Ernährungsberatung

Hier könnt ihr Fragen rund ums Thema Ernährung stellen. Usern, deren Kinder über eine Sonde ernährt werden, möchten wir hier ebenfalls eine kleine Austauschplattform bieten.

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Sheila0505
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Ernährungsberatung

Beitragvon Sheila0505 » 14.11.2019, 12:03

Hi, sicherlich war hier jemand schon mit seinem Kind bei einer Ernährungsberatung.

Ich würde gerne wissen wie das dort abläuft bzw ob es in unserem Falle tatsächlich Sinn machen würde eine zu konsultieren.

Das Essverhalten unseres Sohnes (knapp 9 3/4 Jahre) war schon immer sehr speziell. Es gibt nur sehr wenige Dinge die er isst. Manche Sachen wie Obst duldet er nicht mal in seiner Nähe. Speziell Banane aber auch Apfel dürfen niemals am selben Tisch gegessen werden an welchem er gerade sitzt. Wenn ich frühs die Brotzeit richte, muss ich aufpassen, dass nichts wie bspw Obst etwas berührt (teilweise darf es sogar nicht mal am selben Tresen liegen), was ich für ihn herrichte. Allein der Geruch von bestimmten Lebensmittel (Banane am Schlimmsten) bewirkt bei ihm Übelkeit bishin zum Erbrechen. Die Liste was er nicht isst (und noch niemals im seinem Leben probiert hat) ist so lang, dass ich es gar nicht zusammenfassen könnte.

Er isst keinerlei Obst und Gemüse in Rohform. Gemüse muss bis zur Unkenntlichkeit gekocht und sämig püriert sein, wie bspw in Suppen, sodass er es isst. Bestenfalls weiß er nicht dass Gemüse X oder Y enthalten ist.
Selbst bei Backwaren gibt es nur sehr wenig was er bereitwillig isst, dazu gehört z.B. Toastbrot.
Wurst und Fleisch bietet ihm das größte Angebot an Essbarem. Allerdings ist es mittlerweile auch hier heikel und idR gibt es phasenweise 2-3 Sachen welche er essen würde/tut.
Käse auch schwierig. Mittlerweile isst er nur noch diese ziemlich teuren einzelverpackten Cheestrings (welche ich ihm kaufe, obwohl schlecht für die Umwelt, teuer und kein richtiger Käse) oder bestimmten Käse wenn erhitzt z.B. überbacken oder eine zeitlang auch in Spätzle.

Eier isst er nur, wenn Sie schon irgendwo verarbeitet sind wie bspw Eiernudeln oder im Teig.

Auch hatte er schon einen Eisenmangel und bekam Eisensubstitution mit VitC.

Bereits im Kiga hatten wir ihn auf Anraten der Erzieher vom Mittagessen abgemeldet, nachdem er etwa 1 Jahr lang angemeldet war und er nichts (arg selten) angerührt hatte.
Bis letztes Schuljahr war er täglich bis 15:30 Uhr in der Betreuung und auch hier ohne Mittagessen weil es für ihn Horror ist. Während der ganzen letzten Jahre bekam er also täglich doppelte Brotzeit mit.

Seine Brotzeitbox ist mE ein echt einseitiges und trauriges Bild, kleine abgepackte Mini Würste, abgepackte Käsestreifen, Toastbrot wenn er es duldet auch mal mit Salami oder Leberwurst. Joghurt hatte er einst mal gegessen, heute keine Chance mehr.

Selbstgekochtes ist total schwierig, kann ich an einer Hand abzählen was er isst.

Ich mache mir Sorgen um seine Gesundheit, da er nichts Gesundes isst. Dosenessen (2 Sorten) oder TK Pizza (2 Sorten von ausgewählten Marken: Salami oder Margherita) isst er noch, gesünder geht besser.

Wachstum ist zumindest nicht eingeschränkt, er ist sogar riesig für sein Alter (Über 99. Perzentile mit knapp 1,60 m). Aber ein Blutbild möchte ich demnächst zur Kontrolle schon wieder veranlassen.

SPZ meinte, wir sollten eine Ernährungsberatung (Ambulanz Kinderkrankenhaus) konsultieren.
Ich bin mir total unsicher deswegen, weil ich mich frage, ob es und was bringt oder schlimmstenfalls sogar alles noch schlimmer macht.

Einst (vor ca 2 Jahren) waren wir auf Anraten des SPZs wegen seines Schlafverhaltens in der ambulanten Schlafberatung und es war furchtbar.

Mittendrin verließ unser Sohn das Zimmer um aufs Klo zu gehen und tatsächlich ging er aufs Klo und weinte. Jeglicher Tipp und Versuch von dort zu Hause umzusetzen verschlimmerte die Situation deutlich und unser Sohn weinte schon häufig schon Nachmittags (Angst vor den Abendstunden) steigerte sich so rein - bis wir sagten Stopp, wir machen das nicht mehr, wir hören jetzt auf unseren Sohn und unserem Bauchgefühl.

Der Schlafambulanz gefiel unsere elterliche Entscheidung gar nicht und machte uns den Vorwurf, dass man uns nicht helfen könne wenn wir es nicht umsetzen.
Wir können damit Leben und unser Sohn brauchte noch eine ganze Weile bis er wieder die innere Sicherheit und Gewissheit hatte, dass es okay so ist.

Nun habe ich Bammel was eine Ernährungsberatung nach sich ziehen könnte. Warum sich unser Sohn derart einschränkt bzgl Speiseplan wissen wir nicht, wir wissen auch nicht, wieso er so heftig auf bestimmte Gerüche/Lebensmittel reagiert.

Liebe Grüße
Sheila

cairam2000
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Re: Ernährungsberatung

Beitragvon cairam2000 » 14.11.2019, 13:10

Hallo Sheila!

Wir hatten schon mehrfach Ernährungsberatung für unseren Sohn. Dazu musste er nie (!) mit. Das habe ich immer allein gemacht.
Meist fing es mit einem Telefonat bei der Ökotropologin an. Dann musste ich über mehrer Tage (1 Woche oder sogar zwei?) ganz genau aufschreiben was Sohnemann gegessen UND getrunken hat. Nach Möglichkeit sogar die Menge in Gramm und Mililiter.
Diese sehr umfangreiche Tabelle (bei uns hat damals sogar der KiGa mit aufgeschrieben) habe ich dann per Mail an die Ökotrop geschickt und sie hat die Bilanz errechnet. Natürlich bekommst Du, falls etwas fehlen sollte, eine Empfehlung. Damit kann Du dann rumexperimentieren.

Erstaunlicherweise war bei unserem Sohn - er ist allerdings nicht so wählerisch, aber damals musste alles dünn püriert werden damit er seine Mahlzeiten "trinken" konnte - immer alles ok. Einmal gab es die Empfehlung Folsäure zuzugeben. Das haben wir erst mit Tabletten im Essen und jetzt mit dem Folsäuresalz von Reichenhaller im Griff.

Wie gesagt, bei uns hat Sohnemann gar nicht mitbekommen das er ernährungsberaten wurde ;-)

Viele Grüße
Simone
Simone mit Ehegatten und Sohnemann *2003, entwicklungsverzögert/geistig behindert, keine Diagnose

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Re: Ernährungsberatung

Beitragvon Anne_mit_2 » 14.11.2019, 13:12

Hallo Sheila,

Rückfrage von mir als jemandem, dem reife Bananen im Raum den gesamten Tag versauen können: Ist sein Geruchssinn vielleicht etwas hyperaktiv? Ich bin oftmals froh, wenn ich eine ein wenig verstopfte Nase habe, weil ich dann die Gerüche des Alltags besser ertragen kann.

Noch ein anderer Gedankenanstoss:
Mein Kleiner hat jahrelang kaum Obst angerührt (wenn dann Äpfel Granny Smith ganz sauer) und sich auf Fiebersaft und andere Medikamente in Saftform immer erbrochen. Des Rätsels Lösung war am Ende eine Fructosemalabsorption (keine Intoleranz!!!), die sein Instinkt beim Essen einfach berücksichtigte, ihn deshalb süsses Obst nicht mögen liess und bei zu viel Fruchtzucker zu Übelkeit führte. Laßt mal grob in Richtung Verdauungsbesonderheiten schauen. Bisweilen berücksichtigen Kinder gewisse Stoffwechseleinschränkungen instinktiv, noch ehe ein Erwachsener weiss, was los ist.

Viele Grüße,
Anne

P.S.: Eine gute Ernährungsberatung kann den Kontext berücksichtigen und den Gründen nachspüren. Aber diese sind sehr dünn gesät. Bei allen anderen sehe ich genau die Gefahren, die Du geschildert hast.

Anika14
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Re: Ernährungsberatung

Beitragvon Anika14 » 14.11.2019, 13:19

Bei uns läuft es ebenso, via Mail und Telefon.

Allerdings würde ich Dir dringend raten, einen Fachmann wie zB Dr von Hofacker hinzuzuziehen, da das Essverhalten ja scheinbar durch nichts zu begründen ist. Für Deinen Sohn muss das ja ein Riesenstress sein... ( für Dich natürlich auch 😉)
Anika mit
Maxi Bub (*04/11) fit & überschlau
Mini Bub (*11/14) 33+0 SSW, Katarakt, Fütterstörung, Kleinwuchs, Reflux, muskuläre Hypotonie, starker Hypotonie & Hypersensitivität im Mund- & Rachenbereich, massiv gestörte Körperwahrnehmung, Hypoglykämien, Kamikaze mit viel Verstand, großem Herz & stets gut gelaunt, PG 3 und 80% G,B,H

Ullaskids
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Re: Ernährungsberatung

Beitragvon Ullaskids » 14.11.2019, 14:08

Hallo,
was Anne schreibt, könnte ein Hinweis sein.
Unsere Tochter mochte schon immer Süßes nicht so gern (Kuchen, Pudding, Obstmus, Schokolade, Eis... alles nicht so ihr Geschmack) und dafür Fleisch/Wurst gerne in großen Mengen: sie hat eine Fructoseintoleranz (das wissen wir erst seit zweieinhalb Jahren) und ihre Eisenwerte sind immer am unteren Ende des Erlaubten.
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (15): Gendefekt, Epilepsie, Skoliose etc.

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Re: Ernährungsberatung

Beitragvon Anjali » 14.11.2019, 15:04

Hallo Sheila,

ich möchte noch einen anderen Aspekt hineinbringen, den der Kontrolle.
Wenn man z.B. die Erfahrung macht, über manche Situationen wenig oder gar keine Kontrolle zu haben, dann kann dieser Kontrollverlust (das Gefühl der Ohnmacht/des Ausgeliefertseins) mehr oder weniger bewusst (oft unbewusst) durch Kontrollausübung in anderen Bereichen
kompensiert werden.

Könnte aus dieser Richtung vielleicht auch der (ein) Wind wehen?
Ich frage deshalb, weil ich meine, mich zu erinnern, dass ihr vor kurzem noch abklären wolltet, ob euer Sohn evtl. ins Autismusspektrum „fallen“ könnte.
Sowohl der oben genannte Aspekt als auch der Aspekt einer möglichen Geruchs- und Geschmackshypersenibilität wären in dieser Hinsicht eine naheliegende Erklärungsmöglichkeit.

Eine Ernährungsberatung (vielleicht erstmal ohne Kind) würde ich trotzdem als Chance sehen.
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (18 Jahre / Asperger-Autist)

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Re: Ernährungsberatung

Beitragvon MajaJo » 14.11.2019, 15:23

Hallo Sheila,

ich habe einen multiplen Allergiker zu Hause, der außerdem noch ein selektives Essverhalten hat. Milch, Ei, Soja, Geflügel sind schon mal so wegen ALlergien ausgeschlossen. Rindfleisch mag er nicht. Wurst nur Leberwurst und Lyoner. Zurzeit geht nicht mal Toastbrot. Sonst Nudeln, Kartoffeln, Tomatensauce und Ketchup, Wiener und Bratwürstchen, Thunfisch, Fruchtquetsche und Süßes. Wir substituieren mal hier mal da. Wobei er eben auch bei Tabletten sehr wählerisch ist. Neulich hat die Kinderärztin ihm einen Zettel gegeben, welche Nahrungsmittel selen- und zinkreich sind, da hat er erst alles weggestrichen, was er nicht essen darf, und dann das, was er nicht mag. Es blieb nix übrig.

Ich weiß nicht, was eine Ernährungsberatung bringen sollte. Wie Du Deinen Sohn ernähren müsstest, weißt Du ja. Da es praktisch aber nicht funktioniert, wird die Beratung in meinen Augen da auch nichts ausrichten. Dadurch, dass er groß ist, würde ich mir auch nicht allzu große Sorgen machen. Meiner ist auch noch klein und zart.

Liebe Grüße

Maja
Maja m. Jo (*10) Neurod., Ichth. vulgaris, Asthma, Allergien m. Anaphylaxie, GdB 70 H, A (*05) Chêneau-Korsett versorgte Skoliose und Sternenenkel (3/18-5/18)

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Re: Ernährungsberatung

Beitragvon HollysAnne » 14.11.2019, 16:06

Hallo Sheila,

auch meine Erfahrung mit der Ernährungsberatung ist, dass es locker auch ohne das Kind stattfinden kann.

Und ich dachte spontan auch an ASS. Mein Stiefsohn ist Asperger Autist und hat auch ein sehr spezielles Essverhalten. Bei ihm frage ich mich auch oft, wie er überhaupt zunehmen und wachsen konnte.

Liebe Grüße,
Anne
Anne (*83, Logopädin) mit Holly (*3/2012) Abszess zerstörte 2. HW, heute Dystrophie, beinbetonte Spastik, Skoliose,u.v.m. Fröhliche Rollipilotin und meine größte kleine Heldin, Labertasche und Dramaqueen :)
There are still faint glimmers of civilisation in this barbaric slaughterhouse that was once called humanity.

Sheila0505
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Re: Ernährungsberatung

Beitragvon Sheila0505 » 14.11.2019, 16:19

Hallo, ich danke euch erstmal für eure Antworten. Ich muss mich jetzt mit meiner Antwort leider etwas beeilen, weil wir gleich los zur Logo müssen.

Beim Durchlesen eurer Antworten dachte ich mir ehrlich gesagt: Puh, ja das und das und das könnte zutreffen bzw könnte eigtl alles zutreffen was ihr so geschrieben habt. Letztendlich haben wir nämlich keinerlei Ahnung wieso es so ist wie es ist. Ich hatte sein Ernährungsverhalten schon zich mal beim Kinderarzt und SPZ angesprochen, auch in der KJP.
Doch bisher ist nie wirklich jemand darauf eingegangen. Ich vermute, dass Ärzte einfach sehr häufig mäkeliges kindliches Essverhalten erleben und zudem ist unser Sohn ja so groß gewachsen, sodass hier schon mal sicherlich kein Grund zur Sorge ausgelöst wird. Aber das vermute ich halt nur, wissen tue ich es nicht.

Aber ich empfinde ihn halt wirklich als extrem, was seine Abneigungen angeht. Auslöser hier mal anzufragen war eine Situation von heute morgen. Sein kleiner Bruder hatte zum Frühstück Obst in der Hand, Hände aber sauber, da er nur die trockene Schale berührt hatte. Unser Großer verließ umgehend das Zimmer und ging in sein Zimmer, er ekelt sich vor dem Obst. Als dann der Kleine in sein Zimmer kam, protestierte er lautstark, er solle weg gehen, immerhin hat er Obst angefasst und sich nicht die Hände gewaschen.
Es kam zum Streit, weil der Kleine nicht Hände waschen gehen wollte. Der Kleine fasste dann etwas aus dem Zimmer an und da weinte der Große fasst und hat uns zur Hilfe gerufen.
Der Kleine versteht es auch nicht und ja: er provoziert es dann auch.
Als dann der Kleine auch noch auf sein Hochbett geklettert war, war das für den Großen echt schlimm. So schlimm, dass ich wohl das Bett neu beziehen muss damit er wieder hinein geht.
Ich bin daraufhin mit dem Kleinen Händewaschen gegangen (musste obwohl er nicht wollte) und ich habe es dann schon versucht dem Kleinen zu erklären - aber ob es mir gelungen ist, keine Ahnung. Weil mir nichts besseres eingefallen war, erklärte ich ihm, dass sein Bruder Obst nicht verträgt - ähnlich wie bei einer Allergie.

Diese Aversion gegen allerlei Lebensmittel ist bei ihm schon recht ausgeprägt finde ich.

Sein Problem mit Gerüchen betrifft aber ausschließlich Obst (daher dachte ich mir: ja das mit der Fructose könnte schon sein), Ekel/Aversion betrifft aber allerlei Lebensmittel. Ich koche eh für ihn extra, aber selbst da schafft er es, immer etwas zu finden was er nicht runter bekommt. Auch Sachen die er bereits gerne Gegessen hatte, werden nach und nach aus seiner persönlichen Speisekarte gestrichen. Es wird also gefühlt sogar weniger was er heute isst, als noch vor einem Jahr.
Obst isst er mir gar nicht, weder gekocht noch sonst in irgendeiner Form. Das höchste der Gefühle sind Schorlen, die trinkt er schon manchmal gerne - mittlerweile. Denn das Schorletrinken hatte erst im Grundschulalter angefangen.

Einige Sachen die er mag, wie bspw Gelbwurst muss ich immer beim gleichen Metzger kaufen, sonst mag er es auch nicht.
Bisher wurde nur ein allgemeiner Allergietest beim HNO gemacht, aufgrund schlechter Nasenatmung. Dabei kam glücklicherweise nichts heraus.

Ich wusste gar nicht, dass man ohne Kind zur Ernährungsambulanz gehen kann. Diese Info ist natürlich super.

Im Kindergarten hatte ich noch versucht, alles attraktiv anzurichten. Habe die Gurken in Sternenform ausgestochen, den Toast mit Toastausstecher zB Autoform ausgestochen, mit den Äpfeln Apfeligel oder Mäuse geschnitzt: das interessierte ihn überhaupt nicht, im Gegenteil, ihn störten die Sachen in seiner Box ganz arg.

ASS: Ja stimmt, deswegen haben wir soeben die KJP gewechselt, weil unsere bisherige darauf nicht testen kann. Diagnostik beginnt Anfang nächsten Jahres, vllt sollte ich erstmal abwarten was dabei rauskommt, denn vllt besteht auch hier ein Zusammenhang - ich weiß es nicht.

Auf jeden Fall kann ich mir nicht vorstellen, dass unser Sohn alle Nährstoffe erhält die er benötigt. Ein großes Blutbild wäre sicherlich mal wieder gut.

Vielen Dank euch allen - bzgl Ernährungsberatung bin ich jetzt schon zugewandter, so wenn unser Sohn tatsächlich nicht mit hin müsste.

Liebe Grüße, Sheila

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Beitragvon Engrid » 14.11.2019, 17:49

Hallo Sheila,

der Junge hat ja Autismusverdacht. Das Essverhalten von autistischen Kindern ist recht häufig sehr speziell, und auch sehr eingeschränkt. Da passt die Lebensmittelpalette Deines Sohnes ganz gut rein.
Ernährungsberatung kann nicht schaden, aber bitte nicht mit Kind (entwickelt sonst Druck).
Ohnehin ist Druck ganz allgemein schädlich. Es entwickelt sich leicht zum Machtkampf, und den kannst Du beim Essen nicht gewinnen.
Essen ist etwas sehr Persönliches, ich würde durchaus sagen Intimes. Autistische Kinder möchten darüber Kontrolle haben. Und es tut ihnen gut, Vertrautes zu riechen, schmecken und im Mund zu spüren. Soulfood quasi. Dazu kommt noch, dass viele Autisten zb eine besondere Geruchswahrnehmung haben. Junior erträgt manche Essensgerüche auch nicht. Und er isst Dinge nicht mehr, die mit negativen Erlebnissen verknüpft werden (Trigger).
Weil Junior körperlich immer gut entwickelt war, konnte ich ganz locker bleiben, das hat sich sehr bewährt. Er hat mit zunehmendem Alter, besonders seit Pubertätsbeginn (Geschmackswahrnehmung verändert sich) nach und nach viele Lebensmittel dazugenommen, von sich aus. Mit dem zunehmenden pubertären Wachstum hat er zb auch seinen Eiweissanteil von selber deutlich erhöht, hat der Körper wohl einfach verlangt.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)


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