Behindert sein, behindert aussehen, behindert gekleidet?!

Diese Rubrik braucht man einfach immer! Sie umfasst alle Infos, Tipps, Fragen und Antworten zu Themen, die sich nicht in die oben genannten Kategorien einordnen lassen.

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Katja_S
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Beitrag von Katja_S »

Hallo Ullakids,
die jungen Leute, die ich sehe, sind ansonsten eher schlick und machen den Eindruck, auf ihr Äußeres zu achten, deswegen hat mich das ja zunächst so gewundert.
Nichts, was man mit "Schmuddelimage" in Verbindung bringen würde.
Mein Mann unterrichtet an einer ganz normalen Schule.
Gruß
Katja
Katja mit E. (geb. April'08), Frühchen 26. SSW, Hirnblutungen, Hydrocephalus (Shunt-versorgt), gehörlos (2 CIs), Epilepsie, geistige und körperliche Behinderung

Ullaskids
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Beitrag von Ullaskids »

Hallo,
mag ja sein, dass ein bestimmter Hosentyp gerade in Mode kommt/ist, ich glaube, ich weiß, was du meinst, aber das gehört im Gesamtbild zu einem bestimmten „Style“.
Sowas https://de.wikipedia.org/wiki/Jogginghose mit einem einfachen Sweatshirt dazu sieht nun mal nach Sportkleidung aus.
Ich schreibe ja auch niemandem vor sowas nicht anzuziehen, für uns ist es halt nicht das Richtige, und sämtliche Betreuungs-Mädels, die wir bisher so hatten (alles Studentinnen im sozialen Bereich) fanden es auch immer wichtig die häusliche bequeme Jogginghose/Leggings, die es bei uns ja durchaus auch für die Kuschelecke gibt, fürs Rausgehen zu wechseln.
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (16): Gendefekt, Epilepsie, Skoliose etc.

Oda.
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Beitrag von Oda. »

Hallo zusammen,
Ich arbeite in der Jugendhilfe, habe auch an Schulen gearbeitet. Viele Kinder, Jugendliche und auch meine Kommilitonen in der Uni tragen im Alltag und in der Schule auch Jogginghosen. Vielleicht ist das ja auch regional leicht unterschiedlich, aber hier in der Stadt ist das eigentlich ein recht normales Kleidungsstück. Zur Arbeit ziehe ich nicht unbedingt eine an, aber in meiner Freizeit trage ich auch gelegentlich Jogger :)
Prinzipiell finde ich es wichtig, sich bei der Kleidung von Kindern, die sich diese nicht selber aussuchen können, an der Kleidung der Peers zu orientieren. An erster Stelle steht für mich aber die Selbstständigkeit. Sprich, auch wenn die Jeans schicker wäre, würde ich zur Hose mit Gummizug greifen (auch Jogginghose :wink: ) wenn die betreffende Person dafür alleine zur Toilette gehen kann oder ähnliches)
LG

Ullaskids
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Beitrag von Ullaskids »

Hallo Oda,
die Selbstständigkeit hat Vorrang, das ist klar. Aber genau dafür gibt es ja Hosen in allen Qualitäten mit Gummizug, nicht nur Jogginghosen.
Gehst du echt in sowas https://de.wikipedia.org/wiki/Jogginghose zur Uni?
Doch wohl auch eher in einer anderen Art von (Freizeit-)hose, oder?
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (16): Gendefekt, Epilepsie, Skoliose etc.

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T.Sophie
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Beitrag von T.Sophie »

Hallo!

Also ganz ehrlich: Ich hab schon Jugendliche gesehen die in Leggings ausm Haus gehen oder in die Schule. Was ich ja auch selber teilweise mache, wenn ich z.B. einen Rock anziehe oder ein langes Oberteil / Kleidchen. Allerdings scheint es Mode zu sein, auch mit kurzem / normalen Oberteil und Leggings ausm Haus zu gehen...

Ich glaube die Mode ist inzwischen sehr viel "bequemer" geworden. Kommt aber trotzdem auch sehr auf die Region an und an welchem Ort man ist... Hier auf dem Dorf überlege ich schon sehr genau ob ich in Jogginghose das Haus verlasse. Kommt eher selten bis gar nicht vor (aber wenn ich jetzt z.B. nur kurz zum Arzt muss oder zur Physiotherapie ist es definitiv bequemer / einfacher, als mich groß umzuziehen, vor allem wenn man in der Physiotherapie dann eh besser ne Jogginghose anhaben sollte).


LG T.Sophie
Baujahr 1988 / diverese Traumafolgestörungen / Tinitus, Dysplasie im Knie / chronische Magen-Darm-Probleme (subtotale Dickdarmentfernung + Entfernung der Galle)
SBA mit 60GdB ohne Merkzeichen

ein.ZIG.Artig

Tina&Andi
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Beitrag von Tina&Andi »

Hallo,

ich gehe nicht mit eine Jogginghose in der Werkstatt. Aber ich finde es ok, wenn meine Kollegen sowas anziehen. Finde schlimmer wenn manche Leute in hautenge Leggings oder andere Hosen reingezwengt werden.
Aber ich denke wichtig ist dass man sich wohlfühlt.

Im einige wurden über Schuhe geschrieben. Wenn ich sehe einige meine Kollegen den ganzen in Moonboots oder ähnlich anhaben, dies wollte ich auch nicht. Ich habe für mich ein gute Lösung gefunden, dies mir den Tag erleichter.

Einige bringen Turnschuhe, andere Sandalen und wie ich schlüpfen einfach in Hausschuhe.

Ich finde es wichtig das jeder selbst entscheiden kann, wie er sich am wohlsten fühlt. Denke man muss einfach auf sich hören.

LG
Tina
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Isolde
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Beitrag von Isolde »

Lisaneu hat geschrieben:@Isolde: ich habe volles Verständnis dass du keine großen Geldsummen ausgeben willst, wenn die Kleidung deines Sohnes dann ohnehin in kurzer Zeit schadhaft ist. Aber heutzutage kann man einwandfreihe, hochwertige Kleidung gebraucht wirklich günstig kaufen, da muss niemand mit löchrigen Hosen (oder bei meinem Sohn: mit zerkauten Shirts) rumlaufen. Bei meinem älteren Sohn halten Shirts oder Pullover durchschnittlich ein Jahr, beim jüngeren 1 Monat. Ich kaufe großteilsüber willhaben oder direkt auf Flohmärkten. Dass der jüngere die Kleidung vom Bruder "aufträgt" geht bei uns nicht, weil sie gleich groß sind.
Ich muss hier noch etwas hinzufügen.
Ich gebe Dir da völlig Recht, mit Secoudhand-Kleidung.
Jonathan ist damit groß geworden. Als er noch kleiner war, war das kein Problem, immer Schlupfhosen zu bekommen.
Damals gab es die Firma Greenhorn noch - hatten supertolle Hosen und da gab es auf jedem Flohmarkt günstig die Kleidung.

Nur - heute kriege ich auf einem Flohmarkt für ihn keine Hosen mehr, denn ihm passen Hosen mit Knöpfen und Reißverschluss nicht so, wie eine Schlupfhose mit Gummizug und die gibt es widerum nicht in Mengen zu kaufen - nur BonPrix hat günstige Ware. Damit hatte ich Jonathan ausgestattet und eine Hose nach der anderen gekauft und jede geht kaputt - wobei er daheim oder in Ferienurlauben keine Hosen kaputt macht.

Bei Shirts und Jacken greife ich auch zu Flohmarktartikeln.
Nur bei den Schuhen, wegen eines sehr hohen Fußristes und dem ungünsitgen Körperbau in Bezug auf die Hosen haben wir ein Problem.
Und so wie die Hosen laufend kaputt sind, haben wir ein fast gleichgroßes Problem mit den Schuhen - beides kostet eben viel Geld.

Schöne Grüße - Isolde
„Ich habe den lieben Gott in manchen Kneipen besser kennengelernt als in manchem Bibelkreis.“ Rainer Maria Schießler, Pfarrer in München St. Maximilian

Jonathans CFC-Syndrom + Unsere Vorstellung + https://www.facebook.com/CfcAngelDeutschland

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Sylke
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Beitrag von Sylke »

Meiner Tochter ist es ziemlich egal ob sie modisch ausschaut - wenn es nach ihr ginge würde sie am liebsten in Kleidern und Rüschenklamotten rumlaufen - so richtig kleine Prinzessin.
Da sie aber bald 13 wird ist das für mich ein No-Go!

Sie ist recht groß, und in der Kinderabteilung finden wir nur selten noch passende Klamotten......
Sie hat auch für Zuhause 2 oder 3 Wohlfühlhosen.....aber damit würde ich sie auf keinen Fall raus lassen.
Ebenso würde ich ihr niemals normale Baumwollleggings anziehen, und dazu ein normales Sweat-Shirt.....ich finde es soooo gruselig wenn man die Abzeichnungen des Intimbereiches durch die Hose sieht.

Meistens trägt sie richtige Jeans-Treggings / Jeggings.....also obenrum Gummizug, aber richtig eng sitzend.
Sie kommt mit Hosenknöpfen nicht klar!
Da sie aber kniehohe Orthesen trägt müssen darunter Hosenbeine sein die eng anliegen.

Manchmal hat sie auch die schlichten Baumwolleggings an, und darüber noch eine Hot Pants/ Jeansshorts........oder ein Kurzkleid mit Leggings drunter.......

Ich achte also auf jeden Fall darauf wie meine Tochter rumläuft!
Und schicke Kleidung muß nicht teuer sein!
Sylke (*3/70) mit Kimberly (*5/05),
Unseren Alltag rund ums Dravet-Syndrom kann man bei Facebook nachlesen- Aufmerksam machen und aufklären über diese Krankheit ist das Ziel!
Kimberly - anders aber einzigartig

helena_muc
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Beitrag von helena_muc »

Hallo Sylke,
Du sprichst hier etwas Wichtiges an, das Thema Leggins. Ich muss Dir in vollem Umfang beipflichten. Ich bin beruflich im Bereich der beruflichen Rehabilitation tätig und habe tagtäglich mit erwachsenen behinderten Menschen zu tun, die Probleme im Arbeitsleben (allgemeiner Arbeitsmarkt) haben. Und ich habe es schon oft erlebt, dass ich in einen Betrieb kam, jemand am Arbeitsplatz besuchen musste, der/die im Rollstuhl sitzt und feststellen musste, dass die Person in Freizeitkleidung, Leggins, Hausschuhen usw. ihren Arbeitsplatz aufsuchte, obwohl alle anderen korrekt gekleidet waren. Auch das Thema Abzeichen der Figur ist manchmal ein Thema. Diese Personen hatten i.d.R. keine korrekte Selbstwahrnehmung. Dies kann behinderungsbedingt so sein, aber bei denjenigen, an die ich jetzt denke, ist es rein sozial bedingt, denn geistige Behinderungen lagen hier meist nicht vor.

Viele Grüße
von
helena
Oldie, but goodie

Tina&Andi
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Beitrag von Tina&Andi »

Hallo Helena,

ich arbeite in einer Werkstatt.

Ich trage "normale" Alltagskleidung. Aber weil mir es den Tag erleichtet trag dort im ein Paar Hausschuhe. Wenn ich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten würde, würde es wahrschein auch keine Hausschuhe tragen.

Aber was will zum Beispiel ein Mensch mit Kontrakturen in den Füssen machen. Soll er den ganzen Tag mit Schmerzen arbeiten oder sich den Tag erleichten und einfach Paar bequeme Schuhe tragen.

Legging trage ich ganz nicht. Jogginganzug bzw. Jumpsuit habe ich nur zu Hause ab.

Aber man muss immer den Einzelfall sehen.

LG
Tina
Tina : Tetraspastik, beinbetont,

Andi : Tetraspastik, armbeton, vorallem schreibfaul

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