Unterhalt aus Steuererstattung

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Elvira Immerwir
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Unterhalt aus Steuererstattung

Beitragvon Elvira Immerwir » 11.12.2019, 05:37

Guten Morgen
, mein Sohn macht jetzt eine berufsbildende Maßnahme und lebt in dieser Zeit bei seinem Vater. Nun muss ich Unterhalt bezahlen. Das dortige Jugendamt hat meine Steuererstattung dazu genommen und es meinem Einkommen dazu gerechnet. Nun meine Frage da in dieser Steuererstattung ich ja nur so einen hohen Erstattungsbetrag erhalten habe da mein Sohn eine Behinderung hat, kann man oder darf man diese Erstattung dann zu meinem Einkommen dazu zählen, oder was dieses aus der Steuererstattung herausgerechnet werden? Und wie macht man dass das diese Teile herausgerechnet werden dürfen? Vielen Dank liebe Grüße
Sohn 2002 geboren. Wahrnehmungsstörungen, entwicklungsverzögert.

Beate139
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Re: Unterhalt aus Steuererstattung

Beitragvon Beate139 » 11.12.2019, 06:31

Hallo,

ich habe grad neulichst vom Gericht ausrechnen lassen, was mein Ex an Unterhalt zu zahlen hat. Dort wurde die Steuererstattung durch den hälftigen Behindertenpauschbetrag so eingerechnet, das mein Ex 105% Unterhalt zahlen soll. Da mein Sohn sein einziges Kind ist, für das er Unterhalt zahlen muss, ist er auch automatisch in die nächsthöhere Einkommensklasse eingestuft worden. Der Behindertenpauschbetrag kommt also indirekt dem Kind zugute, indem es einen höheren Unterhaltsanspruch hat. Der Erstattungsbetrag durch die hälftige Behindertenpauschale wurde also nicht direkt als Einkommen gesehen, sondern lediglich pauschal mit 5 % mehr Unterhalt monatlich angerechnet.
LG Beate

Michaela44
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Re: Unterhalt aus Steuererstattung

Beitragvon Michaela44 » 11.12.2019, 08:42

Steuererstattungen gehören zum unterhaltsrelevanten Einkommen und erhöhen dieses entsprechend, auch die behinderungsbedingten Pauschbeträge. Wenn du die Erstattungen aufgrund tatsächlich entstandener Kosten erhalten hast, kannst du versuchen, dass die Erstattungen nicht berücksichtigt werden, in dem du dies bei der Unterhaltsberechnung geltend machst und die Kosten nachweist.

Da der Behindertenpauschbetrag eines Kinder unter den Eltern aufgeteilt wird, haben beide dadurch einen steuerlichen Vorteil, der beim Einkommen zählt.
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kati543
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Re: Unterhalt aus Steuererstattung

Beitragvon kati543 » 11.12.2019, 13:21

Hallo,
Steuererstattungen erhöhen den monatlichen Unterhalt. Enge Ausnahmen gibt es nur, wenn die Steuererstattung ganz explizit auf Dritte Personen zurückzuführen ist - also weder den Unterhaltsberechtigten, noch den Unterhaltspflichtigen.
Um den Behindertenpauschbetrag kommst du sicher nicht herum. Da dein Kind aber nicht mehr bei dir wohnt, wird sich deine Steuererklärung ja definitiv ändern. Sämtliche anderen Posten kannst du dann ja nicht mehr aufnehmen. Entsprechend damit würde ich auch argumentieren. Das Geld steht Dir einfach nicht zur Verfügung. Pflegepauschbetrag, gefahrene Kilometer,... das war rein ein entstandener Aufwand.
LG
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Re: Unterhalt aus Steuererstattung

Beitragvon esram » 11.12.2019, 16:08

Guten Morgen
, mein Sohn macht jetzt eine berufsbildende Maßnahme und lebt in dieser Zeit bei seinem Vater. Nun muss ich Unterhalt bezahlen. Das dortige Jugendamt hat meine Steuererstattung dazu genommen und es meinem Einkommen dazu gerechnet. Nun meine Frage da in dieser Steuererstattung ich ja nur so einen hohen Erstattungsbetrag erhalten habe da mein Sohn eine Behinderung hat, kann man oder darf man diese Erstattung dann zu meinem Einkommen dazu zählen, oder was dieses aus der Steuererstattung herausgerechnet werden? Und wie macht man dass das diese Teile herausgerechnet werden dürfen? Vielen Dank liebe Grüße
Bei nicht zusammen veranlagten Eltern erhält jeder den hälftigen Behinderten-Pauschbetrag. Ihr könnt mit einem gemeinsamen gesonderten formlosen Antrag eine andere Aufteilung beantragen, z. B. dein Mann 100% und du 0%. Dann dürfte der Behinderten-Pauschbetrag auch nicht mehr bei deinem Unterhalt berücksichtigt werden.
esram mit Sohn Sommer2013 (chronische Verstopfung ohne Diagnose, Verdacht auf Morbus Hirschsprung, Verdacht Tumor FNH Leber) und Sohn Winter2015 (nix)

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Re: Unterhalt aus Steuererstattung

Beitragvon Sanne in München » 11.12.2019, 20:30

wenn der Sohn 2018 komplett bei der Mutter gelebt hat, sollten ihr auch die Steuerermässigungen zustehen. Hätte sie die als Freibeträge monatlich geltend gemacht, würde sich die Frage gar nicht stellen !!
Viele Grüsse

Sanne

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und Klein-Sohn (2005) GM-Epilepsie - nicht mehr ketogen

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Re: Unterhalt aus Steuererstattung

Beitragvon Elvira Immerwir » 12.12.2019, 06:17

Guten Morgen, vielen Dank für die vielen Antworten. Wer rechnet mir diese Sachen wie hälftige Pauschbetrag etc. aus der Steuererklärung raus? Der Vater hat in der Zeit wo mein Sohn bei mir gewohnt hat keinen Unterhalt bezahlt. Und der Unterhalt bekommt der Vater und nicht mein Sohn da er noch minderjährig ist.Welche Ausrechnung wird die Unterhaltsstelle anerkennen? Darf ich es selber machen?

Mein Sohn Bekommt eine Ausbildungsentschädigung in Höhe von 380 €. Hier wurde ausbildungsbedingter Mehrbedarf von 100 € abgezogen und 100 € für Fahrtkosten. Über einen ausbildungsbedingten Mehrbedarf habe ich gelesen. Aber zusätzlich 100 € Fahrtkosten habe ich nichts gefunden. Ist dies so richtig? Vielen Dank liebe Grüße
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Re: Unterhalt aus Steuererstattung

Beitragvon Beatrix C. » 12.12.2019, 10:39

Guten Morgen,

"wenn der Sohn 2018 komplett bei der Mutter gelebt hat, sollten ihr auch die Steuerermässigungen zustehen. Hätte sie die als Freibeträge monatlich geltend gemacht, würde sich die Frage gar nicht stellen !!"

ja, leider ist es so. Eigene Erfahrung ..arrrgh. Die Jungs leben bis auf ein paar Wochenenden bei mir. Alle Kosten liegen bei mir, also Fahrten zum Arzt, zu Therapien, KH-Aufenthalte, Zuzahlungen für Hilfsmittel und Medis, aber der Herr hat rechtlich Anspruch darauf und das find ich so zum k.... und nein, er würde einer anderen Aufteilung natürlich nicht zustimmen, warum sollte er auch !

Sich dass als Freibetrag eintragen lassen, geht denn das? Und wenn dann doch sicherlich auch nur hälftig oder?
"Bewahre Dir Deine Illusionen, denn wenn Du sie verloren hast existierst Du wohl noch aber Du hast aufgehört zu leben." (M.Twain)
* Beatrix mit Nicolas (17.01.2003) - ICP, Tetraspastik, Epilepsie, PEG, Baclofenpumpe - und Lorenz (17.01.2003) - ICP, leichte Ataxie, leichte Spastik im linken Bein, Epilespie*

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Re: Unterhalt aus Steuererstattung

Beitragvon esram » 12.12.2019, 17:48

Anlage Kind von der Einkommensteuererklärung letzte Seite, da trägt man den Grad der Behinderung vom Kind ein.

Wenn du den Freibetrag monatlich schon haben willst, musst du einen Lohnsteuerermäßigungsantrag stellen und ausfüllen.

Diese Formulare einfach googeln und ansehen, da stehts schön erklärt drauf
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Re: Unterhalt aus Steuererstattung

Beitragvon esram » 12.12.2019, 17:50

Und du brauchst den Freibetrag meines Erachtens nicht raus rechnen, da du ja auch die Hälfte von der Steuer absetzt. Also zählt das dazu oder?

Da er keinen Unterhalt bezahlt hat, wirst du so einen Antrag zur Übertragung an ihn wohl kaum in Betracht ziehen.
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