Welcher Hund tut behindertem Kind gut?

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Engrid
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Beitrag von Engrid »

@Gerd: Wenn Du nicht nur die Frage, sondern auch den Rest gelesen hättest, hättest Du gemerkt, dass alles was Du schreibst, schon drin steht. :wink: Wenn Du hier als Hundetherapeut postest, fände ich es gut, wenn Du Deine Professionalität auch in der Signatur deutlich "outest".

Ansonsten herzlich willkommen im Form :D

LG, Ingrid
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
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BiancaT
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Beitrag von BiancaT »

Hallo Gerd,
das kann ich nur unterschreiben, das nicht bei jedem ein Goldi oder ähnliches passt. Jeder Hund ist anders, und sollte es auch sein dürfen. Unsere Jackrussell-Hündin z.B. passt gut zu unserer Familie eben weil sie recht sensibel ist. Meine Tochter hatte eine ganze Zeit lang heftige Wutanfälle, und unser Hund hatte dann Angst vor unserer Tochter. Sie ist dann nicht mehr zu ihr hingegangen,obwohl sie sonst die besten Kumpelinen waren. Meine Tochter war ganz traurig das der Hund nicht mehr gekommen ist, und hat dadurch gelernt, bei aufkommender Wut in ihr Zimmer zugehen. Ohne unseren Hund hätte sie dieses Verhalten bestimmt viel langsamer gelernt.

Außerdem muss ein Hund jederzeit an seinen Platz gehen können, wo er seine ruhe vor wilden Kindern hat. Umgekehrt gilt es natürlich auch. Außerdem mag unser Hund es z.B. nicht, von fremden Kinder umarmt zu werden. Sie würde zwar nicht beißen, aber man sieht ihr an das sie es ganz und garnicht gut findet. Des halb lasse ich unseren Hund auch nicht mit kleinen Kindern allein, ist manchmal echt schwierig, denn ich bin Tagesmutter. Aber Kinder und Hund lernen eigentlich schnell was erlaubt ist und was nicht.

LG
Bianca
Bianca mit Lina *14.01.02, entwicklungsverzögert, Lernbehinderung, Zystenniere, KISS,alpha-1- antitrypsin-mangel PIMZ, Skoliose, Muskelhypoton

Gerd Thiel
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Jack Russel

Beitrag von Gerd Thiel »

Liebe Bianca, wer denkt denn bei einem Jack Russel an einen geeigneten Therapiehund??
ich finde deine Schilderung genau richtig und wollte eben mit meinen Zeilen lediglich sensibilisieren, denn es begegnen unserem Team immer häufiger Fälle, wo Familien einen "Therapiehund" von wem auch immer bekommen. Dieser Hund kostet meist sehr viel Geld und doch ist die Planung völlig an der betroffenen Familie vorbei.
ich betreue selbst aktuell mehrer Familien, denen ein als geeignet angeprisener Hund vermittelt wurde. Die Familien sind froh über den Hund denn oft ist er ja auch ein Herzenswunsch und nicht nur Therapiemittel...
Doch zb ein Goldi der in Fremdfamilien angelernt wurde hat wesentliche Beschränkungen im Verhalten. Die neue Familie bildet mit dem Hund eine soziale Mischgruppe und kommt in bestehende Strukturen...er kann nicht hineinwachsen wie ein Welpe zb.
Und ein bereits ausgebildeter Goldi hat den Bedarf gefordert zuw erden. Wird das nicht in dem Maß gemacht, wie in der ersten Fam., so kann es zu Verhaltensänderungen kommen, die dann die neue Familie überfordern.

Bei uns bekommt eine Familie gerne einen Hund vermittelt, aber im Vorfeld sollten viele kleine Schritte und Erfahrungen zum Thema Hund gemacht werden.

Liebe Bianca, euch einen sonnigen Gruss von der Mosel
Gerd
Sozialpädagoge- FamilienCoach- Therapie- begleit-und Anfalls-Vorwarnhundehunde Ausbilder und DogTher Therapeut

Chaosmarie
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Beitrag von Chaosmarie »

TheovoLe hat geschrieben:Hallo Conietrix,

P.S. Bei aller Liebe zu Hunden in der Familie. Schäferhunde und Jagdhunde sind meiner Meinung nach nicht geeignet für behinderte Menschen. Es mag Ausnahmen geben, allerdings wenn es generell Beissunfälle gegeben hat sind diese Arten, vor allen Dingen Schäferhunde, fast immer dabei und bei größeren Hunden sind dann auch die Folgen der Attacke schwerwiegender. http://www.hund-und-halter.de/files/Dog ... 006-06.pdf
Schlagt mich, aber ich muss dagegen argumentieren. Schäferhunde sind Hütehunde (nicht zu verwechseln mit Herdenschutzhunden), die ursprünglich auf Menschenbezogenheit, Führigkeit, Furchtlosigkeit und Leistung selektiert wurden. Ein gut sozialisierter Schäferhund aus einer seriösen Zucht hat ebenso gute Voraussetzungen zum Familien- oder Behindertenhund wie ein Labrador aus einer vergleichbaren Zucht. Ein Labrador (oder was auch immer) aus einem Hinterhof-Massenzwinger hat ebenso gute Voraussetzungen, sich zu einem neurotischen Hund zu entwickeln, wie ein Schäferhundwelpe, der unter ähnlichen Bedingungen aufwächst.

Zugegeben, das Image der Schäferhunde ist ramponiert. Adolf Hitler mochte Schäferhunde. Zu lange waren Schäferhundewelpen und Mixe zu billig zu haben, so dass viel zu viele in die falschen Hände geraten sind. Die Problematik am anderen Ende der Leine ist schon angeschnitten worden. Die jahrzehntelange Zuchtpolitik, die Schauhunde mit Fließheck hervor gebracht hatte, hat den Hunden auch nicht gedient. Aber wer braucht einen Schauhund? Wir hatten zwei DSH als Familienhunde. Beide waren unkomplizierte, sehr gelehrige, von Grund auf freundliche Tiere, die (fast) jedem Streit aus dem Weg gingen und vorbildlich auf schwächere Familienmitglieder acht gaben. Den leicht gebrechlichen Opa tagtäglich durch das Dorf führen? Prima Job. Selbst ein pubertierender Rüde hat dabei Geduld bewiesen. Warum sollte so ein gelassener Hund als Therapiehund ausscheiden? Ok, was bleibt, ist die Tatsache, das Schäferhunde nicht zu knapp haaren.

lg

Chaosmarie

ps.
Für die Langstockhaarzucht waren Schutzdienstprüfungen nie wichtig.

BiancaT
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Beitrag von BiancaT »

Hallo,
also ich glaube es gibt in jeder Rasse Hunde die sich als Therapiehunde eignen, kleine Rassen können halt nur bedingt apportieren, oder nur Licht an und ausschalten wenn ein Stuhl oder ähnliches unter dem Schalter steht. Aber vom Wesen und von der Inteligenz her, ist doch jeder Hund verschieden. Wie werden Therapiehunde ausgebildet? So ähnlich wie Blindenhunde? Was muss so ein Hund denn können?

LG
Bianca
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Irina Haun
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Beitrag von Irina Haun »

Hallo

Wir haben 2 Jack russel Terier uns wurde damal gesagt die wären keine guten Hunde für behenderte und Kinder.
Das ist ansichtsache
wir hatten bis jetzt noch keine Probleme


LG Irina
Tochter in der 32 Woche per Kaiserschnitt geb.
seid Juni 2010 verdacht auf AVWS
Seid 2010 mit 2 Hgs versorgt
Seid 2011 Ataxie abklärung
geb.69 Ich bin Schwerhörig mit 2 HGs versorgt

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Anne&Arthur
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Beitrag von Anne&Arthur »

Wir haben für Arthur einen "gebrauchten" Galgo.
Der Hund ist der Hammer (Arthur kann echt ALLES mit ihm machen) und man ist noch im Tierschutz aktiv (für mich GANZ wichtig - nicht noch ein unnützer Rassehund ...)
Bilder von Arthur:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/album_per ... r_id=35906


Arthur Leander *11.12.2009
(Frühchen, LKGS, Mikrocephalie, ASD Typ Sinus Venosus Defekt + partielle Lungenvenenfehlmündung, multiple subependymale Heterotopie, PS 1)

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Engrid
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Beitrag von Engrid »

@Anne: mein Hund ist ein unnützer Rassehund und hat auch seine Berechtigung. Jedem das seine ...
LG, Ingrid
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Beitrag von 27ronja10 »

Hallo Anne&Arthur,

was ist denn ein " unnützer " Rassehund ?

Meinst du einen netten Windhund aus z.b . Spanien ?

Wir haben einen "gebrauchten " Aussie und eine " gebrauchte " Border Collie Hündin .

Reinrassig :wink:

MfG. Ronja
Nur wenige Menschen sind wirklich lebendig und die, die es sind, sterben nie.
Es zählt nicht, dass sie nicht mehr da sind.
Niemand, den man wirklich liebt, ist jemals tot.
Ernest Hemingway

* 31. 05. 1952 † 15. 02. 2010

florischmidti
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Beitrag von florischmidti »

mann diese diskusion ist schon sehr lebendig.
also zwei sachen möchte ich auch dazu beitragen.
mit reden können wir auf alle fälle zu therapiehunden und deren rassen und zum Goldendoodle etwas sagen.

therapiehunde, weil wir selber seit 2 jahrne einen haben und sehr glücklich mit ihm sind. wir denken auch, dass man zwar die auswahl des passenden hundes erfahrenen trainern überlassen sollte, denn auch wenn es bis heute keine einheitlich reglung gibt, so glauben wir, dass jeder erfahrene trainer mehr ahnung hat wie wir.
und in der tat glauben wir abhängig von seinem wesen, seinem sozialverhalten ect. eignen sich sehr viele hunde zu therapiehunden.

dann noch kurz etwas zu den Goldendoodle. ja sicher ist das eine neue rasse, wenn man das überhaupt sagen darf.
aber wir hatten im sommer, beim Sommerfest des vereins rehahunde-deutschland das große glück, einen zukünftigen therapiehund real zu erleben. und um die diskusion abzukürzen, es ist ein Goldendoodle F1b generation...also auch in deutschland sind tolle züchter schon so weit.
also bedenkenlos mal ansehen. tolle züchter.
http://kindertraum-auf-4-pfoten.npage.de
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