Freizeit in FSME-Gebiet

In dieser Rubrik könnt ihr euch über diverse Krankheitsbilder austauschen - z. B. Skoliose, Kyphose, Cerebralparese usw.
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Mariaa
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Beitragvon Mariaa » 27.05.2013, 14:05

Hallo,

auch ich habe mich nach ausgiebiger Information gegen eine FSME-Impfung bei meiner Tochter entschieden!
Wir verzichten nicht auf Urlaub in bestimmten Gebieten, ich bin aber sehr ordentlich bei den Schutzmassnahmen (Zeckenspray, Kleidung, abendliche Zeckeninspektion) usw... wobei ich mich eher noch wegen Borreliose sorge... :roll:

Allerdings ist das natürlich die Frage, ob das auf einer Freizeit auch so ernsthaft durchgeführt wird/werden kann :?

Ich denke, ich würde ihn fahren lassen wenn ich ein gutes Gefühl bei den Betreuuern hätte und sie meine Sorgen ernst nehmen würden.

Viele Grüße
Früher war alles besser.... vor allem die Zukunft!

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CarmenRom
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Beitragvon CarmenRom » 27.05.2013, 14:19

Hallo,

sicher gibt es Gebiete, wo gehäuft FSME auftritt.
Wie groß ist die Chance, sich eine Zecke einzufangen?

Mit entsprechender Kleidung kann man das Risiko selbst reduzieren und hinterher vorm Duschen nochmal gründlich nachsehen.
Das Risiko von Borreliose ist doch viel höher. Selbst wenn man die Zecke noch innerhalb der ersten24h seit Beginn des Untermietverhältnisses entfernt, mindert das das Risiko, an Borreliose zu erkranken (hab ich mal gelesen, es soll Studien gegeben haben). Übrigens glaub ich das, weil ich bei frisch entdeckten Zecken noch keine Probs hatte und der letzte Bluttest sagt das so aus.
FSME tritt nach 3-4 Tagen auf, also kann man gut reagieren.
Bei Borrelien sieht das ganz anders aus, die sind einfach nur tückisch und so markante Dinge wie Wanderröte können vollkommen ausbleiben und wer bemerkt jeden Zeckenbiß und kann sich Jahre später noch erinnern....und was Borreliose an Auswirkungen mit sich bringt..... dagegen gibt es keine Impfung.

Wie willst du dein Kind absolut schützen? An jedem Grashalm kann die nächste Zecke auf ein Opfer lauern oder vielleicht sogar am Freiluft-Kohlrabi vom Biobauern.
Wenn du mit dem Auto rumfährst und einen sogenannten "Unfallschwerpunkt" passierst, dann ist dir das bewußt und du wirst automatisch Vorsicht walten lassen oder stellst du dann dein Auto in die Garage? Was besseres an Vergleich fiel mir grad nicht ein.
Beim Autofahren und anderen Aktivitäten sind wir uns des Risikos bewußt, was alles passieren kann und gehen entsprechend damit um, warum soll für so eine schöne Abenteuer-Freizeit das nicht möglich sein?

....und nicht jede Zecke überträgt die Erreger......

lg Carmen

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Isolde
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Beitragvon Isolde » 27.05.2013, 15:00

Hallo Petra,

Jonathan war mal eine Epoche geimpft und dann habe ich Wiederholungsimpfungen versäumt, sodass der Schutz irgendwann dahin war. Ich lasse ihn auch künftig nicht mehr impfen. Seitens des Heimes wurde diese Impfung auch noch nie empfohlen.

Aber Jonathan geht auf alle Freizeiten mit, ist derzeit auch wieder auf einer in einem FSME-Gebiet.

Ich würde die Begleitpersonen darauf hinweisen dass sie jeden Abend bitte die Kinder genau untersuchen ob sie evtl. eine Zecke haben.
Ansonsten ist der Tipp mit langen Hosen, diese in Socken gesteckt sehr gut.
Auch Jonathan geht meist mit langen Hosenbeinen in den Wald.

Ich würde mein Kind deswegen nicht daheim lassen. Wir wohnen in einem Risikogebiet, sodass ich mit meinem Kind nie raus könnte. Das kann ich dem Bewegungskind Jonathan nicht antun.

Insofern - raus mit den Kindern und hinterher gut absuchen.

Lieben Gruß - Isolde
„Ich habe den lieben Gott in manchen Kneipen besser kennengelernt als in manchem Bibelkreis.“ Rainer Maria Schießler, Pfarrer in München St. Maximilian

Jonathans CFC-Syndrom + Unsere Vorstellung + https://www.facebook.com/CfcAngelDeutschland

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Elke07
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Beitragvon Elke07 » 27.05.2013, 18:42

Hallo Petra,

ich halte das FSME-Risiko auch für nicht allzu hoch. FSME-Risikogebiet bedeutet, dass es mehr als 1 Erkrankung pro 100.000 Einwohner gab. Das Gesundheitsamt BW schreibt, dass man von einer Durchseuchung der Zecken von 0.5-4% ausgeht. D.h. man muss gebissen werden, so eine Zecke erwischen und dann Krankheitssymptome bekommen (nur bei 10-30% der Patienten treten überhaupt Symptome auf) - und selbst wenn das geschieht, gibt es ja nur bei einem Bruchteil ernste Komplikationen (und die auch noch je weniger, umso jünger der Patient ist).
Ich versuche mal ein kleines Rechenbeispiel (mathematisch vielleicht nicht ganz sauber, aber es sollte so halbwegs hinkommen ;-)): Wenn man vielleicht von 2 Zeckenbissen während der Freizeit mit je 4% Risiko ausgeht, wäre man also bei maximal 8% Risiko für eine Infektion. Es entwickeln nur 10-30% der Infizierten überhaupt Symptome, was 0.8-2.4% Risiko für Symptome ergibt, wobei nur ein Bruchteil davon schwerwiegende Komplikationen bekommt. Und bei Kindern ist der Verlauf ja meist leichter, weshalb man die Zahl wohl nochmal absenken könnte.

Schutzmaßnahmen mit Einsprühen, langen hellen Kleidern und Absuchen sollten ohnehin ergriffen werden, weil ja auch das Borrelioserisiko besteht. Dieses ist ungleich höher (laut der oben genannten Seite tragen 15-40% der Zecken das Bakterium in sich), der "Vorteil" ist allerdings, dass Borreliose im Gegensatz zu FSME meist nicht direkt nach dem Biss übetragen wird und bei rechtzeitigem Erkennen gut mit Antibiotika behandelt werden kann.
Gründlich duschen ist auch sinnvoll, da die Viecher zum Teil so klein sind, dass man sie mit bloßem Auge kaum sieht, und sie oft ja nicht sofort beißen, sondern sich über Stunden ein gemütliches Plätzchen suchen.

Klar wirst du nie absolute Sicherheit haben, aber die FSME-Impfung ist ja offenbar nicht so ganz komplikationslos, besteht noch dazu aus mehreren Einzelimpfungen und hält nur vergleichsweise kurz.
Ich bin absolut kein Impfgegner, aber bei dieser Impfung würde ich schon sehr genau abwägen, gerade wenn ein gewisses Impfrisiko besteht und sogar der Neurologe abrät.
LG Elke, die nicht "unter ihrem Autismus leidet", auch wenn er den Alltag oft verkompliziert

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eli
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Beitragvon eli » 27.05.2013, 21:56

Hallo,

Danke für Eure Einschätzungen!

Elias würde bestimmt gerne an dieser Freizeit teilnehmen. Und die Betreuer wissen auch davon, dass er nicht geimpft ist. Ich habe bereits gesagt man müsse ihn immer absuchen und jeden Tag neue Kleidung anziehen. Die Sicherheitsmaßnahme lange Hose und Einsprühen halte ich auch für wichtig.

Ich würde ihm gerne die Freizeit ermöglichen. Ich vertraue den Betreuern, dass sie alle Absprachen auch einhalten. Trotzdem bleibt natürlich ein mulmiges Gefühl, aber ich fühle mich genauso schlecht, wenn ich ihm diese Freizeit versage.

Als Kind ist unser Nachbar an FSME gestorben. :( Seitdem bin ich paranoid, was diese Tierchen anbelangt, aber die Impfung ist für Elias eben keine Option. Ich selbst bin auch nicht geimpft.

LG Petra
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joris
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Beitragvon joris » 28.05.2013, 07:46

Hallo Eli,

ich würde noch eine Zeckenkarte besorgen und ihm mitgeben, damit lassen sich Zecken gut entfernen.
Socken über der Hose zu tragen ist auch noch eine sinnvolle Schutzmaßnahme.

Ich hoffe aber, er hat einfach nur Freude an der Freizeit und es kommt keine Zecke in seine Nähe!

Viele Grüße
Joris

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Beitragvon shakila » 28.05.2013, 09:48

Hallo Petra,

vom Gefühl her wirst du das ablehnen, aber ich schmeiß es einfach mal in den Raum. Eine Möglichkeit bestünde Elias´ Kleidung mit Permethrin zu behandeln. Ich weiß jeder Natur/Gutmensch wird jetzt zusammenschrecken, aber bei objektiv hohen Risiken sich von Insekten lebensgefährliche Krankheiten einzufangen ist es eine Überlegung wert.

http://www.nobite.com/malariaprophylaxe ... eisen.html

Ich muss allerdings sagen, dass ich Permethrin bisher nur im Kampf gegen Mücken in Afrika/Asien benutzt habe, wo es allerdings extremst wirksam war.

VG
Shakila

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eli
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Beitragvon eli » 28.05.2013, 12:22

Hallo shakila,

Danke für den Tip! Von dieser Imprägnierung habe ich noch nie gehört. Es wäre ein Option. Zumindest die Hosenbeine. Aber man kann natürlich auch mit den Armen an Büschen entlang streifen. Aber ich finde es sehr interessant, was es alles gibt!

@Joris: eine Zeckenkarte ist auch ein guter Tip!

Ich bin sehr erfreut, welche Tips ihr alle kennt. Das hilft mir wirklich weiter. Alles zusammen gibt bestimmt eine guten Schutz:

- Absuchen
- Einsprühen
- lange Hosen mit Socken drüber
- eventuell Kleidung imprägnieren
- Duschen
- Zeckenkarte

Habe ich noch was vergessen? :D

Ich hatte mal einen guten Artikel über FSME und die Impfung gefunden. Vielleicht interessiert es ja jemanden. Da stehen auch Sprühmittel drin:

http://www.individuelle-impfentscheidun ... 16/31-fsme

Liebe Grüße
Petra
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Beitragvon eli » 03.06.2013, 07:48

Hallo,

ich habe nochmal mit dem Neurologen gesprochen. Jahrelang hat er gesagt ich solle meinen Sohn nicht impfen, jetzt ist es doch möglich? Diese wechselnden Meinungen machen mich verrückt... :?

Trotzdem habe ich große Zweifel, ob ich meinen Sohn impfen lassen soll? Da nicht mehr viel Zeit bis zur Ferienfreizeit bleibt, schlägt er das schnelle Impfschema vor: zwei Impfungen im Abstand von zwei Wochen. Ich habe da mal recherchiert und meine Ratio sagt das ist doch viel belastender als die Impfungen in Monatsabständen. In den Zweifachdosen im Kurzabstand solle auch wesentlich mehr Aluminium drin sein. :? Schon das lässt mich zweifeln.
Doch mein Sohn fährt in ein Gebiet, das wirklich ein sehr hohes Risikogebiet ist und dann auch noch als Abenteuercamp am Fluss. :? Das konnte ich gestern auf der Seite des RKI lesen. Allerdings kann es sein, dass ich ihn auch nach einer Nacht wieder abholen muss, da er in fremder Umgebung und zudem ohne seine Eltern keinen Schlaf findet. So war es auch bei einzelnen Übernachtungen außer Haus. Das kann er nicht mehrere Tage hintereinander, aber dann eine Impfung, die nicht ohne ist, wenn er ohnehin bald wieder daheim ist?
Ich bin sehr unsicher, was ich tun soll? Ich weiß, dass die Impfung auch schwere Folgen haben kann wie eine Infektion aber auch. Ich kann gerade keine Entscheidung fällen, die ich verantworten muss.

LG Petra
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Ullaskids
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Beitragvon Ullaskids » 03.06.2013, 08:01

Hallo Petra,
wenn es ohnehin Probleme gibt, ob er da bleibt und überhaupt schlafen kann... ehrlich, ich hätte ihn da gar nicht erst angemeldet!
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (15): Gendefekt, Epilepsie, Skoliose etc.


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