Persönliches Budget, Budgetassistenz - wer nutzt es?

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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karin.kellermann
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Beitragvon karin.kellermann » 27.05.2017, 14:47

Hallo
Jetzt muss ich doch fragen.
Wie läuft das? Man bekommt einen festen Betrag und sucht sich selbst Personal? Wer kommt für die Versicherungen usw auf?
Lg
Karin, "Sorgenkind" Finn *07
ca. 25min während der Geburt unterversorgt, dann 12min Reanimation
* Sauerstoffmangel
* Großhirnschaden
* hoher Absaugbedarf
* viele Bronchen und Lungenprobleme
* teilweise o2 pflichtig
* Skoliose, luxierte Hüften
* massive Kontrakturen an den Beinen
* Faktor VIII Leiden

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Missy
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Beitragvon Missy » 27.05.2017, 15:30

Danke Mandy!!
Nachdem ich die letzten Tage einfach nur verzweifelt war und Angst hatte, fühle ich mich nun befreit. Die Kündigung des Pflegedienstes ist angekommen. Ab 30.6. lassen sie mich nach 7 einhalb Jahren einfach im Stich mit meinem Beatmeten Kind!!
Ich bin aber jetzt froh, dies ständig frustrierende Büro hinter mir zu lassen und blicke gespannt auf die Zukunft! Ich bin bereit neues zu wagen und freue mich auf eine Zukunft ohne dieses ständige Ärgernis. Wenn alles in die Hose geht, kann ich mir ja immernoch einen anderen Pflegedienst suchen.

Karin, Assistenz.de hat eine Kostenkalkulation erstellt, diese hab ich nun samt meinem formlosen Antrag an die KK geschickt. Wenn es genehmigt wird (nach Verhandlung mit der KK) kann ich mir selbst Leute suchen und einstellen. man muß dann ein Unternehmen gründen (aber kein richtiges) und braucht einen Steuerberater und einen Budgetassistent. dies ist bereits in der Kalkulation mit drin und wird auch von der Pflegekasse übernommen.
Dienstplan, Urlaub, Gespräche, Konflikte, ERsatzsuche Stundennachweise, Papierkram bleibt an mir hängen, bzw. wuppe ich mit meinem Team dann zusammen und niiieeeemand aus dem blöden Büro zieht die Leute einfach mehr ab zu anderen Versorgungen. Es wird wohl schon viel Verantwortung und auch mehr zu tun sein für mich, aber wenn es dann besser läuft und ich nur noch LEute hier hab, die WIR haben wollen und DIE SELBST hier sein wollen, dann lohnt sich für mich der Aufwand. Hoffe ich.
lg Nina
Mama Nina (´83), Tochter Chantalle (´99) und Sonnenschein Evelin, geb. 11/06, SSW 33, extreme Muskelhypotonie, Tracheostoma-beatmet, Gastrotube, V.a. CCM + versch. Baustellen
"Wir wissen nicht was das Leben dir bringt, aber wir werden dir helfen das vieles gelingt!"
http://evelinsiska.oyla22.de

karin.kellermann
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Beitragvon karin.kellermann » 27.05.2017, 18:46

Danke Nina für die Info. Viel Erfolg
Karin, "Sorgenkind" Finn *07

ca. 25min während der Geburt unterversorgt, dann 12min Reanimation

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Jutta mit Jonas
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Beitragvon Jutta mit Jonas » 28.05.2017, 11:41

Hallo Nina,

das hört sich echt interessant an, auch für zukünftige Jobs, wäre eigentlich genau, was ich suche.
Weißt Du wie das dann läuft, wenn der Kunde/Patient länger in der Klinik/Reha etc. ist oder auch wenn die PK erkrankt?

Ich hatte mir das bei Jonas ja auch mal überlegt, weil er so sehr an den ständigen Personalwechsel gelitten hat. Aber wußte dann nicht, wie ich während Klinikzeiten die Pflegekräfte hätte absichern können.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Erfolg mit Deinen eigenen kleinen Pflegedienst

Liebe Grüße
Jutta
Jonas*23.11.04 :therapieresistente Epilepsie(epileptische Encephalopathie),Z.n. rezidivierendem Status epilepticus, ICP, Skoliose,pulmonale Hypertonie, sauerstoffpflichtig,Pankreasinsuffizienz , chronische Pankreatitis, Fundoblikatio, seit 13.06.2015 gibt es den Mausebärenstern, der schönste, hellste und lustigste, aber hier fehlt das Lachen.

Mandy B.
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Beitragvon Mandy B. » 28.05.2017, 12:05

Hallo,

ich habe die Kostenkalkulation ohne Hilfe und nach "Hausfrauenart" nach bestem Wissen und Gewissen auf einem Zettelchen handschriftlich gemacht. Ich bin überhaupt nicht vom Fach und bestimmt hatte die KK was zu lachen :oops: :lol: Ich wollte etwas mehr als sie zunächst anboten, dann haben sie sich aber darauf eingelassen. Und wenn man bedenkt, dass ich mit etwas mehr als der HÄLFTE :!: sehr gut wirtschafte, von dem was der PD vorher bekam... So ist es für die KK und mich eine Win- Win- Situation- abgesehen natürlich von meiner Arbeit, für die ich nichts bekomme. Jedenfalls kein Geld- aber Lebensqualität.

Ich komme mit dem Geld gut hin und kann meine Pflegekräfte sehr gut/ über dem Tarif bezahlen. Auch regelmäßige Fortbildungen sind drin, die dürfen sich meine Krankenschwestern aussuchen (müssen aber natürlich zu meinem Kind passen :wink: ). So haben sie sich schon richtig gut weiterqualifizieren können (z.B. Pain Nurse, Palliativkurs), das ist für sie auch wichtig. Eine langfristige und verlässliche Dienstplanung ermöglicht es ihnen, ihr Arbeits- und Privatleben miteinander in Einklang zu bringen.

Nina, wenn du magst, können wir uns per PN genauer dazu austauschen, damit du ggf. eine Verhandlungsgrundlage hast.

Hallo Jutta,
ja, das würde bestimmt gut zu dir passen!
Ich nehme an, dass es eine Verhandlungssache mit der KK ist. Meine sagte, ich solle mir erstmal keine Gedanken dazu machen.
Bei uns werden dann Überstunden abgebummelt, die Stunden gesammelt und auf später verschoben oder auch Urlaub genommen. Das ging so immer prima und letztlich muss ich für uns sagen, dass wir seitdem keine langen Aufenthalte mehr hatten.

Für mich persönlich ganz klar ein Zeichen für die stabile und gute Pflege!

LG Mandy
F. (04/04): neurodegenerative Erkrankung mit komb. Atmungskettendefekt/ Mitochondriopathie

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Beitragvon Missy » 29.05.2017, 13:23

Hallo,
wir haben auch ganz selten Klinikaufenthalte und wenn, dann sind es nur 3-5 Tage. Eine Reha ist auch nicht geplant.

Danke euch!
Mandy, schön, dass es bei euch so gut geklappt hat!
Ich werde dir gern eine pn schreiben, wenn ich noch fragen hab.

Jutta, vllt ist sowas ja auch mal in deiner Nähe gesucht.
lg Nina
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Beitragvon Pia L. 2013 » 29.05.2017, 13:45

Hallo Nina

Oh man habe mir das grad mal alles durchgelesen und bin geschockt. Nach über 7 Jahren verlässt dich euer Pflegedienst. Ich weiß gar nicht was ich ohne PD machen soll. Meine Kleine käme nicht zur Schule. Ich käme kaum raus geschweige denn Arbeiten.

Ja leider sind wir abhängig von solchen Diensten. Und wenn es nicht läuft, um so ärgerlicher. Wie schade echt. Unser alter pflegedienst war auch so. Ständig Ausfälle, einfach keinen geschickt. Schlimm. Unser neuer PD ist toll. Hoffe es klappt weiterhin.

Ich wünsche dir viel Erfolg und vor allem viel Geduld. Das hört sich nach viel Arbeit an. Als hätten wir nicht schon genug. Du bekommst das hin. Bin ich mir sicher. Ansonsten gibts ja einige die nach diesem Modell arbeiten. Der Tim aus dem SMA Forum. Jule glaub ich auch. Vielleicht bekommst du von denen noch den einen oder anderen Rat.

Ich drücke dir die Daumen!

LG

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Beitragvon Missy » 29.05.2017, 17:01

Hallo,
ich ich war auch sehr geschockt und fassungslos. Nun bin ich nur noch sauer und wütend. Kein Pflegedienst kann so schnell eine 22h Versorgung auf die Beine stellen un so blieb mir jetzt eigtl nix andres übig, als es selbst in die Hand zu nehmen. Eigentlich müßte mein Kind zum 1.7. ins Heim, aber das will ich nicht und da würde ich auch keinen Platz bekommen.
Im Juli werde ich nicht arbeiten gehen. Es sind dann Sommerferien, Glück gehabt. Bis die Schule angeht, muß der Tagdienst stehen!! Das ist mein Ziel!
Die Aushilfen gehen alle mit mir, so sind min. 15 NAchdienste im Juli abgedeckt und 1 macht dann ein paar Stunden Tagdienst, wenn ich die Nacht alleine war.
Ich werde im Juli wohl so viel Zeit mit meinem Kind verbringen, wie ich es jahrelang nicht getan habe. Ich hoffe, ich bin dem gewachsen, vergesse nicht irgendwas zu wechseln, irgendwas zu sondieren und habe vor allem KEINEN Notfall :oops: Aber sie war die letzte Zeit stabil. Ansonsten werden wir wohl kurzfristig in ein KH müssen. Ich hoffe nicht.
ABer leicht wirds nicht, ich denke einfach nun positiv und versuche mich nicht verrückt zu machen....wo sich eine Tür schließt, öffnen sich zwei neue :lol:
Danke Pia!
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Beitragvon Pia L. 2013 » 29.05.2017, 17:14

Ja genau
Denke positiv
Vielleicht kannst du den "guten" Krankenschwestern ein unschlagbares Angebot machen und sie dem Pflegedienst abwerben. Vielleicht bekommst du die eine oder andere umgestimmt, aber dafür mußt du erstmal wissen was dir zusteht.

War der Pflegedienst denn unzufrieden mit euch oder gabs Probleme mit der Kasse oder warum der Sinneswandel nach 7 Jahren? Hab gehört viele Kassen kündigen die Verträge mit den Pflegediensten, weil diese mehr Geld von den Kassen fordern. War das so? Wenn es was privates ist, brauchst du natürlich nicht erzählen. Mich interessiert es nur, ob ich mich auch auf was gefasst machen soll. Immerhin hab ich auch viele std durch den Pflegedienst abgedeckt.

Halt uns auf den laufenden bitte.

Lg
(Bin übrigens die Wüstenblume aus dem Forum )

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Beitragvon Missy » 31.05.2017, 11:55

Hallo Wüstenblume...
schön, zu wissen, dass ich dich kenne :D
Ich hab dem Pflegedienst vorgeworfen, dass sie nicht genug Anzeigen schalten um eine Krankenschwester zu finden. Seit September ist hier eine Vollzeit zu wenig.
Nun werfen sie mir Vertrauensbruch vor.
die Wahrheit ist, sie haben hier eine WG aufgemacht 10 km von hier und die Leute arbeiten ab 1.7. alle dort. Da ist wohl mehr Geld zu verdienen :roll:
Die Aushilfen stelle ich alle ein. Sind ja doch 5 Stück. Und Vollzeit hab ich schon Kontakt durch ebay Kleinanzeigen!! Bin grad sehr optimistisch :D Muß die Kasse jetzt mitspielen :!:
lg NINA
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