Trinkprobleme bei 5 Monate altem Baby - auf der Suche nach Anregungen oder vielleicht gar der Lösung?

Hier könnt ihr Fragen rund ums Thema Ernährung stellen. Usern, deren Kinder über eine Sonde ernährt werden, möchten wir hier ebenfalls eine kleine Austauschplattform bieten.

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Anton19
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Trinkprobleme bei 5 Monate altem Baby - auf der Suche nach Anregungen oder vielleicht gar der Lösung?

Beitrag von Anton19 »

Hallo zusammen!

Unser kleiner ist jetzt fast 5 Monate alt und das Trinken an der Flasche gestaltet sich seit gut 3 Monaten schwierig, wobei teilweise ziemlich schwankend.

Manchmal klappt es tagelang gut und er kommt auf seine Mengen. Wenn es gut läuft, trinkt er die Flasche innerhalb kurzer Zeit leer. Wenn es schlecht läuft, dauert das Trinken ewig, er schreit sich dabei weg und ist sehr unruhig. Dann werden die Mengen weniger. Dann zieht er kurz an der Flasche und man denkt - Mensch der arme muss hungrig sein - und dann kommt das Weinen/Schreien und teilweise Überstrecken, so als würde es ihm wehtun. Oft scheint er im schläfrigen Zustand (z.B. wenn er nachts wach wird) besser zu trinken. Aber es klappt auch oft tagsüber gut. Gefühlt klappt das trinken auch besser, wenn der Stuhl und die Pupsis (groß macht er nur alle 2 Tage).

Neben der sowieso schon anstehenden Problematik, den ganzen Förder- Arzt- und Krankenhausterminen, ist die Trinkthematik eine zusätzliche Belastung, weil man immer wieder rechnen muss und schauen muss, dass das Kind nicht verhungert oder dehydriert. Wir arbeiten schon mit einer Magensonde durch die Nase, wenn wir merken, es schafft einfach nicht die Menge, die er braucht. Die Trinkmenge hat noch nie zu den gängigen 1/6 des Gewichts gepasst. Eigentlich trinkt er meistens zwischen 500-700ml pro Tag. Die Gewichtsentwicklung ist gut. Von Geburt mit 2915 Gramm nach 5 Monaten auf gut 6,5 Kilo - letztendlich stetig 20-25gramm pro Tag seit Geburt - letztendlich egal wie gut er gerade trinkt. Dennoch sind wir verunsichert. Sollte er mehr trinken, auch wenn er nicht will? Sollten wir konsequent auf 1/6 sondieren, so dass er 1.000ml/Tag zu sich nimmt?

Wir fragen uns, woran es liegt, dass es mal Tage und Wochen gibt, wo es gut läuft und dann wieder schlecht läuft, so dass die Sonde herhalten muss. Er kann es ja, warum dann manchmal nicht mehr? Wir sind ratlos und so richtig konnte uns noch keiner weiterhelfen bzw. erklären, woran das liegt. Lediglich einmal sagte ein Arzt, es wäre wohl neurologisch bedingt, nach dem Motto die Signale im Gehirn bzgl. Hunger senden etwas anderes aus. Aber das klang uns irgendwie zu einfach.

Muss man bei Kindern, die diesen gesundheitlichen Hintergrund mit den bekannten Diagnosen haben, einfach damit leben, dass das Trinken problematisch ist? Kann man etwas tun? Wir haben schon oft gelesen, dass bei Hirnschädigungen auch Trinkstörungen mit einhergehen. Oder z.B. bei der Regulationsstörung, wenn man ein Schreibaby hatte, dass dann daran anschließend auch oft eine Trinkproblematik auftaucht. Noch geht das gut, vor allem weil er noch klein ist und (leider) die Arme noch nicht gut zusammen (koordiniert) bekommt. Wenn die kleinen größer werden, kommt man wahrscheinlich an diesen PEG Sonden nicht vorbei, oder?

Was wir bisher versucht/untersucht haben:

- verschiedene Flaschenformen
- unterschiedliche Milchanbieter und Sorten
- alle möglichen Trage-/Liegepositionen
- Schlucksprechstunde im SPZ
- Reflux Untersuchung im Krankenhaus
- Trinkmanagement (anbieten nach x Stunden oder nur, wenn er sich meldet etc.)
- seit dieser Woche Castillo Morales

Wir hoffen hier neue Anregungen zu bekommen und freuen uns auf eure Antworten.

LG
Christoph und Alex
Hier schreiben Christoph&Alex, die Eltern von Anton, geb. 17.06.2019, der süßesten Maus auf Erden.
Diagnosen: Col4A1, Komplexe Hirnfehlbildung, dystone Cerebralparese, motorische Entwicklungsstörung und West-Syndrom.
Unsere Vorstellung: ftopic136512.html

Kati_und_Ana
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Re: Trinkprobleme bei 5 Monate altem Baby - auf der Suche nach Anregungen oder vielleicht gar der Lösung?

Beitrag von Kati_und_Ana »

Hallo Christoph,

ganz blöde Frage: Bist Du sicher, dass Ihr die Flasche nicht zu fest zugedreht habt? Wenn die Flasche nämlich zu fest zu ist, können (schwächere) Kinder Probleme haben zu saugen und ermüden schnell. Also, die Flasche nur so zu, dass sie gerade mal so zugedreht ist und nichts ausläuft.

Katja_S
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Re: Trinkprobleme bei 5 Monate altem Baby - auf der Suche nach Anregungen oder vielleicht gar der Lösung?

Beitrag von Katja_S »

Hallo Christof,
Kinder müssen nicht krampfhaft 1/6 bis 1/7 ihres Körpergewichtes trinken, zumindest wenn sie mit der Menge, die sie trinken, gut zunehmen :D . Und das scheint euer Sohn ja zu tun! Zumindest wurde uns das immer so gesagt :oops: .. Wenn unser Sohn im selben Alter während Infekten mal nur 200-400 ml getrunken hat, meinten die Ärzte im KH immer, dass das ihm auch ausreichen würde, um nicht zu dehydrieren, solange er jetzt keinen Durchfall oder Erbrechen hat und so Flüssigkeit verliert..
Ich kann aber gut verstehen, dass du dir Gedanken machst! Mein Sohn hatte auch große Trink- (und später Ess-)probleme (die im Laufe des 1. und 2. Lebenjahres immer schlimmer wurden, weil er nach und nach das Saugen verlernt hat, dann nicht kauen konnte und keine Stückchen akzeptiert hat) und ich weiß noch, wie verrückt ICH MICH damals gemacht habe! Wir haben damals leider viel zu spät mit Logo (in unserem Fall nach Padovan) angefangen (wir hätten uns viel erspart).
Das macht ihr schon richtig, dass ihr da jetzt schon mit C. morales startet :D . Bleibt da einfach dran :D , es wird sicher eine Weile dauern, bis es wirkt.
Wie es weiter geht, kann dir keiner sagen. Mein Sohn isst und trinkt inzwischen schon länger ohne Probleme (und mit Genuss - zumindest ersteres :D ).
Alles Gute!
Viele Grüße
Katja
Katja mit E. (geb. April'08), Frühchen 26. SSW, Hirnblutungen, Hydrocephalus (Shunt-versorgt), gehörlos (2 CIs), Epilepsie, geistige und körperliche Behinderung

Rita2
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Re: Trinkprobleme bei 5 Monate altem Baby - auf der Suche nach Anregungen oder vielleicht gar der Lösung?

Beitrag von Rita2 »

Hallo,

mein erster Gedanke war nur phasenweise auftretender Reflux.
Reflux habt ihr ja schon untersucht. Ich weiß aber nicht, ob man den feststellen kann wenn er gerade nicht auftritt.

Versucht doch mal in den Zeiten, wenn es mit dem Trinken nicht funktioniert, Medikamente gegen Reflux zu geben. Wenn das hilft, dann ist es doch Reflux.

Solange das Kind vernünftig zunimmt ist die Trinkmenge meiner Meinung nach ziemlich egal. Ob er genügend Flüssigkeit bekommt, sollte der Kinderarzt beurteilen können.
Trotzdem sollte man herausfinden, warum dein Sohn manchmal solche Probleme mit dem Trinken hat.

LG
Rita
Rita mit Sohn *Dezember 1995, ohne Diagnose,
cerebrale Koordinations- und Tonusregulationsstörung mit Zehenspitzengang, kognitive und sprachliche Entwicklungsstörung, süßer Bengel

Julia27118
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Re: Trinkprobleme bei 5 Monate altem Baby - auf der Suche nach Anregungen oder vielleicht gar der Lösung?

Beitrag von Julia27118 »

Bei uns war es mit dieser Symptomatik ein ewig nicht entdecker zwerchfellbruch durch das Williams beuren syndrom (elastin gen deletiert).

Gefunden hat es dann die Kardiologin, weil die leber anteilig zwischen Herz und Brustbein klemmte. Eine schlupfhernie, mal klemmte es, mal nicht. Magenfüllung machte es dann unerträglich.

Bestätigt im MRT, das ohne diese für uns kämpfende ärztin nicht gemacht worden wäre. Extrem seltener befund, huschige mutti war halt wahrscheinlicher! wurde operativ geschlossen, hat letztlich dem kind das leben gerettet, er wäre verhungert. ABER Tim war rappeldürr!

Ich würde auf bauch und thorax schall drängen, testen ob es unter Schmerzmitteln besser ist. Lass nicht locker, wir haben 6 Monate gesucht mit drei klinikaufenthalten.

Theas
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Re: Trinkprobleme bei 5 Monate altem Baby - auf der Suche nach Anregungen oder vielleicht gar der Lösung?

Beitrag von Theas »

Hallo,

wenn es so aussieht, als hätte das Kind Schmerzen, dann hat es bestimmt auch welche. Besonders wenn es vorher Hunger gezeigt hat und dann anfängt zu schreien.

Es tut mir leid.

Viele Grüße
theas

Anton19
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Re: Trinkprobleme bei 5 Monate altem Baby - auf der Suche nach Anregungen oder vielleicht gar der Lösung?

Beitrag von Anton19 »

Kati_und_Ana hat geschrieben:
13.11.2019, 19:18
Hallo Christoph,

ganz blöde Frage: Bist Du sicher, dass Ihr die Flasche nicht zu fest zugedreht habt? Wenn die Flasche nämlich zu fest zu ist, können (schwächere) Kinder Probleme haben zu saugen und ermüden schnell. Also, die Flasche nur so zu, dass sie gerade mal so zugedreht ist und nichts ausläuft.
Hi, blöde Fragen gibt es nicht. Wir sind für alle Anregungen dankbar! :) Tatsächlich habe ich schonmal davon gelesen als es um das Thema "Vakuumsaugen" ging, aber letztendlich verschließen wir die Flasche immer komplett. Werden wir mal ausprobieren. Danke für den Hinweis!
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Anton19
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Re: Trinkprobleme bei 5 Monate altem Baby - auf der Suche nach Anregungen oder vielleicht gar der Lösung?

Beitrag von Anton19 »

Vielen Dank an alle für Eure Gedanken, Hinweise und Anmerkungen.

@Katja_S : Das mit dem Dehydrieren ist bei uns oft ein Zankthema, weil man sich als unerfahrene Eltern verrückt macht. "Mach dir nicht zu viel Panik, er nimmt doch zu" vs. "Die Windel war nicht so nass wie die letzte, nicht dass die Organfunktionen beeinträchtigt sind". Man liest auch so unterschiedliches wa die Mengenangaben angeht. Gut zu wissen, dass man euch das so im KH gesagt hat. Damit dürfte ihm mit 500 auch an nem "schlechten" Trinktag ja eigentlich nichts passieren.

@Rita2: Haben wir auch schon überlegt mit den Reflux mitteln und auch mal eine angedickte Milch probiert. Letztlich sagen uns alle Ärzte, dass es das nicht sein kann, weil er nicht bricht und kaum spuckt. Ist das zwingend beim Reflux?

@Julia27118: Das werden wir. In den wenigen Monaten seit Geburt haben wir schon gemekrt, dass man extrem hinterher sein muss...und auf die neurologischen Befunde schieben ist ja auch einfacher. Wenn sich das nicht bessert werden wir auch auf weitere Untersuchungen drängen. Tatsächlich hat ein Ostheopath beim einrenken Anfang September was vom Zwerchfell gesagt. Wir haben in zwei Wochen einen Folgetermin, da werden wir das nochmal ansprechen.
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NickiS
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Re: Trinkprobleme bei 5 Monate altem Baby - auf der Suche nach Anregungen oder vielleicht gar der Lösung?

Beitrag von NickiS »

Hallo!

Ich kenne eure Problematik nicht und vielleicht ist das, was ich hier schreibe deshalb Quatsch, aber meine beiden Kinder haben nie(!) die geforderte Menge getrunken. Sie wurden gestillt und mir wurde immer gesagt, dass ich mir keine Sorgen machen soll, solange sie zunehmen. Ich musste oft abpumpen und habe dann gesehen, nach wie wenig Milch sie bereits satt waren. Statt bspw 100ml waren sie schon nach 60ml satt und das hatte mich auch sehr verunsichert.
Außerdem gibt es bis heute immer wieder Phasen in denen sie mehr getrunken haben als in anderen. Auch das ist ganz normal und bis heute so geblieben. Ich glaube, dass das mit dem Wachstum irgendwie zusammenhängt.
Was mir etwas komisch vorkommt, ist das dein Kind manchmal beim Trinken schreit. Könnt ihr Ausschließen, dass euer Kleiner keine Verstopfung hat?

LG Nicki
Nicki mit großem (2009) und kleinen Sonnenschein (2015): beide mit Snyder-Robinson Syndrom
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"Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht."

Kati_und_Ana
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Re: Trinkprobleme bei 5 Monate altem Baby - auf der Suche nach Anregungen oder vielleicht gar der Lösung?

Beitrag von Kati_und_Ana »

Ich möchte Dich beruhigen. Du merkst es wirklich, wenn das Kind dehydriert, weil es zu wenig getrunken hat. Eine weniger volle oder sogar ganz trockene Windel heißt nicht gleich, dass er zu wenig getrunken hat. Du brauchst die Fontanelle auch nicht ständig anzuschauen. Ich war mit meiner Großen mit 6 Wochen im Krankenhaus, weil sie stark dehydriert war. Sie hat da aber schon seit Stunden nichts mehr getrunken (nachts hat sie kaum getrunken und vormittags habe ich kaum einen Tropfen in sie reinbekommen), sie hat fast nur noch geschlafen und ich habe nur noch darauf gewartet, dass der Kinderarzt nach der Mittagspause wieder aufmacht... Wir wurden dann umgehend ins KH eingewiesen.

Meinst Du mit "angedickter Milch", dass Du sie zusätzlich mit hochkalorischen Nahrung (ich weiß grad nicht mehr wie sie hieß) anreicherst? Wir haben das auch über eine kurze Zeit gemacht, weil unsere Tochter stark untergewichtig war, aber davon hat sie sogar noch weniger getrunken, da hatte sie wohl schneller ihre Kalorien zusammen und bei 20-30ml pro Flasche war es dann uns und den Ärzten wegen erneuter Dehydrationsgefahr auch zu heikel.

Zu dem, was Julia weiter oben schreibt: Wenn ihr schon einen Ultraschall machen lasst, lasst die Gallenblase mitschallen. Es ist kaum vorstellbar, aber unsere Große hatte tatsächlich mit nur 6 Wochen Gallenkoliken!!! Das war auch der Grund, wieso sie die Milch komplett verweigert hat -> Milch ist nicht gerade etwas, was man bei Nierensteinen bzw. Nierengries trinken sollte...

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