Rollstuhl - auf was muss ich achten?

Hier könnt ihr die Hilfsmittel eurer Kinder vorstellen, z. B. Reha-Buggy, Pflegebett, Stehtrainer, Therapieliege usw. - gerne auch mit Foto.
Ihr könnt hier übrigens auch Fragen bezüglich Technik und Anwendung verschiedener Hilfsmittel stellen.

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ClaudiaSp
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Rollstuhl - auf was muss ich achten?

Beitrag von ClaudiaSp »

Hallo zusammen,

mein Sohn (7 Jahre) läuft, aber (noch) keine großen Strecken. Bisher hatten wir eine Reha-Buggy, aber ich denke dass ein Rollstuhl jetzt sinnvoller wäre, und einfach auch altersgerechter. Daher sind wir nächste Woche im SPZ in der Rehasprechstunde.

Ich gebe zu, ich habe keine Ahnung von Rollstühlen und keine Zeit mich jetzt durchs Internet zu lesen......
Der Rollstuhl muss eigentlich nichts besonderes können, mein Sohn sitzt stabil. Ed sollte nur leicht und handlich sein, damit Junior ihn ggfs. Selbst bewegen kann und damit er gut ins Auto passt. Aus Eurer Erfahrung,gibt es irgendetwas worauf ich unbedingt achten sollte? Nicht dass der Rehatechniker mir irgendeinen Quatsch erzählt und ich merke es gar nicht.....

Danke für Eure Tipps,
viele Grüsse
Claudia
Claudia mit M, * 09/2008, ehemaliges Zwillings-Frühchen, 520g (SSW 25+0) nach FFTS, schwerhörig, Autismusspektrumsstörung, Absencen-Epilepsie, seit 09/2015 ein Schulkind Förderschule Motorik, und Zwillingsbrüderchen T fest im Herzen

Lumoressie
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Beitrag von Lumoressie »

So pauschal ist das schwer zu sagen.
Die Frage ist ja, was man mit dem Rolli alles machen will.
Unser E. ist auch 7. Wir haben zwei Rollis, einen Sopur Youngster 3 und einen Kika von Sorg.
Der Sopur ist sehr klein und sehr leicht. Es ist ein Faltrollstuhl, man kann ihn also zusammenklappen. Wenn wir fliegen, darf der Rolli problemlos mit ins Flugzeug. E. könnte sich darin super selber fortbewegen, will aber meist nicht. Als Extras haben wir eine durchgehende Schubstange, sonst nichts.
Dann hat E. noch einen Kika. Der ist nicht faltbar, viel größer und viel schwerer. Dafür kann man den Sitz kanteln und auch die Rückenlehne nach hinten klappen. E. hält gerne sein Mittagsschläfchen in der Schule im Rolli.
Der Kika hat zusätzlich zum Beckengurt noch eine Anschnallweste- und Hose, damit E. nicht ausrücken kann.
Er hat sehr bequeme Armlehnen. Wir haben noch ein dranklemmbares Tablet als Extra.
Also, wenn das Kind nicht mehr schläft und sich selbst im Rolli fortbewegen kann, ist ein leichter, wendiger Aktivrollstuhl oder eben ein Faltrolli gut.
Braucht man mehr Gemütlichkeit, geht das auf Kosten der Wenigkeit und des Gewichts...

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Jaqueline
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Beitrag von Jaqueline »

Hallo Claudia,

es empfiehlt sich immer mehrere zu testen. Ich würde so wenig Zubehör wie möglich nehmen, also nur so viel wie nötig, weil alles auf das Gewicht geht. Ob faltbar oder starr ist Ansichtsache und kommt auch auf einen Kofferraum an. Kinderrollis sind ja in der Regel klein, so dass auch ein starrer gut reingeht. Ein faltbarer geht aber auf jeden Fall. Er sollte aber wendig sein. Bei Kindern würde ich immer einen Speichenschutz und einen Kippschutz mit dazu nehmen und immer einen Kleiderschutz.

Lasst euch nicht den erst besten gleich auf die Nase binden.
LG Jaqueline
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Für immer im Herzen.

Felicitas E.
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Beitrag von Felicitas E. »

Hi du!
Es kommt drauf an, was dein Sohn braucht.
Deshalb kann man deine Frage nicht pauschal beantworten.
Ich finde zum Beispiel Starrrahmen Rollstühle besser, weil die die besseren Fahreigenschaften meiner Meinung nach haben. Aber das ist, wie bereits erwähnt Geschmackszache. Aber eigentlich sind gerade starre Kinderrollstühle auch sehr klein.
Ansonsten braucht ihr vermutlich Kippschutz, Speichenschutz, evtl. eine Anschnallgurt und bei einem 7jährigen vermutlich auch noch Schiebegriffe.
Lasst euch nicht zu viel Zubehör aufschwatzen, der Rollstuhl sollte schön leicht bleiben, wenns geht. Am beste solltet ihr mehrere Rollstühle zum Testen anfordern, das machen SPZ normalerweise auch!
Liebe Grüße Felicitas mit Spina Bifida und Diabetes
Das Leben ist keine Gerade!

ClaudiaSp
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Beitrag von ClaudiaSp »

Hallo zusammen,

Danke für die Tipps!
Gemütlichkeit brauchen wir nicht, Junior hat es sowieso nicht so mit Schlafen, im Buggy schlãft er auch nicht. Also brauchen wir vermutlich einen Kippschutz, Speichenschutz, Schiebegriffe (ich bin gespannt ob er das selbst schieben überhaupt schafft.....er ist wirklich extrem schlank und hat ganz dünne Ärmchen....).
Etwas um ihn anzuschnallen ist auch gut, damit er nicht in voller Fahrt aussteigt. Ich werde mal sehen ob wir verschiedene testen können, zumindest mal einen faltbaren und einen starren, das wäre natürlich hilfreich.

Danke & viele Grüße
Claudia
Claudia mit M, * 09/2008, ehemaliges Zwillings-Frühchen, 520g (SSW 25+0) nach FFTS, schwerhörig, Autismusspektrumsstörung, Absencen-Epilepsie, seit 09/2015 ein Schulkind Förderschule Motorik, und Zwillingsbrüderchen T fest im Herzen

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Binewo
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Beitrag von Binewo »

Hallo Claudia,

was ich noch von einer Bekannten weiß, deren Kind ab und zu selber "rollt",
im Winter sind die Greifringe immer recht kalt. Dann mag das Kind nicht selber schieben...
sie haben extra Überzug auf den Metallgreifringen, damit sie im Winter bei Kälte angenehmer zu greifen sind... :wink:
Wurde auch von der Kasse übernommen.

LG
Bine
Josef (*79) und Sabine (*77)
mit Theresa (*16.01.05)-Dramaqueen
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René G.
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Beitrag von René G. »

Wenn ich das so lese,läuft es es auf einen Starrahmenrollstuhl hinaus.Dieser ist leicht,wendig und deutlich stabiler,als ein faltbares Modell.Ihr solltet beide Varianten erproben!Dinge wie Handling im Alltag,Verstaubarkeit im PkW usw.sollten dringend erprobt werden.Da Euer Sprößling eher dünne Ärmchen hat,achtet bitte auch auf Dinge wie Radsturz und aktiven Radstand.Der gute Rehaberater nimmt sich hierfür viel Zeit für Euch.Auch solltet Ihr über ein Handbike nachdenken,eventuell mit elektrischer Unterstützung.Nehmt Euch Zeit für entsprechende Erprobungen........

heidipet
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Beitrag von heidipet »

Hallo Claudia,
zusätzlich zu dem, was die Vorredner schon gesagt haben:
- Sitzbreite darf nicht zu groß sein. Hintern plus 1-1,5cm.
- Gewicht ist wichtig, Faltrollis sind etwas schwerer.
- "Radsturz" heißt, wie schräg die Räder stehen. Je schräger, desto sicherer, aber auch breiter.
- Möglichkeit, den Schulranzen zu transportieren. Wir hatten so eine Art klappbare Staplergabeln vorne dran ("Caddy").
-Ein gut und aktiv eingestellter Rollstuhl kippt leicht nach hinten (dafür der "Kippschutz"), deswegen ist hinten dranhängen bei Euch wahrscheinlich nicht sinnvoll.
- Beim Rezept drauf achten, dass wirklich ganz genau draufsteht, was Ihr braucht. "1 Rollstuhl" ist ungefähr so wie "1 Auto".
- Schiebegriff mit beantragen, möglichst verstellbar und einfach demontierbar. "Dünne Ärmchen" werden leicht müde. Demontierbar, weil Behinderte öfters mal gegen ihren Willen weggeschoben werden, wenn ein Griff dran ist.
- Je größer die Räder, desto geländegängiger, z.B. Kopfsteinpflaster. Vor allem die kleinen Vorderräder.
- Feste Sitzplatte ist auf Dauer bequemer.

Wir hatten einen von der 4ma3ma. Teuer, aber nur 7,5 kg.
Lass Dir Zeit und versuche, zu testen.

Viel Erfolg
Heidi

ClaudiaSp
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Beitrag von ClaudiaSp »

Hallo zusammen,

@ Heidi:Danke für die Erklärungen, ich wollte gerade fragen was "Radsturz" heisst :oops:

Gerade das Gewicht wird wesentlich sein, Junior wiegt noch nicht mal 15 kg (bei 110 cm) und ist auch sehr schmal. Also klein und leicht sollte der Rolli sein.
Noch eine "Anfängerfrage": wenn ich einen starren Rolli im Auto verstauen will, kommt der dann "am Stück" rein? Oder kann man z.B. die Rãder schnell abmachen?

Viele Grüße
Claudia
Claudia mit M, * 09/2008, ehemaliges Zwillings-Frühchen, 520g (SSW 25+0) nach FFTS, schwerhörig, Autismusspektrumsstörung, Absencen-Epilepsie, seit 09/2015 ein Schulkind Förderschule Motorik, und Zwillingsbrüderchen T fest im Herzen

Katja_S
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Beitrag von Katja_S »

Hallo Claudia,
wenn ich einen starren Rolli im Auto verstauen will, kommt der dann "am Stück" rein? Oder kann man z.B. die Rãder schnell abmachen?
Das kommt aufs Auto an :D . E. Starrrahmen-Rolli (inziwschen 23 kg und über 120 cm groß) passt zum Beispiel noch gut "im Ganzen" in den Kofferaum unseres Opel Merivas, ich klappe nur den Schiebegriff runter. Will ich ihn mal in einem Opel Corsa transortieren, muss ich die Räder abmachen, damit es passt .. Die Räder kann man aber auch relativ leicht abmachen (wenn man mehr Übung hat wie ich (wir machen das nur ganz, ganz selten) sicher noch schneller).
Unser Techniker meinte mal (da war E. aber noch kleiner und der Rolli damit auch), dass bei so kleinen Kindern ein Faltrolli zusammengeklappt gar nicht so viel schmäler würde, da die Sitzbreite ja sowieso noch schmal sei. Gleichzeitig seien Klapprolli durch den Falt mechanismus immer etwas schwerer und instabiler...
Gruß,
Katja
Katja mit E. (geb. April'08), Frühchen 26. SSW, Hirnblutungen, Hydrocephalus (Shunt-versorgt), gehörlos (2 CIs), Epilepsie, geistige und körperliche Behinderung

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