Nachteile durch Pflegestufe?

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Kerstin.und.Lilly
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Nachteile durch Pflegestufe?

Beitrag von Kerstin.und.Lilly »

Hallo zusammen,

meine Tochter hatte mit 4 Monaten epileptische Anfälle. Der Neurologe diagnostizierte eine "Watanabe"Epilepsie, die sich wieder "verwachsen" sollte. Nach circa 8-monatiger Medikation durch Oxcarbazepin wurde das Medikament langsam ausgeschlichen und die Anfälle kamen zum Glück nie wieder.

Heute ist sie 6 Jahre alt. Sie hat eine globale Entwicklungsstörung, motorisch und kognitiv. Sie bekommt Inklusion in der Grundschule und eine Schulbegleitung (die Lehrerinnen und die Schulbegleitung sind super!!!). Es läuft sehr gut, wir sind glücklich daß es ihr damit so gut geht.

Wir mussten unsere Tochter vor circa einem halben Jahr von der Ärztin vom Gesundheitsamt untersuchen lassen. Diese riet uns dazu, einen Schwerbehindertenausweis und auch Pflegegeld zu beantragen, damit finanziell etwas entlastet sind. (Es ist gerade etwas eng, wir mussten unsere Arbeitszeiten anpassen, da Lilly bis auf einen Tag in der Woche immer um 12 Uhr zuhause ist, daher haben wir die Arbeitszeiten reduziert)
Zusätzlich geht Lilly zur Reittherapie, die ist aber wahnsinnig teuer. Nun sind wir gerade beide zuhause (Coronakrise) und haben uns überlegt dass wir die Pflegestufe beantragen wollen. Den SBA haben wir schon, 70% und Merkzeichen H.

Nun meine Frage: Entstehen unserer Tochter irgendwelche Nachteile durch den SBA und eine Pflegestufe, zum Beispiel was die Schulbegleitung oder auch das spätere Leben angeht? Wir möchten ihr nichts verbauen durch einen "Stempel".

Über eure Antworten freue ich mich. Vielen Dank!!!
Einen schönen Tag und liebe Grüße,
Kerstin

Sandra728
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Re: Nachteile durch Pflegestufe?

Beitrag von Sandra728 »

Der einzige rechtliche Nachteil der durch einen Pflegeantrag entsteht ist, dass man keine Pflege-Bahr-Versicherung mehr abschließen kann, die aber sowieso Mist ist. Ansonsten muss niemand großartig erfahren, dass man einen Pflegegrad hat.

Du solltest dir lieber die Vorteile für dich ins Auge fassen. Das Pflegegeld kannst du verwenden wie ihr wollt. Solltest du mal aus irgendeinem Grund im Krankenhaus landen, kann man auch die ambulanten Sachleistung in Anspruch nehmen. Den Entlastungsbetrag, um dich zu entlasten, usw.

Stellt am besten den Antrag noch diesen Monat, am besten per Fax oder Einwurfeinschreiben. Dann würdet ihr auch noch für den März Leistungen bekommen.

kati543
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Re: Nachteile durch Pflegestufe?

Beitrag von kati543 »

Hallo,
eine Pflegezusatzversicherung klappt dann nicht mehr. Das ist die einzige Einschränkung. Dagegen stehen nicht nur das monatliche Pflegegeld, sondern auch noch deine soziale Absicherung (Unfall, Arbeitslosigkeit, Rente)
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

NicoleWW
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Re: Nachteile durch Pflegestufe?

Beitrag von NicoleWW »

Hallo,

wir haben für 2 Kinder einen Pflegegrad, sie haben keine Nachteile, beide haben Schulbegleitung und beide sind als Regelkind im Gymnasium (sie haben keinen Förderbedarf). Sie ahben auch beide einen SBA , man muss beides nicht angeben zB in der Schule.

Liebe Grüße
Nicole
Nicole (70, Morbus Bechterew, Asthma) mit

J.M. (92)
J.C. (93)
J.E. (95, ADHS, E80.4)
A.M. (04, F93.3, F98.8, F81,1)
S.F. (04,F84.5, F98.8, J30.3, E80.4, J45.0)
V.L. (07, J45.1, F98.0)
J.K. (07, F84.5, F98.0)

JohannaG
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Re: Nachteile durch Pflegestufe?

Beitrag von JohannaG »

Eine Sache gibts, die man nicht außer Acht lassen sollte: Ab Pflegegrad 3 bekommt man keine Kinder-Unfallversicherung mehr, bzw eine schon abgeschlossene Versicherung erlischt dann.

Ansonsten: Keine Nachteile.

LG Johanna
Johanna, *73, Morbus Bechterew;
C., (w), 11/2004, adoptiert, FASD, Bindungsstörung, lernbehindert, juvenile Polyarthritis;
J. (m) 01/2008, adoptiert, ADHS; Depressionen und ???,
M. (w) 01/2012 FG bei 23+6 SSW, Kleinwuchs, GÖR, Nahrungsmittelallergien, leichte ICP, Schielen, Weitsichtigkeit, allg Entwicklungsverzögerung

SarahTheresia
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Re: Nachteile durch Pflegestufe?

Beitrag von SarahTheresia »

Waaahhh... danke für die Info. Wir haben für unseren Sohn eine Pflegeversicherung abgeschlossen und natürlich weist einen darauf niemand hin. Die müsste seit dem 1.1.19 erloschen sein (Beiträge zahlen wir natürlich trotzdem). Schreibe direkt mal den Makler an, damit wir zumindest das Geld zurück bekommen...

Silvia15
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Re: Nachteile durch Pflegestufe?

Beitrag von Silvia15 »

Da muss ich auch mal nachfragen. Meine Kinder haben eine Unfallversicherung bei der selben Versicherungsgesellschaft wie die Pflegeversicherung. Wir haben auch Pflegestufe 3 aber eine Mitteilung dass die Unfallversicherung deshalb erloschen wäre haben wir auch nicht bekommen.

Seh aber jetzt auch nicht so ganz den Zusammenhang. Kommt vielleicht auch auf den Grund der Pflegebedürftigkeit an.
Silvia mit Maximi (Juli 15, Verdacht auf ASS) und Minimi (Mai 17, ein normaler Wirbelwind)

Mamamarti
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Re: Nachteile durch Pflegestufe?

Beitrag von Mamamarti »

Hallo,
Falls du eine Pflegeversicherung abgeschlossen hast, ist sie doch nicht erloschen, sondern muss im Falle einer Pflegebedürftigkeit zahlen.
Warum soll sie erloschen sein?
LG Marti

JohannaG
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Re: Nachteile durch Pflegestufe?

Beitrag von JohannaG »

Hallo in die Runde,

Pflegezusatzversicherung und Unfallversicherung sind zwei Paar Stiefel!

Ich hab nur von Unfallversicherung gesprochen. Ich habe keine einzige gefunden, die meine Maus mit PG 3 versichert. Der Grund für die Pflegebedürftigkeit ist auch komplett egal, es zählt nur der Grad. Meines Wissens müssen sie auch nicht leisten. Eine Mitteilung, dass die Unfallversicherung erloschen ist, könnte es nur geben, wenn ihr der Unfallversicherung mitgeteilt hättet, dass der PG 3 vorliegt.
Ich würde mal in den Versicherungsbedingungen nachlesen. Vielleicht gilt es bei der ein oder anderen Gesellschaft noch weiter, wenn die Versicherung schon vor Eintritt der Pflegebedürftigkeit abgschlossen wurde. Bei den meisten aber nicht.

Über eine Pflegezusatzversicherung kann ich nichts sagen, hab ich keine Erfahrungen.

LG Johanna
Johanna, *73, Morbus Bechterew;
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Silvia15
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Re: Nachteile durch Pflegestufe?

Beitrag von Silvia15 »

Die Unfallversicherung ist bei uns bei der selben Gesellschaft wie die Pflegeversicherung, ergo haben sie Kenntnis von der Pflegebedürftigkeit und bisher kam nichts von wegen, die Versicherung wäre dadurch erloschen.

Ich denke eine Unfallversicherung ist immer bei Aufnahme mit einer Gesundheitsprüfung verbunden. Eine Pflegebedürftigkeit zeigt ja, dass da was im Argen ist. Die Ablehnung kommt aber vermutlich eher wegen den gesundheitlichen Einschränkungen wie durch die Pflegebedürftigkeit. Würde somit vermutlich erfolgen egal ob ein Pflegegrad besteht oder nicht.

Ob sie aber einfach erlöschen kann wenn im Nachgang gesundheitliche Probleme auftreten ist fraglich. Ich werde da mal nachfragen.

Ist ja wie mit der Lebensversicherung und der privaten KK ich würde jetzt aufgrund diverser Wehwehchen auch in keiner dieser Versicherungen mehr unterkommen. Da ich diese aber bereits in jungen Jahren abgeschlossen habe bestehen sie fort.
Silvia mit Maximi (Juli 15, Verdacht auf ASS) und Minimi (Mai 17, ein normaler Wirbelwind)

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