Reha bzgl. sozial-emotionaler Auffälligkeiten?

Hier könnt ihr über eure Aufenthalte in Kurhäusern berichten, Fragen bezüglich Kuren stellen und generell zum Thema Mutter-Kind-Kur schreiben.

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Clarabella
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Reha bzgl. sozial-emotionaler Auffälligkeiten?

Beitrag von Clarabella »

Hallo zusammen,

meine Pflegetochter hat viele Baustellen. Diagnostiziert sind viele verschiedene Sachen wie ADHS, pFAS, Gendefekt der sozial-emotionale Probleme mit sich bringen soll, Frühkindliche Traumatisierung usw. alles Dinge die ihr Verhalten erklären könnten aber unterschiedlich zu behandeln sein.

Nachdem sie vor Weihnachten wieder einige Wochen solche Wutausbrüche hatte, dass ich wirklich gar nicht mehr weiter wusste und kurz davor war das Pflegeverhältnis zu beenden, da ich ihr ja scheinbar einfach nicht helfen kann, habe ich beschlossen, dass sich grundlegend was ändern soll.

Wir haben sie in der LVR (KJP) vorgestellt und dort wurde ein stationärer Aufenthalt zur Diagnostik und Therapie empfohlen. Wir haben uns nun die Station angeschaut und uns die Arbeitsweise erklären lassen. Ich muss sagen, dass ich arge Bedenken habe!

Parallel habe ich mich um eine Mutter-Kind Kur gekümmert um selbst mal wieder Kraft zu tanzen. Wir waren schon 3 mal und das war die letzten beiden Male wirklich super. Ich konnte immer für Monate davon zehren.
Bei der Kurberatung kam dann die Idee dies zu Kombinieren und eine Reha fürs Kind anzuleiern. Also einerseits intensive Therapie fürs Kind und raus aus dem Alltag für mich. Ich wusste bis gestern gar nicht, dass es auch Rehamaßnahmen für sozial-emotionale Defizite gibt.

Dazu habe ich gleich mehrere Fragen.

Welche Kliniken kämen denn da in Frage?
Wie kommt man an so eine Reha?
Wie sind eure Erfahrungen damit bezüglich Verbesserung der Situation?
Wie lange dauert idR so eine erste Reha?
Wird auch etwas für die Eltern geboten oder sitzt man nur auf dem Zimmer und wartet auf sein Kind?
Wie ich gelesen habe sind Vorsorgemaßnahmen und Reha unterschiedliche Leistungen und schließen sich nicht gegenseitig aus. Ist es also möglich zeitnah eine Reha fürs Kind zu machen und im Herbst zB eine Mutter-Kind-Kur für mich?
Ist eine Reha die kleine Schwester einer Intensivtherapie in einer Psychiatrie oder kann man das gar nicht vergleichen?

Ich freu mich über eure Erfahrungen und Infos und sag schon mal: Danke!

sandra8374
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Re: Reha bzgl. sozial-emotionaler Auffälligkeiten?

Beitrag von sandra8374 »

Reha fürs Kind und Kur für dich geht auch kurz hintereinander.

Pelzerhaken hört sich passend an, vielleicht fragst du da mal an. Sie kennen FASD und Pflegekinder. Sollen auch Reha anbieten.

Gibt es schon eine Medikation?
LG Sandra

S+F mit PT(*00 FAS, Microdelitation 16p11.2, ADHS, GB, Z.n.Absencen?, Sehfehler, Lordierung LWS, Skoliose 17,8%, Beckenschiefstand, Hüftkontraktur, Korsettversorgung, mit SBA 90 HBG) u. PS (*01 ADS, GB, Sehfehler, Knick-Senk-Füße, Z.n.Epilepsie, mit SBA 60)

anna h.
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Re: Reha bzgl. sozial-emotionaler Auffälligkeiten?

Beitrag von anna h. »

Hallo Clarabella,
ist es die LVR Klinik in Bonn? bzw das dazugehörige SPZ?
Also, da kann man wohl zusammen mit dem Kind hin, aber übermäßig viel Erfahrung haben sie nicht mit traumatisierten Kindern. Und keinesfalls würde ich sie in eine KJP geben, wo sie wochenlang alleine sein muss.
Ich hatte im anderen Beitrag schon mal darauf hingewiesen, dass es die Möglichkeit eines Trägerwechsels gibt. Nicht leicht, aber evtl. eine Möglichkeit. Hier im Rheinland gibt es einen Träger, der gute Beratung anbietet und seinen PE Entlastungs-WE organisiert. Gruß
Anna H.

Clarabella
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Re: Reha bzgl. sozial-emotionaler Auffälligkeiten?

Beitrag von Clarabella »

Trägerwechsel findet gerade statt. Träger ist gekündigt. Ich suche aktuell nach einem neuen.
Der jetzige Träger hat das mit der KJP in die Wege geleitet. Ich empfinde es auch als eher schädlich für mein Kind. Es wäre die KJP LVR Essen.

Wir haben in den letzten Wochen viel verändert. Psychologen abgeschossen. Zwei neue Babysitter eingestellt. Biographiearbeit wird begonnen. Es ist viel auf dem Weg

Tanja l.
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Re: Reha bzgl. sozial-emotionaler Auffälligkeiten?

Beitrag von Tanja l. »

Hallo
Pelzerhaken ist gut. Ich fahre im September dort hin wenn die KK mitspielt.
Ich habe auch zwei stark auffällige Pflegekinder ( FASD, ADHS, Zn Schütteltrauma etc.).
In Pelzerhaken im Sgw können Sie die Maßnahmen kombinieren. Ich mache Kur und die Jungs Reha.
Ich war schon 3 mal dort allerdings das letzte Mal vor 12 Jahren mit meinen 3 leiblichen Kindern ( GÖR, Herzkrank etc.)
Ich habe mit dem SGW gesprochen und die sind dort super nett und schauen wie es für euch am besten passt.
L. G
Nicht immer wenn du die Engel rufst, werden sie kommen und dir helfen. Aber sie werden immer da sein wenn du sie wirklich brauchst.

Biggi69
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Re: Reha bzgl. sozial-emotionaler Auffälligkeiten?

Beitrag von Biggi69 »

Hallo
Ich würde dir raten eine Reha nur für deine Tochter zu beantragen . Du hast dort auch Schulungen und Gespräche mit Therapeuten und auch Psychologen . Ich denke beides wäre zu stressig . So hättest du auch Zeit für deine Tochter .
Meinem Sohn und mir tut die intensive Zeit bei einer Reha auch gut .
Pelzerhaken ist auch eine super Mutter Kind Kurklinik . Gerade bei Kindern mit " Problemen ". Wir waren i letzten Jahr dort

Liebe Grüße Biggi

anna h.
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Re: Reha bzgl. sozial-emotionaler Auffälligkeiten?

Beitrag von anna h. »

Hallo Clarabella,
hast Du mal Gespräche mit dem Erzieungsbüro Rheinland geführt. Ist nicht mein Träger, hat aber einen sehr guten Ruf und hat echte Fachleute für FAS.
https://erziehungsbuero.de/
LG
Anna H.

Tatjana Ostrava
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Re: Reha bzgl. sozial-emotionaler Auffälligkeiten?

Beitrag von Tatjana Ostrava »

Hallo,
wir waren jetzt auf einer Mutter-Kind-Kur mit Schwerpunkt ADHS/ASS und einer Kinderreha für meinen kleinen Sohn (siehe Signatur).

Die Mutter-Kind-Kur war in Scheidegg (Maximilian). Wir waren fünfzehn Eltern mit der gleichen Problematik unserer Kinder, die zum gleichen Zeitpunkt Kur hatten. Wir hatten reservierte Tische und ca. acht Gruppensitzungen mit Theorieanteil und Austausch. Dazu habe ich noch meine Behandlungen für den Rücken bekommen und habe gesportelt. Mein Kleiner ist in der Zeit in die Gruppe gegangen. Ich habe ihn auch als Patient angemeldet, also hatte er jeden Tag Sport, Kneippen und manchmal Einheiten mit mir. Der Fortschritt danach war riesig, weil einerseits ich das richtige Handwerkszeug gelehrt bekommen habe und Arthur aus seiner Blase befreit wurde. Negativ: Das Haus ist groß und laut, der Schwerpunkt liegt eindeutig bei der Mama (also keine Einzelsitzungen beim Psychologen für den Kleinen oder so) und der Tag ist das Kind wirklich lang (manchmal von 8:00 - 16:30 Uhr in der Gruppe, aber mit Pause bei mir).

Dieses Jahr waren wir bei einer Kinderreha in Bad Kreuznach (Viktoriastift). Das Haus wird gerade gebaut, deshalb findet alles in den Nebengebäuden statt. Besser erst dorthin fahren, wenn alles fertig ist. Hier war eindeutig mein Kleiner im Mittelpunkt. Vormittags pädagogische Arbeit in der Gruppe (Gefühle). Dazu Ergo, Schulküche, Mototherapie, Psychologin. Er hatte vier Einzelsitzungen bei der Psychologin, dazu hat sie ihn in der Gruppe beobachtet und sich mit mir besprochen. Die Feedbackstunden waren sensationell, ich habe noch nicht alles abgearbeitet. Er hat sein Essverhalten verbessert und hat dort gezeigt, dass er schlafen kann (das haben wir noch nicht übertragen können). Negativ: Ich war eine Art Kurier, also habe das Kind gebracht, gewartet, abgeholt, motiviert, an- und ausgezogen. Wie lange das Kind allein auf Station war, hängt vom Alter ab. Die Vorschulkinder 9 - 12, die Grundschüler hatten früh ein bisschen Schule und nachmittags Station bis 17 Uhr, die älteren Kinder waren von 8 - 17:30 Uhr auf Station. Es gab jeden zweiten Tag einen Vortrag und wie gesagt, hatte ich viel Sport mit dem Kleinen, aber das ist bei den Größeren dann nicht mehr so. Und im Gegensatz zu der Schwerpunktkur reisen jede Woche neue Kinder und Eltern ab und an.

Rückblickend hat jede Kur ihren Sinn und ich würde jederzeit wieder fahren. Aber erkundige dich vorher über das Haus und ob sie dort Erfahrung mit deiner Situation haben.

LG
Tatjana
großer Sohnemann geb. 2007 mit Verdacht auf ADHS
kleiner Sohnemann geb. 2013 mit Verdacht auf Atypischen Autismus, ADHS und Entwicklungsstörung

sandra8374
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Re: Reha bzgl. sozial-emotionaler Auffälligkeiten?

Beitrag von sandra8374 »

@ Tatjana: aber das ist doch normal. Schwerpunkt bei Mutter–Kind liegt auf der Mutter. Bei Kinderreha dann auf dem Kind. Kur und Reha haben ja grundsätzlich auch andere Ansätze.
LG Sandra

S+F mit PT(*00 FAS, Microdelitation 16p11.2, ADHS, GB, Z.n.Absencen?, Sehfehler, Lordierung LWS, Skoliose 17,8%, Beckenschiefstand, Hüftkontraktur, Korsettversorgung, mit SBA 90 HBG) u. PS (*01 ADS, GB, Sehfehler, Knick-Senk-Füße, Z.n.Epilepsie, mit SBA 60)

Clarabella
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Re: Reha bzgl. sozial-emotionaler Auffälligkeiten?

Beitrag von Clarabella »

Ok vielen Dank erst mal für die Infos. Wir haben uns jetzt gegen unbegleitete Psychiatrie und für Reha oder begleitete Psychiatrie entschieden. Auch Tagesklinik macht hier keinen sinn, systemisches Arbeiten ist bei uns sehr wichtig.

Jetzt habe ich gerade mit der Krankenkasse telefoniert und die sagten, es gäbe zwei Möglichkeiten auf Reha: Über die KK oder über die dt. Rentenversicherung.

Was ist denn nun "besser". Zuzahlung haben wir ja eh nicht. Bei der KK muss die 4 Jahre Wartefrist ja auch nicht eingehalten werden wenn dringend medizinischer Bedarf ist. Ich erkenne keinen Unterschied und würde spontan die KK als Kostenträger wählen.

Wie sind da eure Erfahrungen?

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