anmelden. Da bin ich sehr froh. Mir brennen ganz viele Fragen unter den Nägeln.......und Schulich gesehen, haben wir mit unserem 10 Jährigen Sohn, seitens der Lehrer, ganz große Probleme.

Das fängt an von unzähligen Strafarbeiten, weil er z.B. Gras raus gerupft hat( nur einzelne Halme, nicht den ganzen Schulhof) oder nach einer Strafarbeitsverweigerung 2 Std. bei der Stufenleitung verweilen mußte um diese Strafarbeit zu schreiben. Er hat es dann immer noch nicht getan und so wurde er wieder in den Unterricht geschickt. Schlimm ist nur, daß einen Tag zuvor seine Oma beerdigt wurde.
Aber das ist ein anderes Thema.

Wie gesagt, ich habe bereits länger bei Euch mitgelesen und den Mut gefunden einen Schwerbehinderungsantrag zu stellen. Tausend Dank an die super nette Schreiberin, die für solche Fälle, und andere, Beispiele hier eingestellt hat.
Heute habe ich nun Post vom Versorgungsamt bekommen. sie wollen nun Halb- und Jahreszeugnisse der letzten beiden Schuljahre in Kopie haben. War das bei Euch auch so????????
Mein Sohn ist diagnost. Asperger mit normaler Begabung mit einzelnen Inselbegabungen. Er hat außerdem noch Rheuma.

Ich hab mit der Sachbearbeiterin telef. Sie meinte die Gutachter bräuchten die Zeugnisse um festzustellen, wo er schwierigkeiten hat.

Allerdings habe ich die Diagnose von einer Kinder- und Jugendpsy. mitgeschickt. Diese "fordern" eine Schulbegleitung für den ganzen Schultag. Ist das nicht aussagekräftig??
Wir leben in Rheinlandpfalz, vielleicht gehen hier die Uhren etwas anders, merkwürdig finde ich es aber schon.

Ich würde mich über hilfreiche Antworten von Euch sehr freuen.

Herzliche Grüße
Frauke Britta

Michaela1963
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Beitrag von Michaela1963 »

Hallo,

ja ja die Ämter. :evil:
Mein Sohn hat auch einen Schwerbehindertenauswies.
Als ich den Antrag gestellt hatte, wollten sie auch die Zeugnisse haben.
Geschickt habe sie nicht.
Sondern Ihnen mitgeteilt. BITTE NENNEN SIE MIR DIE RECHTLICHE GRUNDLAGE FÜR DAS
EINSENDEN DER ZEUGNISSE. ( Habe hier im Forum so ungefähr gelesen)
Darauf kam die Antwort, damit kein langer Rechtstreit entsteht.
Darauf habe ich ihnen geschrieben! Da sie mir keine rechtliche Grundlagen nennen können bekommen sie keine Zeugnisse.
Mein Sohn hatte innerhalb von 6 Wochen seinen SBA ohne das ich die Zeugnisse eingereicht habe. :D :wink:

Herzlich Willkommen im Forum.

LG
Michaela
Tim 03 ADHS 2008/2009 und HFA 9.2013 und LRS

Ninna
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Beitrag von Ninna »

Hallo Frauke Britta,

tja, ich kann mir denken, dass sie die soziale Beeinträchtigung aus den Zeugnissen ablesen wollen- nur leider vergessen, dass diese positiv formuliert werden müssen. Aus dem zeugnis meines Sohnes geht wenig Negatives hervor .... auch dass er aus Angst vor dem Wasser nicht schwimmen gelernt hat oder starke Probleme mit der Anerkennung und z.B. mit dem Toilettengang (ja er schafft es alleine, aber er spült meist nicht, wäscht sich nbicht die Hände und an der Kleidung kann an danach auch sehen, wo er war- weil es so unordentlich ist).

Frag doch die Lehrer , ob sie eine Zusammenfassung mit Betonung der Auffälligkeiten erstellen...

Liebe Grüße

Ninna

ehemalige Userin

Beitrag von ehemalige Userin »

Hallo Frauke Britta,

erstmal willkommen im Forum! Da das Thema Strafen eine Art Spezialinteresse von mir ist (aus meiner eigenen Geschichte heraus) antworte ich mal auf diesen Punkt:
Frauke Britta hat geschrieben:Das fängt an von unzähligen Strafarbeiten, weil er z.B. Gras raus gerupft hat( nur einzelne Halme, nicht den ganzen Schulhof) oder nach einer Strafarbeitsverweigerung 2 Std. bei der Stufenleitung verweilen mußte um diese Strafarbeit zu schreiben. Er hat es dann immer noch nicht getan und so wurde er wieder in den Unterricht geschickt. Schlimm ist nur, daß einen Tag zuvor seine Oma beerdigt wurde.
Ist denn Gras ausreißen (du spricht von einzelnen Halmen) wirklich so schlimm, dass das eine Strafarbeit nach sich ziehen muss? Ich halte das für übertrieben und finde es kein gutes Zeichen, dass die Lehrer auf die Verhaltensauffälligkeiten deines Sohnes so oft mit Strafarbeiten reagieren. Strafen sollten (gerade bei Asperger-Kindern) das letzte Mittel für schwere und ernsthafte Verfehlungen sein, aber bestimmt kein Mittel, dass im Schulalltag regemäßig zur Anwendung kommen darf.

Nach deinen Beschreibungen wirkt es so, als wenn da auf grundsätzlicher Ebene etwas schief läuft; als wenn die Lehrer die Probleme und Einschränkungen deines Sohnes noch nicht wirklich verstanden haben. Wissen die Lehrer überhaupt von der Asperger-Diagnose? Hat es jemals eine Art Aufkläungsgespräch (z.B. mit Fachleuten aus einem Autismuszemtrum) gegeben? Falls das noch nicht geschehen ist, dann würde ich das mal ernsthaft in Erwägung ziehen, bevor dein Sohn weiter wegen irgendwelcher Kleinigkeiten mit Strafarbeiten traktiert wird.

Was noch dazu kommt: Ein so rigoroses Bestehen auf einer Strafarbeit unmittelbar nach der Beerdigung der Oma (wussten die Lehrer überhaupt davon?) finde ich eine absolute Taktlosikeit und Unsensibilität. Dein Sohn braucht jetzt sicher viel Rückhalt und Unterstützung, um dem Verlust seiner Oma zu bewältigen, aber bestimmt keine Strafarbeiten. Insofern finde ich nicht, dass der Tod der Oma ein anderes Thema ist, denn die Belastung, die das für deinen Sohn bedeutet, sollte man berücksichtigen, wenn man über sein Verhalten und über mögliche Konsequenzen urteilt. Ich fände es angebracht, wenn sich die Lehrer in diesem Fall bei deinen Sohn entschuldigen.

Wegen des Grasausreißens würde mal in Ruhe ein vernünftiges Gespräch mit deinem Sohn suchen, das bringt bestimmt mehr als immer nur Strafarbeiten.

Frauke Britta
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Beitrag von Frauke Britta »

Hallo Dario,

danke für Deine Antwort. In der Hausordnung der Schule steht wohl, dass es nicht erlaubt ist grünes raus zu reißen. Allerdings wird immer nur mein Sohn mit Strafarbeiten belegt. jaaaaaaaaaaaaaaaaa die Lehrer und der Schulleiter wissen um die Diagnose Asperger. Angeblich hatten sie auch schon Besuch von einer Autistenbeauftragten. Sie wollen mir aber den Namen nicht sagen. Diese Dame hätte nämlich gesagt, daß das Verhalten der Lehrer bezüglich der Strafarbeiten angebracht wäre.
Das glaube ich niemals!!!! Und jaaaaaaaaaaaa die Lehrer wußten auch von dem Tod der Oma. Als meine Mutter verstorben war, habe ich gleich schriftlich die Schule informiert, weil ich mir dachte, das mein Sohn sich vielleicht noch merkwürdiger verhalten würde als sonst.

Sie haben meinem Sohn auch einen Akteneintrag erteilt, weil er ein Mulitfunktionswerkzeug mit in die Schule gebracht hat. Da war auch ein kleines Messer befestigt außer der Zange, Dosenöffner, Flaschenöffner, Korkenzieher, Schraubendreher...... Um zu erfahren, was genau in der Akte vermerkt steht, müsste ich mir aber einen Anwalt nehmen, wegen dem Datenschutz. Ich konnte es nicht glauben, scheint aber definitiv zu stimmen.

Nach einer Schulveranstaltung hat ein Vater meinen Sohn, mit Wissen der Lehrer, nach Hause gefahren. Ich hatte aber nachweislich einen Termin in der Schule, wegen des besagten Mulitwerkzeuges. Ich mußte es pers. abholen. Mein Sohn stand dann allein vor der Haustür und hat mich auf meinem Handy angerufen. Der Vater war weg gefahren.
Ich habe bereits versucht das Kultusministerium darauf aufmerksam zu machen. Diese sehen das aber eher als "Kindergarten" an und verwießen mich an den ADD. Dort habe ich hin geschrieben. Mal schauen was passiert. Habe Schulich leider keine Alternative.
Habe auch versucht Stern TV oder Frontal 21 auf den Fall aufmerksam zu machen. Leider bislang ohne Erfolg.
Zur Zeit renne ich nur gegen Wände!!!

Liebe Grüße

Frauke Britta
ALLES WIRD GUT

Sohn 11 Jahre Asperger, Rheuma, ADHS, V.a. Autoimmun-Enzephalitis.....
Zwillingsbruder 2003er Motzbeutel sonst unauffällig, Schwester 13 Jahre Asthma, außer der Pupertät eher unauffällig

ehemalige Userin

Beitrag von ehemalige Userin »

Die Schule hat mit einer Autistenbeauftragten gesprochen, will aber den Namen nicht nennen? Das hört sich wirklich mehr als merkwürdig und absolut nicht vertrauenserweckend an.

Ich weiß zwar nicht, was deinem Sohn außer Grasausreißen sonst noch an Regelverstößen zur Last gelegt wird, aber ich kann deinen Ärger verstehen. Wenn ein einzelnes Kind (dann noch ein autistisches) ständig Strafarbeiten bekommt (und das wegen Vorfällen, die ich eher als Kleinigkeit einstufen würde) dann stimmt etwas nicht. Dann sollte man viel dringender mal nach den Hintergründen forschen, warum sich dein Sohn so verhält und eventuell auch prüfen, ob er in bestimmten Punkten andere Bedingungen und mehr Unterstützung braucht, die ihm und seinen autismusbedinten Schwierigkeiten besser entgegen kommen. Das wäre eigentlich die Aufgabe einer "Autistenbeauftragten" (Gibt es das als Amtsbezeichnung überhaupt?) und nicht das bloße "Abnicken" von Strafmaßnahmen.

Unabhängig, wie man generell zu Strafarbeiten steht, aber eine Strafarbeit direkt nach der Beerdigung der Oma ist für mich ein schlimmer Fauxpas der Lehrer, ich finde so etwas geht gar nicht. Fairerweise müsste man zwar genau genommen noch die Sicht der Schule hören, aber nach deinen Schilderungen liest sich das alles so eigenartig, dass ich fast darüber nachdenken würde, ob es mittelfristig nicht eine bessere Schule für deinen Sohn gibt.

Michaela1963
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Beitrag von Michaela1963 »

@ Dario diese Herrschaften die sich die Kinder in der Schule ansehn nennen sich Autistenbeauftragte und die sollen sich ganz dolle mit Autisten auskennen sagte man mir :roll:
@ Frauke
Als eine Autistenbeauftragte meinen Sohn in der Schule begutachtete (ohne mein Wissen)und anschließend ein Gespräch mit der Lehrerin, der Schulbgleitung und Jugendamt (Kostenträger von der Schulbgleitung)führte,wurde ich nicht eingeladen. Diese Gespräche wären nur Fachpersonal da und nicht für Eltern laut der Schule und der Schulbegleitung.
Was diese Frau gemacht oder gesagt hat, wurde mir nicht gesagt.
Ich habe den Namen zwar ausfindig gemacht, aber persönlich kenne ich diese Frau nicht.
Tim 03 ADHS 2008/2009 und HFA 9.2013 und LRS

Frauke Britta
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Beitrag von Frauke Britta »

@Miachaela Das ist doch ein Unding!!
Diese Gespräche wären nur Fachpersonal da und nicht für Eltern laut der Schule
Mir wurde gesagt, das die Besten Fachkräfte die eigenen Eltern unserer Kinder sind.
Gott sei Dank ist das auch der Träger, der die Integrationskraft ab dem kommenden Schuljahr stellt. Und hoffentlich kann ich auf die Worte bauen.

Ich bin so oft schon belogen worden Schule: " wir holen ihr kind da ab wo es steht" oder " jedes kind darf und soll nach seiner Geschwindigkeit arbeiten" war alles nur
heiße Luft.

Das macht mich Wütend und Traurig zugleich.

Liebe Grüße
Frauke britta
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Nicole Paguroidea
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Beitrag von Nicole Paguroidea »

Liebe Frauke, ich antworte gerne später ausführlich. Wir haben hier auch gerade einen Kampf durch bis zur Stellung der Integrationshilfe, die unseren Sohn nun in der Schule begleitet.

Wir wohnen übrigens gar nicht weit weg (in Neustadt...)
Liebe Grüße von Nicole und Sohnemann

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