AWVS Diagnose und keiner hilft!

In dieser Rubrik könnt ihr euch über diverse Krankheitsbilder austauschen - z. B. Skoliose, Kyphose, Cerebralparese usw.

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Lotte und Dennis
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AWVS Diagnose und keiner hilft!

Beitragvon Lotte und Dennis » 15.05.2018, 18:38

Hallo liebe Eltern!

Es geht hier um meine Nichte. Sie hat seit längerer Zeit die Diagnose Auditive Wahrnehmungstörung.
Mittlerweile hat sie große Probleme in der Schule. Gerade was Rechtschreibung und Konzentration angeht.
Zu Hause klappen Hausaufgaben super, in der Schule hagelt es ganz schlechte Noten. Erst jetzt wieder eine 6 im Diktat . Sie vertauscht Buchstaben, schreibt manchmal Endungen falsch oder z.B. Sie statt Wie usw.

Der Pädaudiologe fühlt sich nicht zuständig, der Kinderarzt auch nicht!

An wenn soll man sich wenden, welche Möglichkeiten und Rechte hat man?

Viele liebe Grüße

Lotte

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Tanja2014
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Beitragvon Tanja2014 » 15.05.2018, 19:22

Hallo Lotte,

worum genau geht es Dir denn? Um einen Nachteilsausgleich für die Schule? Da müssten die Eltern sich vermutlich zum Einen eine Stellungnahme von der Pädaudiologin geben lassen, wie sich die Einschränkungen bei Deiner Nichte genau äußern und zum Anderen müssten die Eltern mit der Schule/den Lehrern zusammen für jedes Fach entsprechende Nachteilsausgleiche vereinbaren.

Oder geht es Dir darum, wie man ihr durch Therapien helfen kann? Da wäre dann vermutlich eine entsprechend spezialisierte Ergotherapeutin zuständig.
Viele Grüße
Tanja
mit B. (*2012) - Extremfrühchen, spastische ICP beinbetont GMFCS Level 1
und Wirbelwind (*2013)

Lotte und Dennis
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Beitragvon Lotte und Dennis » 15.05.2018, 19:26

Hallo und Danke!

Im Prinzip beides! Nachteilsausgleich und Therapie. Aber der Kinderarzt sagt nein zur Ergotherapie! Der Padauliologe sagt, Ergo muss über den Kinderarzt laufen! Also was tun? Der Kinderarzt hält die Diagnose für Unfug!?

LG

kati543
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Beitragvon kati543 » 15.05.2018, 19:29

Hallo,
mein Ältester ist auch mit dieser Diagnose geschlagen. Ich muss sagen, "zum Glück" hat er noch so einiges anderes. Die anderen Diagnosen werden einfach ernster genommen.
Ich kann nicht behaupten, dass AVWS irgendwie überhaupt nennenswert berücksichtigt wird. Das ist zwar eine wirkliche Einschränkung, aber so richtig sieht das Keiner ein. Jeder kapiert, dass ein Mensch, der nichts oder deutlich schlechter hört eben behindert ist und Hilfe braucht, dass es einem Menschen, bei dem aber nun nicht das Ohr, sondern das Gehirn beim Hören das Problem darstellt, das selbe Problem ist, versteht mal wieder niemand.
Mein Sohn hatte in der Schule Lärmschutzkopfhörer, die helfen manchen Kindern bei der Konzentration - bei manchen bewirken die auch das Gegenteil, weil man den Herzschlag hört. Muss man ausprobieren. Man könnte auch mit sehr viel Glück hoffen, dass man eine FM-Anlage durchbekommt...euer Problem klingt zumindest so, als ob es dadurch gelöst werden könnte. Ich würde mich hier an die Eingliederungshilfe wenden und das dort beantragen (Stichwort: "Teilhabe am gesellschaftlichen Leben", denn zu Hause braucht sie das ja nicht).
Bei meinem Sohn wurde dann eine LRS festgestellt. Das erkennen praktisch alle Bundesländer an und gewähren zahlreiche Nachteilsausgleiche. Habt ihr das mal testen lassen? Vielleicht habt ihr ja darüber eine Möglichkeit.
Ich würde sagen, hier ist mal wieder jeder Arzt überfordert mit der Situation und hat Angst um sein Budget.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

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Beitragvon Annileinchen » 15.05.2018, 20:07

Habt Ihr denn Logopädie?

Lotte und Dennis
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Beitragvon Lotte und Dennis » 15.05.2018, 20:08

Hallo Katrin!

Vielen Dank für die Antwort! Ich selber habe zwei Asperger und es tatsächlich "leichter" mit den Diagnosen was Verordnungen usw. angeht. Akzeptanz seitens Schule usw. steht auf einem anderen Blatt🙈🙈🙈!

Bei meiner Nichte ist die Schule zwar offen für eine Lösung, braucht aber auch Hilfe bei der Umsetzung. Es ist eine kleine Schule ohne Sonderpädagogen.

Einfach den Kinderarzt wechseln wird schwer, da in der Umgebung nicht viele sind. Lange Wartelisten usw. Meine Schwester ist er vor kurzem dorthin gezogen.

Aber was macht man, wenn der Arzt sich weigert? Man braucht ja für alles eine Überweisung oder Verordnung. Das nervt soooo sehr.

Reicht die Diagnose tatsächlich schon für die Eingliederungshilfe?

LG

Lotte

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 15.05.2018, 20:39

Die FM Anlage muss vom Pädaudiologen verordnet werden.
Damit wendet man sich an einen Pädakustiker. Dieser reicht die Verordnung bei der KK ein!
Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Beitragvon melly210 » 15.05.2018, 20:46

War sie denn mit dem Kind bei einem SPZ ? Ev. können die dann die Ergo verordnen und auch entsprechende Stellungnahmen schreiben die für eine Nachteilsausgleich reichen ?

Lotte und Dennis
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Beitragvon Lotte und Dennis » 15.05.2018, 20:58

Hallo Annileinchen!

Logo hatte sie im Kindergarten und galt dann laut Logopäden als „geheilt“?!

LG

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Petra*3
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Beitragvon Petra*3 » 15.05.2018, 21:11

Willkommen im Club..wir haben das glück oder pech, dass der Knabe nur AVWS hochgradig hat, somit weder verkehrsicher ist noch sich auch nur ansatzweis konzentrieren kann (die Diagnose ADHS war superschnell mit einem blick getroffen...paßt nur leider in dem fall nicht), allg. größere Schwächen in grob und feinmotorik hat....wegen der Ausprägung ist knabe ab Kiga beginn stets sonderbeschult und akut beginnt der Kampf um die FM-Anlage. SB sind wir im Wiederspruch wegen null merkzeichen akut. Es brauchte fast 9 Jahre Ärztesafari um die Diagnose zu erlangen. Das knabe auch vom gesehenen nur höchstens Hälfte mitbekommt inrteressiert bishe rnoch nicht wirklich irgendjemanden. Kind ist sprachheilinternatsbeschult was ein großer Segen ist. mfg Petra (hat dir jetzt eher nicht geholfen...schon klar)
AVWS ist eine schwerwiegende Behinderung, die therapieresistent ist, bei meinem knaben brachte weder Ergo noch Logo noch FF noch KG irgendein messbares Ergebnis Bisher....was wirklich hilft ist die internatbeschulung ab der 5. Klasse, seitdem geht die Entwicklung in großen Sprüngen voran


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