Ulzibat in Speising?

Zum Teil unterscheiden sich die rechtlichen und organisatorischen Strukturen zwischen Deutschland und den verschiedenen Nachbarländern erheblich. Hier in dieser Rubrik sammeln wir alle landesspezifischen Infos.

Moderator: Moderatorengruppe

Emil und Jakob
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Beitragvon Emil und Jakob » 18.12.2014, 13:08

Hallo ihr Lieben,

das was mich hier im Forum unter der Rubrik „Ulzibat“ immer stört ist, dass sich das Thema immer in zwei Lager spaltet und zwar:
Lager 1: Familien die mit ihren Kindern in das Ausland reisen.
Lager 2: die auf die Fähigkeiten der eigenen Ärzte vertrauen.

Sollte es hier nicht in erster Linie um einen Erfahrungsaustausch gehen, darum was euren Kindern geholfen hat?

Ich kann nicht beurteilen ob das Operationsergebnis in Barcelona oder in Deutschland/Österreich besser ist, denn ich habe keinen Vergleich.

Ich kann nur berichten, dass unser Sohn nach seiner OP in München vor fast 2 Jahren immer noch gerade steht, dass die Einstiche nicht mehr
sichtbar sind, dass sich seine Hüfte von einer Luxation wieder in den Normbereich verbessert hat, dass er seitdem viel besser mit Gabel und
Löffel essen kann und und und.

Wir hatten zwei Mal Botox ohne erkennbaren Erfolg und wir hatten einmal diese „ominöse“ OP in München und sie hat uns geholfen.

Liebe Grüße
Heidi

Was wollen wir? Wollen wir uns beraten und von Erfahrungen berichten? oder wollen wir uns weiterhin verunsichern?

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oana
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Beitragvon oana » 18.12.2014, 15:56

Liebe Heidi,

bin froh, dass das Thema endlich aus dem richtigen Blickwinkel gesehen wird.

Was man auch nicht vergessen darf, es gibt viele Familien hier in Deutschland, die sich die OP in Barcelona nicht leisten können und die darüber froh sind, dass die Schönklinik in München und eben Dr. Bernius auch diesen Familien helfen kann. Das ist nämlich genau das, was die Ärzte mit der OP nach Ulzibat erreichen möchten: den Kindern und deren Familien eine bessere Lebensqualität zu ermöglichen.

Wir haben ebenfalls Dr. Bernius vertraut. Über die Ergebnisse kann ich bestimmt später noch berichten. So kurzfristig kann ich nur sagen, dass es nach der OP bis auf einen blauen Fleck keine Hämatome gab, ganz zu schweigen von "Dellen", "Beulen" oder sonstigen Geschichten, die hier im Forum kursieren. Die 2mm großen Einstiche sind fast überall verheilt, unsere Tochter hat auch nicht die großen Schmerzen gehabt, die anscheinend die Kinder nach den OPs in München haben sollen.
Sie kann bereits die Arme, die sie sonst nur gestreckt und in Innenrotation halten konnte, in alle Richtungen bewegen, die Hände sind durchgehend offen. 1 Woche nach OP finde ich das schon jetzt ein gutes Ergebnis. Die Betreuung in München ist klasse, man hat zu jeder Tages- und Nachtzeit jemanden, der einem bei Fragen hilft, es wird jeden Tag Kymphdrai are und Physiotherapie mit den Kindern gemacht. Die ersten 3 Wochen ganz sachte, ohne zu überdehnen.

Ich finde es auch äußerst respektlos, den Familien gegenüber, die ihre Kinder in München operiert haben, dass hier so von Dr. Bernius gesprochen wird. Es steht ein ganzes Team hinter ihm und die leisten wirklich tolle Arbeit.

Da ich Medizinerin bin weiß ich, dass es immer Ärzte gibt, die neue Verfahren ausprobieren und etablieren. Der natürliche Gang der Dinge ist dann der, dass diese Ärzte, wenn sie genügend Erfahrung haben, Publikationen machen, um auch anderen von den Vorteilen der neuen Methode zu berichten. Daraufhin lernen auch andere Ärzte die neuen Methoden, um es den eigenen Patienten zu ermöglichen, von diesem neuen Verfahren zu profitieren. Natürlich steht allen der Gang zu dem Bergründer der Methode frei. Aber nur, weil jemand die Methode übernimmt, die ausreichende Ausbildung hat (eine chirurgische Ausbildung umfasst zahlreiche OP Techniken und eben auch das Wissen über Anatomie und Funktionsweise der unterschiedlichen Strukturen, da braucht man keine 10 Jahre, um eine neue Technik zu erlernen) und unter Umstände das Ganze noch optimiert, neue Erkenntnisse mit einbezieht, heißt es nicht, dass das Verfahren dadurch minderwertig geworden ist.

Die Eltern werden durch Halbwahrheiten verunsichert, das sollte nicht Ziel dieses Forums sein.

Liebe Grüße!
Tina

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Beitragvon Alex_Lilli » 18.12.2014, 18:22

Liebe Tina!

Du sprichst einen sehr wichtigen und wesentlichen Punkt in der ganzen Misere an.

Nämlich das Thema der Kostenübernahme!

Wenn transparent zugegeben wird, dass die Technik von München und Speising nicht ident ist mit der von Dr. Nazarov, dann wäre es wesentlich wahrscheinlicher, dass die Kostenträger sich bereit erklären würden, die (von den Kosten her sehr human honorierte) Operation durch Dr. Nazarov in Barcelona zu übernehmen! In Zeiten der EU sollte die Möglichkeit auf freie Arztwahl ja eigentlich gegeben sein!

Die Methoden Nazarov (Ulzibat) und die von Bernius/Speising decken sich absolut nicht!
Beginnend bei der Patientenbeurteilung über die Auswahl der zu behandelnden Fascienabschnitte bis hin zu den gewählten Eintrittstellen (die nach Nazarov sehr exakt und konstant gewählt werden), dem Instrumentarium, der Schnitttechnik und therapeutischen Nachbehandlung.... Nichts ist gleich! Oder vergleichbar!

D.h. Dr. Bernius kann ev. seine eigenen Erfahrungen mit der minimal invasiven Technik optimieren, aber doch nicht die Technik von Dr. Nazarov, weil er darin keinen Einblick hat!

Natürlich wollen alle den Patienten helfen! Jeder mit seinen Möglichkeiten. Aber durch die mangelnde Transparenz in der Methodentitulierung wird alles in einen Topf geworfen! Und es wird für alle (so auch für Eltern und auch Kostenträger) unmöglich, sich problemlos zu orientieren! Das ist einfach nicht korrekt!

"Nach Ulzibat/Nazarov" sollte nur von Dr. Nazarov selbst verwendet werden!

Das ist das Hauptproblem in der Diskussion! Und müsste dringend revidiert werden!

Alex

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Beitragvon oana » 18.12.2014, 20:33

Es ist schön, dass die Patienten, die sich von Dr. Nazarov operieren lassen haben immer noch in dem Glauben leben, dass es eine Spezialtechnik ist, die nur Dr. Nazarov beherrscht......

Wie gesagt..... Jeder hat freie Arztwahl und kann sich für den Arzt entscheiden, dem er am meisten vertraut.

Wichtig ist, dass Kindern und ihren Familien geholfen wird. Egal wie dar Name der OP Technik lautet und wer sich wie nennen darf.

Fakt ist:

1. Bei beiden Techniken wird die äußere Faszienschicht der verkürzten Muskeln angeritzt um eine anschließende Verlängerung zu erreichen. dadurch verlängern sich auch die angeschlossenen Sehnen.

2. Die Muskeln, die behandelt werden sind klar definiert und für jeden Patienten individuell, der Zugang und das Werkzeug auch (nämlich das Skalpell nach Ulzibat).

3. Damit soll eine Reduktion der Spastik und eine bessere Beweglichkeit erreicht werden.

Das Ganze nennt man dann: Selektive Pecutane Minimalinvasive Myofasziotomie und Ulzibat war der erste Arzt, der es durchgeführt hat.

Are wie gesagt, jeder darf das glauben, was er möchte.

Schönen Abend!

Emil und Jakob
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Beitragvon Emil und Jakob » 18.12.2014, 20:46

Es ist wirklich ein Wunder, dass wir uns diesen Schritt überhaupt in Deutschland wagen. Wir haben uns die Entscheidung
damals nicht leicht gemacht auch uns hat dieses Forum sehr stark verunsichert. Unsere damalige Physio war sehr gegen
diese OP unser damaliger REHA-Techniker berichtete mir von Kinder die in Barcelona fehloperiert wurden und einen
Kraftverlust erlitten haben.

Ich bin mit einem komischen Gefühl nach München gefahren, aber aus heutiger Sicht war es das Beste was wir
unternehmen konnten. Vielleicht wäre eine grundsätzliche Spaltung der Lager auch hier im Forum eine gute Lösung.

Wir betroffenen Eltern haben wirklich schon genug um die Ohren!

Danke und einen schönen Abend!
Heidi

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Beitragvon Alex_Lilli » 18.12.2014, 21:21

Liebe Tina!

Es ist sehr interessant, aus Deiner Feder Dr. Bernius Worte zu erlesen!

Wie informativ wäre es doch für uns alle, die in diesem Forum Klarheit suchen, endlich Dr. Bernius Stellungnahme zu all den aufgeworfenen Fragen lesen zu können.

Auch er sollte die Stirn bieten und sich deklarieren!

Ebenso einen schönen Abend wünschen Lilli und Alex

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Beitragvon Quedolin » 18.12.2014, 21:24

Hallo...

Hier schreibt ihr immer das ihr Euch über eine Stellungnahme freuen würdet.
Hat denn jemand Dr. Bernies oder sein Team angeschrieben???

Grüße
Dorin 77, mit Linus 9 Jahre gesund und Quentin 07/07 Frühchen 31+5, Bein betonte Tetraparese, läuft an Einpunktstützen

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Beitragvon Alex_Lilli » 18.12.2014, 21:30

Stimmt!
Bei Dr. Nazarov hat es ja wunderbar geklappt!
Es könnte doch jemand, der guten Kontakt mit Dr. Bernius hat, die Bitte an ihn herantragen, oder?
Das wäre doch für uns alles sehr interessant!
LG Lilli

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Beitragvon Quedolin » 18.12.2014, 21:33

Ich bin auch am Wanken ob ich nach München soll... Bei uns war Dr. Poschmann und empfahl mir für unseren Sohn die OP...

Bin aber noch nicht ganz überzeugt...
Dorin 77, mit Linus 9 Jahre gesund und Quentin 07/07 Frühchen 31+5, Bein betonte Tetraparese, läuft an Einpunktstützen

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Beitragvon oana » 19.12.2014, 07:09

Lieber Dorin,

das ist eine gute Idee! Da wir ja erst kürzlich da waren könnte ich ihn anschreiben und ihn bitten, persönlich dazu Stellung zu nehmen. Am besten soll er vielleicht direkt hier schreiben und ggf. haben Eltern dann auch die Möglichkeit, gezielt Fragen stellen.

Liebe Grüße!
Tina


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