GdB und Merkzeichen bei Entwicklungsverzögerung

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Inga
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Beitragvon Inga » 07.03.2017, 22:14

Hallo Katrin,

das Versorgungsamt unterscheidet zwischen einer Entwicklungsverzögerung und einer Entwicklungsstörung. Es ist ganz wichtig, dass ein Arzt eine Entwicklungsstörung attestiert. Erst dann gibt es meistens die Merkzeichen.
Hallo Mellie!

Das kann ich bestätigen, das habe ich ja auch versucht in meinem Post weiter oben deutlich zu machen. Man braucht aussagekräftige Diagnosen! Eine Verzögerung kann sich noch deutlich bessern, eine Störung ist was bleibendes!

Gruß, Inga
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Beitragvon AngelaMeyer » 07.03.2017, 23:21

Ich kann zwar zur eigentlichen Frage nichts weiteres beitragen aber ich könnte mir vorstellen, dass bei vielen Kindern mit Entwicklungsverzögerung bzw Entwicklungsstörung noch keine ausreichende genetische Diagnostik gemacht wurde. Aktuell und in den letzten Jahren hat sich da international sehr viel getan. Besonders die Briten sind da sehr engagiert mit Studien wie der DDD Study https://www.ddduk.org. Die Daten (neu entdeckte Gendefekte als Ursachen für Entwicklungsverzögerungen bzw -störungen) stehen dann ach deutschen Laboren zur Verfügung.

Ich bin sicher, dass es dadurch viel leichter werden würde für diese Kinder einen angemessenen SBA zu bekommen. Heutzutage gibt es ja schin Möglichkeiten der exom analyse bzw gen-panels für Entwicklungsstörungen. Wir haben es selbst so erlebt, bekamen abef auch nur eine Antwort weil ich nicht nach den ersten Tests ohne Befund schon aufgegeben hab.

LG Angela
Sohnemann *2001 Asperger und HB
Minimann *2013 geboren mit 6. Zeh und Hypospadie (OP Anfang 2015), globale Entwicklungsstörung, geräuschempfindlich und (taktile) Wahrnehmungsstörung und seit März 2016 Epilepsie. Nach einem 2 Jahre dauernden tränenreichen Umweg über das Bardet Biedl Syndrom seit Februar 2016 endlich die Diagnose SYNGAP1 Mutation.

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Beitragvon Lovis3 » 08.03.2017, 07:23

Hallo!

Das Problem ist, dass leider sehr oft "nur" die Diagnose Entwicklungsverzögerung gestellt wird. Viele Ärzte scheuen sich vor der Diagnose Entwicklungsstörung, weil sie diese Diagnose auch oft mehr mit den Eltern besprechen/reflektieren müssen. Auch viele Eltern haben ja bei einer Verzögerung die Hoffnung, dass alles aufgeholt wird. Diese Hoffnung wird durch die Diagnose Entwicklungsstörung oft zerstört, und vor diesem Schritt zögern die Ärzte oft (nach meiner Erfahrung).

Liebe Grüße
Katrin
Katrin mit A. *06, SSW 23+0, 600g, BPD (nachts sauerstoffpflichtig) und Lungenschädigung durch RSV-Virus, pulmonale Hypertonie, Rechtsherzinsuffizienz, Hypotonie (Rollifahrer, läuft kurze Strecken mit Rolltor oder 4-Punkt-Stützen), sehbehindert
und M. *08 und L. *11

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Beitragvon katrinchen » 08.03.2017, 11:01

Hallo,

vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Ich werde mich mit den Eltern in Kontakt setzen und sie über das, was ich jetzt weiß- danke :D - informieren. Dann müssen sie schauen, wie sie damit umgehen wollen.
Ich nehme auch sehr stark an, dass es an den Arztberichten liegt. Viele Eltern fragen mich: "Ist mein Kind denn nun geistig behindert?" Die Ärzte scheinen sich also da mit klaren Aussagen sehr bedeckt zu halten :?

Mein ihr wirklich, dass dem Versorgungsamt ein schulischer Bericht reichen würde? Das könnte ich den Eltern natürlich anbieten, sowas zu schreiben.

LG Katrin
Katrin (*83), Förderschullehrerin an einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 08.03.2017, 11:36

Hallo Katrin,

Ganz bestimmt hilft für den SBA eine Aussage von Schulseite.

Mindestens so wichtig wie gute Belege ist meiner Meinung nach ein Antragsschreiben, aus dem das VA schließen kann, dass die Eltern ihre Rechte kennen und durchsetzen. Also korrektes Deutsch, Behördenstyle ("Hiermit beantragen wir ..."), korrekte Begründung von GdB und MZ mit Verweis auf die Vers.Med.Grundsätze. Vielleicht gibt's ja ein Musterschreiben von der Lehrerin, :wink: oder vom Elternbeirat, das senkt die Barriere für die Eltern zum Beantragen und Durchkämpfen oft ganz gewaltig ...

"Das Recht ist für die Kundigen da" sagen die Juristen. Und da haben sie leider recht.
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)


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