Übergewicht beim Kind

Hier könnt ihr Fragen rund ums Thema Ernährung stellen. Usern, deren Kinder über eine Sonde ernährt werden, möchten wir hier ebenfalls eine kleine Austauschplattform bieten.

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HeikeLeo
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Re: Übergewicht beim Kind

Beitrag von HeikeLeo »

Liebe Lisa,

Meine erwachsenen Jungs waren in dem Alter Deines großen Sohnes auch gut im Futter, mein Kleinster ist jetzt auch ein ziemlicher Buddha. Allerdings haben meine Großen das Gewicht gehalten. Also mit 11 waren sie etwa 150 cm groß und 60 kg schwer, mit 18 immer noch 60 kg schwer und dann etwa 2 m groß. Das ist wirklich sehr dünn.

Wenn in so eine Dünnphase noch ein Infekt reinplatzt, kann es sehr schwer werden. In solchen Dünnzeiten habe ich teilweise den Dickzeiten hinterhergetrauert und manchmal hatten wir auch Glück, dass die Speckreserven tatsächlich nützlich und hilfreich waren.

Ich versuche Süßes als normales Essen unterzubringen, Z,B. gibt es bei uns manchmal als Hauptmahlzeit Kaiserschmarrn oder Pfannkuchen. Damit entfällt die Lust auf Süßes zwischendrin. Das richtige Essen ist ja dann schon süß. Reiner Zucker zum Süßen ist da sogar besser als Nutella, weil weniger fett. Je älter meine Kinder sind, umso weniger mögen sie dieses Süßessen. Entsprechend weniger essen sie dann. Wir sind alle dünn.
Getränke mit denken. Süßgetränke oder auch Obstsäfte oder Milch sind keine Getränke sondern zusätzliches Essen. Besser wirklich nur Wasser trinken. Damit geht auch schon eine ganze Menge. Aber bitte in winzigen kleinen Schritten solche Dinge angehen.

Auch Bewegung in kleinen Schritten angehen: z.B. mit zwei Liegestützen am Türrahmen. Pro Abend um eine steigern und dann eine gute Weile bei fünfzehn Halbliegestütz bleiben, bis man auf mehr hochgeht. Für ganz Sportliche geht auch Liegestütz auf dem Boden.
Hometrainer wurde ja schon genannt. Alternativ vielleicht einen Stepper - braucht weniger Platz und ist billiger. Aber höchstens mit einer Minute pro Tag starten. Wenn es geht dann eben mehrmals am Tag. In Sportverletzungen muss man nicht unbedingt reinlaufen und die passieren schneller als man meint.
Wann man mit kleinen Zielen startet ist auch noch Luft nach oben für eigene Ambitionen des Nachwuchses.

Liebe Grüße
Heike

susi_muc
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Re: Übergewicht beim Kind

Beitrag von susi_muc »

grace hat geschrieben:
26.10.2020, 12:35
Wir hatten es allerdings leichter weil wir in einem Kontext leben wo im allgemeinen im Vergleich zu Deutschland und Österreich, noch recht gesund gegessen wird, auch in Kiga und Schulen wurde das Menü vom Kinderarzt zusammengestellt:Viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, gesunde Fette und wenig Zucker.

Gesunde Ernährung wurde schon in der Grundschule als Thema durchgenommen und die Schulbrote mit Ampelsystem bewertet, da waren dann Milchschnitte und Chips schnell out.

Kinder mögen meistens das was sie gewohnt sind und was es in ihrer engen Umgebung gibt.
Hallo Grace,
das ist sicher häufig zutreffend und die Art der Ernährung in KiTa und Schulen wünschenswert. Allerdings sollten wir gerade hier in diesem Forum wissen, dass eben nicht alle Kinder so ticken.
Meine Tochter zum Beispiel hat beim Essen wie auch bei Unternehmungen wie eigentlich bei allem in ihrem Leben ständig Angst etwas zu verpassen. Wir achten sehr auf gesunde und ausgewogene Ernährung zu Hause, hatten da auch Glück in Krippa und KiGa. Und trotzdem spinnt sie auf Naschereien. Das mag einfach ihre Persönlichkeit sein, kann gut und gerne auch mit ihrem ADHS zu tun haben. Ist aber einfach so! Egal was wir ihr vorleben, was der nur 16 Monate ältere Bruder auch ganz anders macht - so tickt sie eben so. Springt wie verrückt auf Naschwerk aller Art an, süß, herzhaft, klaut aus unseren Schränken, bei Oma und Opa, einfach aus Angst da ist was, was sie verpassen könnte oder wovon womöglich andere mehr bekommen könnten als sie.

Wir sollten versuchen mit hilfreichen Tipps zur Seite zu stehen, und den erhobenen Zeigefinger einfach wegzulassen.
Gruß Susi
Susi mit großem Sohn (ASS+HB), großer Tochter (ASS, ADHS+HB), kleiner Tochter (auch irgendwie anders) und den Zwillingen (ganz normaler Zwillingswahnsinn - hoffe ich)

GretchenM
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Re: Übergewicht beim Kind

Beitrag von GretchenM »

Lisa Maier hat geschrieben:
26.10.2020, 15:27
Hallo Regina,
' Sobald diese Kinder dann über Taschengeld verfügt haben, waren sie Stammkunden beim Kiosk.'. Dann gibt es eben, bis die Kinder in der Lage sind, auf ihre Gesundheit zu achten, nur sehr wenig Taschengeld. Von einem Hanuta in der Woche wird keiner fett.

Viele Grüße
Lisa
Hallo,

auch das: ich hatte nie viel Taschengeld.

Nach deinen Planungen hätte ich mit 18 noch 50 Pfennig pro Woche kriegen müssen, denn dieses "wenn sie gelernt haben..." stellte sich eben gar nicht ein.

Von starker Reglementierung lernt das nicht jedes Kind.

Und manche Kinder stürzen sich auch gar nicht so auf Süßigkeiten. Das ist nicht immer Verdienst der Eltern.

Einfach nur "knapp halten" kann deftig nach hinten losgehen weil eben nicht bei allen Kindern der Drang nach Süßem so gering ist. Bei mir wäre sicherlich kein Gummibärchen vergammelt...

Lg

GretchenM
Mama *76 Epilepsie (anfallsfrei), SB
Sohn *07 starkes Träumer-ADS, grenzwertig ASS

Die Freiheit besteht nicht in erster Linie aus Privilegien, sondern aus Pflichten.

Camus

grace
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Re: Übergewicht beim Kind

Beitrag von grace »

susi_muc hat geschrieben:
26.10.2020, 17:53
grace hat geschrieben:
26.10.2020, 12:35
Wir hatten es allerdings leichter weil wir in einem Kontext leben wo im allgemeinen im Vergleich zu Deutschland und Österreich, noch recht gesund gegessen wird, auch in Kiga und Schulen wurde das Menü vom Kinderarzt zusammengestellt:Viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, gesunde Fette und wenig Zucker.

Gesunde Ernährung wurde schon in der Grundschule als Thema durchgenommen und die Schulbrote mit Ampelsystem bewertet, da waren dann Milchschnitte und Chips schnell out.

Kinder mögen meistens das was sie gewohnt sind und was es in ihrer engen Umgebung gibt.
Hallo Grace,
das ist sicher häufig zutreffend und die Art der Ernährung in KiTa und Schulen wünschenswert. Allerdings sollten wir gerade hier in diesem Forum wissen, dass eben nicht alle Kinder so ticken.
Meine Tochter zum Beispiel hat beim Essen wie auch bei Unternehmungen wie eigentlich bei allem in ihrem Leben ständig Angst etwas zu verpassen. Wir achten sehr auf gesunde und ausgewogene Ernährung zu Hause, hatten da auch Glück in Krippa und KiGa. Und trotzdem spinnt sie auf Naschereien. Das mag einfach ihre Persönlichkeit sein, kann gut und gerne auch mit ihrem ADHS zu tun haben. Ist aber einfach so! Egal was wir ihr vorleben, was der nur 16 Monate ältere Bruder auch ganz anders macht - so tickt sie eben so. Springt wie verrückt auf Naschwerk aller Art an, süß, herzhaft, klaut aus unseren Schränken, bei Oma und Opa, einfach aus Angst da ist was, was sie verpassen könnte oder wovon womöglich andere mehr bekommen könnten als sie.

Wir sollten versuchen mit hilfreichen Tipps zur Seite zu stehen, und den erhobenen Zeigefinger einfach wegzulassen.
Gruß Susi
Hallo Susi,

Dein Fall ist doch ganz anders als der beschriebene, wenn ihr auf eine gesunde Ernährung achtet musst du dir doch gar keinen unpassenden Schuh anziehen.

Ich habe es nun wiederholt geschrieben: Es geht hier um schlechte Ernährungsangewohnheiten welche den Kindern vorgelebt werden, da kann man nicht erwarten das die Kinder es besser machen oder freudig ihr Gemüse essen während der Vater daneben einen Döner verdrückt.

Ich bin auch nicht gegen Naschen, aber nicht zu den Hauptmahlzeiten, sondern entweder als Dessert oder am Nachmittag, besser wenn selbstgemacht und mit wenig Zucker.

Mir ist auch klar das viele Leute aus psychischen Problemen essen (und nicht weil sie Hunger haben) aber diese Probleme können eben nicht durch Ernährungstipps gelöst werden, speziell wenn sie schwerwiegend sind und darum geht es hier ja auch gar nicht.

Mein Sohn hat übrigens die ersten 10 Jahre seines Lebens nur sehr wenige Lebensmittel gegessen und gar nicht so wie ich es mir vorgestellt hatte. Ungesundes Zeug hat er aber deswegen nie bekommen.

Mit ca 12 Jahren hat er dann langsam angefangen immer mehr zu probieren und heute mit 17 Jahren isst er sehr gesund und schimpft eher mich aus wenn ich mal was ungesundes kaufe.

LG

Grace

Lisaneu
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Re: Übergewicht beim Kind

Beitrag von Lisaneu »

Regina Regenbogen hat geschrieben:
26.10.2020, 10:07
Ich weiß, dass es nicht zum Thema gehört, aber macht dein Mann denn auch seit dem Herzinfarkt keinerlei Sport?
Lisaneu hat geschrieben:
26.10.2020, 08:28
Mein Mann hatte Ende August einen Herzinfarkt und hat zwei Stents bekommen. Das war auch (endlich!) Anlass für ihn, mit dem rauchen aufzuhören. Seitdem nascht er noch mehr, bewegt sich noch weniger und nimmt natürlich zu...

Ich vermute sein Gewicht mittlerweile im 3stelligen Bereich. Er hat zwar als er vom Krankenhaus heimgekommen ist eine neue Waage gekauft (die alte hatte einen Sprung, war aber sonst okay) und mitten ins Badezimmer gestellt, aber er stellt sich nur alleine drauf und sagt uns nichts.
Mir würde die (wenn auch unbekannte) Gewichtszunahme NACH dem Infarkt Angst und Bange machen, schließlich gibt es reichlich Tipps für einfaches Cardio-Training (Ausdauer auf- und Fett abbauen) zu Hause.
Hallo Regina!

Meinem Mann ging es in den ersten Wochen nach dem Herzinfarkt sowohl körperlich als auch psychisch schlecht. Der Infarkt hat aber immerhin bewirkt dass er mit dem Rauchen aufgehört hat. Davor hat er ca. 35 Jahre lang 30-40 Zigaretten täglich geraucht. Vermutlich hat sich der plötzliche Nikotinentzug auch auf Körper und Psyche geschlagen, denn die Laborwerte waren nach der medikamentösen Einstellung (nach dem Infarkt) immer in Ordnung. Nachdem er im Beipackzettel der (ärztlich verordneten!) Nikotinpflaster gelesen hatte, dass diese in den ersten 3 Monaten nach einem Infarkt NICHT angewendet werden dürfen (der befragte Arzt konnte ich nicht mal erklären, warum) hat er den Entzug ohne geschafft.

Deswegen hatte er immer wieder Schweißausbrüche, Herzstechen (vermutlich psychosomatisch) und depressive Phasen und war sehr müde (hat auch tagsüber viel geschlafen). Einkaufen gehen im 300m entfernten Supermarkt war für ihn so anstrendend, dass er dann mindestens 3 Stunden Erholung gebraucht hat. Ebenso war er nicht imstande, arbeiten zu gehen.

Tipps von ärztlicher Seite, was er jetzt in Sachen Bewegung tun könnte gab es - trotz Nachfrage - gar keine. Das würde ihm dann bei der Reha ohnehin gesagt werden, hieß es. Denn normalerweise kommt ein Herzinfarkt-Patient sehr zeitnah die Reha bewilligt (meistens 2-4 Wochen nach dem Infarkt). Bei ihm hat es einige Zeit gedauert bis er dahinter gekommen ist, dass das Krankenhaus den komplett ausgefüllten Reha-Antrag verschludert hat, weil er zuerst bei der falschen Behörde (im österreichischen Bürokratiedschungel) nachgefragt hat. Daher wurde der neue Antrag erst durch den Hausarzt gestellt. Da mein Mann den erstbesten Termin, wo er über Weihnachten und Silvester über 300km entfernt gewesen wäre (mit Besuchsverbot, wegen Corona!) nicht angenommen hat, wird er jetzt erst im Jänner auf Reha fahren.

Jetzt, nach 2 Monaten, sind die körperlichen und psychischen Beschwerden endlich besser geworden. In den letzten zwei Wochen hat er langsam wieder begonnen, sich zu bewegen (kurze Spaziergänge, beim letzten Bad-Besuch 10 Längen schwimmen,...). Seit heute geht er auch wieder arbeiten, wo er sich zwangsläufig mehr bewegt als zu Hause. Auch leichtes Cardio-Training gleich nach dem Infarkt hätte ich mir (die ich seinen Zustand kenne) absolut nicht vorstellen können.
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

Lisaneu
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Re: Übergewicht beim Kind

Beitrag von Lisaneu »

Lisa Maier hat geschrieben:
26.10.2020, 15:27
Hallo Regina,
' Sobald diese Kinder dann über Taschengeld verfügt haben, waren sie Stammkunden beim Kiosk.'. Dann gibt es eben, bis die Kinder in der Lage sind, auf ihre Gesundheit zu achten, nur sehr wenig Taschengeld. Von einem Hanuta in der Woche wird keiner fett.

Viele Grüße
Lisa
Ich war selbst ein Kind, welches sehr exzessiv genascht hat. Ich hätte von Schokolade allein leben können. Einmal, mit 5 Jahren, bekam ich eine 300g-Tafel Schokolade geschenkt und wollte sie auf einmal aufessen. Meine Mutter (die selbst wirklich NIE nascht) hat das in dem Fall sogar erlaubt, weil sie gehofft hat, danach würde mir fürchterlich schlecht werden. Also habe ich die 300g-Tafel tatsächlich auf EIN MAL verputzt, aber schlecht wurde mir deswegen nicht.

Wenn ich wo auf Besuch war habe ich immer die Naschladen durchstöbert, die Weihnachtsbäume von Spielfreunden leergefuttert, und ich wusste auch, bei welchen Kindern irgendwo im Zimmer zu Weihnachten noch die angebissenen Osterhasen rumgammeln und habe mich ihrer erbarmt :P . Mein Taschengeld war nicht hoch, aber es ging eigentlich ausschließlich für Naschzeug drauf. Ebenso mein Milchgeld für die Schule (wer braucht schon Milch?) und der Großteil meines Jausengeldes. Habe mir statt einer "ordentlichen Wurstsemmel" um 7-8 Schilling immer eine mit nur 2 Rädern Wurst gekauft und das Restgeld wanderte 1:1 in den Kaugummiautomaten. Mein Glück war, dass ich trotzdem immer normalgewichtig war.

Meine Kinder naschen Gott sei Dank längst nicht so exzessiv wie ich damals. Ich glaube auch nicht, dass bei meinem älteren Sohn das viele naschen "schuld" am Übergewicht ist, sondern ein Kombi aus wenig Bewegung und Essen aus Langeweile. Mein älterer Sohn ist derjenige in der Familie, der noch am wenigsten von uns allen nascht. Aber er bewegt sich eben auch sehr wenig und isst generell eher viel. Holt sich also oft Nachschlag, isst auch immer wieder zwischendurch mal ein Fru-Fru oder Hirsebällchen, schaut, ob sein Bruder was vom Essen übrig gelassen hat,...und verweigert eben oft zu essen, wenn ich was "Gesundes" gekocht habe.

Meinem Kind deutlich weniger Taschengeld zu geben als Gleichaltrigen, um zu verhindern, dass er sich davon Naschzeug kauft, halte ich jedenfalls nicht für die Lösung, seinem Übergewicht entgegenzuwirken. Abgesehen davon, dass er sein Taschengeld fast ausschließlich für Comics und Online-Spiele ausgibt...
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

KäthemitA.
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Re: Übergewicht beim Kind

Beitrag von KäthemitA. »

Meinem Kind deutlich weniger Taschengeld zu geben als Gleichaltrigen, um zu verhindern, dass er sich davon Naschzeug kauft, halte ich jedenfalls nicht für die Lösung, seinem Übergewicht entgegenzuwirken. Abgesehen davon, dass er sein Taschengeld fast ausschließlich für Comics und Online-Spiele ausgibt...
Liebe Lisa,

das kann ich nur unterschreiben.
Aktuell gibt es in meinem Dunstkreis den Fall, dass ein Kind in einer befreundeten Familie seinen Eltern Geld gestohlen hat, um Süßigkeiten am Kiosk zu kaufen. Die Eltern finden, das Kind isst zuviel Süßes und haben Süßigkeiten ziemlich reglementiert, weil sie Angst haben, das Kind würde zu dick. Meiner laienhaften Einschätzung nach ist das betreffende Kind aktuell normalgewichtig.
Ich denke, dass es zu dem Diebstahl auch deswegen gekommen ist, weil das Thema "Süßigkeiten" in der Familie viel zu hoch gehängt wurde. So eine Situation würde ich in meiner Familie auf jeden Fall vermeiden wollen.

Liebe Grüße
Käthe
Käthe mit A. *06.13 Asperger Autist

GretchenM
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Re: Übergewicht beim Kind

Beitrag von GretchenM »

KäthemitA. hat geschrieben:
27.10.2020, 12:51
Meinem Kind deutlich weniger Taschengeld zu geben als Gleichaltrigen, um zu verhindern, dass er sich davon Naschzeug kauft, halte ich jedenfalls nicht für die Lösung, seinem Übergewicht entgegenzuwirken. Abgesehen davon, dass er sein Taschengeld fast ausschließlich für Comics und Online-Spiele ausgibt...
Liebe Lisa,

das kann ich nur unterschreiben.
Aktuell gibt es in meinem Dunstkreis den Fall, dass ein Kind in einer befreundeten Familie seinen Eltern Geld gestohlen hat, um Süßigkeiten am Kiosk zu kaufen. Die Eltern finden, das Kind isst zuviel Süßes und haben Süßigkeiten ziemlich reglementiert, weil sie Angst haben, das Kind würde zu dick. Meiner laienhaften Einschätzung nach ist das betreffende Kind aktuell normalgewichtig.
Ich denke, dass es zu dem Diebstahl auch deswegen gekommen ist, weil das Thema "Süßigkeiten" in der Familie viel zu hoch gehängt wurde. So eine Situation würde ich in meiner Familie auf jeden Fall vermeiden wollen.

Liebe Grüße
Käthe
Hallo,

genau so sehe ich es auch.

Und mein Sohn meinte schon früh zu mir: "Taschengeld ist viel zu schade für Süßigkeiten" und hat sich stattdessen immer ordentliche Summen angespart und einmal sogar zwei Jahre auf eine Playmobil-Ritterburg gespart.

Ich habe ihm immer Taschengeld nach der Empfehlung des Jugendamtes gegeben.

Ich denke auch, das man den gefühlten Wert von Süßkram nur noch erhöht wenn man es "verknappt". Gerade wenn ein Kind sowieso schon ein Süßschnabel ist.

Lg

GretchenM
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Camus

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Re: Übergewicht beim Kind

Beitrag von RikemitSohn »

Hallo,

ich kann hier auch aus Erfahrung sprechen. Ich bin ein Mensch der Süßigkeiten, Süßes liebt und ich könnte mich davon ernähren und ich würde fast nichts vermissen. Andersherum leide ich aber tatsächlich und entwickle schnell einen Drang nach Süßem, wenn ich nur herzhaft esse. Soweit ich weiß, gibt es verschiedene Geschmackstypen. Mein Sohn bevorzugt eindeutig das Herzhafte. Da gab es schon als er klein war zum Geburtstag statt Schokolade Fleischwurst.
Ich denke, dass man sein Essen seinen Vorlieben anpassen sollte, sonst wird man unglücklich, weil man sich ständig verbiegt.

Und ich finde, dass es sehr viel netter klingt einen Menschen übergewichtig oder dick zu nennen, als ihn als fett zu bezeichnen.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

lisa08
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Re: Übergewicht beim Kind

Beitrag von lisa08 »

Lisaneu hat geschrieben:
26.10.2020, 08:28
Hallo, vielen lieben Dank für die vielen Tipps. Einiges ist bestimmt hilfreich. Vor allem aber komme ich beim lesen drauf, welchen Hintergrund einige unserer Dauer-Ernäheungs-Fehler haben.

Hier ist vor allem mein Mann das "Problem". In seiner Kindheit hat seine Mutter sehr gesund gekocht. Süssigkeiten waren streng rationiert unf wenn er "schlimm" war gab es auch "Naschverbot" (manchmal wochenlang). Mein Mann hat sich dann anderweitig mit Essen und Naschzeug versorgt (beim Schulbuffet 3x statt 1x angestellt, von den Vorräten geklaut,...). Als Kind war er ziemlich übergewichtig, in der Pupertät hat sich das dann aber normalisiert. Als ich ihn vor 18 Jahren kennenlernte hatte er sogar leichtes Untergewicht. Dann hat er in relativ kurzer Zeit über 20kg zugenommen (von 68 auf 90 bei 177cm), wo er dann ca. 15 Jahre geblieben ist. War für mich nie ein Problem und für ihn auch nicht (hat ihn maximal ein bisserl gestört).

Aber jetzt zum Problem: Er will nicht dass unsere Kinder sich auch heimlich mit sättigendem Essen und Naschzeug versorgen müssen und kauft daher großzügig hauptsächlich ungesunde, kalorienreiche Sachen "für zwischendurch" ein.
Hallo Lisa,

ist deinem Mann denn überhaupt bewusst, wie schädlich ungesunde Ernährung und vor allem Übergewicht sind? Ich denke, Diskussionen über 1 oder 3 Gummibärentüten werden euch nicht weiter bringen, es muss ein konsequentes Umdenken in Punkto Ernährung erfolgen. Wie wäre es mit einem Kochkurs oder einer Ernährungsberatung für deinen Mann?

LG,
Lisa
Selbstbetroffen: Gerinnungsstörung, Epilepsie, ASS

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