Ablehnung der Beihilfe bzgl. Genomanalyse

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Lisacle
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Ablehnung der Beihilfe bzgl. Genomanalyse

Beitrag von Lisacle »

Hallo ihr Lieben,
wir mal wieder. Cleo ist über mich versichert, 80% bei der Beihilfe, 20% bei der Debeka.
Jetzt wollen wir eine Genomanalyse machen lassen. Der Kostenvoranschlag hierfür ist 4600 Euro und die Beihilfe lehnt ab.
Mit folgender Begründung:

"Gentests oder –analysen die weder der Diagnosestellung noch der
Behandlung einer Erkrankung dienen und die auch nicht im Rahmen eines
etablierten Früherkennungsprogramms durchgeführt werden, sind
medizinisch nicht notwendig und damit nicht beihilfefähig. Dazu zählen
insbesondere prädiktive Gentests, Gentests zur Frage der Vererblichkeit
bestimmter Krankheiten oder Gentests, die lediglich der Kenntnis des
Gendefekts dienen.
Sollte der geplante Gentest oder die Genanalyse der Diagnosestellung und
damit der weiteren Behandlungsplanung dienen, bitten wir um Vorlage
einer entsprechenden ärztlichen Bescheinigung."

Die Entscheidung der Debeka steht noch aus.

Hat jemand eine Idee, Erfahrung, was wir machen können? Diese große Summe wollen wir eigentlich echt nicht selbst übernehmen.

Liebe Grüße,
Lisa
Lisa mit
Lotta *2018 und
Cleo *2021 (Komplexe Hirnaufbaustörung mit schwerer Epilepsie Verdacht auf Pachygyrie und Polymikrogyrie, seit neuestem West-Syndrom)
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kati543
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Re: Ablehnung der Beihilfe bzgl. Genomanalyse

Beitrag von kati543 »

Hallo Lisa,
bei meinem Sohn ging das (kostenlos) über eine Studie. Vielleicht wäre das auch ein Weg bei euch. Einfach mal bei den Unikliniken in der Umgebung erkundigen, ob da etwas auf euch passt. Als der (positive) Befund dann da war, zahlte die Kasse die humangenetische Beratung und den Test vom Bruder (der hatte aber nichts).
Der Gastroenterologe wollte danach auch per genetischer Untersuchung feststellen, welche Art der Fettstoffwechselstörung der Kleine genau hat, um zu wissen, wie man das genau behandeln muss. Das hat die Kasse problemlos bezahlt, da das Ergebnis notwendig war für die spätere Behandlung.

LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Fettstoffwechselstörung (HeFH), Esstörung, Taub R, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Mikrodeletion 3p26.3, Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)
Rita2
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Re: Ablehnung der Beihilfe bzgl. Genomanalyse

Beitrag von Rita2 »

Lisacle hat geschrieben: 23.09.2022, 12:13 ...
Sollte der geplante Gentest oder die Genanalyse der Diagnosestellung und
damit der weiteren Behandlungsplanung dienen, bitten wir um Vorlage
einer entsprechenden ärztlichen Bescheinigung."
...
Hallo,
ich weiß nicht warum ihr die Genomanalyse machen wollt. Aber vielleicht kann euch der Arzt etwas ausstellen (siehe Zitat oben).

Viele Grüße
Rita
Rita mit Sohn *Dezember 1995, ohne Diagnose,
cerebrale Koordinations- und Tonusregulationsstörung mit Zehenspitzengang, kognitive und sprachliche Entwicklungsstörung, süßer Bengel
Jennifer1986
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Re: Ablehnung der Beihilfe bzgl. Genomanalyse

Beitrag von Jennifer1986 »

Hallo,
uns hat der Arzt ausgestellt, dass es medizinisch notwendig ist und das kurz ausgeführt. Dann hat es mit der Beihilfe geklappt.
Viele Grüße
Jennifer
Henrymami
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Re: Ablehnung der Beihilfe bzgl. Genomanalyse

Beitrag von Henrymami »

Hi,
Henry ist auch 80 % Beihilfe und 20 Debeka versichert, bei uns wurde es mit anliegender Ärztlicher Begründung übernommen.

LG
Henry 25.06.13 Goldberg-Sphrintzen-Megakolon-Syndrom
PEG, spastische Zerebralparese, Katarakt bds, Glaukom
Zwillingsbruder Tom gesund
Schwester Lena 24.10.14 gesund
Ursula M.
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Re: Ablehnung der Beihilfe bzgl. Genomanalyse

Beitrag von Ursula M. »

Kann die Genomanalyse das Ergebnis haben, dass die Behinderung vererbt ist? Dann kann vielleicht weiterer Kinderwunsch zu einer Kostenübernahme führen.
VG Ursula
Anne1301
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Re: Ablehnung der Beihilfe bzgl. Genomanalyse

Beitrag von Anne1301 »

Ich stimme Ursula zu. So hatten wir damals auch argumentiert (ebenfalls Beihilfe/Debeka), dass wir einen weiteren Kinderwunsch haben. Es wurde übernommen. ISt allerdings schon ein paar Jahre her.

Vg
Anne
A. (*2012) und B. (*2014) vermtl. unbekannter Gendefekt, Epilepsie, Rumpfhypotonie, globale Entwicklungsverzögerung (insbesondere Feinmotorik und Sprache), ADHS
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Anja mit Tristan
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Re: Ablehnung der Beihilfe bzgl. Genomanalyse

Beitrag von Anja mit Tristan »

Hallo,

die hessische Beihilfe ist 2015 genau deswegen verklagt worden und hat verloren.

1. Der Bescheid vom 7. Februar 2013 in Gestalt des Bescheides vom 12. April 2013, dieser wiederum in Gestalt des Bescheides vom 24. Juni 2013 in Gestalt des Widerspruchsbescheids vom 26. September 2013 wird aufgehoben.

2. Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger Beihilfe für die Array – CGH Analyse in Person des Klägers sowie seiner Ehefrau zu bewilligen.

https://openjur.de/u/830372.html

Liebe Grüße
Anja
Tristan: 10/2014, HIE, Aphagie (Button), Hiatushernie, Cardiainsuff., GÖR, Fundoplicatio, ICP, Laryngomalazie, Sehbehind., global entwicklungsverz. - Mamas und Papas Sonnenscheinchen
Lisacle
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Re: Ablehnung der Beihilfe bzgl. Genomanalyse

Beitrag von Lisacle »

Hallo ihr Lieben,

vielen herzlichen Dank für eure Infos und Ideen.
Tatsächlich hab ich jetzt unseren behandelnden Arzt in der Kikli gefragt, ob er was schreiben kann und er hat geantwortet "Leider kann man da nicht viel machen, weil die Versicherung klar sagt, dass sie in der Situation von Cleo die Kosten nicht übernehmen, das tut mir leid. Denn die genetische Diagnostik bei Cleo dient tatsächlich prädiktiven und diagnostischen Aussagen. Eine tatsächliche Behandlungsplanung ergibt sich daraus eher nicht."

Na toll, es ist für uns als Eltern ja irgendwie trotzdem wichtig zu wissen, wie es zu der Hirnfehlbildung kam ... auch in Bezug auf ein evtl. drittes Geschwisterkind, etc.

Was würdet ihr an unserer Stelle machen?
Hatte die genetische Untersuchung bei euch allen wirklich Auswirkung auf den Behandlungsplan?
Kann der VdK hier weiterhelfen?

Ganz liebe Grüße,
Lisa
Lisa mit
Lotta *2018 und
Cleo *2021 (Komplexe Hirnaufbaustörung mit schwerer Epilepsie Verdacht auf Pachygyrie und Polymikrogyrie, seit neuestem West-Syndrom)
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Lisacle
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Re: Ablehnung der Beihilfe bzgl. Genomanalyse

Beitrag von Lisacle »

@Anne und Ursula:
Genau so dachte ich eigentlich auch, aber in der Ablehung steht leider explizit drin, dass "Gentests zur Frage der Vererblichkeit
bestimmter Krankheiten" nicht übernommen werden. Das kann ich irgendwie gar nciht glauben.
Lisa mit
Lotta *2018 und
Cleo *2021 (Komplexe Hirnaufbaustörung mit schwerer Epilepsie Verdacht auf Pachygyrie und Polymikrogyrie, seit neuestem West-Syndrom)
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