Kindertagespflege / Eingl.hilfe / niedr.schw.Betreuung

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Vanessa von Avalun
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Kindertagespflege / Eingl.hilfe / niedr.schw.Betreuung

Beitrag von Vanessa von Avalun »

Hallo liebe Forenmitglieder,

heute schreibe ich nicht direkt im Namen des Avalun e.V., sondern als staatlich anerk. Heilerziehungspflegerin und Tagesmutter, die ab April auf dem Hof von Avalun e.V. eine Kindertagespflegestelle übernimmt, da die andere Betreuungsperson ausscheiden wird.

Ich bin bereits erfahren in diesem Bereich, aber war in Lübeck tätig und wegen Umzug nach NWM (Landkreis in Mecklenburg Vorpommern) habe ich weitere Recherchen und Verhandlungen zu dem Thema unterbrochen.

Es geht um Eingliederungshilfe in der Kindertagespflege. Die Hansestadt Lübeck Bereich Jugendamt ist erstmal der Meinung, dass die Betreuung s.g kranker / behinderter Kinder mit dem Betreuungsentgeld abgegolten ist. Die Tagesmütter/väter ohne weitere Ausbildung hören in ihren Kursen jedoch nicht ein einziges Mal etwas von Behinderungsbildern oder dergleichen. Davon mal ganz abgesehen halte ich das für absolut verantwortungslos.

Kindergärten haben ja ebenso die Möglichkeiten, Leistungen zur Eingliederungshilfe usw. zu bekommen, erhalten ggfls. sogar den mehrfachen Satz.

Lange Rede kurzer Sinn:

In der Gruppe gibt es zwei Kinder mit erhöhtem Förderbedarf. Eines davon zeigt zu Hause massive Verhaltensauffälligkeiten wie Kopf auf den Boden schlagen, usw. außerdem befindet sich die Familie durch diverse Umstände in besonders schwierigen Verhältnissen und es bedarf an Hilfe.

Auf unserem Hof wird zudem die tiergestützte Therapie / Pädagogik / Förderung umgesetzt. Wir sind wirklich sehr bemüht, die Welt ein kleines bißchen zu verbessern und rennen nur gegen Wände.

Weder telefonisch, noch schriftlich erhalten wir Auskünfte darüber, ob und wie wir Eingliederungshilfe erhalten können oder andere Leistungen.

in der Tagespflegegruppe gibt es sogar eine zweite Betreuungsperson, die nun von dem Satz auch noch bezahlt wird und die Hauptbetreuungsperson hat einen zweiten Job angenommen um selbst noch leben zu können.

Das ist doch alles nicht normal.

In der Kindertagespflegegruppe werden derzeit hauptsächlich Lübecker Kinder betreut. Wegen der Ortsnähe ist das so. Aber auch da erreichen wir bislang nichts.

Die Eltern, die es können unterstützten die Dienste mit 1€/Std., damit wir weder Kinder noch die zweite Betreuungsperson wegschicken müssen.

Auch versuchen wie die KTP als anerkannter Träger für niedr.schw. Betreuungsleistungen anerkennen zu lassen, ebenso den Verein, in der Hoffnung, davon auch unterstützt zu werden. Aber meines Wissens nach, geht es hierbei um zusätzliche Betreuung zur Entlastung der Familie.

Ich habe hier nun schon etwas gestöbert und die andere Seite, die der Eltern wahrgenommen, die ebenso von A nach B geschickt wird.

Dennoch erhoffe ich mir etwas Hilfe, vielleicht den entscheidenden Tipp, damit es einfach etwas schneller geht.

Vielen Dank
Mit freundlichen Grüßen
Vanessa michels

mamavonsarah
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Beitrag von mamavonsarah »

Hallo Vanessa,

worum geht es dir genau?

So recht schlau werde ich aus deinem Posting nicht.

LG Sandy

Vanessa von Avalun
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Beitrag von Vanessa von Avalun »

Hallo,

entschuldige, dass das nicht transparent ist.

Also es geht mir, wie im Betreff steht, um die Möglichkeit an Eingliederungshilfe / Ähnliches zu kommen im Rahmen der Betreuung von Kindern mit einer Behinderung bzw. drohender Behinderung im Alter von derzeit 3/4 Jahren.

mamavonsarah
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Beitrag von mamavonsarah »

Hallo,

ich habe mir gerade die Seite eures Vereines angesehen.
Was ihr macht ist sicher prima. Ihr alle steckt sicher viel Herzblut in die Angelegenheit ABER ihr reitet verdammt viele Pferde auf einmal - um mal bildlich zu sprechen.

von eurer HP
Verein zur Förderung

- der Kinder- und Jugendhilfe

- des Landschaftsschutzes

- der Landschaftspflege

- des Denkmalschutzes

- der Denkmalpflege


Von 5 Punkten hat einer mit Kindern und Jugendlichen zu tun.
Da höre ich den Amtschimmel schon wiehern.

Auch wenn ihr euch alle super mit Kindern und Tieren auskennt, braucht ihr jemanden, der aus der rechtlich-/betriebswirtschaftlichen Schiene kommt.

Seit ihr Tagesmütter oder eine Kita?
Daraus werde ich weder aus der HP noch aus deinem Posting schlau.

Was wollt ihr konkret?
Ein Amt macht sich keine Mühe, das zu erfragen oder mühsam aus euren Mails heraus zu lesen.

Für Eingliederungshilfe ist i.d.R das Sozialamt zuständig.
Dort solltet ihr auch erfragen können, ob ihr als Erbringer solcher Leistungen überhaupt mit eurer derzeitigen Aufstellung in Frage kommt. Ferner kann man euch dort sagen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen.

auch wenn ihr die Info schon habt: Quelle http://www.betanet.de/betanet/soziales_ ... e-104.html

Das Sozialamt leistet folgende Maßnahmen der Eingliederungshilfe (§ 54 SGB XII):


Leistungen zur medizinischen Rehabilitation

(§ 54 SGB XII i.V.m. § 26 SGB IX)


Leistungen zur beruflichen Reha (Teilhabe am Arbeitsleben)

(§ 54 SGB XII i.V.m. § 33 SGB IX)

Hilfe zur Beschäftigung in einer Werkstatt für behinderte Menschen

(§ 54 SGB XII i.V.m. § 41 SGB IX, § 56 SGB XII)

Voraussetzungen

Hilfe zur Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft

(§ 54 SGB XII i.V.m. § 55 SGB IX)

Schule, Ausbildung und Arbeitsplatz

(§ 54 SGB XII i.V.m. §§ 12, 13 EinglHVO (Eingliederungshilfeverordnung))

Zur Eingliederungshilfe zählen Hilfen zu einer Schulbildung, zu einer schulischen und beruflichen Ausbildung und zur Erlangung eines Platzes im Arbeitsleben, worunter auch die Beschäftigung in einer Werkstatt für behinderte Menschen fallen kann. Darunter sind z.B. die heil- oder sozialpädagogische Betreuung in einer Tagesstätte oder in einem Heim einschließlich der notwendigen Fahrtkosten dorthin zu verstehen.


Wo genau sehr ihr euch da? Wo ist da euer konkreter Beitrag? Euer Konzept?

Unter Umständen gibt es die Möglichkeit, zusätzliche Betreuungsleistunen abzurechnen, wenn ihr die Voraussetzungen dafür erfüllt. Das könnt ihr mit der zuständigen Krankenkasse kläre, bzw. die betroffenen Eltern. ABER ... wenn es um Kinder in der Tagespflege bei Tagesmüttern geht, geht eine doppelte Abrechung natürlich nicht. Allerdings könnte man auf diese Art und Weise u.U. die Tiertheraphie abrechnen.

Also...
formuliert eure Anliegen klar und auf den Punkt.
Guckt nach, wer für welche Leistung zuständig ist.
Macht deutlich, welche Qualifikation ihr habt.
Macht deutlich was ihr seit! Ein Verein? Eine Kinderbetreuung? Tagesmütterverbund?

LG Sandy

Vanessa von Avalun
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Beitrag von Vanessa von Avalun »

Hallo Sandy,

ich danke sehr für die ausführliche Antwort.

also noch ne Info vorab, die Kindertagespflege wird freiberuflich durchgeführt, darf sich leider keinem Träger in dem Sinne anschließen, zumindest noch nicht. Es gibt erste Modellversuche und teilweise Erfolge in Verbindung mit der AWO zb.

Die Kindertagespflege heißt der IMMENKORB www.der-immenkorb.de und gehört zum Hof, aber ist rechtlich gesehen ein eigener Posten sozusagen.

In Kooperation mit dem Verein.

In der Eingliederungshilfe, speziell jetzt Kinderbetreuung in der Kindertagespflege sehe ich uns hier:

http://www.betanet.de/betanet/soziales_ ... ft-55.html

Also Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft und dann hier:

http://www.betanet.de/betanet/soziales_ ... r-146.html

Frühförderung als erweiterte Form in einer Tageseinrichtung....


Aber ich erhalte keine Auskunft. Es sei eine nachrangige Leistung und das Jugendamt zahlt ja das Betreuungsentgeld. Das sind etwas über 4€ / Std. brutto :roll: pro Kind.

Wir haben sogar ab April barrierefreie Räume zur Verfügung.

mamavonsarah
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Beitrag von mamavonsarah »

... nochmal... das sieht alles toll und liebenswert aus.

Auch die Leute... das steckt echtes Herzblut und viel Überzeugung drin darum mein guter Rat:

Lasst euch von einem Anwalt für Sozialrecht etc. beraten, was ihr braucht.


Was ihr braucht ist individuelle Beratung für eure Ausgangslage. Das kann hier im Forum niemand leisten. Ihr braucht da ganz dringend selbst Unterstüzung.

LG Sandy

Vanessa von Avalun
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Beitrag von Vanessa von Avalun »

Hallo Sandy,

danke für deinen Einsatz.

Ich weiß es klingt und ist verwirrend, aber ich spreche jetzt hier gezielt von der Kindertagespflege. Sie ist eigenständig. Kein Verein, lediglich auf dem Gelände.

Es gibt doch gültige Gesetze, wenn ich mich an jemanden wende in dieser Frage, dann als Kindertagespflege Immenkorb. Eigenständiges Unternehmen. Unterliegt dem KiFög, dem Kindertagesstättengesetz Mecklenburg, die müsen doch ihre Grundlagen kennen und Auskunft erteilen.

Das frustriert. :cry:
Sehr!

Kindergärten werden auch gefördert, es gibt ohnehin nicht genug I-Plätze.

Ich dachte, ich finde hier jemanden, ein Elternteil o.Ä. der/die sein/ihr Kind erfolgreich als "I-Kind" mit Eingliederungshilfe o.Ä. betreuen lässt.

mamavonsarah
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Beitrag von mamavonsarah »

.. davon gibt es hier x-viele! u.a. mich.

ABER das hilft dir doch nicht weiter.
Du willst doch als Träger dafür anerkannt werden oder verstehe ich das jetzt falsch?

Nochmal:
mir fallen bei jedem deiner Postings noch mehr Fragen ein:
was seit ihr für eine Geschäftsform? ggmbh? Selbständige Tagesmütter?
Gewinnerzielungsabsicht ja/nein?
Wenn ja: fleißen Gewinne in den Verein?
wollt ihr einfach nur den erhöhten Satz für I-Kinder abrechnen?
Geht es nur darum, I-Kinder aufnehmen zu dürfen?


Eingliederungshilfe kann nur das betroffene Kind durch seine Eltern beantragen.
Ihr könnt nur als Erbringer solcher Leistungen anerkannt werden.
Dazu gibt es sicherlich einen Anforderungskatalog, der mit dem Sozila - bzw. Jugendamt ausgehandelt wird.

Bringe bitte noch einemal auf in einem Satz den Punkt:
was ist deine konkrete Frage?

Und nochmal mein Rat... ihr werdet es ohne fachliche Unterstüzung nicht bis zu dieser Annerkennung schaffen (zumindest nicht auf absehbare Zeit, wenn ihr euch nicht jemanden an die Seit holt, der knackig und rechtssicher auf den Punkt bringt, was ihr von wem wollt und warum ihr das Geforderte leisten könnt)

Auch in Zeiten knapper I-Plätze wird sich kein Amt leichtfertig dazu hinreissen lassen, ohne Prüfung, Planung und Überwachung was auch immer zu genehmigen.

Da hängt nämlich ein Rattenschwanz sondergleichen dran.

LG Sandy

Vanessa von Avalun
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Beitrag von Vanessa von Avalun »

Gibt es hier Eltern, die ihr Kind, welches Eingliederungshilfe o.Ä. bekommt, in einer Kindertagespflegestelle haben, die wiederum Empfänger ist für die finanziellen Hilfen und sie auch dafür nutzt? Z.B. Einzelintegration, stundenweise Frühförderung, usw.?





Ich möchte das Thema Verein, usw. mal ganz und gar ausklammern.

Ich wollte lediglich den Zusammenhang schaffen, transparent sein, wo das Ganze stattfindet.

Die Kindertagespflege ist eigenständig, wie jede andere auch.

Sie kooperiert mit dem Verein für einzelne Projekte und nutzt den Hof für ihre Betreuung. Ich glaube der Rest ist zu verwirrend.

Tut mir leid für diese Verwirrung. Wie oben erwähnt schreibe ich hier gerade NICHT für den Verein und seine Anliegen. Oder wäre es besser, wenn ich mir hierzu ein eigenes Profil erstelle?

Ich finde das Forum interessant, sowohl privat, als Verein, aber auch für andere Projekte, die ich jetzt gar nicht weiter erwähnen möchte......aus Angst,d ass es immer wieder zur gleichen Verwirrung kommt.... :(

Das fände ich schade, so ein tolles Forum....auch um mal mit Eltern betroffener Kinder ins Gespräch zu kommen.

Ich bin privat auch Mutter und gehe mit dem Vater meiner Tochter den Weg um für seinen autistischen Sohn Lösungen zu finden.

Susannwe
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Beitrag von Susannwe »

Hallo,

in Hamburg gibt es auf jeden Fall erhöhte Betreuungskosten für behinderte Kinder.
Bei Euch wirklich nicht?

LG
SUsann
Susann 54 , Sina 30 J. tuberöse Sklerose, autoaggressiv, autistische Züge, schwermehrfachbehindert

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