Pflegeantrag stellen, was dazu?

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Nana152
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Pflegeantrag stellen, was dazu?

Beitrag von Nana152 »

Huhu,

ich komm einfach nicht weiter.

Ich hab den Antrag fertig, das Pflegetagebuch auch, werde aber nicht um ein extra Blatt mit genauen Daten drumrumkommen, weil ich das Gefühl habe, vieles kann ich in das Tagebuch gar nicht genau reinschreiben.

Das Pflegetagebuch kann ich dem MDK mitgeben, das muss ich nicht direkt mitschicken, oder?
Und wie sieht es mit dem Bericht der Kinderklinik aus? Also das mit der Diagnose Asperger und ADHS soll das direkt mit oder auch dem MDK gegeben werden?

LG, Nana
Luca 09.12.2005, operierte Hypospadie
Joshua 03.07.2007, Asperger, Tourette und ADHS
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TonisMama
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Beitrag von TonisMama »

Hallo Nana,
wichtig ist erst einmal, dass du dir, von allen Unterlagen die du rausgibst, Kopien machst.
Somit hast du immer in der Hand was du einmal gesagt / geschrieben hast.
Es gibt nämlich auch Fieslinge beim MDK, die meckern, weil du doch ne Minute zuviel angegeben hast.

Ich habe damals den Bericht der Klinik (Kompletter Entlassbrief inkl. Medikation etc.) sowohl bei der Antragsstellung als auch dem MDK vor Ort mitgegeben.

Der Mitarbeiter des MDK muss sich ein Bild von der Situaton machen, die Zeiten / den Aufwand zusammentragen und das geht zur Pflegekasse.
Darum das "Paket" auch dem MDK mitgeben.

Die Pflegekasse schaut quasi in die Tabelle und genehmigt Pflegestufe x, weil ein erhöhter Pflegeaufwand vorliegt, etc.

Wichtig ist auch, dass man beim MDK das Gutachten in Kopie anfordert.
Darin siehst du dann genau wie der Mtarbeiter des MDK welchen Aufwand eingetragen bzw. gesehen hat und du kannst du einem (hoffentlich unnötigen) Widerspruch besser entgegenwirken.

Ausserdem habe ich noch einen kurzen Bericht des Kinderarztes vor Ort erstellen lassen, damit von MDK und Pflegekasse gesehen wird, dass die diagnostizierte Krankheit so weitreichend ist, dass man zusätzlich in regelmäßigen Kontakt mit einem Kinderarzt vor Ort steht.


Hast du noch Fragen?

Darf ich fragen auf wieviel Minuten du tägl. kommst?

Übrigens: Sollte es Tätigkeiten geben wofür zwei Personen zur Hilfe benötigt werden, sind es das Doppelte an Minuten!


Viele Grüße! :)

Nana152
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Beitrag von Nana152 »

Hallo TonisMama,

danke für deine Antwort.
Also ja, alles geht nur in Kopie mit. Wegen der Pflegezeiten ist das auch etwas kompliziert, weil es so viele verschiedene Tage gibt. Das muss ich alles mal zusammenzählen, bisher stehen überall nur gekritzelte Zeiten, weswegen ich den auch noch nicht herausgeben will, bevor das sauber dokumentiert ist.
Ich bin auch noch unschlüssig, ob ich das 'ins Bad bringen' mit aufdröseln kann, beispielsweise. Weil er unterwegs vergisst, wohin er sollte/wollte. Deswegen würde ich das erst dem MDK mitgeben, das geht so klar, oder? Oder 'muss' ich das Tagebuch mitschicken?
Und was zählt als Grundpflege bei diesem Tagebuch? Ich hab die Fibel glaub bereits drei Mal gelesen, aber ich hab laufend ein Brett vor dem Kopf.

Eben kam auch Joshuas SBA nach 2(!!) Wochen mit GdB 50 und Merkzeichen H. Irgendwie bin ich nun überfordert hmm.

Also: ich sende der Pflegekasse nun den Antrag inkl. der Diagnose (3 Seiten) von der Klinik. Der Rest bekommt der MDK mit, also ein von mir bis dahin fertig gemachtes Begleitschreiben mit genauer Erklärung der Probleme plus das Tagebuch?

Tätigkeiten für zwei gibt's eigentlich keine. Ich darf seine Geschwister ja nicht mit reinreichten und wenn er mal 'austickt' Brauch ich zwar jemand, der ihn beruhigt und jemand, der sich um die Geschwister kümmert, aber das ist ja nicht zu zählen. Kompliziert diese Geschichte hm.

LG, Nana
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mandymori
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Beitrag von mandymori »

erstmal kannst du nun ein formloses schreiben an deine kk schicken" sehr geehrte damen und herren, hiermit beantrage ich eine begutachtung zur einstufung in eine pflegestufe für meinen sohn/ meine tochter..."
so oder so ähnlich. damit hast du dir den monat mit pflegegeld gesichert da du das geld dann rückwirkend bekommst...

dann kündigt sich der mdk an und gür diesen tegmin kannst du das pflegetagebuch haben, alle unterlagen von ärzten in kopie und was du sonst noch an unterlagen hast...

überlege dir vorher gut, wo dein mehraufwand liegt. oft denkt man nicht an kleinigkeiten da diese für uns alltag sind...

TonisMama
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Beitrag von TonisMama »

SBA, 50, H -wobei bist du überfordert? Bzgl. des Grades? Des Merkzeichens?

Genau, Antrag + Arztbrief und der Rest dem MDK mitgeben, denn er braucht dieses Wissen.

Ins Bad begleiten kannst du auf jeden Fall angeben!
Da er selber laufen kann, braucht er zwar nur Teilhilfe / Unterstützung und nicht eine Vollübernahme (Tragen / Schieben).

Es sind soviele Kleinigkeiten an die man nicht denkt. Vieles ist nur Teilübernahme und / oder Unterstützung aber hey -die Minuten zählen :wink:

Nana152
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Beitrag von Nana152 »

@mandymori

Also, den Antrag hatte ich bereits da, inkl. einem Pflegetagebuch der Pflegekasse selbst. Da Male ich aktuell auch witzig drin rum. Schwierig ist eben auch, ab Juli gehen erst die Therapien los, die kann ich aktuell noch gar nicht zeitlich angeben. Ich glaube, es läuft auf einmal Verhaltenstherapie und einmal Ergotherapie hinaus. Wahrscheinlich wöchentlich im Wechsel, aber wie gesagt, wirklich sicher kann ich das ja noch gar nicht sagen.

Dann, gerade diese Dinge, wie ins Bad begleiten, die hätte ich bislang ganz außer acht gelassen, weil sie ja wirklich keinen gesonderten Unterpunkt hatten, wusste nun nicht, dass das zu gehen/stehen gehört, Wasser einschenken, alles was mit Zähneputzen, Ohrenputzen zu tun hat, der ständige Kampf ums Haare waschen. Das sind so viele Kleinigkeiten. Also, dieses Tagebuch wird mir einige graue Haare kosten, glaube ich.

@TonisMama

Wahrscheinlich, weil mir der Vergleich fehlt. :D
Ich denke, der SBA ist schnell und fair bearbeitet worden. Bis 2017 gilt der jetzt ja, das heißt, dann wird es wohl ohnehin interessant von wegen Schulwechsel und damit auch Busfahrt, dass ich dann ja ohnehin schauen muss, wie hat er sich bis dahin entwickelt, kann der SBA neu beurteilt werden, bleibt er gleich, oder hat es sich im Gesamtbild verschlechtert. Wobei es mir ja aktuell schon Bauchschmerzen macht, wenn er den Schulweg alleine bestreiten muss, wenn sein Bruder beispielsweise krank ist. Normal laufen sie jeden Morgen gemeinsam und jeden zweiten Mittag gemeinsam zurück.

Okay, aber zurück zum Tagebuch. Hab nun den Antrag und den Arztbrief abgeschickt. Mehr Briefe haben wir leider nicht, da wir die vergangenen drei Jahre nur von Arzt zu Arzt gerannt sind, ohne dass uns einer sagen konnte, was los ist. Deshalb gibt's da eben wie gesagt eh nichts weiter, als den einen Arztbrief, den ich in Kopie beigefügt habe.

Danke für die Hilfe!

LG, Nana
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Jakob05
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Beitrag von Jakob05 »

Wichtig ist, dass du dir selbst ein Bild gemacht hast und fundierte Aussagen im Gespräch machen kannst. Nach der begutachtung solltest du das ausführliche Gutachten anfordern und gegen dein Wissen abgleichen. Im Widerspruch dann Punkt für Punkt schriftlich richtig stellen.
Befunde holt sich der MDK und die KK selbst beim Ersteller, da sie sowieso alle Beteiligten Anschreiben.
Ich habe in 23 Jahren Pflegestufe noch NIE ein Pflegetagebuch erstellt, mich nur immer über die aktuelle Rechtslage schlau gemacht. Bei der Begutachtung habe ich mir alles erklären lassen, wenn ich nicht sicher war, was die genau wissen wollten. Es hat immer geklappt, wenn auch oft erst auf dem Widerspruchsweg.
Also KEINE PANIK, es lässt sich alles korrigieren.
Schriftliche Eingaben vorab muss ein Sachbearbeiter halt immer alleine beurteilen, kann dich nicht fragen, wie du was gemeint hast, das führt zu Missverständnissen und man wird leichter angreifbar. Im Gespräch kann man vieles besser darstellen.
Cordula (65) mit I. (86), M. (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), J. (†,* 05, 37.SSW) + K. 10/07 (GS, HD, HG-versorgt, Lordose, Rachenfehlbildung => Tracheostoma...)

Annette Schmidt
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Beitrag von Annette Schmidt »

Hallo Nana!

Lies zum Thema Pflegegeld bei Autismus bitte mal hier:

http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... 98#1758398
Ich selber habe nie Pflegetagebuch geschrieben, unsere Erstbegutachtung war im Februar 2002, als ich noch keine Ahnung von der Materie hatte. Eine weitere dann 2004, nachdem wir die zusätzlichen Betreuungsleistungen beantragt hatten (damals hieß das noch anders), wann und wie oft danach begutachtet wurde, weiß ich nicht, da mein Sohn seit 2/2005 in eine Jugendhilfeeinrichtung lebt und die Begutachtung ja im Wohnumfeld erfolgt.
Wobei es mir ja aktuell schon Bauchschmerzen macht, wenn er den Schulweg alleine bestreiten muss, wenn sein Bruder beispielsweise krank ist.
Das muss er nicht zwingend!

http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... 33#1757833

Baden-Württemberg, wenn ich das richtig sehe?

http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... rg#1243528

http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... rg#1239153

Und schon, um zu verdeutlichen, dass es ein Problem ist, den Schulweg alleine zu bewältigen, solltest Du wegen des fehlenden B im SBA Widerspruch einlegen, auch wenn es rechtlich nicht Voraussetzung ist.
.
Liebe Grüße

Annette
Annette *16.08.67, u.a. chronische Neuroborreliose, Polyneuropathie, CFS, Insulinresistenz, EM-Rentnerin mit Ulrich, *27.07.92, Asperger-Syndrom

Bitte keine PN-Anfragen, danke.

Nana152
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Beitrag von Nana152 »

Hallo Annette,

danke für die Links, da wühle ich mich durch. Der Schulweg ist nicht weit. Wenn er mit seinem Bruder läuft, dann dauert das etwa 20-30 Minuten. Wenn er ihn alleine bewältigen muss, braucht er oft über eine Stunde in der die Schule nicht weiß, wo er ist, noch ich. Wenn er dann endlich daheim ist und man ihn fragt, sagt er immer er wäre unterwegs eingeschlafen.
Ich dachte anfangs, das würde über die Schulbegleitung mit abgedeckt, mittlerweile weiß ich, dass dem nicht so ist, weswegen ich dankbar für die Links bin.

Wegen des Bs im Ausweis, werde ich auch in Widerspruch gehen. Wegen des rückwirkend ab Geburt, wird es sich bei uns wohl kaum lohnen, eben wegen fehlender Notizen der Ärzte. Seufz.

Danke.
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