Wozu ein Rolliaufkleber?

Diese Rubrik braucht man einfach immer! Sie umfasst alle Infos, Tipps, Fragen und Antworten zu Themen, die sich nicht in die oben genannten Kategorien einordnen lassen.

Moderator: Moderatorengruppe

michi79
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Beitrag von michi79 »

Hallo,

wir hatten an unserem alten Bus den Rolli- Aufkleber drauf. Gebracht hat er uns aber gar nichts. Im Gegenteil, wir waren oft zugeparkt. An unserem neuen haben wir keinen Aufkleber drauf, weil es eh nichts bringt. Bei uns sieht man nur hinten einen kleinen Teil der Rampe. Wenn ich keine andere Möglichkeit habe, stelle ich das Fahrzeug auch auf der Straße ab, um meinen Sohn ein oder auszuladen, da stören mich auch die meckernden Autofahrer nicht. Denn das sind die, die am wenigsten Rücksicht nehmen!

Und mal ganz ehrlich - auch wenn es natürlich nicht die feine englische Art ist und nicht dem Sinn und Zweck entspricht, so einen Rolliaufkleber kann sich doch im Prinzip jeder kaufen und aufs Auto kleben. Viel krasser finde ich, dass ich mich ständig erklären muss, warum ich auf nem Behindertenparkplatz stehe... :roll:
Liebe Grüße
Michaela

SarahmitFlorian
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Beitrag von SarahmitFlorian »

Hallo,

ich glaube es wäre sinnvoller zusätzlich zum Aufkleber noch einen Hinweis anzubringen, z.B.
"Um unser Kind im Rolli ein- und ausladen zu können, benötigen wir für die Rollirampe 2m. Bitte halten Sie diesen Abstand ein! Danke"

Das Problem ist, das diese technischen Details für Aussenstehende nicht sichtbar sind und erklärt werden müssen.

LG Sarah

michi79
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Beitrag von michi79 »

Ich glaube, auch mit erklären kommt man nicht immer weiter, und viele Mitmenschen lesen sich so einen Zettel/ Aufkleber hinten am Auto gar nicht erst durch. Hab mir schon mal anhören dürfen, dass wir hier in HH eine so schlechte Parkplatzsituation haben, dass ich froh sein soll, mit meinem Bus überhaupt nen Platz zu bekommen. Immer und immer wieder blöde Kommentare von Mitmenschen, die sich wie die Volkspolizei aufspielen. Auch solche Sachen wie "Sie dürfen hier gar nicht parken, das ist nur für rollifahrer!" sind keine Seltenheit, wenn ich vorn aussteige um zum Kofferraum zu gehen und meinen Sohn mit dem Rolli aus dem Auto zu fahren...
Liebe Grüße
Michaela

Sabine1970
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Beitrag von Sabine1970 »

Hallo,

also ich würde Dich nicht einparken.
Vielen Personen, die nicht von Behinderung betroffen sind, fehlt das Vorstellungsvermögen, wie das Einladen gehandhabt wird....

Viele Grüße
Sabine

michi79
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Beitrag von michi79 »

In manchen Situationen oder an bestimmten Orten lässt es sich ja nun mal nicht vermeiden, dass man "zugeparkt" wird, und z.b. die Rampe von hinten nicht ausklappen kann. Aber wenn man dann auf der Straße das Auto abstellt und die Person einlädt (wo ja auch noch das befestigen des Rollstuhls hinzukommt), und die Autos hinter mir, die ja nun wirklich sehen was da im Kofferraum passiert, anfangen zu hupen und zu drängeln, dafür fehlt mir dann wirklich das Verständnis. Ach, aufregen bringt nichts, ich hab gelernt, solche Menschen dann kommentarlos stehen zu lassen, das ärgert die viel mehr :lol: Aber so ein Aufkleber schreckt halt viele nicht ab, das ahrzeug trotzdem zuzuparken. Deswegen bekommt unser Bus keinen Aufkleber mehr.
Liebe Grüße
Michaela

NicoleS.79
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Beitrag von NicoleS.79 »

Hallo!

Wir haben auch diesen blauen Aufkleber drauf mit der Bitte um 2m Abstand. Das kommt dann dabei raus :roll:

Bild

Mittlerweile haben wir einen personenbezogenen Parkplatz und es klappt etwas besser, aber auch nicht immer. :roll:
Lieben Gruß
Nicole mit Sohn, Tochter und kleinem Kämpfer 05/13(29SSW.) - ICP, HB 3. Grades, Shuntversorgt, stolzer Rollifahrer und Sonnenschein

dojando
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Rolliaufkleber , aktuelle Erfahrungen

Beitrag von dojando »

Huhu....

ich wollte mal kurz berichten....

Ich fahre nun schon einige Monate ohne Aufkleber. Es hat sich nichts verändert ;) . Ich habe mich aber dazu entschieden wenn möglich so zu parken das hinter mir ein parken schwerer möglich ist womit wir auch super Erfahrungen gemacht haben ;) Zum Beispiel bei Ausfahrten fahre ich einfach so das wenn da noch einer hinter uns ganz dicht stehen würde die Ausfahrt zu wäre. Gerne wähle ich auch Parkplätze wo dann hinter dem Auto quasi ein Baum oder das Ende des Parkplatzes ist und fahre einfach deutlich weiter vor.

Übrigens. Diskussionen wie einige von Euch erlebt haben weil man ja als Fahrer nicht behindert und die betreffende Person erst später zum Vorschein kommt, hatte ich nur sehr selten. Was ich aber äußerst interessant finde das bei uns die Lauffaulen keinen blauen Ausweis sondern eine blaue Parkscheibe ins Auto legen wo überhaupt keine benötigt wird *lach.

Schöne Grüße an alle.

Lisa Maier
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Beitrag von Lisa Maier »

Hallo,

ich fahre über 30 Jahre mit einem juristisch völlig belanglosen Rollstuhlaufkleber. Gegen das Zuparken hilft er natürlich nichts. Der Mensch, auch ich, ist in der Regel eher unaufmerksam.
So alle paar Jahre trifft man auch auf einen Zeitgenossen, der der Meinung ist, Behinderte hätten hinter dem Steuer nichts zu suchen und deshalb ziemlich idiotische Verhaltensweisen (Hupen, bis zur Stoßstange auffahren, überholen und dann ausbremsen...) an den Tag legt.
Dennoch behalte ich den Aufkleber bei, denn es gibt genau eine Situation, in der er viel bringt: Beim Tanken. Wenn ich an einer Tankstelle versuche, jemand darauf aufmerksam zu machen, daß ich Hilfe benötige, geht es in der Regel mit dem Aufkleber schneller, daß die Leute verstehen, warum ich hupe.
Wer keine Hilfe beim Tanken braucht, für den hat das Ding eigentlich keinen Sinn. Und außerdem geht es von den anderen Verkehrsteilnehmern niemanden was an.

Viele Grüße

Lisa

Ines73
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Beitrag von Ines73 »

Oh weh und ich dachte nur hier in Berlin sind die anderen Autofahrer so ignorant...

Wir haben den Aufkleber auch hinten dran mit Bitte um Abstand und ich habe das Gefühl sie fahren extra dicht auf, um den Text lesen zu können.

Da ich mich eh mindestens 3 Mal die Woche im "Großkampf" um einen der Behindertenparkplätze befinde und "ichwolltenurmalschnell...!" nicht mehr hören kann, schon gar nicht von Menschen, die dann mind. 15 Minuten weg sind, habe ich mich darauf "spezialisiert" die Fahrzeuge der anderen zuzuparken, weil ich ja "nur mal schnell" meine Mama im Rollstuhl pünktlich zur Therapie bringen muss. Wenn ich nach 5 Minuten wieder da bin, diskutiere ich auch nicht mehr rum, sondern fahre wortlos.
Unser kleiner (selbst offensichtlich behinderter) Junior hat das letztens ja auch prima gelöst, in dem er einen solchen deffinitiv nicht behinderten "Parkaffen" einfach "Behindert oder was?" an den Kopf warf und das Fenster wieder schloss.

Früher dachte ich immer, WARUM um alles in der Welt sind so viele behinderte Menschen bzw. deren Angehörige so grantig beim Parken- jetzt weiß ich es, es ist der zermürbende Krampf um die Parkplätze ...

ines73

karin.kellermann
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Beitrag von karin.kellermann »

Guten Morgen

Wir hatten auch knapp 10 Jahre einen großen Rolliaufkleber mit dem Spruch: bitte Platz zum aussteigen für Finn lassen und weiter unten nochmals: bitte 2 m Abstand halten.

Gebracht hatte es irgendwie nie etwas.

Heute brauchen wir seitlich Platz. Das kümmert sowieso niemanden. Daher haben wir nur einen ganz kleinen Aufkleber, so für die letzte Chance.

Lg
Karin, "Sorgenkind" Finn *07
ca. 25min während der Geburt unterversorgt, dann 12min Reanimation
* Sauerstoffmangel
* Großhirnschaden
* hoher Absaugbedarf
* viele Bronchen und Lungenprobleme
* teilweise o2 pflichtig
* Skoliose, luxierte Hüften
* massive Kontrakturen an den Beinen
* Faktor VIII Leiden

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