Logopädin (Alexandra)

Hier stellen sich verschieden Fachleute vor, die im REHAkids Forum aktiv sind.

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mollie
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Logopädin (Alexandra)

Beitragvon mollie » 14.04.2005, 22:33

hallo liebes forum,


ich bin Logopädin mit eigener Praxis am Niederrhein.

da ich bereits über langjährige erfahrungen in nahezu allen bereichen der sprach-, sprech-, schluck- und stimmtherapie verfüge, würde ich hier in diesem forum für fragen zu logopädischer therapie jeglicher art gerne zur verfügung stehen.

über dieses forum habe ich sehr gute weitere einblicke in die gedanken, sorgen und wünsche von eltern bekommen, was ich für meine eigene arbeit sehr wertvoll finde.

über einen regen austausch würde ich mich sehr freuen.

ebenfalls interessiere ich mich für elterninitiativen, selbsthilfegruppen u.ä. aus meinem regionalen bereich.


viele grüße
Alexandra

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Beitragvon marianne » 15.04.2005, 08:32

Hallo Alexandra, wir sind zwar logopädisch super betreut, aber gerade habe ich einige Fragen und sehe unsere Logo erst nächste Woche. Was ist:

eine multiple Dyslalie?
eine myofunktionelle Störung? (Habe ich wieder vergessen)

Perseveration sind Worterfindungen, oder?

Hast du Erfahrungen mit Sprachentwicklungsstörungen als Folge von Deprivationserfahrungen von Heimkindern?

Unser fast 5jähriger Sohn war 1 Jahr alt, als wir ihn in Russland adoptiert haben. Er hat eine deutliche Sprachentwicklungsstörung in Form

eines reduzierten Sprachverständnisses
eines Dysgrammatismus
einer multiplen dyslalie
eines eingeschränkten Wortschatzes mit Echolalie und Perseveration
einer myofunktionellen Störung

"Pädaudiologisch" ist alles in Ordnung.

Seit September hat Janosch Logo und wie von Anfang an bessert sich alles ständig. Die Echolalie bezeichnen unsere Heilpädagogin (Frühförderung) und Logo als eine Form des Hospitalismus.

Mich würde da interessieren, ob du schon öfter mit Heimkindern gearbeitet hast und wenn ja, mit welchen Erfahrungen? Lieber Gruß Marianne

marianne
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Beitragvon marianne » 15.04.2005, 08:34

Und danke noch!!!! :lol: :lol: Toll, dass hier soviele Fachfrauen und -männer auch mitdiskutieren.
Janosch (06/00) Frühkindlicher Autismus, leichte geistige Behinderung, Aufmerksamkeitsstörung, Adoptivkind

There´s a crack in everything but that´s how the light gets in (Leonard Cohen)

mollie
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Beitragvon mollie » 22.04.2005, 14:43

hallo Marianne,


haben sich deine fragen schon erledigt? Du schriebst ja, dass Du Deine logopädin nächste woche siehst, und das ist ja sicher schon vorbei.
ich konnte Dir leider nicht früher antworten.

in kürze, da es ja vielleicht auch andere interessiert, antworte ich aber dennoch, auch wenn Deine fragen vielleicht schon von der kollegin, bei der Ihr in therapie seid, geklärt wurden.


- multiple dyslalie

--> eine sprachstörung, die die artikulation, also die aussprache der konsonanten betrifft. multipel bedeutet hier, dass mehrere laute betroffen sind.


- myofunktionelle störung

--> hier ist die mundmotorik betroffen. die muskulatur der sprechwerkzeuge, also zunge, lippen und wangen, ist eventuell schwach oder manchmal auch zu stark und eventuell unkoordiniert. häufig ist kein mundschluss vorhanden und die zunge liegt zwischen den zähnen, also zu weit vorne.

In der logopädie und zu hause werden dementsprechende übungen zur stärkung der muskulatur gemacht und die koordination trainiert.


- perseverationen

--> sind immer gleiche wort- und satz(teil)wiederholungen, d.h. das kind / der erwachsene sagt stets das gleiche, was vorher zu einer situation gepasst hat, wiederholt dies und schafft es eine zeitlang nicht (selbst), aus diesem zustand herauszukommen und etwas zu der situation passendes zu äußern.


ich habe bisher nur heimkinder therapiert, die dyslalien, myofunktionelle störungen und dysgrammatismen hatten, sich also nicht von anderen kindern unterscheiden.

mit deprivationssymptomen, die sich in der sprache niederschlagen, habe ich noch keine erfahrung, kann mir aber sehr gut vorstellen, dass echolalien und perseverationen vorkommen können.


weißt du denn, wie Deine logopädin speziell mit Deinem Sohn arbeitet?
also, welchen therapieansatz hat sie, und wie sollen echolalie und perseverationen gezielt abgebaut werden?

seid Ihr auch in kinderpsychologischer Therapie?


viele grüße
Alexandra

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Beitragvon marianne » 22.04.2005, 18:36

Hallo Alexandra, danke für deine Antworten. Vieles hatte ich zwar mittlerweile schon erfragt, aber trotzdem! Mir hat eine Bekannte, die auch ein Kind adoptiert hat, auch von Echolalien und Persevertionen berichtet.

In kinderpsychologischer Therapie sind wir noch nicht, weil dies laut Rat der Frühförderung noch zu früh ist, denn für eine Spieltherapie, die bei Hospitalisierungs- und Traumatisierungsfolgen angewandt wird, ist er sprachlich und vor allem von Seiten des Sprachverständnisses und der nur sehr kurzen Konzentration einfach noch zu "jung". Das ist wohl sowieso erst ab 5 Jahren üblich und Janosch ist ja deutlich verzögert in vielen Bereichen.

Die monotonen Handlungen (z.b. Tür auf - Tür zu) und auch Perseverationen und Echolalie werden allmählich weniger, je mehr Janosch in der Lage ist, bei einer Sache zu bleiben. In der Logopädie wurde dies durch Hörspiele zum Themenbereich TIERE unterstützt (Tierstimmen und Geräusche). Seit einigen Wochen sind auch in der Logopädie immer häufiger längere Regelspiele (Brettspiele oder Kaufladen spielen o.ä.) möglich, die sich auch gegen diese stereotypen Handlungen, eben auch sprachlich, auswirken.

Da Janosch ja auch Wahrnehmungsdefizite hat(te), wurd in der Logopädie auch lange am Aufbau eines Körperschemas mit vielen taktilen Reizen gearbeitet und musische Elemente wurden angeboten. (Unsere Heilpädagogin in der Frühförderung arbeitet auch in die Richtung).

Regelmäßiger Inhalt der Logo sind außerdem Übungen der neurofunktionellen Reorganisation nach B. Padovan.

Spiele, die die Mundmotorik trainieren, hat die Logo mir auch gezeigt.

Sie ist wirklich toll und in der Zusammenarbeit aller Frühförder-Therapeutinnen, des I-Kigas und von uns daheim kommt Janosch immer weiter.

Lieber Gruß Marianne

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Beitragvon Isolde » 22.04.2005, 19:59

Hallo Alexandra,

ganz herzlich begrüße ich Dich hier in diesem Forum, und schön finde ich dabei, dass Du schreibst, von uns Eltern doch manches lernen zu können, für Deine Praxis.

Ich wünsche Dir ganz ganz viele Anregungen die Du hier finden kannst und dann auch umsetzen kannst.

................

Jetzt, wo Du noch so jungfräulich hier bist - möchte ich auch gleich die Chance nutzen, Dir etwas zu erzählen, was für mich diese Woche auch ein Hammerschlag war.
Mein Sohn Jonathan, fast 8 Jahre, Geistig behindert, Konzentrationsschwäche und ein Kind das mit seinem Charme die Welt regiert (das Umfeld fällt auch drauf rein) kam schon sehr fräh zu einer Logopädin im Saarland (kommen wir eigentl. her). Zunächst ging es um die Castillo Morales Therapie, weil der Mundschluss sehr mangelhaft war und heute auch noch in der Nacht oder bei hohen Konzentrationen erschlafft.
Nach dieser Castillo Morales Therapie kam Jonathan mit ca. 2 Jahren eine Heilpädagogische Einrichtung und dort dachten wir, nehmen wir doch den dortigen Logpäden dann haben wir uns eine Menge gespart an Fahrerei. 2 Jahre ging dieses bei dem Mann, ohne Erfolge.
Jonathan konnte nicht sprechen, nicht lallen, und überhaupt wenig an Lauten seiner Umwelt mitteilen.
Es gab dann "Auseinandersetzungen" mit diesem Logopäden im Saarland und wir gingen wieder zurück zur ursprünglichen Frau - die eine sehr gute Frau ist und ausschließlich behinderte Kinder therapiert.
In den darauf folgenden weiteren fast 3 Jahren hat Jonathan sehr viele Fortschritte in der Lautierung gemacht, auch angefangen Worte zu sprechen, jedoch keine Sätze und viele Worte nur getrennt, wie z.B. Sch-uh.

Jetzt waren die Umstände so, dass ich vom Saarland nach München gezogen bin. Hier kannten wir bereits die Logopädin am Kinderzentrum, durch vorherige Aufenthalte. Sie war mehr konzentriert auf die Gebärden, und eigentlich wollten wir eine Mischung hinbekommen von beidem - Lautierung und Sprache. Das hat Jonathan auch gut angenommen, damals in unseren stationären Aufenthalten im Kinderzentrum.

Nun, da Jonathan und diese Frau doch gut konnten war es meine Bitte gewesen, dass wir dann am Kinderzentrum vor Ort die Logopädie weiterführen. Das war im September vorigen Jahres. Jonathan hat allerdings nicht die Leistung erbracht, die man von ihm erwartet hat. Seine Konzentration bei dieser Frau war gleich Null. Er wollte eigentlich immer nur das tun, was ER will. Und jetzt kam diese Frau bereits vor 3 Wochen und hat verkündet, sie wolle Anfang Mai aufhören, denn es habe keinen Zweck. Ich war darüber sehr enttäuscht, habe ihr aber wenig entgegen zusetzen, außer zu sagen, dass die Saarbrücker Logopädin eben hart in der Ausführung ihrer Therapie war, entsprechend Jonathan im Griff hatte, und er spurte auch, auch wenn er viel brüllte. Aber es wurde nie eine Stunde im Zorn beendet - sondern ich denke, es ist der Zwang gewesen, der ihn in Sturheit verfallen ließ.

Sie hat dann noch 2 Stunden dran gehängt hier in München. Eine Stunde war sehr prima, und die andere Stunde ging wieder daneben. Jetzt ist noch nächsten Dienstag ein letztes Gespräch und dann Ende.

Jonathan kommt erst im Herbst in die Schule, sodass er vorher nirgendwo mehr in einer Logopädie unterkommt. Bis das an der Schule alles anläuft wird es Oktober werden. In Bayern sind die Ferien bis Mitte September und die Einschulung ins Internat beginnt erst 1 Woche später.
Bis dahin vergehen Monate ohne logopädische Therapie.
Jonathan wird langsam aber sicher viele Worte wieder verlernen. Ich versuche neben allem anderen, auch hier noch am Ball zu bleiben, fühle mich aber zeitweise einfach auch überfordert, bin keine Pädagogin, keine Therapeutin oder Psychologin. Ich bin die Mutter, die eh schon überall Grenzen steckt.

Was soll ich tun?
Ich bin da etwas traurig, fühle in mir einwenig Niederlage, denn ich habe all die Jahre viel investiert und getan, um am Ball zu bleiben und die Sprache mit zu aktivieren.
Für Jonathans Geistige Behinderung kann ich nichts und deren Auswirkungen.

Gibt es eine andere Möglichkeit um an das Kind heran zu kommen, dass es das zulässt, dass mit ihm etwas geschieht, dass es den Ernst der Lage dahinter begreift, und sich dadurch motiviert fühlen kann ????
Mein Latein ist hier leider zu Ende.

Vielleicht hast Du eine Idee - stelle mir ruhig Fragen, ist immer so lange alles, um Geschichten über Jahre gleich verständlich zu erzählen.

Lieben Gruß - Isolde
„Ich habe den lieben Gott in manchen Kneipen besser kennengelernt als in manchem Bibelkreis.“ Rainer Maria Schießler, Pfarrer in München St. Maximilian

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Beitragvon mollie » 22.04.2005, 20:51

hallo Isolde,


habe ich das richtig verstanden, dass Dein Sohn und die logopädin einfach nicht miteinander klarkommen? bzw die logopädin nicht mit Deinem Sohn?

was hat die logopädin denn GENAU für gründe genannt, warum "es keinen zweck" hat?
wie sieht sie denn die prognose bzw was schlägt sie als weiteres vorgehen vor?

die frage ist ja auch, ob DU als mutter das gefühl hast, dass da eine kompetente fachfrau vor dir steht.

warum würde Dein sohn monatelang keine therapie bekommen? ihr könntet euch doch in einer anderen praxis vorstellen, oder?

erzähl noch mal mehr, das interessiert mich.


bis bald,
viele grüße
Alexandra

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Beitragvon Isolde » 22.04.2005, 21:48

Hallo Alexandra,

ich fange von hinten an - Jonathan soll ab September in ein Internat gehen. Dort ist dann vor Ort alles an Therapie möglich, auch dann wieder Logopädie. Deshalb wäre es quatsch nun für 5 Monate mich in einer neuen Praxis anzumelden, wo ich hier in München überhaupt keine gute oder auch schlechte kenne. Die Wartelisten sind auch in logopädischen Praxen vorhanden. Also, insofern ist es rein organisatorisch irgendwie schlecht.

Fachkompetente Logopädin - ich dachte mal.
Sie hat sicher ihre Qualitäten, in jedem Fall sogar, denn sie kann die Gebärdensprache und sicher Einiges mehr. Nur, wird sie die falsche für Jonathan sein, da sie im Gegensatz zu der Saarbrücker Frau, eher die kumpelhaftige Gestalt ist die erstmal beobachtet hat, evtl. zu lange beobachtet hat und diese Zeit nutzte mein Sohn schon redlich aus um sie in der Hand zu haben, und sie hat es nicht gemerkt. Sie hat indirekt dies auch zugegeben, aber auch gesagt, sie kann jetzt nicht mehr kommen und den Spieß umdrehen. Sie ist auch nicht der Typ Frau, zu der das passt.
Kompetent sicher ja - aber nicht mit dem Ansatz für Jonathan.
Klarkommen tut Jonathan mit ihr schon, solange sie das macht, was er will.
Das ist Jonathans Lebensdevise, nur das Nötigste tun - er kriegt scheinbar doch eh alles, also für was anstrengen. Er braucht nur zu flirten mit seinem Charme, und schon sind andere weich - "ach, wie lieb der ist, der ist ja so süß, man wie der strahlt, etc. etc."

Die Gründe waren die, dass Jonathan sich keine 20 Minuten am Stück konzentrieren kann, mehr Quatsch machen will, eigentlich nur frei spielen möchte, und dies nichts bringt. 45 Minuten sind jeden Dienstag verlorene Zeit. Sie hat auf der Warteliste andere Kinder stehen, die dann eher die Hilfe brauchen und annehmen.
Eine Alternative hat sie nicht. Es wäre auch im Kinderzentrum nicht ihre Aufgabe. Dies ist Aufgabe des Psychologen, der aber mit Terminen so vollgestopft ist, dass ich fast kaum einen bekomme. Ich habe ihm in einem Mail die Situation geschildert, und habe ihn gebeten, über eine Alternative für diese 5 Monate nachzudenken.

Zusammengefasst - diese Freu sieht bei Jonathan kein Weiterkommen, weil er nicht willig ist, die Gebärden zu üben, auch nicht ansatzweise und mit der aktiven Lautierung scheint sie sich nicht so auszukennen. Sie hat sich aber trotz Bitten von mir schon im letzten Jahr, bis heute nicht mit der Saarbrücker Logopädin zusammen geschlossen um hier abzuklären, was diese mit dem Kind genau gemacht hat.
Und wie gesagt, die Konzentration auf die Arbeit fehlt - und der Druck im Nacken, dass die Warteliste so hoch ist und andere diese Stunden besser nützen würden.

Mehr weiß ich selber jetzt auch erstmal nicht.
Wie gesagt, am Dienstag ist nochmal Termin. Sie will bis dahin mit dem Psychologen geredet haben. Dieser kennt nun beide Ansichten, und ich bin selber gespannt, ob er sich äußert - evtl. auch in einer Rückmail an mich, wenn es schon keinen Termin gibt.

Lieben Gruß - Isolde
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Beitragvon Anny » 06.06.2005, 22:17

Hallo Alexandra!

Ich heiße Anja und habe einen 3jährigen Sohn (André). Er kann leider nicht richtig, d.h., er spricht nur ca. 12 Wörter und die auch nicht richtig. Er wurde im Februar an den Ohren operiert, da sich dort zu viel Flüssigkeit angesammelt hatte. Jetzt hat er beidseitig Röhrchen in den Ohren. Anfang Mai waren wir, nach Rat von unserer Kinderärztin, bei einer Beratungsstelle für Hör- und Sprachbehinderte. Dort sollte geprüft werden, ob er denn jetzt richtig hören kann (welches auch der Fall ist) und einer Logopädin vorgestellt werden. Diese teilte uns mit, dass sein Sprachverständnis einwandfrei ist, aber er Probleme mit der aktiven Sprache hätte. Was genau bedeutet das und wie kann man dies beheben?

Lieben Gruß
Anja

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Eva D.
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Beitragvon Eva D. » 15.06.2005, 13:07

Hallo Alexandra,

auch ich habe eine Frage an dich. Ich finde es ganz klasse daß du dem Forum und all den Eltern mit Tipps und Ratschlägen behilflich bist.

Ich heiße Eva, mein Sohn Hauke ist 19 Monate alt, hat einen Hydrocephalus aufgrund einer komplexen Hirnfehlbildung und ist geistig aber vor allem motorisch stark beeinträchtigt. Wir turnen nach Vojta und Bobath bald soll noch Pörnbacher dazu kommen. Das bedeutet, daß wir wie so viele hier recht voll mit Terminen sind.

Logopädie bekommt unser Sohn noch nicht, obwohl er auch in seiner Sprachentwicklung weit zurück ist. Seine Mundmuskulatur ist, wie die restliche auch, überwiegend hypton. Er ißt zwar, hat auch mit Würgereizen keine Probleme, ist allerdings schwer in der Lage zu Kauen (er zermalmt das essen nicht, sondern läßt nur Ober- und Unterkiefer "aufeinanderfallen"). Ich habe mal etwas von Kaunudeln gehört, die dem Kind diese Bewegung etwas antrainieren können. Kannst du mir behilflich sein, wie ich da ran komme? In der Apotheke können sie damit nichts anfangen. Und hast du vielleicht noch weitere Tipps?

Und dann habe ich noch eine andere Frage. Ist es möglich bei einem noch so jungen Kind mit "unterstützter Kommunikation" zu beginnen? Und wie stelle ich dies an? In seinem Rahmen ist Hauke in der Lage uns seine Bedrüfnisse klarzumachen. Er hat zwar zusätzlich eine Sehbehinderung aber immer wieder kehrende Dinge wie z.B. seine Zahnbürste oder unsere ihm entgegengestrecken Hände erkennt er und "reagiert" auch darauf.

Ich wäre dir über eine Antwort sehr dankbar.
Viele Grüße
Eva
Eva (05/75), Eike (12/76) und Sohn Hauke (10/03) mit Hydrocephalus, kompl. Hirnfehlbildung, ICP, Hypotonie, Sehbehinderung, schwer mehrfach behindert, Epilepsie


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