MDK-Überprüfung 19 Jähriger

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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marianne
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MDK-Überprüfung 19 Jähriger

Beitrag von marianne »

Hallo Zusammen, bei unserem 19 Jährigen Sohn, leichte geistige Behinderung, Autist, Pflegegrad 3, hat sich der MDK zur Überprüfung angemeldet.
Im letzten Jahr hat unser Sohn eine gesetzliche Betreuung bekommen, wir Eltern sind seine Betreuer. Ich bin zudem seine Pflegerin. Sein SBA enthält die Werte 100%, B, G, H.
Janosch wohnt noch daheim. Er befindet sich aktuell nach Schulabschluss der Schule für geistige Entwicklung ohne Schulabschluss in der Berufsfindungsphase seiner WfbM. Dabei schließt er im Dezember eine 1jährige Qualifizierung in einem speziellen Qualifizierungs-Cafe´für junge Menschen mit geistiger Behinderung ab, um in seinem Lieblingsberufsfeld Cafe´in einer der Lebenhilfe-Werkstätten oder in einem speziell auf ihn zugeschnittenen Außenarbeitsplatz der Werkstatt später zu arbeiten.

Das zum Rahmen seiner Lebenssituation.

Janosch ist - gemessen an seinen Behinderungen - recht selbständig, solange er beruflich durch seine Autismus-Begleiterin und privat durch mich in der "Übersetzung" Umwelt - seine besondere Innenwelt eng begleitet und psychisch stabilisiert wird.

Das bedeutet, dass ich ihn morgens aufwecken muss, sonst verschläft er. Wenn ich ihm kein Frühstück mache, macht er sich keins, vergisst auch oft sein Allergiemedikament und kauft sich eh auf dem Arbeitsweg Laugensemmeln, das habe ich als Regel eingeführt. Er kann sich zwar alleine anziehen, aber nicht Wetter-angemessen, das müssen wir immer vorbesprechen und ich auch durchsetzen, dass er sich dick genug anzieht.

Er kann, da alles rund um öffentliche Verkehrsmittel zu seinen Fixierungen gehört, mittlerweile mit den Öffentlichen alleine zur Arbeit und zurück fahren, aber ist in ständiger WhatsApp-Verbindung zu mir, da er zwar bei Zugausfällen Alternativen in seinem Expertenhirn besser bereit hat als ich, ihn das Ganze aber in großen Stress versetzt, denn er will pünktlich zur Arbeit sein, aber er muss ebenso in seinem autistischen Ablauf noch in den Supermarkt, um sich bestimmte Dinge rituell zu kaufen.
Ebenso, wenn ihn jemand anspricht unterwegs, wehrt er das ab (versteht sowieso nicht, was sie von ihm wollen) und ist dann sehr in innerer Aufregung und ich beruhige ihn dann erstmal.

Wenn jemand ihm unterwegs ganz doof kommt, fahre ich dann die nächste Zeit erstmal wieder mit, damit sich das Ganze innerlich in ihm beruhigt.

Einkaufen einfacher Dinge traut er sich mittlerweile, solange er genug Geld dabei hat, da er nicht genau in Münzen bezahlen kann und immer den nächst-größeren Schein gibt. Alles kleiner als 1 Euro sortiert er daheim aus. Damit kann er nicht umgehen.

Janosch kann im Rahmen fester Rituale und wenn er sich fest begleitet fühlt durch eine erreichbare Betreuerin oder Anleiterin beruflich, die ihn versteht, eine ganze Menge selbständig. Ganz wichtig ist, damit er nicht in innere Aufregung gerät, was schnell passiert und dann zu aggressiven verbalen Ausfällen führt u.a., dass Janosch sich verstanden und zugehörig fühlt. Das ist meist durch Kolleginnen nicht der Fall. Die rücken ihm zu eng auf die Pelle oder überreizen ihn anders, seine engsten Kontakte hat er immer zu Betreuerinnen und zu mir und braucht das auch täglich und immer. Sonst kratzt er sich unter innerem Stress blutig, wird verbal ausfällig, vernachlässigt Essen und Körperpflege.

So bin ich täglich eine erhebliche Zeit damit befasst, ihm zu helfen, sich emotional zu stabilisieren, alles durchzusprechen und zu schauen, ob er alles macht, was notwendig ist.
Seine Zahnspange reinigen tut er nicht, seine Nägel schneiden wird mehr zu einem Reißen, das mache ich also auch und bei der Rasur helfe ich teilweise auch.

Sobald er Schmerzen oder Erkältung o.ä. hat, übernehme ich auch, denn das macht ihn alles sauer und ängstlich. Alleine zum Arzt geht auch nicht, er versteht schon gar nichts, aber hat auch Angst. Zur regekmäßgen Desensibilisierungs-Allergiespritze alle 4 Wochen geht er mittlerweile, aber sobald der Arzt was fragt oder er ein neues Rezept erhält, übernehme ich, das überfordert ihn.

Er wäscht sich selber, sucht sich selber Kleidung heraus und zieht sich alleine an und aus. Wenn er innerlich stabil ist. Ist er gestresst, vergisst er, sich zu waschen. Da er Waschmaschinen liebt, wäscht er auch selber seine Wäsche, ich muss nur schauen, dass das nicht in einen Schleudervorgänge-Marathon ausartet. :)
Janosch kann sich Pfannkuchen oder Crepe selber machen, irgendwer muss es ihm aber in mundgerechte Stücke schneiden, das kann er nicht. Schuhbänder binden kann er auch nicht, da haben wir Alternativlösungen. Brilleputzen mache ich auch und Haarebürsten, das würde er vergessen.
Abends braucht Janosch sein Zubettgehritual, dass ich mich an sein Bett setze, mit ihm bete, ihn streichele und wir uns eine Gute Nacht wünschen. Wenn er sehr gestresst ist, was seit Berufsbeginn häufig ist, dann gebe ich ihm auch Entspannungsrituale und Streichelrituale.

Zum Frisör geht er allein, wenn ich telefonisch alles vorbespreche.

Wenn Janosch nicht nah und emotional wohlwollend ein Durchsprechen seiner inneren Sorgen, Ängste, aber auch seiner recht monoton immer gleichen Tagesvorlieben hat, vereinsamt er und wird aggressiv und selbstverletzgend und unausgeglichen und isst zuwenig, pflegt sich zuwenig und verkrümelt sich mit seiner kleinen Playstation ins Bett.
Allein daheim bleiben ängstigt ihn. Er öffnet auch niemandem die Tür, wenn es nicht verabredet ist, geht nicht ans Telefon.

Jeden Sonntag trifft er sich mit einem Schulfreund in dessen Wohnheim, aber auch da muss alles genau von mir begleitet sein und er hat Angst, nach 20 Uhr noch alleine unterwegs zu sein, dann holen wir ihn ab. Wenn Janosch sein Freund auf den Geist geht und er eher heim möchte, braucht er auch per WhatsApp meine beruhigende Zustimmung.

So schaut es aus.

Was sind nun eure Tipps für den MDK-Besuch?


Herzliche Grüße! Marianne
Janosch (06/00) Frühkindlicher Autismus, leichte geistige Behinderung, Aufmerksamkeitsstörung, Adoptivkind

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Engrid
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Beitrag von Engrid »

Liebe Marianne,

erstmal finde ich es toll, wie der Janosch sich entwickelt, das ist wunderbar für ihn, und macht mir auch Hoffnung! :-)
Trotzdem hängt ganz offensichtlich da noch viel enge Begleitung dran, pflegerelevant. Dass Ihr Bestandsschutz habt, weißt Du, und dass der nur wegfällt, wenn der MDK befindet, dass gar keine Pflege mehr nötig ist?
Ich würde mal einen Pflegegradrechner durchspielen, dann siehst Du, ob da Gefahr besteht, dass der MDK das so auffasst.
https://mein-pflegegrad-rechner.de

Grüße
Zuletzt geändert von Engrid am 29.09.2019, 10:45, insgesamt 1-mal geändert.
Engrid
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marianne
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Re: MDK-Überprüfung 19 Jähriger

Beitrag von marianne »

P.S.: Tabletten schlucken kann Janosch nicht. Ist etwas mit Wundcreme einzucremen, mache ich das auch und muss ihn beruhigen, dass es nichts Schlimmes ist. Er reagiert auf Stress mit migräneartigem Kopfweh, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit - da sorge ich dann auch für Entspannung und Schmerz-Brausetabletten. Und wöchentlich telefonieren seine Autismus-Fachfrau und ich länger wegen beruflicher und privater Belange, die Janosch Grenzen der Anpassung setzen und ihn stark belasten. Auch Niedergeschlagenheit kann dann auftreten. Da ist er sehr von guter Betreuung abhängig.

So muss ich auch immer wieder genau seine besondere Innenwelt und Wahrnehmung seinen BerufsanleiterInnen erst erklären. Dass für Janosch z.B. Sprache komplett inhaltsleer ist ohne innere Erfahrungsbilder dazu in ihm. Dass er nur von vertrauten Personen vorsichtig berührt werden mag. Dass er schnell reizüberflutet ist.
Janosch (06/00) Frühkindlicher Autismus, leichte geistige Behinderung, Aufmerksamkeitsstörung, Adoptivkind

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marianne
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Re: MDK-Überprüfung 19 Jähriger

Beitrag von marianne »

Liebe Engrid, wie schön, gleich von dir zu hören! :icon_flower: Danke für deine schnelle Antwort! Nein, das mit dem Bestandsschutz hatte ich wieder vergessen (habe doch selber ADHS :P ) und wusste auch, dass ich das dringend alles genau durchsprechen muss hier bei REHAkids.
Da Janoschs SBA nicht mehr überprüft wird, wunderte mich auch die MDK-Überpürüfung, ich muss erstmal wieder ganz reinkommen.

Das mit dem Bestandsschutz ist ja schonmal sehr gut zu wissen. Danke! Und der Pflegegradrechner ist auch ein sehr sehr guter Tipp! Danke auch dafür!

Ja, Janosch entwickelt sich gut, solange eben jemand in seiner Nähe ist, um genau zu wissen und ihm da Resonanz zu sein, dass seine besondere Wahrnehmung und Innenwelt genauso täglich vorkommt wie die fremde "normale". Sich ausgeschlossen fühlen, wenn seine Down-Syndrom-Kollegin mit der Cafe´-Anleiterin ratscht, aber es auch nicht ertragen zu können, in diesen Ratsch zu eng eingeschlossen zu werden bei all dem "Frauengequatsche", sowas muss er bereden daheim oder mit der Autismus-Fachkraft.
Oder dass es ruhig so sein mag, dass er die Anforderungen einer bestimmten Aufgabe gut bewältigt, wenn aber sozial eine seiner autistischen Anpassungsgrenzen überschritten wird, müssen seine Autismusfachfrau oder ich einschreiten, damit das Ganze nicht scheitert.

Ich habe einiges an Mailen, Telefonieren, damit dieses Wissen schnell vermittelt wird und auch institutionell durchgekämpft wird oft, dann geht alles wunderbar und Janosch hat Lebensqualität und alle finden ihn charmant und pflichtbewusst und mögen ihn. Bei täglicher Absicherung und häufigen Konflikten natürlich
, wir reden ja von der Realität. Aber Janosch ist - wer hätte das seine ersten 11 Jahre gedacht - ganz weitgehend gewaltfrei (verbal) und in sich ruhend. Handgreiflich wird er gar nicht mehr. Würde er aber, würde er oder ich angegriffen.
Ab Dezember, wenn der Samstagsdienst vorbei ist, kann Janosch auch endlich wieder seinen geliebten U-Bahn-Club vom Autismusverein besuchen samstags.

Das jahrelange sehr sehr gute Sozialtraining des Autismusvereins ist jetzt ersetzt durch die Autismusfachfrau der Lebenshilfe-Werkstatt, zu der Janosch gehört. Seine Schulfreunde trifft Janosch bei einer OPB-Jungendgruppe und einer OBA-Disko monatlich und bei den Geburtstagsfeiern und einen Freund sonntags. Sonst ist er ein Eigenbrötler, der Sorgen nur mit mir oder engen Betreuern besprechen mag, Freunde reichen dafür nicht.

Wieso kommt der MDK bei Janosch eigentlich, wenn er Bestandsschutz hat und wenn alle anderen Unterlagen berücksichtigt werden? Ist doch klar, dass er eine weiterhin Pflege braucht, wenn auch angepasst.

Liebe Grüße! Marianne
Janosch (06/00) Frühkindlicher Autismus, leichte geistige Behinderung, Aufmerksamkeitsstörung, Adoptivkind

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Engrid
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Beitrag von Engrid »

Hallo Marianne,
Wieso kommt der MDK bei Janosch eigentlich, wenn er Bestandsschutz hat und wenn alle anderen Unterlagen berücksichtigt werden? Ist doch klar, dass er eine weiterhin Pflege braucht, wenn auch angepasst.
Das machen die öfter, auch bei Schulkamerad*innen vom Junior in der Förderschule GEnt - muss man nicht verstehen, vielleicht ist ihnen langweilig :lol:

Nochmal kurz und knackig, wenn Du das nicht auf dem Schirm hattest.
Pflegebedürftige mit Überleitungsbescheid (von Pflegestufe auf Pflegegrad) haben dauerhaft Bestandsschutz.
Der fällt nur weg, wenn gar keine Pflege mehr nötig ist. Da Janosch ja in vielen Alltagsdingen noch gesicherte Begleitung braucht, dürfte das kein Thema sein. Aber es ist sicher gut, wenn Du Dich mit den Items in den einzelnen Fragemodulen im Pflegegradrechner ein bissl beschäftigst.
Ihr braucht mindestens 12,5 Punkte, das wäre Pflegegrad 1 oder höher, und damit greift der Bestandsschutz https://www.pflege.de/pflegekasse-pfleg ... egegrad-1/

Dass es in Bayern Landespflegegeld (1000€ pro Jahr) gibt, hast Du auf dem Schirm, oder?

Liebe Grüße
Engrid
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Re: MDK-Überprüfung 19 Jähriger

Beitrag von marianne »

Liebe Engrid, danke, danke! Das Landespflegegeld hat mein Mann auf dem Schirm :P und ich werde auf jeden Fall mein Bewusstsein wieder schärfen, wieviel von dem, was ich automatisch mache und im Vergleich zu früher weniger geworden ist, aber Pflege ist und bleibt.

Gerade nach unten, Janosch hatte sich noch überhaupt nichts zu essen gemacht ohne meinen Impuls, keine Medis genommen, Brille nicht geputzt. Dann hab ich gleich gecheckt, wie und wo und wann das Treffen mit seinem Freund heute stattfindet und schon simste auch die Mutter des Freundes an.

Das ist so alles fließend automatisch in unserem Zusammenwohnen, das sich mehr und mehr wie 3er-WG anfühlt, weil Janosch erwachsener ist, aber wie weit weg von der Norm und wie normal bei mir Pflegeeinzelschritte mittendrin sind, das ist ganz gut mal von Zeit zu Zeit, mir bewusst zu machen, wenn ich mich frage, was mich erschöpft mitunter. :P

Dir und deiner family einen schönen Sonntag und nochmal vielen lieben Dank! Liebe Grüße! Marianne
Janosch (06/00) Frühkindlicher Autismus, leichte geistige Behinderung, Aufmerksamkeitsstörung, Adoptivkind

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Re: MDK-Überprüfung 19 Jähriger

Beitrag von marianne »

Habe gerade mal den Pflegegradrechner durchlaufen lassen und das Ergebnis 61.25 Punkte, also Pflegegrad 3! Dann wird das dicke reichen, auch wenn die anders als ich ankreuzen würden.

Wenn Janosch sich zwar alleine anziehen kann, ich aber trotzdem immer gucken muss, ob das zum Wetter passt, dann sage ich dazu: vorwiegend selbständig

Wenn Janosch nur alleine die öffentlichen Verkehrsmittel nutzt, wenn ich alles mit ihm einmal Probe-durchgefahren bin oder vorbesprochen habe und ihn zu allen plötzlichen Änderungen auf WhatsApp begleite, dann ist das für mich auch vorwiegend selbständig.

Wenn ich bei ihm Brille putze und Zahnspange täglich, dann ist das für mich Hilfsmittel täglich betreuen oder wie die Formulierung hieß.

Wenn Janosch sich nicht wäscht, duscht oder badet, sobald er im Stress ist, dann ist das für mich auch vorwiegend selbständig, dass ich ihn dazu motiviere.

Im Bereich Alltagsplanung braucht er Unterstützung und für Zukunftsplanungen, finanzielle oder behördliche Dinge mein volle Übernahme für ihn, deshalb ja auch die gesetziche Betreuung.

Der Hauptknackpunkt ist seine emotionale Instabilität, sobald seine Innenwelt und besondere Wahrnehmung nicht berücksichtigt wird, dann gerät er gleich in Stress und Aufregung und braucht sofort meine Rückmeldung oder im Beruf die seiner Autismus-Fachfrau oder Anleiterinnen. Freunde sind ihm dazu längst nicht ausreichend.

Also wird das schon klappen mit dem MDK! Vielen herzlichen Dank nochmal, Engrid!

Liebe Grüße! Marianne
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27ronja10
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Re: MDK-Überprüfung 19 Jähriger

Beitrag von 27ronja10 »

Liebe Marianne ,ich nur ganz kurz , wollte nur sagen bin zutiefst von dir beeindruckt ! Hut ab

Liebe Grüße Ronja
Nur wenige Menschen sind wirklich lebendig und die, die es sind, sterben nie.
Es zählt nicht, dass sie nicht mehr da sind.
Niemand, den man wirklich liebt, ist jemals tot.
Ernest Hemingway

* 31. 05. 1952 † 15. 02. 2010

marianne
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Re: MDK-Überprüfung 19 Jähriger

Beitrag von marianne »

:icon_sunny: Danke, das tut gut. :D
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Re: MDK-Überprüfung 19 Jähriger

Beitrag von marianne »

Hallo Zusammen, jetzt liegt die MDK-Wiederüberprüfung hinter uns. Und die nette Fachdienstlerin konnte schon soviel sagen, dass wegen Bestandsschutz alles beim Alten bleibt, da Janosch ja noch deutlich mehr als "keine Pflege" braucht - und nur "keine Pflege" hätte den Bestandsschutz zu Pflegegrad 3 bei ihm ja aushebeln können.
Vielen Dank, Engrid, nochmal für deine Infos zum Pflegegradrechner und Bestandsschutz, so waren Janosch und ich gut vorbereitet.

Das ist so wichtig, weil in der Alltagsroutine einem gar nicht bewusst ist, wieviel Anteile pflegerisch sind, die man so tut.


Die Fachfrau war sehr zugewandt und schien auch durchaus über Autismus etwas zu wissen, ABER sie kam ohne jegliches Vorwissen über Janosch her. Das letzte MDK-Gutachten war nicht mehr abgespeichert bei der Pflegekasse - gut, dass ich es damals angefordert hatte und ihr vorlegen konnte- und gut, dass ich ihr auch ein aktuelles psychiatrisches Gutachten vom Betreuungsgericht vorlegen konnte incl. Kurzbiografie, die Betreuungsurkunde als Janoschs gesetzliche Beteuerin sowie den SBA mit 100 B, G, H/ohne weitere Überprüfung, so dass sie sich schnell ein Bild machen konnte.
Das habe ich immer gemerkt, dass es absolut wichtig ist bei MDK-Terminen, ein aktuelles ärztlich-psychologisches oder psychiatrisches Gutachten vorliegen zu haben von namhafter Stelle, die Betreuungsurkunden oder ähnliches, damit dem MDK-Fachdienst mal sofort der Rahmen klar wird in dem diese Behinderung liegt, damit der MDK-Dienst nicht bei Adam&Eva von Janoschs "Behinderungsbiografie" anfangen muss und ich auch nicht.

Ich kann mir nämlich vorstellen, dass, wenn pflegende Angehörige unvorbereitet drauf warten, dass der Fachdienst gut vorbereitet und informiert ist, dann schauen sich beide Seiten völlig ahnungslos an. Janosch hätte seine eloquenten auswendig gelernten Floskeln vom Stapel gelassen und keinen Pflegegrad bekommen oder was. :D

Gut auch, dass die Pflegereform stattgefunden hat, denn mittlerweile sind beim erwachsenen Janosch die betreuerischen Begleitungen viel mehr geworden und die rein Grundpflegerischen weniger, obwohl noch genug zusammen kommt.

Aber wegen dieser Ahnungslosigkeit zu Janoschs Vorgeschichte des MDK-Fachdienstes ist dieser Termin auch immer so tierisch anstrengend. :?

Gut, dass er vorbei ist und gut, dass dieses Forum wie immer eine Riesenstütze war, damit ich nicht alles alleine rausfinden musste, was ich nicht auf dem Schirm hatte oder vergessen hatte. Danke. :icon_flower:

Liebe Grüße! marianne
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