Vater will nach fast 13 Jahren gemeinsames Sorgerecht

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Anja30
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Beitragvon Anja30 » 15.03.2017, 12:41

Danke Jannice :) Dann weiß ich ja gleich wie ich es formulieren müßte :)

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Karina H BS
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Beitragvon Karina H BS » 15.03.2017, 13:07

Vielleicht sollte man mal trennen was gemeinsames Sorgerecht und was Umgangsrecht und Aufenthaltsbestimmungsrecht ist.
Das Kind hat ein Recht auf Sorge
- im besten Fall sind beide Eltern gemeinsam bereit diese Sorge auszuführen- dies tut der Vater sowieso schon in dem er die Alltagssorge bei den Umgängen erledigt und Du als Mutter ihm auch Mitsprache bei wichtigen Entscheidungen einräumst. Es ändert sich also bei gemeinsamer Sorge überhaupt nichts, außer dass Du dann eine zweite Unterschrift benötigst bei Operationen und anderen wichtigen medizinischen Dingen, bei einer Schulanmeldung...Was tagtäglich so mit den Kindern erledigt werden muss machst Du immer noch allein.

Die Kinder haben ein Recht auf Umgang
Das habt ihr als Eltern in all den Jahren gewahrt in dem es geregelte Umgangsvereinbarungen gibt.

Das Aufenthaltsbestimmungsrecht
- hier hast Du das tägliche Bestimmungsrecht genau wie der Vater dies hat wenn die Kiddies bei ihm sind.

Das eventuelle Änderungsbegehren des Vaters bezüglich eures Betreuungsmodells bis dato hat erstmal überhaupt nichts mit dem gemeinsamen Sorgerecht zu tun. Dieses müsste separat entweder im Einvernehmen oder eben über ein gerichtliches Verfahren wenn die Eltern sich nicht mehr einig sind geklärt werden.
Auch die Finanzen ändern sich in keiner Weise nur weil ein gemeinsames Sorgerecht besteht. Bis dem jetzt bestehenden Betreuungsmodell bleibt die Barunterhaltspflicht des KV weiter im gleichen Maße bestehen- er hat auch keine Rechte da hineinzuregieren und von dir Rechenschaft zu verlangen was Du mit dem Barunterhalt machst.

Gemeinsames Sorgerecht, also das Recht der Kinder auf Sorge durch beide Elternteile hat auch nichts mit dem privaten Verhalten des KV zu tun. Sonst würden wohl 40% aller Elternteile wegen irgendwelcher "Vergehen" schon kein Sorgerecht mehr haben.
Klar fühlt man sich erstmal bedrängt und hat Befürchtungen . Es kommen alle Dinge wieder zum Vorschein die einen an der Person des Vaters stören. Hat aber so gar nichts damit zu tun.

Im alltäglichen Leben stört so eine Vereinbarung erstmal überhaupt nicht. Da stört ein regelmäßiger Umgang und dauernde Telefonate den Ablauf irgendwann viel mehr, weil man ständig den Familienplan nach Umgang drumherum planen muss.

Jannice
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Beitragvon Jannice » 15.03.2017, 13:27

Vielleicht sollte man mal trennen was gemeinsames Sorgerecht und was Umgangsrecht und Aufenthaltsbestimmungsrecht ist.


Das Sorgerecht beinhaltet:

- das Aufenthaltsbestimmungsrecht
- Vermögenssorge
- Schulische Belange
- Gesundheit

Das Aufenthaltsbestimmungsrecht ist ein Teil des Sorgerechts. Bei Unstimmigkeiten darüber, wo ein Kind seinen festen Lebensmittelpunkt haben soll, kann auf Antrag das Aufenthaltsbestimmungsrecht auf einen der Eltern voll übertragen werden. Ein Elternteil ohne Sorgerecht hat auch kein Aufenthaltsbestimmungsrecht, sondern Umgangsrecht und bestimmt in seiner Umgangszeit ( und auch nur dann und auch nur, wenn es nicht dem Wohle des Kindes widerspricht) wo sich das Kind aufhält.

Das Umgangsrecht wiederum steht jedem Kind zu, solange es nicht seinem Wohle widerspricht.

Hier hat der Vater weiter gedacht, denn wenn er gemeinsames Sorgerecht ohne Einschränkungen erhält, hat er die Möglichkeit über den Lebensmittelpunkt der Kinder mitzubestimmen und das Wechselmodell 50/50 einzuklagen. Ohne Sorgerecht würde er das nicht können bzw. mit Sorgerecht ohne Aufenthaltsbestimmungsrecht.
LG Jannice
mit "der Kleine" ( 15J. , globale Entwicklungsverzögerung, Kleinwuchs, Asthma, EDS3, sel. Mutismus, Mutation auf Col11A1 u.a.) und "der Große" ( 18J. , Entwicklungsverzögerung, Depression, Hashimoto, Schwerhörig rechts, Autismusspektrumsstörung, Adipositas) . Beide Jungs haben eine Duplikation auf dem ARX-Gen.

BettinaZ
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Beitragvon BettinaZ » 15.03.2017, 13:37

Hallo,

bezüglich der Spielsucht kann ich bestätigen, dass dann lediglich die Vermögenssorge übertragen wird. Wichtig, weil der Vater dann keinen Zugriff auf Sparbücher der Kinder hat.
Aber es war unstrittig ob eine Spielsucht vorlag.

Viel Kraft,
Bettina
Bettina(65) mit Bennet(98),Jorid(01),Silas(03),Milan(05) und Colin(05),Analatresie und komplexer Herzfehler

Michaela44
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Beitragvon Michaela44 » 15.03.2017, 14:34

Anja30 hat geschrieben:Angie, Unterhalt muss er dann schon noch zahlen eben nur die Hälfte. Er arbeitet als BAdemeister, ist bei der Stadt angestellt. Ein KOllege von ihm macht das schon so. Aber ob er das genauso umsetzen kann, steht in den Sternen. Das entsprang ja erst mal nur seiner Fantasie ;)


Ich befürchte, dass mit dem Unterhalt stimmt nicht. Wenn sich beide die Erziehungsarbeit hälftig teilen, werden auch die Unterhaltskosten hälftig geteilt. Das heißt, es gibt keinen Unterhalt mehr. Oder es wird wie bei volljährigen Kindern gemacht: beide Einkommen werden addiert, der Kindesbedarf wird ermittelt und dann gemäß der unterschiedlichen Einkommen aufgeteilt. Dann würdest du vielleicht etwas erhalten, wenn du weniger verdienst als dein Mann. Arbeiten müsstest du dann wieder, da du gegenüber deinem Kind unterhaltspflichtig bist.

Alles andere wäre bei einem Wechselmodell ja auch ungerecht. Das betrifft aber nur die finanzielle Seite (nicht eure ganzen anderen Argumente).

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Beitragvon ehemalige Userin » 16.03.2017, 08:41

Anja30 hat geschrieben:
Patrizia83 hat geschrieben:Dieses "Luftschloss", dass er sich da zusammenbaut, besonderes Arbeitsmodell, neue Wohnung usw würde mich persönlich alarmieren. Träumen kann man, aber dann sollte er doch erst anfangen, das umzusetzen. Dann könnt Ihr das Modell ausprobieren und dann sehen, wie es ihm damit geht und danach über das gemeinsame Sorgerecht entscheiden.


Dazu kann ich sagen, das er das sofort abschmettern wird. Ich müßte, nach seinem denken, gleich von anfang an mitziehen, weil er ja beruflich weniger Geld hat, Miete ja etwas mehr und trotzdem Unterhalt.
Oder er kürzt den Unterhalt nochmal.
Das heißt VORHER allen Ämtern mitteilen das die Kinder nur noch alle 2 Wochen bei mir sind. Damit das ihm zustehende Geld dann auch pünktlich bei ihm ist.


Dann würde ich mich aber nicht darauf einlassen. Begründung: Kindeswohl steht über den finanziellen Bedürfnissen.

Anja30
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Beitragvon Anja30 » 16.03.2017, 12:55

Vielen lieben Dank für Eure zahlreichen Ratschläge, Tipps und Erfahrungen.

Ich werde jetzt erst mal abwarten, ob er mich nochmal darauf anspricht. Wenn ja, werde ich ihm erklären, das es bisher super gelaufen ist. Und ich daran nichts ändern möchte. Es ist ihm dann frei gestellt, ob er das übers Familiengericht machen möchte.
Unser Kontakt ist weit besser als in anderen Familien und wir versuchen das alles Hand in Hand läuft. Weil es auch für die Kinder besser ist, wenn sie keine Streitereien mitbekommen.

BettinaZ: Deinen Satz mit dem unstrittig versteh ich nicht ganz :oops:

BettinaZ
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Beitragvon BettinaZ » 16.03.2017, 13:37

Hallo,

der Vater hat selber vor Gericht die Spielsucht zugegeben.
Es ging damals um das ganze Sorgerecht, auch wegen der schlechten psychischen Verfassung des KV.
Mir wurde die medizinische und finanzielle Sorge übertragen, der Rest nicht.....es ist schwierig mit dem alleinigem Sorgerecht.
Dadurch dass die Kinder aber alle bei mir leben, ist bei strittigen Entscheidungen aber ja doch meine, wenn begründete, Entscheidung maßgeblich.
Das wird schwer wenn die Kinder nur die halbe Zeit bei dir leben, ob das durch den Vater allerdings einseitig entschieden werden kann, kann ich mir nicht vorstellen.
Alles Gute!

Bettina
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Beitragvon Anja30 » 16.03.2017, 13:55

Achso, Du sprichst vom Vater Deiner Kinder :)

Ich möchte dieses Wechselmodell nicht wirklich. Die Gründe habe ich ja schon genannt.

Danke, ich werde wieder berichten.

LG Anja

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Beitragvon ehemalige Userin » 16.03.2017, 15:09

Anja30 hat geschrieben:Vielen lieben Dank für Eure zahlreichen Ratschläge, Tipps und Erfahrungen.

Ich werde jetzt erst mal abwarten, ob er mich nochmal darauf anspricht. Wenn ja, werde ich ihm erklären, das es bisher super gelaufen ist. Und ich daran nichts ändern möchte. Es ist ihm dann frei gestellt, ob er das übers Familiengericht machen möchte.
Unser Kontakt ist weit besser als in anderen Familien und wir versuchen das alles Hand in Hand läuft. Weil es auch für die Kinder besser ist, wenn sie keine Streitereien mitbekommen.

BettinaZ: Deinen Satz mit dem unstrittig versteh ich nicht ganz :oops:


Das hört sich gut an. Wenn er, bei guten Auskommen innerhalb der Familie, ein Gerichtsverfahren möchte, dann kannst Du Deine Gründe immer noch dem Familienrichter erklären. Es wäre schade, wenn er ein gut funktionierendes Modell aufs Spiel setzt. Mein Respekt übrigens dafür, dass Ihr das so gut hinbekommt, Reibereien gibt es immer. Alleinerziehende haben sowieso meinen größten Respekt. Wir sind schon im Normalfall als stinknormale Mutter-Vater-2Kinder-Familie manchmal heillos überfordert ;)


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