Hüftluxation OP

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Leo2009
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Hüftluxation OP

Beitragvon Leo2009 » 03.11.2017, 19:52

Wer hat ein Kind mit Luxierten Hüften?
Mein Kind soll Operiert werden damit die Hüfte wieder richtig sitzt.
Da Leony nie gehen, sitzen oder stehen wird möchte ich das vermeiden.
Der Chefarzt wo ich war hatte leider gar kein Herz. Nur diese OP im Sinn.
Ich möchte doch nur für mein Kind das beste und ein schmerzfreies Leben.
Soweit hat sie keine Schmerzen nur ab und zu wenn ich ihr die Nachtlagerungsschienen abmachen ein kurzes Ziehen.
Ich hoffe ihr könnt mir Mut machen
Mutti *01/1991
Leony *10/2009, Epilepsie, Kontrakturen, Hüftluxation bds, Mikrozephalie, Reflux, Infektanfällig. Abberation am 13 und X Chromosomen. Kann weder laufen noch sitzen....
Louis*05/2017 keine Auffälligkeiten

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Sinale
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Beitragvon Sinale » 03.11.2017, 21:17

Hallo Leo2009,

bei einigen Kindern und Erwachsenen ist eine Hüft-OP wegen bestehender Schmerzen, oder zur Pflegeerleichterung nötig und sinnvoll. Bei Anderen führt diese OP zur Instabilität, manchmal auch zu Schmerzen. Das Für und Wider einer Hüft-OP ist daher gut abzuwägen und immer eine individuelle Entscheidung.

Es gibt ärztlicherseits immer verschiedene Meinungen. Werden z. B. 5 Spezialisten aufgesucht, um über eine (Hüft)-OP zu entscheiden, ist es gut möglich 5 verschiedene Meinungen zu hören, auch hinsichtlich der OP-Methode.

Das Entscheidungskriterium für eine Hüft-OP wären für mich gründliche medizinische Information, Schmerzen, aktuelle ausgeprägte Instabilität, die auf die Hüft-Situation zurückzuführen ist und massive Probleme in der Pflege.

Ich kenne viele nichtlaufende Menschen, die sich Jahre nach einer Hüftluxations-OP erneut einer solchen OP unterziehen mußten, weil die Hüften neben der neuerlichen Luxation nun auch noch schmerzten.

Meine Meinung: Falls dein Kind Hüftschmerzen aufgrund der Luxation bekommen sollte, ist es sicherlich möglich, einen raschen Notfalltermin für die OP zu bekommen.

Die Stellung meiner Hüften entspricht nicht der Norm. Diese Normverfehlung führt dazu, dass manche Ärzte der Meinung sind, ich müsse die Hüftstellung korrigieren lassen, damit es zu keiner Luxation kommt. Dass ich seit ca. 50 Jahren mit diesen Hüften sehr gut leben kann, interessiert hier nicht.

Ärztlicherseits wird oft gesagt, dass bei einer frühen Operation, dass Kind davon profitieren würde. Wartet man allerdings bis Schmerzen auftreten, bringe die OP nicht mehr viel Nutzen, außer der Schmerzlinderung.

Sowohl bei mir, als auch bei anderen Betroffenen, wird damit argumentiert, was passieren könnte, wenn nicht operiert wird. Ob dies tatsächlich passieren wird, kann niemand voraussehen und falls es passieren wird, weshalb ist Schmerzlinderung kein OP-Erfolg? Woher wollen die Ärzte z. B. wissen, dass ein Kind nicht mehr sitzen können wird, wenn es jetzt keiner OP-unterzogen wird? Hier wird Angst geschürt, aus der Vorstellung heraus, daß ein Kind mit luxierten Hüften ohne Schmerzen, nicht der Norm entspricht und deshalb nicht sein kann, was nicht sein darf.

Ich kann mir gut vorstellen, dass es keine einfache Entscheidung ist, denn du weißt auch nicht, wie die Zukunft aussehen wird. Evtl. kannst du deshalb nur aus der aktuellen Situation heraus entscheiden.
Viele Grüße
Sinale

Diagnose: Tetraspastik
Rollstuhlnutzerin

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Mimilotte
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Hüft Op

Beitragvon Mimilotte » 04.11.2017, 07:01

Hallo,

es gibt zu dem Thema viele Einträge im Themenpool... Dort gibt es auch viele Erfahrungsberichte und du kannst dir vielleicht besser eine Meinung bilden.

Die Hüfte meiner Tochter stand schon als Baby nicht wirklich gut durch ihr mangelndes Bewegungsvermögen. Wir haben mit Swashorthese und KG versucht es solange wie möglich hinauszuzögern... Als sie dann Schmerzen hatte haben wir uns zur OP entschlossen. derotierende u. varisierende Korrekturosteotomie Femur rechts, vereinfacht es wurde ein Keil in den Oberschenkel gemacht und auch durch das Gipsbett steht die Hüfte nun gut.

Für uns war die Entscheidung im nachhinein richtig, denn sie steht nun im Stehbrett ohne zu meckern und nutzt ihre Bewegungsmöglichkeiten nun auch aus. Davor hatte sie wohl immer Hemmungen weil sie sich vor Schmerzen schützen wollte....

Keine leichte Entscheidung lies dich durch die Beiträge...

Alles gute für euch LG mimilotte[/list]
Katrin ´71, L`96 und L`97, Jonas `00 (*08/01) und Mia ´06 Gendefekt gefunden!!! QARS assoziierte autosomal-rezessive progressive Mikrocephalie, therapieschwierige fokale symptomatische Epilepsie, Skoliose, Hüftprobleme, Reflux- (Fundoplicatio), Button,
-super freundlich quietschende Kuschelmaus-


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