Man bekommt weniger Leistungen für die Pflege

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*Janne*
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Beitragvon *Janne* » 27.05.2017, 13:30

Hallo Andrea,

aber du bekommst doch deutlich mehr Pflegegeld zur freien Verfügung. Davon kannst du doch die LH auch zahlen. Oder verstehe ich da jetzt was nicht?

LG Johanna

wie bereits gesagt... man hat ja oftmals schon vorher draufgezahlt...
wir müssen ja z.B. auch deshalb mehr zahlen, weil das Kind angeblich aufwendiger ist... genau bei den "aufwendigeren" aber eben die Leistung gekürzt wurde.

mehr Pflegegeld, ja, etwas... aber wenige werden geneigt sein, damit ausgerechnet auch noch die Träger zu füttern, die nicht mehr nachvollziehbare Preise verlangen, ohne dabei ihre Mitarbeiter per Entlohnung adäquat daran teilhaben zu lassen.

Wenn ich mehr als 50 Euro fafür bezahle, dass jemand mit meinem Kind mal 2 Stunden Enten füttert oder im Wald mit dem mitgebrachten Hund spazieren geht, finde ich das schon heftig. Insofern möchte ich denen nicht auch noch das "ungebundene" Geld hinterherwerfen!


Die Politik und die Kassen können wenig dafür (außer bei der schmerzhaften runterstufung für PG 5)...
der Fehler besteht darin, dass man es versäumt hat die Konsequenzen zu beabachten und dort möglicherweise regelnd einzugreifen...

denn die Träger stopfen sich nun vielfach die Taschen mit den Geldern voll, die eigentlich bei den Pflegenden/ zu pflegenden ankommen sollten...

und wer will das schon an die große Glocke hängen und darauf Aufmerksam nachen... die LH als "angeblicher" Interessenvertreter wohl schon mal eher nicht... :wink:
unsere Vorstellung: :icon_sunny: hier

Janne mit Männe, großem Bruder (*04) und Liam (*06) Trisomie 21, ASD II, V.a. intrapulmonale Lymphangiektasien, Gehörlos (CI versorgt seit 2010/11), Button, einiges mehr... und der größte Kämpfer, den wir je kennenlernen durften!

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Andrea5
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Beitragvon Andrea5 » 27.05.2017, 14:41

mehr Pflegegeld, ja, etwas... aber wenige werden geneigt sein, damit ausgerechnet auch noch die Träger zu füttern, die nicht mehr nachvollziehbare Preise verlangen, ohne dabei ihre Mitarbeiter per Entlohnung adäquat daran teilhaben zu lassen.

Wenn ich mehr als 50 Euro fafür bezahle, dass jemand mit meinem Kind mal 2 Stunden Enten füttert oder im Wald mit dem mitgebrachten Hund spazieren geht, finde ich das schon heftig. Insofern möchte ich denen nicht auch noch das "ungebundene" Geld hinterherwerfen!


Die Politik und die Kassen können wenig dafür (außer bei der schmerzhaften runterstufung für PG 5)...
der Fehler besteht darin, dass man es versäumt hat die Konsequenzen zu beabachten und dort möglicherweise regelnd einzugreifen...

denn die Träger stopfen sich nun vielfach die Taschen mit den Geldern voll, die eigentlich bei den Pflegenden/ zu pflegenden ankommen sollten...

und wer will das schon an die große Glocke hängen und darauf Aufmerksam nachen... die LH als "angeblicher" Interessenvertreter wohl schon mal eher nicht... :wink:
Hallo Janne und alle Anderen,

ich habe eine ganz andere Befürchtung. Durch das Mehr an Pflegegeld (man
hat ja mehr in der Tasche) werden auf sicher nicht noch mehr Menschen
Entlastung in Anspruch nehmen. Gründe dafür sind u.a zu teure Angebote,
man möchte nicht von Fremden betreut werden (gut das trifft vielleicht
zum großen Teil bei der Seniorenpflege zu), mangelnde Erreichbarkeit.

Kuckt mal hier rein: https://aok-bv.de/presse/medienservice/ ... 16171.html
"Laut WIdO-Umfrage nutzen zurzeit fast zwei Drittel (64 Prozent) der pflegenden Angehörigen einen Pflegedienst. Viele andere Unterstützungsangebote, die ebenfalls für Entlastung im Pflegealltag sorgen könnten, nimmt aber nicht einmal jeder fünfte Befragte in Anspruch. Dabei sagt jeder vierte Pflegehaushalt, der keine zusätzlichen Unterstützungsangebote nutzt, dass er genau diese Leistungen eigentlich benötige. Doch warum nehmen dann nur wenige pflegende Angehörige Entlastungsangebote in Anspruch? Bezogen auf den ambulanten Pflegedienst gab etwa 60 Prozent der Nichtnutzer an, dass der Pflegebedürftige nicht von Fremden betreut werden möchte. 57 Prozent nannten als Grund, dass die Angebote zu teuer seien. Weitere Ursachen aus Sicht der Befragten: unflexible Zeiten, mangelnde Erreichbarkeit und schlechte Erfahrungen. "Wir müssen die Bedürfnisse der Betroffenen noch besser verstehen und gleichzeitig mit guter Beratung und niedrigschwelligen Angeboten überzeugen“ - dieses Resümee zieht Antje Schwinger, Pflegeexpertin des WIdO und Mitherausgeberin des Pflege-Reports. Auch Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes, betont die Bedeutung gezielter Beratung."

Von der Unflexibiltät weiß ich ja ein Lied zu singen. Letztes Jahr haben sich
die ganzen ZBL von 2015/2016 angesammelt, die ich sehr schlecht nutzen
konnte. Glück war, dass das ich diese nicht bis 30.06.17 wegfallen, sondern
erst zum 31.12.18. Ich wohne 17 km südliche von Hamburg. Da ist es ja
nahelegend sich einen Betreuer (mit Pflegenachweis) dort zu suchen und ihn über die ZBL abzurechnen. Ich wohne in Niedersachsen, Krankenkasse würde mir das verwehren es darüber laufen zu lassen. Wohnt man in Hamburg, kein Problem. Würde alles wesentlich entspannter laufen. Und man
bezahlt ihn nach eigenen Kriterien. Also keine 28 Euro die Stunde, vielleicht
15 Euro. Das ist für mich ein großer Unterschied.

Besser wäre es, dass diese Abrechnung bundeseinheitlich geregelt wäre.
Dann hätten die pflegenden Angehörigen mehr von.

LG Andrea
Problem
Andrea Bj.1965/ Jan 11/98 KISS(KIDD) blockadefrei, Legasthenie mit kormobide AVWS
Ben 01/04 KISS(KIDD) blockadefrei , frühkindl. Autismus, Wahrnehmungsprobleme, expressive Sprachstörung , Hyperakusis und
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Engrid
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Beitragvon Engrid » 27.05.2017, 14:44

Hallo,
genau bei den "aufwendigeren" aber eben die Leistung gekürzt wurde.
Also Junior hatte ja PS 1 mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz, also "aufwändiger". Und wegen letzterem wurde ja nicht in Pflegegrad 2, sondern in 3 übergeleitet. Ich seh das jetzt so, dass ich weniger über den FeD abrechnen kann, dafür besser privat, weil wir ja jetzt deutlich mehr Pflegegeld kriegen.

Allerdings scheint das wohl verbreitet, dass die Träger bei den FeD die Stundensätze deutlich erhöht haben. Leider gibt es oft keine Alternative, Monopol ist immer schlecht ...
Toll wäre, wenn die Eltern- und Selbsthilfeverbände intern mehr niederschwellige Dienste einrichten würden, da könnte man mit den Sätzen niedrig bleib, und die Betreuer sogar noch besser bezahlen ...
Dann würden die überteuerten FeD auf ihren Leistungen sitzenbleiben.

Ich habe übrigens den Verdacht, dass Kassen und Politik das sehr wohl durchschauen, WER da so schön verdient dran ...

Grüße
Engrid
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Beitragvon CarmenRom » 28.05.2017, 08:13

Ich gebe mal wieder, wie ich das bei einer Info verstanden habe.

Man kann jetzt von den Sachleistungen ich glaube bis zu 40% im Monat in Betreuungsleistungen umwandeln. Das mindert das Pflegegeld.
Dann wären das bei PG4 um die 400€ und ich nehme an, das mindert das Pflegegeld wie bei Kombipflege um 40%. Für rundgerechet 280€ kauft man sich Betreuungsleistungen im Wert von etwa 400€.

Wenn die 400€ für 10-20 Stunden aufgebraucht sind, dann sind somit ja auch die 40% vom Pflegegeld weg, das was eine Pflegeperson für 12 Tage erhält.
Ein Angebot, was zumindest den eigenen Geldbeutel entlastet.

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Andrea5
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Beitragvon Andrea5 » 28.05.2017, 09:36

Ich gebe mal wieder, wie ich das bei einer Info verstanden habe.

Man kann jetzt von den Sachleistungen ich glaube bis zu 40% im Monat in Betreuungsleistungen umwandeln. Das mindert das Pflegegeld.
Dann wären das bei PG4 um die 400€ und ich nehme an, das mindert das Pflegegeld wie bei Kombipflege um 40%. Für rundgerechet 280€ kauft man sich Betreuungsleistungen im Wert von etwa 400€.

Wenn die 400€ für 10-20 Stunden aufgebraucht sind, dann sind somit ja auch die 40% vom Pflegegeld weg, das was eine Pflegeperson für 12 Tage erhält.
Ein Angebot, was zumindest den eigenen Geldbeutel entlastet.
Hallo Carmen,

da stimme ich dir voll zu, das würde den Geldbeutel entlasten. Das einzigste
was mich daran stört, der Betrag muss monatlich abgerechnet werden lt.
unseres FED. Den kann man nicht in den nächsten Monat mitnehmen. Für
die Schulferienbetreuung (es seit denn die geht in den nächsten Monat mit
rein, das ist aber eher selten) kann ich sie schlecht nutzen. Wenn das wie
mit den 125 Euro gehen würde, wäre ich damit sehr einverstanden. Das würde meinen Geldbeutel etwas mehr schonen. Mit Kürzung des Pflegegeldes
könnte ich leben.

LG Andrea
Andrea Bj.1965/ Jan 11/98 KISS(KIDD) blockadefrei, Legasthenie mit kormobide AVWS
Ben 01/04 KISS(KIDD) blockadefrei , frühkindl. Autismus, Wahrnehmungsprobleme, expressive Sprachstörung , Hyperakusis und
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Beitragvon EmanuelsMama » 28.05.2017, 10:11

@ Silke: Ja, mit der Querfinanzierung hast du sicherlich recht. ABER: meine Tochter kann diese Gruppenangebote überhaupt nicht nutzen. Wenn, dann müsste sie trotzdem noch einen 1:1 Betreuung haben ....

Ein Beispiel für die "üppige" Kalkulation der LH bei uns, habe ich selbst erlebt. Vor einigen Jahren hatten wir regelmäßig einmal in der Woche eine 2stündige Nachmittagsbetreuung durch einen Assistentin der LH. Irgendwann erzählte sie, dass sie auch zufällig mal andere Kinder getroffen hatten, die ebenfalls in dieser Zeit Einzelbetreuung hatten. Da habe ich angeregt, ob sich diese nicht auch mal konkret verabreden, Z.b. zum treffen auf einem Spielplatz. Ich dachte, es wäre für die Kinder nett und auch für die Erwachsenen, nicht immer allein unterwegs zu sein. Das ging einige Wochen so.
DANN beschloss die LH, aus diesen zufälligen Treffen eine richtiges Angebot zu machen. Es wurden zusätzliche Planungstreffen anberaumt und die nun offzielle Gruppe bekam eine (hauptamtilche!) Gruppenleitung! Also mehr Arbeitszeit und mehr Personal. Allerdings wurden weiterhin alle Kinder 1:1 betreut! Für die Kinder (und auch für uns) entstand kein Mehrnutzen. Nur die Kosten wurden in die Höhe getrieben. Und So läuft es scheint's mit vielen Dingen dort.

Das hat mich wirklich sehr geärgert.

Gruß

Ingrid

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 28.05.2017, 10:19

@Ingrid: Das ist ja echt bodenlos! :shock:

@Carmen & Andrea: Da hätte ich jetzt eine Frage: Umwandeln in 40% Sachleistung - das geht aber dann nicht nur zb für einen Monat, und sonst Geldleistung? Und da braucht man dann einen Pflegedienst, oder geht das mit einem FuD?

Grüße
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Beitragvon RolliTanteSilvi » 28.05.2017, 10:35

Hallo Engrid,

du meinst sicher die Kombinationsleistung - schau mal hier:

https://sozialversicherung-kompetent.de ... stung.html

LG Silvi
Moritz (geb.2007) - richtiger Sonnenschein und "Wirbelwind" mit Muskeldystrophie des Typs Duchenne - hat beide Eltern bei einem Autounfall verloren - seit 2017 Diffuser Ösophagusspasmus (Schluckstörung) - seit 2018 Tracheastoma & GastroTube
" Auch aus Steinen, die Dir in den Weg gelegt werden, kannst Du etwas bauen". (Erich Kästner)

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Andrea5
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Beitragvon Andrea5 » 11.07.2017, 21:52

Hallo alle Zusammen,

zum 01.09.2017 habe ich Kombileistung (wandele Sachleistungen in Betreuungsleistungen um). Für ca. 260 Euro im Monat wird mir das Pflegegeld
von 728 Euro (PG 4) auf die Summe von ca. 610 Euro gekürzt, nur mal als
Beispiel. Wenn ich 728 Euro Pflegegeld - 260 Euro (vom Pflegegeld) = 468 Euro
Restpflegegeld. Komme ich doch besser weg, als wenn ich die Summe vom
Pflegegeld abziehe. Nehme ich für die Samstagsbetreuung für Ben.

Übrigens hat mich die Sachbearbeiterin (war persönlich in der Geschäftsstelle)
mit ganz großen, zuerst unverständlichen Augen angekuckt, was ich denn mit
der Kombipflege möchte, wenn ich selber pflege. Hatte ihr das auch erklärt.
Die mußte erstmal ziemlich lange nachdenken, bis der Groschen fiel. Und
wirklich Umwandlung in Sachleistung in Betreuungsleistungen.

Fazit bis jetzt nach dem Durchgerechne mit der Ferienbetreuung:
ZBL aus 2015/16 und die Hälfte von ZBL 2017 sind komplett weg. Bezahle dann
noch die eine Woche knapp 600 Euro aus der VHP. Und je nach dem in der
Herbstferienbetreuung (ist aber noch fraglich) geht der Rest VHP und anteilig
aus der KZP (Rest 740 Euro für die VHP) und einige private Betreuungsstunden)
ist die VHP komplett ausgeschöpft. Aber: muss nicht mehr soviel aus eigener
Tasche bezahlen durch die umgewandelten Sachleistungen. Und der 125 Euro-
Topf ist auch etwas entlastet. Der stockt sich dann wieder langsam auf.

Nur die ganzen Stundensätze für den FED dürfen nicht noch teurer werden.
Und das ist hier in Deutschland othopisch. Gehen wir mal von weiteren
Erhöhung aus. Auf jedenfall ist die Umwandlung der Sachleistungen in Betreuungsleistungen für uns notwendig geworden, um Ben weiterhin in die
1:1 Betreuung zu geben, die ich vorher über die ehemals 208 Euro ZBL und
einen Teil der VHP finanziert hatte.

Hat noch jemand von euch Sachleistungen Umwandlung in Betreuungsleistungen beantragt?

LG Andrea
Andrea Bj.1965/ Jan 11/98 KISS(KIDD) blockadefrei, Legasthenie mit kormobide AVWS
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