Häusliche Pflege im Kindergarten

Hier könnt ihr Fragen rund ums Thema Ernährung stellen. Usern, deren Kinder über eine Sonde ernährt werden, möchten wir hier ebenfalls eine kleine Austauschplattform bieten.

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Steffi Sch.
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Häusliche Pflege im Kindergarten

Beitrag von Steffi Sch. »

Hallo ihr Lieben,

ich bin Mama von zwei Kindern. Henry ist 5 und kerngesund. Ole (2) hat einen operierten Morbus Hirschsprung, einen Hickman-Broviac-Katheter und einen PEG Button.

Er geht seit etwas mehr als einem Jahr in die Krippe, wo er - nach anfänglicher Einweisung von mir (und Arztbrief von unserem Gastroenterologen) - von den Erzieherinnen sondiert wird (2 Mahlzeiten à ca. 200 ml).

Ende Oktober wird er 3 und soll Anfang nächsten Jahres in den Kindergarten wechseln (gleiches Gebäude, neue Erzieher*innen). Leider sind dort die personellen Möglichkeiten nicht mehr so gegeben wie noch in der Krippe, so dass die Kindergartenleitung auf mich zugekommen ist, dass ich mich um eine Integrationskraft kümmern solle. Jedoch lehnt das Landratsamt eine I-Kraft ab. Ole müsse nicht „integriert“ werden, er benötige lediglich Hilfe bei der Nahrungsaufnahme (und mal Pflasterwechsel). Ich konnte also herausfinden, dass es sich offensichtlich um eine Pflegeleistung („häusliche Krankenpflege“) handelt.

Aber wie geht das alles von statten? Oles Kinderärztin hat keine Ahnung von alldem. Wir sind eigentlich nur mit dem Gastroenterologen in Kontakt und bei ihm in Behandlung (bis auf die U-Untersuchungen und ab und zu Wiedervorstellung, damit die KiÄ ihn mal wieder gesehen hat). Kann ER diese Verordnung ausstellen? Und wie geht es dann weiter? Sofern sie genehmigt wird von unserer KK, wo finde ich dann eine entsprechende Pflegekraft? An wen muss ich mich diesbezüglich wenden?

Ich fühle mich gerade etwas allein gelassen und hoffe, dass ich bei euch Rat und Tipps bekomme.

Vielen Dank schon mal im Voraus und ganz liebe Grüße

Steffi
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kati543
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Re: Häusliche Pflege im Kindergarten

Beitrag von kati543 »

Hallo Steffi,
eigentlich musst du das doch auch gar nicht machen. Es ist Aufgabe des Amtes zu prüfen ob sie zuständig sind und falls nicht, den Antrag an die zuständige Stelle weiterzuleiten. Eine Ablehnung bekommst du deswegen nicht, nur die Information, dass dein Antrag an XY weitergeleitet wurde.
Ich würde also das Amt in die Pflicht nehmen. Die müssen das weiterleiten oder die Kosten übernehmen.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Fettstoffwechselstörung (HeFH), Esstörung, Taub R, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Mikrodeletion 3p26.3, Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)
MarinaH
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Re: Häusliche Pflege im Kindergarten

Beitrag von MarinaH »

Hallo!
Krankenpflege muss vom Arzt verordnet werden, dafür gibt es ein Formular. Da schreibt man rein, was genau gemacht werden muss (Sondieren z.B.) und wie oft und wie lange. Mit der Verordnung musst du zum Pflegedienst.
Aber: bei reiner Behandlungspflege (also z.Bb. Spritzen, Verbandwechsel...) ist die Pflegekraft nur da, wenn sie etwas macht. Eine Betreuung über die gesamte Kitazeit muss man anders begründen (z.B. wenn das Kind beobachtet werden muss, wie z.B. bei Anfällen). Wir haben solche Betreuung z.B. bei Anfallskindern, die schwere Anfälle haben oder bei Kindern mit einer Trachealkanüle.
LG Marina
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Valentin2014
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Re: Häusliche Pflege im Kindergarten

Beitrag von Valentin2014 »

Moin Steffi,
Antrag auf I-Kraft bei der zuständigen Eingliederungshilfe stellen. Die müssen den Antrag entweder bescheiden oder wenn sie sich nicht zuständig
fühlen an die entsprechende Stelle (Jugendamt oder Krankenkasse) weiterleiten.
Eine Verordnung über häusliche Krankenpflege mit Stundenumfang kann dir auch der Gastroenterologe ausstellen.
In beiden Fällen sollte eine langfriste Lösung gewählt werden.

Bei Fragen gerne Pn.

Lg valentins eltern
Matti2006
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Re: Häusliche Pflege im Kindergarten

Beitrag von Matti2006 »

Hallo,
ich kann das Landratsamt verstehen. Ole bräuchte ja vermutlich jemanden, der zweimal am Tag vorbeikommt und ihn sondiert, oder? Deswegen: Gastroenteorologe stellt Verordnung über Krankenpflege aus => ihr findet einen Pflegedienst => Pflegedienst sendet jemanden, der diese Aufgabe übernimmt.
Gibt es einen Kinderpflegedienst bei Euch in der Region? das wäre mein erster Ansprechpartner. Sonst schauen, wer räumlich nah dran ist.
Viel Erfolg euch!
Thamara88
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Re: Häusliche Pflege im Kindergarten

Beitrag von Thamara88 »

Hallo

Schön, dass dein Sohn dennoch im normalen Kindergarten sein kann :-)

Ärzte wissen erfahrungsgemäß nie wie man die Verordnung für häusliche Krankenpflege ausstellt..

Daher würde ich dir empfehlen, such erst einen Pflegedienst! Im Idealfall ein Kinderintensivpflegedienst. Die helfen dir dann weiter bzw auch mit dem Arzt, wie die Verordnung ausgestellt wird und was drin stehen muss.

Ich kenne auch Fälle, wo sich Landratsamt und Krankenkasse die Kosten geteilt haben, aber primär würde ich an die Krankenkasse gehen.
Wünsche euch viel Erfolg und gute Nerven!
Liebe Grüße
Thamara
Selbst Kinderkrankenschwester mit Weiterbildung "Pflegeexperte für außerklinische pädiatrische Intensivpflege und Beatmung"

K1: Trisomie 21, VASD, PFO, pulmonale Hypertonie, OSAS mit NIV Beatmung + O2 Bedarf
K2: gesund
Henrymami
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Re: Häusliche Pflege im Kindergarten

Beitrag von Henrymami »

Wir Marina sagt ist das Behandlungspflege, verordnet die Kinderärztin, bezahlt die Krankenkasse, Pflegekraft kommt dann für das, was die Kinderärztin auf die Verordnung schreibt, z.B. Sondieren.
LG
Henry 25.06.13 Goldberg-Sphrintzen-Megakolon-Syndrom
PEG, spastische Zerebralparese, Katarakt bds, Glaukom
Zwillingsbruder Tom gesund
Schwester Lena 24.10.14 gesund
Steffi Sch.
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Re: Häusliche Pflege im Kindergarten

Beitrag von Steffi Sch. »

kati543 hat geschrieben: 21.09.2022, 07:38 Hallo Steffi,
eigentlich musst du das doch auch gar nicht machen. Es ist Aufgabe des Amtes zu prüfen ob sie zuständig sind und falls nicht, den Antrag an die zuständige Stelle weiterzuleiten. Eine Ablehnung bekommst du deswegen nicht, nur die Information, dass dein Antrag an XY weitergeleitet wurde.
Ich würde also das Amt in die Pflicht nehmen. Die müssen das weiterleiten oder die Kosten übernehmen.
LG
Katrin
Mit dem Landratsamt habe ich telefoniert. Die Dame hat mir klipp und klar zu verstehen gegeben, dass sie nicht zuständig seien und ich mich um eine „häusliche Pflege“ bemühen müsste.
Steffi Sch.
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Re: Häusliche Pflege im Kindergarten

Beitrag von Steffi Sch. »

MarinaH hat geschrieben: 21.09.2022, 12:18 Hallo!
Krankenpflege muss vom Arzt verordnet werden, dafür gibt es ein Formular. Da schreibt man rein, was genau gemacht werden muss (Sondieren z.B.) und wie oft und wie lange. Mit der Verordnung musst du zum Pflegedienst.
Aber: bei reiner Behandlungspflege (also z.Bb. Spritzen, Verbandwechsel...) ist die Pflegekraft nur da, wenn sie etwas macht. Eine Betreuung über die gesamte Kitazeit muss man anders begründen (z.B. wenn das Kind beobachtet werden muss, wie z.B. bei Anfällen). Wir haben solche Betreuung z.B. bei Anfallskindern, die schwere Anfälle haben oder bei Kindern mit einer Trachealkanüle.
LG Marina
Wir brauchen ja auch nur jemanden zum Sondieren. ;-) Also bin ich auf dem richtigen Weg. Ich weiß nur nicht, wie ich an einen Pflegedienst komme…
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Steffi Sch.
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Re: Häusliche Pflege im Kindergarten

Beitrag von Steffi Sch. »

Valentin2014 hat geschrieben: 21.09.2022, 12:48 Moin Steffi,
Antrag auf I-Kraft bei der zuständigen Eingliederungshilfe stellen. Die müssen den Antrag entweder bescheiden oder wenn sie sich nicht zuständig
fühlen an die entsprechende Stelle (Jugendamt oder Krankenkasse) weiterleiten.
Eine Verordnung über häusliche Krankenpflege mit Stundenumfang kann dir auch der Gastroenterologe ausstellen.
In beiden Fällen sollte eine langfriste Lösung gewählt werden.

Bei Fragen gerne Pn.

Lg valentins eltern
Super! Danke für die Antwort! :)
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