Essproblematik wird immer schlimmer

Hier könnt ihr Fragen rund ums Thema Ernährung stellen. Usern, deren Kinder über eine Sonde ernährt werden, möchten wir hier ebenfalls eine kleine Austauschplattform bieten.

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Julia_B
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Essproblematik wird immer schlimmer

Beitragvon Julia_B » 22.02.2012, 14:59

Hallo zusammen,

ich brauche unbedingt Ratschäge von euch. Denn unser momentaner Esszustand von Zwergi macht uns echt Angst.
Es ist so das unser kleiner schon immer schwer gegessen hat. Es standen bei ihm hauptsächlich Puddings,Joghurts und Mittags püriertes Mittag auf dem Speiseplan.
Also nicht gerade Nährhaft :(. Wir haben ihm Abends versucht Brotstücke zu füttern.Es klappte eine Weile.Dann kam wieder die Ablehnung.
Es gab Tage da hat er gerade mal einen Becher Pudding gegessen.



Seit Eintritt in die Kita machen wir mit ihm Esstraining.Quasi seine Hand zum Essen füren und zurück zum Mund.Anfangs machte es ihm auch grossen Spass.

Nun ist es leider so,das er das Essen prinzipiell verweigert. Egal was wir ihm auftischen.NIX nimmt er.Wir versuchen ihn zu füttern wobei er sich wehrt den Löffel bzw. Essen auch nur zu probieren.Allein versuchen möchte er es auch nicht. Es ist nicht zu machen er lehnt alles ab. Wir haben hier alles mögliche versucht,neue Teller,neues Besteck,Papa füttert,Geschwister versuchen zu füttern,zusammen am Tisch,allein in ruhe..NIX er verweigert es und quängelt schon sobald er etwas sieht.

Ab und an kann man ihm ein Stück Schoki "andrehen" aber das ist doch keine Ernährung.
Auch in der Kita verweigert er gern mal das Mittagessen und wir verstehen einfach nicht warum :(. So kann das ja auch nicht weitergehen.
Ich muss zugeben die letzten Tage haben wir viel Druk auf ihn ausgeübt und ihn quasi "gezwungen etwas" zuessen.aber mit viel Widerstand und geweine.Das zerbricht mir das Herz aber er würde von sich auch nichts essen.

Jede Essenszeit wird bei uns zur Qual und es muss eine Lösung her.Nur welche?


Habt ihr Ideen? Gibt es vielleicht sogar eine direkte Esstherapie? An wen sollte ich mich wenden? Kinderarzt?Spz?
Logopädin?


Bin wirklich dankbar für jede Idee...


lg
Julia
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ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 22.02.2012, 15:21

Hallo JuliaB

mir geht es genauso mit meinem Sohn. Leider kann er keine Esstherapie machen, da er Diabetes hat. Wir probieren jetzt nach Castillo Morales ihn zum Essen zu bewegen. Bei ihm ist schon der Verdacht das er gar kein Hungergefühl hat.

Seit dem letzten KHaufenthalt ist es ganz schlimm. Im Kh hat er alles komplett verweigert und sich fast nur von Reiswaffel und Trinkjoghurt ernährt.

Bei ihm ist das Problem das er mindestens 5 Mahlzeiten mit KH´s essen muss um nicht zu unterzuckern. Ich würde ihn gern einfach mal Hungern lassen damit er von selbst mal irgendwas freiwillig in den Mund steckt, aber das würde gesundheitlich nicht gehen. Er probiert auch absolut nichts neues....

ich kann dir nur empfehlen dich mit dem SPZ in Verbindung zu setzen und darüber eine Esstherapie anzustreben...

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Julia_B
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Beitragvon Julia_B » 22.02.2012, 15:35

Hallo JaSi,

Castillo Morales haben wir aufgrund seiner Schluck und Kaustörung auch ca. ein dreivirtel Jahre OHNE Erfolg besucht.

Wie bekommt ihr im Enddefekt euren Sohn zum Essen? Da es bei ihm ja auch notwenig ist?


Vielleicht hat ja jemand schon einmal eine Esstherapie gemacht und kann mir erzählen,wie es dort von statten geht und ob es Erfolg im Alltag brachte???
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silke83
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Beitragvon silke83 » 22.02.2012, 15:57

ist es nicht in Graz bei der Esstherapie so, dass die Kinder am Anfang bewusst nix zu essen bekommen. also wirklich hungern, einfach um Hunger mal zu spüren und dann wird mit versch. angedickten Flüssigkeiten, Pudding,... alles wieder angeboten und das Kind kann selbst entscheiden was es essen will und in welcher Menge.

trinkt er den Ausreichend und in welcher FOrm? Also milch,... merkst du eine Gewichtsabnahme?
lese in deiner Signatur dass er eine Ess-Schluck-Kaustörung hat..kann es sein, dass ihm das schlucken vielleicht weh tut?
LG Silke
(*83) Muskelerkrankung - Myopathie unklarer Genese, Trisomie X (mit Z.n. frühkindlicher Epilepsieform)

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Beitragvon ehemalige Userin » 22.02.2012, 16:21

Hallo JuliaB

na du machst mir ja Hoffnung mit der CM Therapie :?

tja wie bekomm ich ihn zum Essen? Eigentlich nur mit Ablenkung und füttern. Es dauert auch meist über eine Stunde bis er eine Mahlzeit intus hat und wenn nur ein klitzekleines Krümelchen drin ist, wird strikt verweigert :?

das einzig Gute ist das ich ihm Insulin nach dem Essen geben kann und verzögert, normal ist ja vor dem Essen und dann MUSS alles aufgegessen werden, aber das klappt bei J. nicht..

Wenn er komplett alles verweigert gibt es Monsterbacke oder Trinkjoghurt :oops: so das er wenigstens auf seine BE´s kommt. Gesund ist zwar was anderes, aber bevor er eine Hypo bekommt macht man eben auch solche Sachen :roll:

Wir sollten übrigens (vor der Diagnose) nach München zur Esstherapie, aber da es so ist wie Silke83 schrieb das die Kinder meist bewußt nichts zu essen bekommen, kommt es für uns nicht in Frage

Anne&Hannah
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Beitragvon Anne&Hannah » 22.02.2012, 16:39

Hallo Julia!

Wir hatten bei Hannah um ihren zweiten Geburtstag herum auch eine schlimme Phase, in der sie uns vor dem vollen Tisch beinahe verhungert wäre. Ihr Zustand verschlechterte sich bedrohlich und wenn sie dann überhaupt mal etwas aß oder trank, verschluckte sie sich immer häufiger.

Letztlich kam sie mit einer Aspirationspneumonie ins KH. Sie war durch die Mangelernährung sehr geschwächt und ihr Stoffwechsel brach völlig zusammen. Damals wußten wir erst seit kurzem, dass bei ihr eine Stoffwechselerkrankung vorliegt, bei der es typischerweise zu Ernährungsschwierigkeiten kommen kann. Ihre Schluckstörungen und weitere gravierende Probleme wurden von einer stoffwechsel-bedingten Schädigung des Stammhirnes verursacht.

Zu unserem großen Glück hat sich inzwischen sehr viel regeneriert und Hannah ißt und trinkt nach einer Phase der ausschließlichen künstlichen Ernährung nun nahezu alles - und das mit viiiiel Appetit. Und das, obwohl uns damals von einer "Fachfrau" ( Logopädin im KH ) gesagt wurde, Hannah dürfe NIE WIEDER oral was bekommen...

Wünsche Euch viel Glück und baldige Entspannung - es ist echt eine schlimme Erfahrung, sein Kind nicht ernähren zu können, obwohl doch alles reichlich da ist.

LG
Anne


P.S.: Dein Kleiner hat, wie ich sehe, keine Diagnose - wurde denn in Richtung Stoffwechselstörung schon mal geguckt? Und weiß man, woher die Schluckstörungen kommen?
Anne&Thomas mit D. ,J. & HANNAH (12) - Mitochondriale Enzephalomyopathie/Morbus Leigh. dadurch Hirnschädigung mit Mehrfachbehinderung, Rolli, Button. z.N. Stammhirnschädigung und nächtlicher Beatmung. Tracheostoma zu seit 4/14. Chronisch fröhlich!

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Essproblematik wird immer schlimmer

Beitragvon TaMaHa » 22.02.2012, 17:59

Hallo Julia,

das tut mir sehr leid, ich kann Dir nachfühlen. Meine Tochter hat zeitweise auch das Essen abgelehnt, bis ich dann rausgefunden habe, dass sie keine Milchprodukte möchte. Als ich ihr dann frisches Gemüsel püriert hatte (Kartoffel mit Karotten und Zucchini hat sie tonnenweise verschlungen), ging es bergauf. Sie war auch immer unruhig, bis man festgestellt hatte, dass sie einen Reflux und eine Gastritis hatte. Da sieht man mal, welchem Streß unsere Kinder ausgesetzt sind, obwohl wir Mütter doch immer alles geben.

Meine Tochter ist mittlerweile 22 Jahre, isst immer noch Püriertes, wenig Milchsachen und sie isst mir noch die Haare vom Kopf *lach*. Alle sagten mir, dass mein Kind eine PEG bräuchte, was ich kategorisch ablehnte. Ärzte, Erzieher, egal, aber es ist halt leichter, jemanden was zu spritzen, als sich Zeit zum Füttern zu nehmen. Essen ist Lebensqualität und das war mir wichtig, ihr das rüberzubringen. Ist aber ein anstrengender langer Weg gewesen. Eine Esstherapie mussten wir Gott sei Dank nie machen. Habe einmal in München im Kinderzentrum mitbekommen, wie das vonstatten geht, da braucht man ganz starke Nerven und viel viel Geduld und liebevolle Konsequenz.

Leider kann ich Dir keine Ratschläge geben, aber vielleicht hilft es Dir, den Mut nicht zu verlieren und wünsche Dir viel viel Glück, dass Dein Sonnenschein sich bald über etwas zu essen freut. :o

VG TaMaHa

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Apropos Esstherapie

Beitragvon TaMaHa » 22.02.2012, 18:13

Dass die Kinder bei der Esstherapie im Münchner Kinderzentrum nichts zum Essen bekommen, war m. E. nicht so.

Es war vielmehr so, dass die Kinder nichts zwischendurch essen durften und innerhalb einer halben Stunde zu den normalen Essenszeiten essen mussten. Dabei war dann meist eine Therapeutin oder Psychologin. Nach dieser halben Stunde wurde dann das Essen weggenommen, wenn sie nichts mehr wollten.

Aber ich meine auch, dass man hier schon unterscheiden sollte, ob es klinisch ist, das Du unbedingt abklären solltest, ober ob es sich um Verhalten handelt.
Bei Verhaltensauffälligkeiten ist diese Therapie sicherlich in Erwägung zu ziehen.


Viel Glück
TaMaHa

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Beitragvon Alicia2010 » 22.02.2012, 18:19

Hi Julia
Genauso wie du es beschreibst ist es bei uns auch. CM auch ihne Erfolg, und alles sehr nervenaufreibend.Ich habe schon teller geschmießen. Im übrigen bekommt Alicia auch nur noch wenig Milchprodukte.Nur Almigurt, der geht immer :roll: Ich frage mich manchmal auch wie man so konsequent so stur sein kann. Manchmal gibts um sieben Frühstück, und dann erst Nachmittags um drei, weil vorher alles verweigert wird. Selber Essen und Trinken könnte sie, aber sie VERWEIGERT es.Es treibt mich in den Wahnsinn.Aber ich mahe mir im Moment keinen Streß mehr.Anbieten, und ansonsten stehen lassen. Dann hat sie Pech gehabt.
Liebe Grüße
Julia
A. 12/09 schwere peripartale Asphyxie apgar 0/0/3 ph 6,7

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Julia_B
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Beitragvon Julia_B » 22.02.2012, 19:04

hallo nochmals zusammen,

danke für eure Antworten es hilft mir ja schon ungemein mich auszutauschen
Wir werden morgen früh in eine Klinik fahren und alles abchecken lassen:(:(

Sollte organisch alles ok sein muss ich sehen was für Möglichkeiten es gäbe ihm wieder Freude am Essen zubereiten.

Danke fürs zuhören :)

lg Julia
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