Zusätzliche Betreuungsleistungen - Stundensatz

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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AlexandraPf.
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Zusätzliche Betreuungsleistungen - Stundensatz

Beitragvon AlexandraPf. » 11.04.2015, 07:35

Guten Morgen :-)

Nun habe ich mich über 2 Stunden durch diverse Beiträge gelesen und habe
ab und zu etwas über die abgerechneten Stundensätze bei den zusätzlichen
Betreuungsleistungen gelesen.

Bislang haben wir die Leistungen über den Familienentlastenden Dienst be-
zogen. Die Stunde kostete 23.10 €, pro Einsatz kam eine Fahrkostenpauschale
von 3.- € dazu. Die betreuende Person erhielt davon pro Stunde grade mal 10.- €.

Nun wird der Stundensatz ab Mai 2015 34.- € betragen -
EINE ERHÖHUNG VON 45 % !!!
Die Fahrzeit wird dabei voll eingerechnet. Bei uns ist dann pro Einsatz jeweils
eine halbe Stunde weg..

Deshalb nun meine Frage in die Runde :
Wieviel wird bei euch pro Stunde für die zusätzlichen Betreuungsleistungen
abgerechnet?

Vielen Dank und liebe Grüsse
Alexandra.

Deshalb nun meine Frage
Alexandra (73) mit El. (w. / geb.´02), Al. (m. / geb.´04), Li. (m. / stillgeboren´07) und An. (m/08).
Zusätzlich zu seinem goldigen Wesen hat unser Jüngster Tuberöse Sklerose, Asthma und Neurodermitis.

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 11.04.2015, 08:19

Hallo Alexandra,

wir zahlen pro Stunde 15€, bei zwei verschiedenen FeD. Davon bekommt der Betreuer beim einen 12€, beim anderen gut zehn. Ich schreib Dir eine PN. :wink:

Grüße
Engrid
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Beitragvon CarmenRom » 11.04.2015, 08:45

Hallo Alexandra,

frag mal dort nach, wo mit ehrenamtlichen Kräften gearbeitet wird.
Wir selbst nehmen für zusätzliche Betreuung das DRK, da bekommt man etwa 2-3mal soviel Leistung fürs Geld.

An dieser Stelle kann ich mir die Anmerkung nicht verkneifen, daß der erhöhte Betreuungsaufwand bei pflegenden Angehörigen mit monatlich rund 100€ vergütet wird. Eine absolute Schräglage wo 3 Stunden gegen einen gesamten Monat antreten. :roll:

Viel Erfolg
Carmen

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 11.04.2015, 09:04

Hallo Carmen,

die Schräglage ist aber zum Gutteil da, wo

- erstens die Bundesländer nicht in der Lage sind, für ausreichend günstige niederschwellige Dienste zu sorgen, sowie es ihr Auftrag ist (und sich trotzdem nicht entschließen können, im Rahmen der Nachbarschaftshilfe unbürokratisch privat abrechnen zu lassen, so wie in NRW und HH möglich)
- zweitens Dienste offenbar ein gutes Geschäft draus machen.

Mit fünfzehn Euro pro Stunde sind es immerhin acht Stunden im Monat. Ist jetzt auch nicht sooo üppig, aber es gibt ja noch VP und KZP.

Grüße
Engrid
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Beitragvon Sissiundhaylie » 11.04.2015, 09:12

Hallo ihr lieben da hab ich gleich mal ne Frage, ich nutze dieses Angebot der zusätzlichen Betreungsleistung nicht, verschenke also jeden Monat das Geld, weil ich nicht weiß wie ich es nutzen kann. Für mich ist das alles so neu, vielleicht kann mir das ja jemand erklären. Zu uns kommt im Moment ein bis zwei mal pro Woche ein Intensivpflegedienst für Carl 10 Stunden am Tag dieser wird über Behandlungspflege abgerechnet den Rset der Zeit mache ich allein. Lg
Joshua 25.07.05 gesund, Haylie 26.06.14 schwere Asphyxie Tracheostoma PEG Spastische Tetraparese kombinierte Entwicklungsverzögerung Episode und extreme Schwerhörigkeit

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Beitragvon maria ko » 11.04.2015, 10:13

Hallo,
Unser FED nimmt 20 € pro Stunde , 10 € bekommt meine Gute Seele davon. Ich dachte immer 20€ wäre schön viel, aber wenn ich das hier so lese, kommen wir ja noch günstig davon weg.

Liebe Grüße Maria
Marcel geb.12.6.00 - O2 Mangel unter der Geburt, Celebralparese, Tetraspastik, Sauerstoffpflichtig...
Magensonde, Epilepsie,Untertemperatur
seit den 11.11.15 ein Engel
Er war unser Sonnenschein, ich vermisse Marcel so sehr

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Beitragvon Mama Ursula » 11.04.2015, 10:58

Hey!

Alexandra - ich kann Deine Empörung und Dein Entsetzen/ Erstaunen gut verstehen - geht mir immer ähnlich.

Wie ich hier schon mehrfach berichtet habe. Bekommt unser FED bei Ehrenamtlern inzwischen knapp 23€, wovon 10€ an die Betreuungskraft gehen. Für Fachkräfte (die wir für Jessy angeblich brauchen, dann aber immer noch mindestens 2 Monate einarbeiten und für die wir natürlich auch jederzeit telefonisch erreichbar oder auch "abrufbar" sind) rechnen sie seit nun 2 Jahren 43,19€ ab, wovon sie bislang 14€ (brutto) an die Betreuungskraft weitergaben. Da die Betreuungskräfte seit Januar 15€ (brutto) bekommen, bin ich gespannt, wann uns die nächste "Preiserhöhung" erreicht. Die letzte kam damals im November 2013 - rückwirkend ab Mai :shock: Allerdings nur um 7% :roll: gesteigert.

Frag bei Euch doch mal nach, wie sich diese Preissteigerung um 45% für die gleichen Leistungen "erklärt".

Bei uns kommen übrigens pro Anfahrt-km noch 25ct dazu - pro Einsatz der einen Kraft rund 7€. Die andere Kraft wohnt nur einen Steinwurf von uns entfernt..., da zahlen wir nix zusätzlich.

Uuuuuund - ich muss gestehen, dass wir über die Zusätzl. Betreuungsleistungen... hinaus noch viele Stunden über die Eingliederungshilfe bekommen - für mich bedeutet es daher nicht "weniger" Stunden - ärgern tut es mich dennoch!
Vielleicht wäre aber auch für Euch die Nutzung "Familien entlastender Maßnahmen" über die Eingliederungshilfe eine Option?!

Zumal bei uns ein Kinder-Intensiv-Krankenpflegedienst mit der AOK unter Einhaltung der Bedingungen für den Kinder-Zusatzvertrag max. 40,50€/h bekommt.
Hier liegt für mich eine gravierende Schräglage vor und der Gesetzgeber hat total geschlafen!

Bei uns sind übrigens die Regionen unter den den FED, genauso wie unter den Kinderkranken-PD "aufgeteilt"! Da "schleicht" sich keiner ins "Revier" des anderen :roll:

Grüßle
Ursula
Kinderkrankenschwester mit Fachweiterbildung Palliativ Care und Außerklinische Beatmung.
Pflegemutter von Jessy (16 J., schwerster Hirnschädigung wegen Sauerstoffmangel), kl.Bub (1 Jahr mit schwerster Hirnschädigung, Reflux, Spastisch-steife Knie), 2 gr. Jungs - ausgezogen.

Regina L.
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Beitragvon Regina L. » 11.04.2015, 13:27

Hallo,

ich habe mich diese Woche auch mit dem Thema befasst, die 104€ stehen mir seit Anfang 2015 zur Verfügung. Beide Pflegedienste wo ich angefragt habe nehmen zwischen 30 und 35€/Stunde zuzüglich Anfahrtspauschale. Was mich zusätzlich irritiert ist, dass sie maximal 1-1,5 Stunden am Stück bereit wären im Rahmen dieser Leistungen zu kommen.
Wie ist das denn bei euch?
Niederschwellige unbürokratische zusätzliche Betreuungsleistungen gibt es hier leider nicht. Auf Anfrage heiß es nur, es wird noch "einiges an Zeit in Anspruch nehmen" bis es dies in anderen Bundesländern wie NRW und HH geben wird.

Würde mich auch über Erfahrungen freuen.
Viele Grüße
Regina

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 11.04.2015, 13:41

Hallo,

ich glaube, man müsste da ein bisschen Druck machen, und zwar auf die zuständigen Stellen bei den Bundesländern.

Die Länder sind verpflichtet, das Gesetz auf ihrer Ebene umzusetzen, d.h. dafür zu sorgen, dass ein Versorgungsangebot an niederschwelligen Diensten entwickelt wird, und zwar bedarfsorientiert. Das heißt, nicht für so horrendes Geld und das heißt flächendeckend.

Über 30€ zuzüglich Anfahrtspauschale für maximal 1,5 h Einsatz - das ist eine Frechheit. Weil es zeigt, dass es da nicht um echte Entlastung geht.

Googelt mal Euer jeweiliges Bundesland plus "niederschwellige Betreuung", o.ä., dann kommt Ihr auf die Seiten der Regierung, wo die zugelassenen Dienste aufgelistet sind, und dort habt Ihr dann auch gleich einen Kontakt, wo Ihr Euren berechtigten Unmut auslassen könnt. Wenn genügend Druck kommt, dann wird das eher was mit der Zulassung der Abrechnung "im Rahmen der Nachbarschaftshilfe".
Oder man spricht die örtliche Nachbarschafthilfe an, dass sie ihren Dienst auf Angebote für unsere Kinder erweitern. (Die haben meist schon eine Zulassung als niederschwelliger Dienst)

Wenn ich wie oben für Bayern google, dann lande ich bei einer Agentur, die dafür zuständig ist. Und wenn ich mir durchlese, wer die körperschaftlichen Mitglieder dieser Agentur sind, dann weiß ich auch, wer sich da den lukrativen Kuchen aufgeteilt hat.
Bayern: http://www.niedrigschwellig-betreuung-bayern.de


Immerhin haben die 104 € ja seit Januar ALLE Pflegebedürftigen, und wenn es so läuft, dass nur überteuerte Angebote da sind, dann kann der Dienst drauf spekulieren, dass man lieber 3 überteuerte Stunden im Monat bucht, als das Geld gar nicht zu nutzen. Der Betreuer kriegt 8,50 - 10 € die Stunde ausbezahlt den Rest schiebt der Dienst ein. :?

Grüße,
Engrid
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Julianes Sonnenschein
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Beitragvon Julianes Sonnenschein » 11.04.2015, 14:18

Hallo,
wir zahlen 16 Euro pro Stunde an die Sozialstation, davon bekommt die Betreuerin 9 Euro oder 9,50 Euro. Für die Fahrt bekommt sie nichts.
Wenn es sich um Freizeitassistenz handelt (also z. B. Begleitung ins Schwimmbad), dann würden wir über die Lebenshilfe 10 Euro pro Stunde zahlen, die Betreuer arbeiten ehrenamtlich, das Fahrtgeld wird erstattet (aber von uns privat, nicht über die PK) - bisher hatten wir das noch nicht, weil noch niemand gefunden wurde für unsere Kleine.
Beim FeD würden wir nur 14 Euro irgendwas zahlen, die Betreuerin bekäme aber nur 7 Euro und das fanden wir nicht fair, daher haben wir die Sozialstation genommen.
Liebe Grüße
Juliane
__________________________
Mama von Kind mit allg. Entwicklungsverzög., Mikrodeletion 3q29, atypischem Autismus.


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