Tammi will nur Joghurt essen

Hier könnt ihr Fragen rund ums Thema Ernährung stellen. Usern, deren Kinder über eine Sonde ernährt werden, möchten wir hier ebenfalls eine kleine Austauschplattform bieten.

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tammi2412
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Tammi will nur Joghurt essen

Beitragvon tammi2412 » 29.12.2018, 19:57

Hallo Ihr Lieben!

Ich brauche mal Input von außen, manchmal ist man ja betriebsblind...
Tammi ist gerade drei Jahre alt geworden und isst "eigentlich" schon seit geraumer Zeit pürierte Kost, aber auch nur grob Zerdrücktes oder Brot und Kuchen mit cremigem Aufstrich gehen schon gut. Abbeißen und Kauen klappt immer besser.
Seit etwa drei Wochen ist hier aber (mal wieder) alles sehr schwierig mit der Esserei:
Tammi will nix essen, wir haben alles Mögliche probiert. Egal ob süß oder herzhaft, kalt oder warm, Konsistenz verändert. Sie nimmt einen Löffel voll (ich muss sie füttern), verzieht schon das Gesicht und das war's dann. Sie schluckt es runter, kein würgen oder ausspucken. Aber dann bleibt der Mund zu. Und ich bin mir sicher, dass sie noch Hunger hat. Aber nix zu machen. ABER: Was immer geht, ist Joghurt, egal welcher. Mit Geschmack, pur, egal. Davon ernähren wir sie im Moment. Ich habe auch schon pürierte Essen mit Joghurt gemischt, das isst sie dann nicht.
Ich habe keine Idee dazu. Sie bekommt im Moment noch Nutrini dazu, weil sie eh schon so dünn ist. Das trinkt sich glücklicherweise auch. Aber ich kann den Joghurt nicht mehr sehen. Und ich mache mir Sorgen, weil sie so einseitig isst. Und irgendwie zuviel Eiweiß für meinen Geschmack.
Tammi hatte vor einiger Zeit eine Mittelohrentzündung inkl. oraler Antibiose. Ob es daran liegt? Und sie bekommt Omeprazol wegen eines Reflux'. Wir haben schonmal überlegt, ob das schlimmer geworden ist und sie intuitiv das isst, was ihr da gut tut.

Sorry ist sehr lang geworden. Aber hier sind ja viele Eltern unterwegs, die Ernährungsschwierigkeiten kennen. Vielleicht hat jemand noch eine Idee?
Unsere große (und gesunde) Tochter hatte in dem Alter mal eine "Fruchtzwerge-Phase", kreisch... Aber sie war deutlich schwerer als Tammi, und sie konnte sich vor allem mitteilen. Ich habe bei Tammi immer Sorge, ich übersehe etwas oder verstehe nicht, was los ist.

Liebe Grüße
Kirsten
Kirsten (*78), Stephan (*70) mit Greta (*07) gesund und Tammi (*15) schwere Asphyxie bei vorzeitiger Plazentalösung, APGAR 0/4/5, ph 6,75, tiefgreifende Entwicklungsverzögerung, linksbetonte tetraspastische Cerebralparese, Epilepsie seit Feb 2018

s.till
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Beitragvon s.till » 29.12.2018, 21:05

Hallo Kirsten,

ich kenne diese Phasen bei M leider auch. Als wir noch die PEG hatten war mir das ziemlich egal was er gegessen hat, solang er überhaupt was gegessen hat. Unser Sohn trinkt von Nutrini nur die Schokodrinks und das schon seit Jahren. Aber egal Hauptsache die Kalorien bleiben im Kind.
Lass dir doch mal von Nuticia die verschiedenen Proben von Joghurt und ich glaub es gibt auch Pudding schicken vielleicht schmecken die ja deiner Tochter. Bei uns wurden sie ignoriert. M isst grundsätzlich nur Leckermäulchen Erdbeere und isst am liebsten Toast mit Frischkäse und Gelbwurst und das Tag ein Tag aus.

Liebe Grüße
Susanne
M *2010 Frühchen der 27SSW, Pneumothorax, Meningitis, diverse RSV Infektionen, Pneumonien, dystroph, kleinwüchsig, stimulationsbedürftige Apnoen, Asperger Autismus, Koordinationsstörung, PEG/PEJ seit 07/16 weg :D Pflegegrad 4 und SBA von 80% aG,B,H.
B*2008 ADS

Angela77
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Beitragvon Angela77 » 29.12.2018, 21:45

Hallo Kirsten,

ich habe schon bevor ich Reflux gelesen habe, an Reflux gedacht. Bene hatte nämlich nach Magendarminfekt mal einen und sich dabei "die halbe Speisröhre verätzt". Der hat nichts mehr geschluckt, was nicht extrem breeig war und dabei hat er vorher und auch jetzt trockene Brötchen etc. geliebt ... Omep allein hat nicht gereicht. Wr hatten dann Nexium und noch vor jeder Mahlzeit ein Gel gegen Reflux aus der Apotheke, das sich zusätzlichauf die gereizten Schleimhäute gelegt hat. Das hat er zum Glück geschluckt. Wir hatten aber Monate Probleme, bis es dann ausgestanden war.

Eventuell hat sie durch die AB auch einen Pilzbefall in Mund/Speiseröhre entwickelt? Ich hatte auch einmal eine Jpgurtphase, da war ich schwanger und mir war ständig hundeübel. ohne dass ich erbrechen konnte .... Vielleicht hat sie auch was mit der Magenschleimhaut?

Liebe Grüßeund gute Besserung
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

Chrissy1282
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Beitragvon Chrissy1282 » 29.12.2018, 21:47

Hallo Kirsten,

ich habe FAS KIds die auch extreme Ernährungsprobleme haben/hatten. Wir weichen in schlimmen Phasen auch immer auf Nutrini flüssig oder als Pudding aus. Ganz wichtig ist, dass du den Druck rausnimmst. Solange Tammi spürt wie sehr es dich stresst und bemerkt das du ihr ganz angespannt alles mögliche anbietest wird es wohl schwierig bleiben. Mein Tipp wäre also nimm deine eigene Beteiligung soweit wie irgendwie möglich raus. Sicher dich ab indem du den Kinderarzt ab und zu draufschauen lässt und überlass ihr wann sie für etwas anderes bereit ist

peanut

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Beitragvon Anne_mit_2 » 29.12.2018, 23:16

Hallo Mama von Tammy,

ich hatte gerade vor ein paar Wochen eine Mittelohrgeschichte und musste mich bis Weihnachten immer noch zu allem ausser Joghurt, Pudding, Apfelmus, Quark zwingen -- saurer Multivitaminsaft ging auch noch (keine Ahnung warum). Es fühlte sich einfach alles komisch an, weil mir das abfließende Zeug aus den Ohrtuben den Rachen verätzt hatte und das nur ganz langsam angeheilt ist.

Viele Grüße,
Anne
.
P.S.: Ich habe seit meiner Kindheit immer wieder Mittelohrgeschichten, weil die Ohren nicht ganz regelgerecht geformt sind.

FranziF
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Beitragvon FranziF » 30.12.2018, 00:04

Jetzt bin ich fasziniert- ich kenn das Problem von mir.
Vielleicht findest du sogar meinen Thread dazu.
Ich hab mich schon über Monate fast ausschließlich von
Landliebe Aprikose (500g Gläser) und Schinken ernährt,
dazu Schokolade. ich kann dir nicht wirklich sagen worans
liegt, mir ist aber auch enorm oft schlecht, würd darauf tippen,
dass es mit der Übelkeit zu tun hat.
Bei deiner Tochter steht ja ICP dabei, sowohl ne ICP als auch
mein EDS gehen gern mal mit ner verlangsamten Magenperistaltik
/Magenlähmung einher. Das vermute ich bei mir, auch wenn das
Testergebnis nicht eindeutig war. Gibt aber Medis die die Peristaltik
verbessern und gleichzeitig gegen Übelkeit wirken, zB MCP.
Weiß nicht ob man das bei Kindern verwenden darf, sprich das doch
mal beim Kinderarzt an.
Ach ja, bei mir geht Süßes und Flüssiges am Besten, entsprechend
Bunker ich Kalorien in Form von Säften und Kaba, gern auch mal ein
Pudding. nicht gesund, aber hab auch so im letzten Jahr 12kg abgenommen!
Viel Erfolg!
Ich (1996)
Ehlers Danlos Syndrom, Myasthenia Gravis (IIb), Allergien & UV, versch. Augenerkrankungen, Hashimoto, AVWS
siehe meine Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic120256.html

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Beitragvon tammi2412 » 30.12.2018, 07:42

Guten Morgen Ihr Lieben!

Vielen Dank für Eure Nachrichten, das hilft mir sehr!
Tja, Druck rausnehmen ist genau das Stichwort: ICH mache mir den Megastress, und natürlich merkt Tammi das. Sie weint manchmal schon, wenn ich mit dem Teller um die Ecke komme. Ich versuche wirklich, wirklich das abzustellen, aber pff, wem sag ich das? Ihr kennt das...

Ich würde mich gerne beim Doc absichern, und ihn vor allem gerne mal in den Mund schauen lassen, aber: Weihnachtsferien :-( Ich hatte zwischendrin auch schonmal über Hand-Mund-Fuß Krankheit nachgedacht, obwohl so gar nix dafür spricht. Aber mein kleiner Neffe hatte darunter mal ähnliche Essschwierigkeiten. Manno... Da werde ich mal rumtelefonieren, wer Vertretung macht hier, bis Mitte Januar geht das auf keinen Fall so weiter. Zumal sie heute Nacht gebrochen hat und jetzt auch nix trinken mag, juchuh :-(

Ich danke Euch, auch für die eigenen Erfahrungen, das finde ich sehr faszinierend. Werde mich bei Gelegenheit durch den passenden Thread lesen.

LG Kirsten
Kirsten (*78), Stephan (*70) mit Greta (*07) gesund und Tammi (*15) schwere Asphyxie bei vorzeitiger Plazentalösung, APGAR 0/4/5, ph 6,75, tiefgreifende Entwicklungsverzögerung, linksbetonte tetraspastische Cerebralparese, Epilepsie seit Feb 2018

Mimo
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Beitragvon Mimo » 30.12.2018, 20:18

Huhu,
meine 2,5-jährige Pflegetochter (kam als Säugling mit 4 Wochen) ernährt sich auch noch hauptsächlich von 3er Folgemilch. Sie isst zwar alles, aber nur in kleinsten Mengen. Also morgens vielleicht 1/8 bis 1/4 belegtes Toastbrot (wenn überhaupt), mittags dann eine Handvoll Nudeln usw. Also kleine Mengen. Nachmittags dann ein Leckermäulchen oder eine ähnliche Menge Bioquark. Brot mag sie gar nicht so. Obst geht auch oft in kleinen Mengen. Quetschies liebt sie auch.
Am allerliebsten aber trinkt sie ihre Milch, da leuchten dann die Augen und sie wirkt glückselig.

Sie kommt immernoch auf gut 5-6 Milchflaschen pro Tag. Druck möchte ich auch nicht machen, ich denke, das bringt nichts, außer dass das Kind (das sich auf die Mahlzeiten freut aber eben wenig davon isst) noch zusätzlich eine Eßstörung entwickelt. Zumal ich denke, dass in der Milch ja sämtliche Vitamine etc. drin sind.

Allerdings ist meine Kleine auch sehr groß und propper für ihr Alter (95 cm, 14,5 kg).

Ich würde das Kind essen lassen, was es gerne nimmt, und vielleicht zusätzlich ein paar Vitamingummibärchen geben, oder wie schon vorgeschlagen wurde diese Nutrini-Shakes, da sind doch auch Mineralstoffe und Vitamine zugefügt, oder?

Und das andere einfach immer wieder entspannt anbieten.

Was meint denn euer Kinderarzt dazu?

Elli157
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Beitragvon Elli157 » 30.12.2018, 23:07

Hallo Kirsten,

unser Sohn (3,5) isst erst seit einer Sondenentwöhnung vor einem halben Jahr selbst. Beii uns gingen die ersten Wochen fast ausschließlich Puddings/Joghurts. Ich war da auch erst etwas beunruhigt, aber die uns betreunden Personen haben das entspannt gesehen. Es gibt wohl viele Kinder, die sich über einen längeren Zeitraum sehr einseitig ernähren und das problemlos wegstecken. Ich kenne ein Kind mit dem gleichen Syndrom wie unser Sohn, das hat sich ein Jahr ausschließlich von Keksbrei ernährt. Ging auch ☺
Wir haben dann von Nutricia einige hochkalorische Puddings probiert (Forticreme und Nutrinicreamy fruit) und die gingen dann auch. Damit hatte ich ein etwas besseres Gefühl, denn sie sind sowohl zur ergänzenden als auch zur alleinigen Ernährung geeignet. Eventuell wäre so etwas sonst noch einen Versuch wert, um euch etwas den Druck zu nehmen.

LG Elli
E. mit großem Sohn (2010) und kleinem Sohn (2015),
33. SSW, Asphyxie, Choanalatresie, gehörlos (einseitig CI versorgt), Kolobome, Netzhautablösung, Schluckstörung, Button, PG5

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Jakob05
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Beitragvon Jakob05 » 28.01.2019, 10:53

Hallo Kirsten,
als erfahrene Doppel-Sondenentwöhnerin, deren Söhne nach jahrelang recht einseitiger Joghurtdiät doch gute und genussvolle Esser geworden sind, rate ich auch dazu Ruhe zu bewahren und JEDEN Stress am Kind zu sparen. Das wird wieder ! Jammer uns hie rgerne die Ohren voll, denn die Sorge ist da und muss raus, aber ass deine Maus essen wie sie will. Griechischer Joghurt hat 10% fett. Das sätigt schon mal. Wenn sie balnke Joghurts akzeptiert würde ich auch dazu tendieren, denn Zucker und Farbstoffe müssen ja nicht sein. Vielleicht mag sie selbst mal einen Banane oder anderes Obst reinmanschen.
Cordula (65) mit I. (86), M. (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), J. (†28.07.05,*02.08.05,37.SSW) + K. 10/07 (GS, HD, Rachenfehlbildung,Tracheostoma)


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