Welcher Hund tut behindertem Kind gut?

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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irmira
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Beitrag von irmira »

Ich hab mir jetzt nicht alles durchgelesen kann dir aber nur aus meiner eigenen Erfahrung berichten. Wir haben zwei Labbimädels, beide haben heute ihren ersten Geburtstag. Sie sind nicht sehr groß (ca. 52 cm), können aber noch ca. 2 cm wachsen. Bis vor kurzen hatten wir auch einen Rüden, der war größer, leider ist er in ein Auto gerannt und musste eingeschläfert werden.
Wir wollten unbedingt einen größeren Hund für meine Tochter. Wir haben auch Kaninchen und Hühner, aber die sind einfach zu klein. Unsere 4 Kinder kuscheln total gerne mit den Hunden, gehen auch manchmal mit zum Spazieren, meine Tochter denkt immer daran das die Hunde auch gefüttert werden, wir könnten es ja vergessen :lol: Wir haben unsere Hunde auch von einem seriösen Züchter, mein Mann hat sich monatelang erkundigt bevor er ein Tier gekauft hat. Zuerst waren wir aber bei einer anderen Züchterin, aber die scheint auch auf Teufel komm raus Labbies zu züchten. Das war uns dann doch zu suspekt.
Wir haben einen großen Garten, daher kann ich die Hunde immer wieder rauslassen um rumzuspringen. Wir laufen dazu dann noch zwei Mal am Tag. Also ich kann mir jetzt keinen anderen Hund für uns vorstellen.

LG Irene
I. mit M. (18 J., Epi, geistige Behinderung) und drei weiteren Kids

TheovoLe
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Beitrag von TheovoLe »

Regina Regenbogen hat geschrieben:[

Es gibt keine Unterscheidung als Gesellschaftshunde. Es gibt Jagd- oder Hütehunde. Das Weitere ergibt sich aus dem jeweiligen Einsatz und der Erziehung. Im übrigen sind auch Golden Retriever und Pudel ursprünglich zur Jagd gezüchtet worden.

Ich finde diese genetischen Modehundmixe bedenklicher.
Das ist nicht richtig in diesem Zusammenhang.
Golden Retriever sind Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhunde die in der Jagd zum aufsammeln des gejagten Wildes verwendet werden.
- FCI Standard

Pudel sind Gesellschafts- und Begleithunde
Damit muss ich dir auch wiedersprechen dass es keine Gesellschaftshunde gibt.

Das ist auch nachzulesen im FCI Standard, bzw Wikipedia

Falls jetzt auch noch kommt, dass der Retriver erblich bedingt zu agressiven Verhalten neigt, sage ich nur, dass dieser Zweig der Vererbung wohl recht gut weggezüchtet wurde, da es ansonsten unsinnig erscheint, diese Rasse als Familien und Begleithund zu bezeichnen.

Und zu guter letzt: Reinrassige Hunde waren auch mal genetische gekreuzte modische Hunde, hat also garnichts mit bedenklich zu tun.

Mein Gott, ich habe doch gar kein Interesse daran, irgendwelche Hundebesitzer bloss zu stellen. Ich möchte allgemeine Gedankenanstöße vermitteln, wenn hier sich jemand nach Hunderassen erkundigt, die geeignet sind behinderte Kinder zu begleiten. Wenn euer Schäferhund wesensfest ist, dann ist das doch gut.
Theo ist am 10.05.2008 geboren und hatte das West Syndrom. Geistig schwer behindertes Kind durch O2 Mangel, div KH Aufenthalte und Unfälle, Pierre Robin Sequenz, V.a. übergeordnetes Syndrom, frühkindlicher Autist- global Entwicklungsverzögert bis auf Sprachverständnis. Fahradanhängerfahrer

Mafalda
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Beitrag von Mafalda »

Hallo Kevin,
wir haben seit vielen Jahren immer Wolfsspitze in der Familie. Diese Hunde sind sehr anhängliche, gutmütige Familienhunde, die auch einen etwas "rauheren" Umgang tolerieren (mein Sohn, 17, hat eine geistige Behinderung und geht im Eifer des Spiels auch mal etwas unsanft mit unserer Hündin um). Außerdem braucht diese Rasse nicht soviel Auslauf, wenn ein Garten vorhanden ist, gehts auch mal ohne Gassigehen. Diese Spitzart ist auch nicht so klein, wie die üblichen Spitze, die Schulterhöhe liegt bei 50 -60 cm, und sie wiegen so zwischen 16 und 32 kg, zählen also zu den mittelgroßen Hunden. Das Fell ist lang, aber absolut "pflegeleicht". Einmal pro Woche kämmen reicht. Wolfsspitze vertragen sich auch mit anderen Haustieren und haben null Jagdtrieb. Sie sind wirklich ideale Hunde, das einzige was manchmal ein wenig nervt, ist ihr Gebell. Aber mit Training und Geduld könnte man das vielleicht ein wenig eindämmen.
Vielleicht konnte ich dir bei deiner Entscheidung ein wenig weiterhelfen.
LG Mathilde

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Regina Regenbogen
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Beitrag von Regina Regenbogen »

TheovoLe hat geschrieben: Falls jetzt auch noch kommt, dass der Retriver erblich bedingt zu agressiven Verhalten neigt, sage ich nur, dass dieser Zweig der Vererbung wohl recht gut weggezüchtet wurde, da es ansonsten unsinnig erscheint, diese Rasse als Familien und Begleithund zu bezeichnen.
Ich habe mich hier nicht als Bedenkenträger hingestellt. Ich darf erinnern:
Schäferhunde und Jagdhunde sind meiner Meinung nach nicht geeignet für behinderte Menschen.
Ursprünglich waren Pudel apportierende Jagdhunde, spezialisiert auf die Wasserjagd.
Quelle
Wie alle Retriever, so wurde auch der Golden Retriever als Jagdhund gezüchtet.
Quelle

Wie schon geschrieben, Jagd- oder Hütehund, ursprünglich gab es keine andere Unterscheidung des Nutztieres Hund.

Ansonsten sollte doch jeder so dürfen wie er mag, vorausgesetzt, er hat sich ausgiebig erkundigt, welcher Hund der beste für seine Familie ist.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

Julia+2
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Beitrag von Julia+2 »

Wir haben einen Bordercollie-Rüden und eine Bearded-Collie-Hündin. Der Border muss ausgelastet werden, ist ein toller Hund, wenn man viel Zeit für Auslastung und Ausbildung hat. Wenn nicht, kann er zum reinsten Nervenbündel mutieren.
Den Beardedcollie kann ich dagegen echt empfehlen. Ein echter Spaßvogel, leicht zu erziehen, braucht zwar auch Beschäftigung, aber weitaus weniger als der Border. Wenn man einen vom alten Typ nimmt, ist auch die Fellpflege nicht aufwendiger als bei anderen Hunden. Sie nimmt nichts krumm, ist immer zu Späßen aufgelegt und lernt unheimlich schnell! Ausserdem halt riesiger Kuschelfaktor-Vorteil  8) :D Sie hört auch auf die Kommandos der Kinder und ist einfach Freund und auch Trostspender, wenn es mal nicht so lief. Beide Kinder haben eine sehr intensive Beziehung zu ihr. Achja, nach Wechsel zum "Erwachsenenfell" haaren sie auch nicht mehr  8)

Ina
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Beitrag von Ina »

Hallo

Unseren haben wir von hier und er ist einfach nur toll!!!!!!!!!

http://www.hundeschule-vs.de/

LG MArina
Zwillingsjungs *2004 Y: gesund E: Dravet-Syndrom

BiancaT
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Beitrag von BiancaT »

Hallo,

wir haben seit 6,5 Jahren eine Jack-Russell-Terrierhündin, und sie ist einfach ein toller Hund. In der Wohnung ruhig und schmusig, aber draußen ein absoluter Feger. Wenn man sie vom Kopf her auslastet, bekommt man auch den durchaus vorhandenen Jagdtrieb, gut in den Griff. Ich denke es kommt immer darauf an das sowohl das Kind als auch der Hund lernen sich an gewisse regeln zu halten. Zum Beispiel kann ein Hund lernen, wenn es ihm zuviel und zu wild wird einfach in sein Körbchen zu gehen. Das Kind muss lernen das zu akzeptieren.

Ich kenne einige Labbis, hier ist er ein richtiger Modehund geworden, die richtig viel Jagdtrieb haben. Und ich finde es nicht gerade einfach, einen 40 kg schweren Hund an einer Schleppleine zu haben. Also auch hier ist es wichtig das man ihn von vornherein richtig erzieht und geistig auslastet. Es ist manchmal nämlich nicht mit drei Gängen um den Block getan. Und es ist bei vielen Hunden so das die ersten zwei Jahre recht schwierig sind.

Wenn wir nicht im ersten Stock wohnen würden hätte ich selbst wohl auch schon einen Labrador, wir sind aber auch mit unserer Jackidame zufrieden. Die kann übrigens auch Türen auf- und zumachen, Dinge apportieren (aber leider keine Aportel) Socken oder Handschuhe ausziehen, Reißverschlüsse aufmachen. Ich glaube man kann mit jeder Rasse Glück oder auch Pech haben, denn es gibt auch unter den Labbis Sensibelchen genauso wie es unter Terriern Hunde gibt die viel aushalten.

Wenn ihr einen Labrador wollt, dann holt euch einen, aber seht euch vieleicht mehrere Züchter an. Ich denke ihr werdet schnell merken, das es unterschiede gibt.

LG
Bianca
Bianca mit Lina *14.01.02, entwicklungsverzögert, Lernbehinderung, Zystenniere, KISS,alpha-1- antitrypsin-mangel PIMZ, Skoliose, Muskelhypoton

Dore Steinert
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Beitrag von Dore Steinert »

Hallo, falls das noch nicht empfohlen wurde:

Absolut kinderfreundlich ist der King Charles Spaniel - ein echter Schoßhund und so sanft gezüchtet, dass er noch nicht mal Verteidigungsmöglchkeiten hat.

Um ehrlich zu sein, ist nicht meine Art von Hund - unter anderem,weil er kaum noch Hundecharakter hat - aber der einzige Hund, mit dem ich selbst ein Kleinkind allein lassen würde. Sehr, sehr anhänglich und verschmust.

LG Dore
Feldenkrais-Therapeutin / Jeremy - Krauss - Approach / Kinästhetik-Trainerin / Heilpraktikerin (Schwerpunkt neurmotorische Entwicklung). https://lernchancen.wordpress.com/

2 Söhne (93 / 96) mit kleinsten Baustellen.

SandraKohl
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Beitrag von SandraKohl »

Hallo,

wir haben seit fast 3 Jahren einen Elo. Eine noch sehr unbekannte Rasse, aber eine Seele von Hund.

schau mal hier: www.elos-angerbach.de

Unsere ist "Alice". Wenn du Interesse an Elos hast, frag ruhig nach!
LG
drillmama Sandra mit
Jonas
Samuel
Christian, Epilepsie, spastische Tetraparese
*6/99

Gerd Thiel
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welcher Hund....

Beitrag von Gerd Thiel »

Hallo ihr Lieben,
Ich habe nur die Frage gelesen und nicht den Rest, denn ich denke um eine wirklich fundierte Aussage zum Thema Hund zu treffen, sollte man den betreffenen neuen Lebensraum und die Familie persönlich erfahren.
Wir haben im letzten Jahr ca 75 Hunde an Familien und Therapeuten vermittelt, bezw. dabei geholfen dass diese Personen einen geeigneten Hund ins Haus bekommen. Rassemerkmale hin oder her....in jedem Tier steckt auch viel Mensch...
Meist geht die Meinug dahin einen ruhigen Hund zu nehmen der einem eher aufgeweckten Kind entgegenwirken soll. Was aber geschieht dabei mit dem Hund nach gewisser Zeit?
ich finde es unverantwortlich, pauschal nach Rasse und allgemeinem Trend (Labradoodl, etc. ) zu gehen, zumal die Zuschreibungen dieser Tiere meist nur soweit stimmen, wie es dem wirtschaftlichen Umfeld passt.
Auch Labradoodel können haaren und ein Goldi kann völlig falsch sein...
Ein guter Hund sollte neben den charakterlichen und artnespezifischen Merkmalen unbedingt zum KInd und der Familie passen. Das bedeutet, der Hund darf nicht so ruhig und gelassen sein dass er unetr einem entsprechend fordernden Kind leidet. Letztlich sollten Beide (Hund und Mensch) von der neuen Freundschaft profitieren können.
Herzliche Gedanken
Gerd
ps Bei Fragen gern einfach anrufen.
Sozialpädagoge- FamilienCoach- Therapie- begleit-und Anfalls-Vorwarnhundehunde Ausbilder und DogTher Therapeut

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