Pflegegeld / Verhinderungspflege bei geschiedenen Eltern

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

Moderator: Moderatorengruppe

Joanna 789
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 759
Registriert: 30.10.2012, 11:05

Pflegegeld / Verhinderungspflege bei geschiedenen Eltern

Beitrag von Joanna 789 »

Hallo,

ich habe ein paar Fragen zum Pflegegeld / Verhinderungspflege - besonders bei getrennt lebenden Eltern.

Sohn hat PS 1!

Erstmal habe ich kurz ne allgemeine Frage:
In den Osterferien war meine Tante da und hat mich mit meinem Sohn unterstützt. Ich habe für 10 Tage täglich 7,5 Stunden abgerechnet. Nun kam gestern die Abrechnung der Pflegekasse und sie haben mir das Pflegegeld für März und April ( das war der Zeitraum der 10 Tage) gekürzt, mit der Begründung " Wir gehen davon aus, dass die Pflegeperson ganztägig an der Pflege gehindert war (Krankheit, Urlaub). Während Kurzzeit- oder Verhindeurngspflege besteht der ANspruch auf hälftiges Pflegegeld" :evil: :shock:
ÄHM.. also natürlich war ich nicht ganztägig an der Pflege gehindert.. denn wer hat sich den bitte die restlichen 16,5 Stunden um meinen pflegebedürftigen Sohn gekümmert....???? Die sind ja mal lustig... da kann er das dann alleine????
Dürfen die das einfach??? Wie kommen die zu der Annahme??? Ich dachte immer, wenn es unter 8 Stunden ist, dann ist es stundenweise..???


Soo.. dann hab ich noch ne spezielle Frage:
1. Sohn ist ja auch teilweise am WOchenende bei seinem Papa. Wenn es über 8 Stunden ist, muss ich dass dann immer der Pflegekasse melden? Es ist ja meist 2 - 3 Tage pro Monat.... Auch wenn der Vater für die Zeit keine Verhinderungspflege bekommt? - steht mir dann immer für 2 - 3 Tage im Monat keine Rentenzahlung zu?

2. Gilt das gleiche auch generell, wenn Sohn mit seiner Tante, seiner Oma oder sonstwem länger als 8 Stunden unterwegs ist?? (also muss ich offiziell immer schön schauen, dass die dann nach 7,59 Stunden zurück sind?)

3. Sohn ist insgesamt 2 x eine Woche in den Ferien komplett bei seinem Papa. Das habe ich der PK auch immer gemeldet (wegen Rentenversicherung)- genauso als ich einmal mit seiner Schwester im KH war und die Pflege auch nicht übernehmen konnte. Dafür wurde mir noch nie das PG hälftig gekürzt?? Verstehe ich nicht...

4. Wenn der Papa unseren Sohn eine Woche in den Ferien betreut.. steht ihm dann auch Verhinderungspflege zu? Er möchte das über seine neue Frau abrechnen, weil die Sohn dann angeblich pflegt... Muss ich dafür die Verhinderungspflege "opfern"? Darf seine Frau das überhaupt rein rechtlichen / wegen Verwandtschaftsgrad?

Danke
Joanna
Joanna mit Sohn (2007) mit ADHS und Asperger und Tochter (2010)

Joanna 789
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 759
Registriert: 30.10.2012, 11:05

Beitrag von Joanna 789 »

In den Osterferien war meine Tante da und hat mich mit meinem Sohn unterstützt. Ich habe für 10 Tage täglich 7,5 Stunden abgerechnet. Nun kam gestern die Abrechnung der Pflegekasse und sie haben mir das Pflegegeld für März und April ( das war der Zeitraum der 10 Tage) gekürzt, mit der Begründung " Wir gehen davon aus, dass die Pflegeperson ganztägig an der Pflege gehindert war (Krankheit, Urlaub). Während Kurzzeit- oder Verhindeurngspflege besteht der ANspruch auf hälftiges Pflegegeld" Evil or Very Mad Shocked
ÄHM.. also natürlich war ich nicht ganztägig an der Pflege gehindert.. denn wer hat sich den bitte die restlichen 16,5 Stunden um meinen pflegebedürftigen Sohn gekümmert....???? Die sind ja mal lustig... da kann er das dann alleine????
Dürfen die das einfach??? Wie kommen die zu der Annahme??? Ich dachte immer, wenn es unter 8 Stunden ist, dann ist es stundenweise..???


Sooo.... heute nettes Gespräch mit der Sachbearbeiterin. Also wenn ich das mehrere Tage am Stück mache, dann IST das immer ganztägig und dann wird das Pflegegeld gekürzt. Davon würden die DEBEKA immer ausgehen...
Ich teilte ihr freundlich mit, dass ich natürlich nicht abwesen und im Urlaub war und deswegen durchaus den Anspruch auf das komplette Pflegegeld habe. Daraufhin meinte sie, dass sie mir das nicht glauben würde!!!! :evil: :twisted: .. Ja schön.. dann wollte sie wissen, was ich den in den 7,5 Stunden gemacht hätte.. ?? Ich habe geantwortet: "Däumchen gedreht und aus dem Fenster gesehen, Fußnägel geschnitten, geschlafen, Fenster geputzt... ob die noch mehr wissen möchte." Darauf hin meinte sie, dass das Gesetz so wäre, wenn es mehrere Tage am Stück wäre, wäre es nicht stundenweise.. ich könnte mich gerne schriftlich beschweren... :roll: :roll:

Juuut.. hab ja auch nichts anderes zu tun..


... beim nächsten Mal gebe ich als Grund für die Verhinderungspflege an, dass ich Schriftverkehr mit Krankenkassen, Pflegekassen und Jugendämtern geführt hätte..

AHHHHHHHHH :shock: :shock:
Joanna mit Sohn (2007) mit ADHS und Asperger und Tochter (2010)

Benutzeravatar
MichaelK
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 14845
Registriert: 27.09.2005, 18:17
Wohnort: Zwickau (Sachsen)

Re: Pflegegeld / Verhinderungspflege bei geschiedenen Eltern

Beitrag von MichaelK »

Joanna 789 hat geschrieben: Nun kam gestern die Abrechnung der Pflegekasse und sie haben mir das Pflegegeld für März und April ( das war der Zeitraum der 10 Tage) gekürzt, mit der Begründung " Wir gehen davon aus, dass die Pflegeperson ganztägig an der Pflege gehindert war (Krankheit, Urlaub). ....Dürfen die das einfach??? Wie kommen die zu der Annahme??? Ich dachte immer, wenn es unter 8 Stunden ist, dann ist es stundenweise..???
Hallo Joanna,

nein, unter 8 h Verhinderung darf nicht gekürzt werden. Das hat auch nix mit Zeitraum zusammenhängend oder nicht zu tun. Der erste und der letzte Tag jedes Zeitraumes ist auch bei über 8 Stunden von der PG- Kürzung ausgenommen.
Steht alles genau im GR.
Joanna 789 hat geschrieben:
1. Sohn ist ja auch teilweise am WOchenende bei seinem Papa. Wenn es über 8 Stunden ist, muss ich dass dann immer der Pflegekasse melden? Es ist ja meist 2 - 3 Tage pro Monat.... Auch wenn der Vater für die Zeit keine Verhinderungspflege bekommt? - steht mir dann immer für 2 - 3 Tage im Monat keine Rentenzahlung zu?
theoretisch ja, da die Rentenbeiträge nur für tatsächliche Pflegeleistung der jeweiligen Person gezahlt werden. Allerdings regelt § 34 Absatz 3 SGB XI, dass die Leistungen zur sozialen Sicherung nicht für die Dauer der häuslichen Krankenpflege, bei vorübergehendem Auslandsaufenthalt des Versicherten oder Erholungsurlaub der Pflegeperson von bis zu sechs Wochen im Kalenderjahr sowie in den ersten vier Wochen einer vollstationären Krankenhausbehandlung oder einer stationären Leistung zur medizinischen Rehabilitation ruhen.
Wenn du also in der Zeit Erholungsurlaub hast, musst du nix melden und die Beiträge sind auch weiter zu zahlen.
3. Sohn ist insgesamt 2 x eine Woche in den Ferien komplett bei seinem Papa. Das habe ich der PK auch immer gemeldet (wegen Rentenversicherung)- genauso als ich einmal mit seiner Schwester im KH war und die Pflege auch nicht übernehmen konnte. Dafür wurde mir noch nie das PG hälftig gekürzt?? Verstehe ich nicht...

4. Wenn der Papa unseren Sohn eine Woche in den Ferien betreut.. steht ihm dann auch Verhinderungspflege zu? Er möchte das über seine neue Frau abrechnen, weil die Sohn dann angeblich pflegt... Muss ich dafür die Verhinderungspflege "opfern"? Darf seine Frau das überhaupt rein rechtlichen / wegen Verwandtschaftsgrad?
Für eine Kürzung zu 3. fehlt die Rechtsgrundlage, wenn keine Verhinderungspflege in Anspruch genommen wird.
Die Stiefmutter ist verschwägert mit deinem Sohn. Insofern kann sie zwar die Verhinderungspflege übernehmen, es ist aber zu beachten, dass sie betreffs Entgelt max. den Pflegegeldbetrag der jeweiligen Stufe für 6 Wochen erhalten kann.

LG Michael
Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2
"Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."
(Martin Luther King)

Joanna 789
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 759
Registriert: 30.10.2012, 11:05

Beitrag von Joanna 789 »

Wenn du also in der Zeit Erholungsurlaub hast, musst du nix melden und die Beiträge sind auch weiter zu zahlen.

Hallo, oh.. also ich muss das nicht melden? Auch nicht, wenn die Kinder theoretisch 3 WOchen beim Vater wären??

ich dachte immer, ich muss alles melden und die PK bemerkt dann, wenn es mehr als 6 WOchen sind...

oder muss ich tatsächlich erst bei mehr als 6 WOchen melden??

Danke für die Antworten...
Joanna mit Sohn (2007) mit ADHS und Asperger und Tochter (2010)

Benutzeravatar
MichaelK
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 14845
Registriert: 27.09.2005, 18:17
Wohnort: Zwickau (Sachsen)

Beitrag von MichaelK »

Joanna 789 hat geschrieben: oder muss ich tatsächlich erst bei mehr als 6 WOchen melden??

Danke für die Antworten...
Hallo,

mitzuteilen sind Tatsachen, die für die Leistung erheblich sind. Ich würde meinen, dass die Tatsache Erholungsurlaub i.V. mit der Rentenversicherungspflicht erst ab mehr als 6 Wochen erheblich ist.

LG Michael
Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2
"Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."
(Martin Luther King)

Marisa 22
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 790
Registriert: 03.01.2013, 08:53
Wohnort: Südhessen

Beitrag von Marisa 22 »

Hallo Joanna,
mein Ältester hat auch PS 1 und ich bin von seinem Vater geschieden.
Ich habe das noch nie angegeben, wenn er bei seinem Vater übernachtet hat.
Ich gebe - außer er fährt auf eine Freizeit mit dem FuD und die zahlt ja auch die Pflegekasse- überhaupt nichts an.
Wenn er stundenweise betreut wird, geht das bis zu 8 Stunden ohne das das Pflegegeld gekürzt werden darf.
Und es geht die Pflegekasse auch nichts an, was du in dieser Zeit machst.
Mit seinem Vater habe ich keine Gelder geteilt. Allerdings hat mein Sohn nie regelmäßig bei seinem Vater übernachtet. (Höchstens mal eine Nacht im Monat )
LG Marisa
Sohn 23J. Entwkl.sstörung,ADS,Lernbehinderung,
Emot. Störung mit soz. Rückzug,Störung d. mot. Funktionen,eheml. Stotterer
Tochter 22J. gesund
Tochter 17J. gesund
Sohn 15J. Entwkl.verzögerung,Lernbehinderung,
ADHS,Störung d.Motorik,
erh. Infektanfälligkeit,Nierenkelch Dilatation rechts
beide Jungs Gendefekt im x Chromosom

Joanna 789
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 759
Registriert: 30.10.2012, 11:05

Beitrag von Joanna 789 »

nein, unter 8 h Verhinderung darf nicht gekürzt werden. Das hat auch nix mit Zeitraum zusammenhängend oder nicht zu tun.

Hallo MIchael,

ich sitze gerade an dem Schreiben an die PK... leider finde ich den entsprechenden § nicht....

Im SGB XI § 39 steht da nichts zu drin.... was soll ich denn nun als Grundlage angeben??


DANKEEEE
Joanna
Joanna mit Sohn (2007) mit ADHS und Asperger und Tochter (2010)

monika61
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3959
Registriert: 09.06.2011, 16:17

Beitrag von monika61 »

Hallo Joanna,

schau mal im Link auf Seite 174:

Gemeinsames Rundschreiben zu den leistungsrechtlichen Vorschriften
vom 17.04.2013, Stand 18.12.2015


..."Bei einer stundenweisen Verhinderung der Pflegeperson von weniger als 8 Stunden besteht
wie bisher ein Anspruch auf das volle Pflegegeld."...

https://www.gkv-spitzenverband.de/media ... 2-2015.pdf

LG
Monika

Joanna 789
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 759
Registriert: 30.10.2012, 11:05

Beitrag von Joanna 789 »

Danke... gilt das auch für die private Pk?
Joanna mit Sohn (2007) mit ADHS und Asperger und Tochter (2010)

Benutzeravatar
MichaelK
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 14845
Registriert: 27.09.2005, 18:17
Wohnort: Zwickau (Sachsen)

Beitrag von MichaelK »

Hallo Joanna 789,

ja, die Leistungen und die Leistungsausführung müssen ja gleich sein, da sonst eine Gruppe von Versicherten benachteiligt würde.

siehe auch hier Seite 13: https://www.pkv.de/service/broschueren/ ... ng.pdb.pdf

LG Michael
Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2
"Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."
(Martin Luther King)

Antworten

Zurück zu „Rechtliches (Krankenvers., Pflegegeld etc.)“