Alleinerziehend und das Amt macht Ärger?

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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ElisaMari
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Beitrag von ElisaMari »

Felicitas schrieb:
Und logisch kann man sich wehren,ist jedermans recht.aber willst du rriskieren, das man dir wegen"verweigerung" ans Geld geht und streichen betätigt?
ich nicht, auch wen es schwer ist zu machen, bin ich auch fürs arbeiten,den man ist doch nicht nur mutti und pflegkraft sondern auch Mensch der unter Menschen muß, den geist nicht abstumpfen zu lassen,mehr für das selbstwertgefühl tun.
Das mit dem Geld streichen kenne ich. Sie dürfen das nicht einfach tun, das sage ich Dir. Ich schreibe meine Briefe meist in Kopie an mehrere Stellen (und gebe das dem Jobcenter auch so an), also z. B. auch an Behindertenkoordinatorin und Kinderbüro. Denn wenn sie Geld streichen, dann gefährden sie das Wohl von Kindern, besonders auch das eines behinderten Kindes. Ich finde, das zeigt Wirkung.

Und für mein Selbstwertgefühl brauche ich neben der wirklich anstrengenden Pflege eines Kindes mit einer sehr schweren Epilepsie nicht auch noch einen Arbeitsplatz, wo mich ein Chef rumscheucht und mich Kollegen evt. nerven, das kann ich Dir sagen. Außerdem finde ich mich geistig nicht abgestumpft, im Gegenteil nutze ich viel meiner freien Zeit, um mich schlauzulesen ud zu diskutieren - bin sehr fit geistig!

Allerhöchstens würde ich mich selbständig machen, aber ich würde dadurch wohl kaum genug verdienen, um vom Amt loszukommen. Außerdem weiß ich noch nicht genau, womit es am besten wäre, wenn es mal soweit kommt, dann nur, wenn alle - ich und mein Kind - davon profitieren würden.

Außerdem finde ich, daß Mutter sein etwas sehr Großartiges und Erfüllendes sein kann (auch Vater sein). Und Pflegetätigkeit ist ein ernstzunehmender Beruf, warum aber nur dann, wenn man ihn an FREMDEN Menschen ausübt?

LG, Elisabeth
Elisabeth mit Charlotte (*07/97) und Samuel (*04/94)

Seit Jan. 08 hat Charlotte die Diagnose Dravet-Syndrom (molekulargenetisch bestätigt, SCN1A Missense Mutation).

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dagmar neo frea
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Beitrag von dagmar neo frea »

elisabeth hat geschrieben:

Außerdem finde ich, daß Mutter sein etwas sehr Großartiges und Erfüllendes sein kann (auch Vater sein). Und Pflegetätigkeit ist ein ernstzunehmender Beruf, warum aber nur dann, wenn man ihn an FREMDEN Menschen ausübt?

das ist einfach zu erklären
ich denke,weil die pflegenden personen dann ausgebildet sind

ob die pflege dann besser ist ,steht auf einem anderen blatt :wink:
l.g.
dagmar
Dagmar *1962,Robert *1965,Frea Jakobine *1985, T21,operierter AV- Kanal,Neo Leander*2004, HFA

http://www.institut-fuer-menschenrechte ... rpd_de.pdf
https://www.youtube.com/watch?v=dVrX7Gqjzs0

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ElisaMari
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Beitrag von ElisaMari »

dagmar neo frea hat geschrieben:hallo elisabeth


geht deine tochter nirgends hin ?

l.g.
dagmar
Nein, sie hat außer mir eine feste Babysitterin, die ich über die Krankenkasse und das Pflegegeld finanziere, wenn ich es brauche, sowie ab und zu weitere Babysitter. Sehr selten geht sie mal in eine kleine Gruppe behinderter Kinder und Jugendlicher.

(Ich mache das am liebsten so, weil es uns z. B. den morgendlichen Streß erspart. Ich bin in zwei Jahren 50 und trotz der körperlichen Belastung noch sehr fit, aber auch nur, weil ich mir auf meine Weise den Rücken frei halte. Daß das kein Weg für alle ist, ist mir klar. Aber mit dem Eintreten für eine Freie Wahl ist es mir ernst, auch für andere.)

LG, Elisabeth
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dagmar neo frea
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Beitrag von dagmar neo frea »

hallo elisabeth

danke für deine antwort

das hört sich sehr anspruchsvoll an

l.g.
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ElisaMari
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Beitrag von ElisaMari »

dagmar neo frea hat geschrieben:@michael

ich meine grundsicherung
ich dachte ,das gibt es nur führ behinderte und nicht für gesunde :icon_shaking2:

l.g.
dagmar
Mische mich mal ein:

"Grundsicherung" ist vielleicht irreführend.

Eigentlich heißt es einerseits "Grundsicherung für Arbeitssuchende" = ALG 2 => SGB II, andererseits "Sozialhilfe" (hier salopp als "Grundsicherung" bezeichnet) => SGB XII.

Sozialhilfe gibt es für diejenigen, die nicht (mehr) erwerbsfähig sind, also z. B. für Rentner (ergänzend, wenn sie zu wenig Rente bekommen), oder für nicht erwerbsfähige Behinderte. Andererseits gibt es ja auch erwerbsfähige Behinderte.

Kinder (= Minderjährige unter 15 Jahren) erhalten ja "Sozialgeld", da bin ich mir momentan nicht sicher, wohin das gehört, ob zum ALG II oder zur Sozialhilfe, logischerweise aber müßte es zur Sozialhilfe gehören.
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Beitrag von ehemalige Userin »

[quote="MichaelK"][quote="MamaUlli2000"]Aber ich weiß, das man als Pflegeperson nicht mehr als 30 Stunden die Woche arbeiten darf.


[/quote]

Darfst du schon, nur bekommst du dann keine Rentenbeiträge mehr für die Pflegetätigkeit.

LG Michael[/quote]

Hallo Michael,
bei mehr als 30 Stunden zahlt man seine Rentenbeiträge ja auch wieder selbst. :lol:
Außer man muss zu einem Dumoinglohn arbeiten. :lol: Grundsätzlich ist man bei über 120 Stunden im Monat aber angemeldet.


Hallo @ all

Ich bin jetzt sicher niemand, der eine Mutter in einen Job drängt. Aber ich möchte nun wirklich mal fragen, was spricht denn dagegen,wenn man ein paar Stunden arbeitet, trotz Pflege? wenn das Kind in Schule / Kindi ist? Logisch das klappt mit den Zeiten und den Ferien oder auch Ferienbetreuung oftmals nicht. Man muss doch immer erst schauen, was angeboten wird und ob ein Job mit der Pflege vereinbar wäre?

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MichaelK
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Beitrag von MichaelK »

dagmar neo frea hat geschrieben:....das ist einfach zu erklären
ich denke,weil die pflegenden personen dann ausgebildet sind

ob die pflege dann besser ist ,steht auf einem anderen blatt :wink:
l.g.
dagmar
Hallo Dagmar,

das glaube ich, ehrlich gesagt, überhaupt nicht. Ich denke eher, es hat was damit zu tun, dass bei der ehrenamtlichen Pflege kein "Geschäft" zu machen ist. Pflegedienste und viele Andere machen aber damit ein Geschäft.

LG Michael
Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2
"Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."
(Martin Luther King)

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ElisaMari
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Beitrag von ElisaMari »

Hallo Gaby,

aus meiner Sicht gegen das Arbeiten (aushäußig) spricht, daß man es nicht schafft.

Ich habe einen kleinen Nebenjob (wirlich sehr klein, weniger als einige Stunden ab und zu), aber selbst die Zeit, die ich damit verbringe (vor allem aus finanziellen Gründen, aber auch als kleine Absicherung, falls ich das Amt mal nicht mehr brauchen will), wäre oft auf andere Weise besser verbracht. Der Haushalt hinkt seit Jahren immer hinterher, und je älter ich werde, desto weniger kann ich ohne Ruhezeiten für mich selber auskommen. Während früher Nächte durchmachen mit Arbeit kein Thema war, ist das mittlerweile nur noch sehr begrenzt möglich.

Wenn die Pflege sehr aufreibend ist oder eben aufgrund der Erkrankung zeitlich unberechenbar ist, dann kann Erwerbsarbeit unmöglich werden. Oder man delegiert eben, wie ich ja schon mal schrieb. Wenn das Kind in der Schule oder im Kiga ist, dann ist das ja auch für viele Pflegende die einzige Zeit, um in Ruhe Dinge zu erledigen oder sich selbst auszuruhen. Wenn dieser Freiraum wegfällt, weil er mit Erwerbsarbeit gefüllt wird, dann kann das zuviel sein. Dazu kommt dann noch oft aufreibende Organisationsarbeit.

LG, Elisabeth
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Beitrag von ehemalige Userin »

Hallo elisabeth,
gut ich kann wirklich nicht beurteilen, wie sehr manche Menschen in Mitleidenschaft gezogen werden. Was Du hier beschreibst könnte ich persönlich nur dann nachvollziehen, wenn es sich um ein sehr krankes Kind handelt, dass oft nicht im Kindi/ Schule ist. Also viel krank oder im krankenhaus. Ist ja nun wirklich bei allen Leuten ganz unterschiedlich.

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MichaelK
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Beitrag von MichaelK »

Gaby V. hat geschrieben: Aber ich möchte nun wirklich mal fragen, was spricht denn dagegen,wenn man ein paar Stunden arbeitet, trotz Pflege? wenn das Kind in Schule / Kindi ist?
Hallo Gaby,

grundsätzlich spricht gar nichts dagegen, wenn die Umstände es zulassen. Die Frage ist doch nur, ob die BA die richtige Stelle ist, diese Umstände zu beurteilen. Und da meine ich: Nein!
Mich betrifft es ja nicht, im Moment, kann sich aber ganz schnell mal ändern, aber ich kann mir schon vorstellen, dass viele Pflegepersonen von der BA bedrängt werden (um nicht zu sagen genötigt!)
Umsonst kommt ja dieses Thema hier auch nicht vor :wink:

LG Michael
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