Falsche Fakten im AOSF-Gutachten

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Vanessa 73
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Falsche Fakten im AOSF-Gutachten

Beitragvon Vanessa 73 » 13.03.2011, 11:49

Hallo,

es wurde gerade bei Dzana das AOSF-Verfahren durchgeführt und ist jetzt fast beendet.
Jetzt war die Sonderschullehrerin letzte Woche bei uns und hat mir ihren Bericht schonmal vorgelegt zum durchlesen (die zust. Grundschule hat noch nicht unterschrieben oder vielleicht gerade eben erst) und es stand bei Selbstständigkeit: Dzana zieht sich alleine an und braucht höchstens Hilfe beim Hosenknopf oder Schnürsenkel schnüren.
Das ist nicht so, sie benötigt bei jedem Teil Hilfestellung oder Komplettübernahme und sie hatte noch nie Schuhe mit Schnüsenkel (nur mal so dazu), die Information kommt von Dzanas Kindergärtnerin und diese beschönigt schon immer alles.

Für das AOSF-Verfahren ist mir das egal, aber jetzt kommt der MDK und der will das Gutachten dann auch sehen und wenn der das liest haben wir Schwierigkeiten mit der Pflegestufe.

Ich weiß nicht warum die Kindergärtnerin solche Auskünfte gibt, denn wenn ich sie frage, wie es im Kindergarten abläuft mit dem Anziehen, beschreibt sie mir die gleiche Hilfestellung wie ich sie ihr gebe.( Und generell kommt Dzana angezogen in den Kindergarten, es wird seltenst im Kindergarten gemacht, vielleicht mal beim Umziehen, wenn was naß geworden ist)
Wir hatten das schonmal mit dem Toilettentraining, das in dem Entwicklungsbericht stand "Dzana führt erfolgreich ein Toilettentraining durch ( hier zuhause noch nicht ein Erfolg und auf Nachfrage im Kindergarten doch Ganze ein bis vielleicht zwei Erfolge im halben Jahr :shock: , erfolgreich ist für mich was anderes).
Sie sollen ja nichts schlechtes schreiben, sondern die Tatsachen so wie sie sind.
Ist das denn zuviel verlangt?
Ich würde den Bericht am liebsten ändern lassen, darf ich das?

LG Vanessa
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Beitragvon Steffi@ » 13.03.2011, 11:57

Hallo Vanessa,

beim AOSF sollen die Eltern ja mit einbezogen werden. Deshalb hat dir die Lehrerin der Förderschule sicherlich auch das GUtachten schon mal zu Lesen gegeben. Klar kannst Du darum bitten, dass die Information durch die Erzieherin noch einmal geprüft und entsprechend geändert wird. Ich würde einfach noch einmal mit Beiden Gutachterinnen sprechen und um eine Korrektur bitten.

Viel Erfolg!!
Steffi :)
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KerstinM.
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Beitragvon KerstinM. » 13.03.2011, 13:54

Hallo Vanessa
wenn der das liest haben wir Schwierigkeiten mit der Pflegestufe.


es ist nicht nur bezüglich für die Pflegestufe wichtig. Das Gutachten ist ja erstellt worden, weil es für den künftigen Schulweg entscheidend sein soll bzw. eventuell notwendige Unterstützung im Schulalltag erleichtern soll. Ich denke hier an Schulwahl, Förderklasse, Integrationshelfer, Hilfsmittel für Schule und vieles mehr. Wenn das Gutachten jetzt nicht deinem Kind entspricht, dann hast du damit immer wieder Schwierigkeiten im Nachgang in allen Bereichen.

Deshalb sollte das Gutachten dem tatsächlichen "Ist-Zustand" deines Kindes gerecht werden.

Gruß Kerstin
Kerstin mit Markus(*97), Hydrocephalus mit schwerem Verlauf,Epilepsie
PK (*14)spastische Tetraparese, gesetzl. blind, Entwicklungsverzögerung, Epilepsie, kleiner Sonnenschein
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Beitragvon anneb » 13.03.2011, 14:40

HAllo,
dem MDK musst Du das Gutachten nicht vorlegen.
LG, Anne

AlexandraK
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Beitragvon AlexandraK » 13.03.2011, 18:05

Hallo Vanessa,

wir hatten das gleiche Problem. Unsere übereifrige Erzieherin (von diesem guten Kindergarten kommt kein Kind auf die Förderschule !) wollte verhindern, dass unsere Tochter auf eine Förderschule kommt. Vom SPZ wurde uns angeraten einen Antrag auf sonderpädagogischen Förderbedarf zu stellen, nachdem dort ein IQ von 62 getestet wurde. Die Erzieherin stellte unsere Tochter bei dem Gespräch ganz anders hin. Wenn wir sonst mit der Erzieherin Entwicklungsgespräche hatten, wurden alle Defizite aufgeführt. Die Förderschullehrerin (es war ihr erstes Gutachten) glaubte der Erzieherin. Gutachten von zwei SPZ, SBA mit 80%, Berichte von Ergotherapie und Logopädie fließen zwar ins Gutachten ein, aber sie stellte keinen sonderpädagogischen Förderbedarf fest und unsere Tochter musste die Regelschule besuchen.
Das Schulamt stellte sich auf die Seite der Erzieherin und der Förderschullehrerin und uns wurde mit Kindeswohlgefährdung gedroht.

Meine Tochter kam natürlich nicht mit und es stellte sich ein ausgeprägtes Schulleistungsversagen ein mit emotionaler Störung des Kindesalters durch Überforderung in der Schule. Das SPZ sprach mit der Lehrerin, die auch um das Wohl meiner Tochter bemüht war. Eine erneute Prüfung auf sonderpädagogischen Förderbedarf ergab, dass meine Tochter die Förderschule besuchen sollte.
Nach 1 1/2 Jahren Regelschulbesuch geht sie seit Anfang März zur Förderschule.

Ich sagte damals auch, dass manches in dem Gutachten nicht stimmt, ändern lassen durfte ich es nicht.
Hat der MDK denn schon gesagt, dass er das Gutachten haben möchte ? Mein Sohn hat PS 1 und nach dem AOSF- Gutachten wurde bei ihm nicht gefragt.

Hoffentlich findet sich für Deine Tochter die passende Schule. Ob sich etwas im Gutachten ändern lässt, hängt bestimmt auch mit der Person zusammen, die es geschrieben hat.
Die Förderschullehrerin, die das zweite Gutachten geschrieben hat, hätte bestimmt etwas geändert, wenn ich sie freundlich darauf angesprochen hätte, dass es so nicht stimmt, wie es geschrieben wurde.
Alles Gute für Euch.

Liebe Grüße, Alexandra

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Andrea5
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Beitragvon Andrea5 » 13.03.2011, 18:24

Hallo Vanessa,

das mit der falschen Begutachtung kenne ich zugenüge :evil: . Ben hat den
Förderbedarf geistige Entwicklung bekommen, was eigentlich auch richtig ist.
Ben ist ein weniger betroffener frühkindlicher Autist. Im Gutachten wurde er als
sehr schwer autistisch dargestellt, der getrennte Räumlichkeiten zum Rückzug
bräuchte. Und dadurch wäre der Besuch der Waldorfförderschule in Gefahr ge-
wesen, weil sie an dieser Schule nicht die Möglichkeit hätten von den Räumlichkeiten. Außerdem ist der Gutachterin unser Beschulungswunsch nicht
recht gewesen :evil: . Er sollte nämlich auf die GB-Schule, was wir als Eltern nicht
wollten, weil er auf der Grenze zur Lernbehinderung steht. So wurde indirekt
im Gutachten geschrieben, daß er die volle Autimusförderung mehr oder weniger
an der GB-Schule geleistet werden kann als auf der Waldorfförderschule.

Und ich habe es nur Ben seiner Klassenlehrerin zu verdanken, daß Ben jetzt auf
der Waldorfförderschule ist. Und er macht dort so gut mit, daß es sogar ohne
Schulbegleitung geht. :wink:

LG
Andrea
Andrea Bj.1965/ Jan 11/98 KISS(KIDD) blockadefrei, Legasthenie mit kormobide AVWS
Ben 01/04 KISS(KIDD) blockadefrei , frühkindl. Autismus, Wahrnehmungsprobleme, expressive Sprachstörung , Hyperakusis und
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Beitragvon ehemalige Userin » 13.03.2011, 19:10

Hallo Vanessa,

das Gutachten wird wahrscheinlich nicht geändert. Ich hatte damals auch Probleme mit den Formulierungen. Ich habe praktisch eine Gegendarstellung geschrieben, die jetzt mit in der Akte hinter dem Gutachten heftet. Vielleicht hast Du mehr Glück und sie ändern wirklich das Gutachten.  8)

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Vanessa 73
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Beitragvon Vanessa 73 » 13.03.2011, 19:45

Hallo,

vielen Dank für eure Antworten. Ich denke auch daß es besser ist es richtig zu stellen, allein schon für spätere Maßnahmen wie Integrationshelfer ect., wie Kerstin schon schrieb.
Die Förderschullehrerin (es war ihr erstes Gutachten) glaubte der Erzieherin.
Genauso ist es bei uns auch. Ich werde morgen früh direkt anrufen und versuchen es zu regeln.


@Alexandra: Das ist ja heftig was bei euch passierte, ich hoffe ich kann es noch zurechtbiegen.

@Mellie: Ohje, da krieg ich echt Angst. War euer Gutachten schon beim Schulamt? Ich hoffe unser ist noch nicht auf dem Weg.


LG Vanessa
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Beitragvon ehemalige Userin » 13.03.2011, 20:13

@Mellie: Ohje, da krieg ich echt Angst. War euer Gutachten schon beim Schulamt? Ich hoffe unser ist noch nicht auf dem Weg.
Hallo Vanessa,

das Gutachten lag dem Schulamt schon vor. Bei uns war es eine ganz doofe Situation, weil ich das Gutachten vorher gar nicht gesehen hatte. Es fand auch kein Gespräch danach statt, weil alles schnell gehen mußte. Ich hatte eine Kopie des Gutachtens bekommen und habe danach gehandelt. Vielleicht ist es bei Dir noch möglich, etwas im Gutachten ändern zu lassen.

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KerstinM.
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Beitragvon KerstinM. » 14.03.2011, 08:15

Hallo,
HAllo,
dem MDK musst Du das Gutachten nicht vorlegen.
LG, Anne
Bei Begutachtungen durch den MDK können jetzt auch Schulzeugnisse und Entwicklungsberichte
aus Einrichtungen ( z. B. Werkstatt für behinderten Menschen ) zur Einschätzung des
Hilfebedarfs herangezogen werden.

Quelle: http://www.sozialprofi.net/sozialinfos/Info%2003-06.pdf

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