Kontaktbeschränkungen Erwachsene mit Behinderung - Auslegungssache ?

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

Moderator: Moderatorengruppe

Antworten
Lisa Maier
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 2133
Registriert: 29.09.2004, 21:07
Kontaktdaten:

Re: Kontaktbeschränkungen Erwachsene mit Behinderung - Auslegungssache ?

Beitrag von Lisa Maier »

Hallo Susi,

Lies mal meinen Text richtig. Gegen das Rodeln sage ich nichts. Nur dagegen, daß sie sich alle auf dem gleichen Acker ballen. Hier gibt es Flächen genug, um sich zu verteilen. Und für die Gesundheit ist es bestimmt nicht schädlich, wenn man vom Auto aus noch 5 - 10 Minuten läuft.
Mein Schreiner, der auch Bestatter ist, hat im Moment jedenfalls sehr viel zu tun. Deutlich mehr wie in anderen Jahren.
Und ich würde durchaus mal wieder gerne mit ein paar schmerzlich vermißten Leuten gemütlich zusammensitzen, aber bei den derzeitigen Fallzahlen halte ich das für Russisches Roulette.
Und ohne stark eingeschränkte Kontakte, werden diese Zahlen nicht fallen.
Bei meiner Grunderkrankung würde ich im Falle der Triage ausselektiert. Beim Impfen habe ich dennoch 0 Priorität.

Viele Grüße
Lisa

Anjali
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3173
Registriert: 15.02.2008, 11:15

Re: Kontaktbeschränkungen Erwachsene mit Behinderung - Auslegungssache ?

Beitrag von Anjali »

Guten Morgen,

die allerneuesten Kontaktbeschränkungen sind eine ganz hilflose Maßnahme und greifen nicht da, wo man das Infektionsgeschehen eigentlich wirkungsvoller einschränken könnte/müsste:
am Arbeitsplatz, im überfüllten ÖPNV, in den ( in BaWü voraussichtlich ab 18.01. wieder eröffneten Grundschulen), in den Notbetreuungen und in den Pflegeheimen, aus welchen der Großteil der Schwererkrankten und an Covid Verstorbenen stammt.
Meine Mutter wird seit März mehr oder weniger in ihrem Pflegeheim isoliert. Sie kann sich nicht alleine beschäftigen und wäre dringend auf unsere Besuche und Pflege angewiesen. Seit November darf sie mal wieder nur von einer Person für 20 Minuten, durch Plexiglas abgeschirmt besucht werden, maximal zweimal die Woche. Wir Besucher wurden bisher noch nicht einmal einer Testung unterzogen.
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (19 Jahre / Asperger-Autist)

Christiane81
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 192
Registriert: 27.01.2016, 08:11

Re: Kontaktbeschränkungen Erwachsene mit Behinderung - Auslegungssache ?

Beitrag von Christiane81 »

Guten Morgen,

Kontaktbeschränkungen sind leider halt notwendig. Aber eine REDUZIERUNG der Kontakte, und nicht wie die meisten verstehen eine zeitliche Streckung. Was hilft es denn, wenn ich weiterhin alle möglichen Leute treffe, nur eben an jedem Tag andere?

Dieses "die meisten schwererkrankte sind Alte und Menschen mit Vorerkrankungen" ertrage ich nicht mehr. Manche mögen es kaum glauben, aber diese Menschen möchten auch nicht unnötig sterben! Es ist unsere Pflicht, diese Menschen zu schützen so gut wir können.

susi_muc es ist unerträglich, was Du schreibst. Du meinst die Rodler, die sich in Massen in Touristenorten tummeln, Rettungswege zuparken, Vorgärten verunstalten, sich an keine Hygienerichtlinie halten? Ja, die tun wirklich ganz viel für ihre Gesundheit. Leider wenig für die Gesundheit anderer.

Ich finde die Maßnahmen ätzend. Aber noch viel schlimmer finde ich die Rücksichtlosigkeit, den Egoismus und die Dummheit vieler Menschen.

Und zum Thema "Auslegungssache": es sollte wohl unstrittig sein, dass jeder Mensch mit Einschränkungen die Hilfe erhalten und beibehalten sollte, die er benötigt. Und wenn es dann eben zwei Personen plus eine "Hilfsperson" sind, ist das so. Wenn man Kontakte effektiv reduziert und sich an Hygieneregeln hält tut man ja trotzdem was man kann.

Traurige Grüße
Christiane

Markus_1974
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 135
Registriert: 17.05.2018, 11:14
Wohnort: Beuren

Re: Kontaktbeschränkungen Erwachsene mit Behinderung - Auslegungssache ?

Beitrag von Markus_1974 »

Guten Morgen,

die Begleitung Hilfsbedürftiger ist doch ganz klar erlaubt.

Nur werden wir Aufgrund unserer Art zu Leben die Notwendigen Kontaktbeschränkungen gar nicht hinbekommen.
Was ist denn eine Stadt anderes als ein großer Treffpunkt? Das Virus macht an irgendwelchen Haustüren nicht halt.
Jetzt im Winter hält es sich auch viele Tage in der Luft ohne Auszutrocknen und abzusterben.
Vermutlich haben wir ähnlich wie eine Smog-Glocke eben eine Corona-Glocke über jeder größeren Ansiedlung.

Dass man den direkten Kontakt vermeidet, hilft Sicherlich. Ob das aber zum Erfolg führt?
Die Infektionskurven der letzten Monate sprechen eher eine andere Sprache.
Dank dem herumeiern unserer Regierenden bleibt momentan leider nichts anderes übrig.

gruß
Markus

susi_muc
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 141
Registriert: 24.10.2018, 13:09

Re: Kontaktbeschränkungen Erwachsene mit Behinderung - Auslegungssache ?

Beitrag von susi_muc »

Christiane81 hat geschrieben:
07.01.2021, 09:53


susi_muc es ist unerträglich, was Du schreibst. Du meinst die Rodler, die sich in Massen in Touristenorten tummeln, Rettungswege zuparken, Vorgärten verunstalten, sich an keine Hygienerichtlinie halten? Ja, die tun wirklich ganz viel für ihre Gesundheit.
Liebe Christiane,
ich meinte die Rodler, auf die sich Lisa bezog. Wo sie wohnt, weiß ich nicht, aber "Acker" klang jetzt eher nicht nach Skigebiet Winterberg...

Bei uns ist übrigens auch jedes Hügelchen gut besucht. Was sollen wir mit den Kindern denn machen? In ein Ferienhaus fahren? Beherbungsverbot. Eislaufen gehen? Schwimmen? In ein Museum? In die Bücherei? Ich weiß nicht, in welcher Welt ihr lebt, aber hier ist alles zu. Alles. Ich bin gottfroh, dass es jetzt endlich geschneit hat. Die Ansteckungsgefahr da draußen ist wie hoch nochmal? Im Vergleich zum Supermarkt? ÖPNV? Bleibt mal bitte auf dem Boden! Kinder sind auch Menschen, nicht nur Großeltern, Eltern, Behinderte, chronisch Kranke.

Beschwert Euch, zu Recht, wenn in Altenheimen nicht getestet wird, in KKH und Heimen zu wenig Schutzkleidung und Masken zu Verfügung stehen. Regt Euch über Clan-Veranstaltungen auf, bitte, da gibt es auch vieles, was ich nicht verstehe.
Aber lasst die Kinder wenigstens Schlittenfahren!!

Beste Grüße
Susi
Susi mit großem Sohn (ASS+HB), großer Tochter (ASS, ADHS+HB), kleiner Tochter (auch irgendwie anders) und den Zwillingen (ganz normaler Zwillingswahnsinn - hoffe ich)

Christiane81
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 192
Registriert: 27.01.2016, 08:11

Re: Kontaktbeschränkungen Erwachsene mit Behinderung - Auslegungssache ?

Beitrag von Christiane81 »

Wenn man mitten in einer Großstadt wohnt, kann man jetzt gerade eben nicht Schlitten fahren. Ist dann eben mal so! Und je mehr man zetert und ignoriert, desto länger geht der ganze Mist, unter dem alle leiden.

Mitten in Europa werden Kinder von Ratten angefressen, weil wir die Menschen ignorieren, ihre Fluchtgründe verursachen und ignorieren, und wir jammern dass wir nicht unbegrenzt alles immer haben und machen können.
Ich warte immer noch darauf, dass sich in unserer wohlstandsverwöhnten Luxusgesellschaft mal wieder ein bisschen mehr Demut "breitmacht".

Es geht bald ein Jahr, und die hässlichsten Symptome von Corona in der Gesellschaft treten immer stärker auf.

Senem
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3697
Registriert: 23.09.2006, 20:20

Re: Kontaktbeschränkungen Erwachsene mit Behinderung - Auslegungssache ?

Beitrag von Senem »

Hallo,

da stimme ich zu.

Dieser Egoismus und wie die Menschen teilweise damit umgehen, ist zum kotzen.
Gruß

Selbstbetroffen mit einigen Baustellen

susi_muc
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 141
Registriert: 24.10.2018, 13:09

Re: Kontaktbeschränkungen Erwachsene mit Behinderung - Auslegungssache ?

Beitrag von susi_muc »

Christiane81 hat geschrieben:
07.01.2021, 11:06
Mitten in Europa werden Kinder von Ratten angefressen, weil wir die Menschen ignorieren, ihre Fluchtgründe verursachen und ignorieren, und wir jammern dass wir nicht unbegrenzt alles immer haben und machen können.
Hallo Christiane,
Schick mir 2 solche Kinder (!), ich nehme sie auf, kümmere mich. Denn Kindern gehört die Zukunft. Mehr könnte ich nicht aufnehmen, wir teilen uns derzeit zu siebt 125qm (Wo wir gerade von Luxus reden...).

Aber meinen Beitrag hast Du nicht gelesen, oder?
Was möchte ich unbegrenzt? Meine Kinder sind noch nie geflogen, waren noch nie in einem Hotel, wir waren nie Skifahren/Tauchen/auf einer Kreuzfahrt/was auch immer. Sie haben seit fast einem Jahr nur noch sporadisch Unterricht, wäre ich nicht selbst Lehrerin und einigermaßen gebildet, sähe es da schlecht aus. Ich habe NIRGENDS von unbegrenzt gesprochen - ich habe lediglich gesagt, lasst sie Schlittenfahren. Die Bitte, Kinder in Ruhe rodeln zu lassen hat nichts mit einer Forderung nach "unbegrenzt alles immer haben und machen können"
Schöne Ferien noch!
Susi mit großem Sohn (ASS+HB), großer Tochter (ASS, ADHS+HB), kleiner Tochter (auch irgendwie anders) und den Zwillingen (ganz normaler Zwillingswahnsinn - hoffe ich)

SandyErgo
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 562
Registriert: 07.09.2017, 13:18

Re: Kontaktbeschränkungen Erwachsene mit Behinderung - Auslegungssache ?

Beitrag von SandyErgo »

susi_muc hat geschrieben:
07.01.2021, 10:44
Christiane81 hat geschrieben:
07.01.2021, 09:53


susi_muc es ist unerträglich, was Du schreibst. Du meinst die Rodler, die sich in Massen in Touristenorten tummeln, Rettungswege zuparken, Vorgärten verunstalten, sich an keine Hygienerichtlinie halten? Ja, die tun wirklich ganz viel für ihre Gesundheit.
Liebe Christiane,
ich meinte die Rodler, auf die sich Lisa bezog. Wo sie wohnt, weiß ich nicht, aber "Acker" klang jetzt eher nicht nach Skigebiet Winterberg...

Bei uns ist übrigens auch jedes Hügelchen gut besucht. Was sollen wir mit den Kindern denn machen? In ein Ferienhaus fahren? Beherbungsverbot. Eislaufen gehen? Schwimmen? In ein Museum? In die Bücherei? Ich weiß nicht, in welcher Welt ihr lebt, aber hier ist alles zu. Alles. Ich bin gottfroh, dass es jetzt endlich geschneit hat. Die Ansteckungsgefahr da draußen ist wie hoch nochmal? Im Vergleich zum Supermarkt? ÖPNV? Bleibt mal bitte auf dem Boden! Kinder sind auch Menschen, nicht nur Großeltern, Eltern, Behinderte, chronisch Kranke.

Beschwert Euch, zu Recht, wenn in Altenheimen nicht getestet wird, in KKH und Heimen zu wenig Schutzkleidung und Masken zu Verfügung stehen. Regt Euch über Clan-Veranstaltungen auf, bitte, da gibt es auch vieles, was ich nicht verstehe.
Aber lasst die Kinder wenigstens Schlittenfahren!!

Beste Grüße
Susi

Halten da wirklich alle die Abstände ein??
Wag ich, wenn man so manche Bilder sieht ( und ich spreche da nicht von Skigebieten!), zu bezweifeln.
Und auch wenn die Aerosole in der Luft nicht so gefährlich sind - wie schnell trifft man jemanden, den man kennt > man kommt sich nah. 5 min später sieht man Bekannte Nummer 2 und kommt sich evtl. näher als erlaubt; dann Freundin X, usw. Und prompt ist man bei mehreren engeren Kontakten, wo man vermutlich Grenzen unterschreitet >> und das ist genau das, was man verhindern will. Im Fall des Falles weiß dann keiner mehr, wer Kontakt mit wem hatte. Treffe ich mich allein irgendwo(zu Hause) mit jemandem - kann ich mich genau dran erinnern.

Und ja, meine Kids würden auch gerne in den Schnee. Wir wohnen sogar auf dem Land. Nur leider liegt in erreichbarer Entfernung kein Schnee > also müssen meine Kids auch drauf verzichten.
Und wenn man aufs Schlitten fahren nicht verzichten möchte - dann sucht man sich eine Zeit aus, wo weniger los ist!


Sorry, aber wenn alle so (egoistisch) denken > dann ist es wirklich kein Wunder, dass die Maßnahmen verschärft werden müssen.
Mama 12/77
mit Tochter 11/06 FG 30+6 (nach HELLP-Syndrom) Kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung mit noch leichter Sprachentwicklungsstörung, Hämochromatose (homozygot C282T im HFE-Gen)
und Sohn 08/09 FG 34+1 ADHS und kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung mit starker Betonung der aktiven Sprache

Silvia15
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 364
Registriert: 22.02.2020, 08:40

Re: Kontaktbeschränkungen Erwachsene mit Behinderung - Auslegungssache ?

Beitrag von Silvia15 »

Mal eine Frage,

ist es Egoismus wenn man als Eltern kleiner Kinder versucht sich einfach mal Luft zu verschaffen. Kinder müssen nun mal raus, klar muss es nicht der überfüllte Rodelberg seln, aber man soll ja auch nicht irgendwo hinfahren wo es ruhiger ist.


Nein mit den Bewegungensradius wird es sicher in der Stadt noch voller. Wäre es nicht Sinnvoll gewesen solche potentiellen Hotspots wo sich unzählige Menschen tummeln zu sperren, Ausflugsziele (die sind ja bekannt) einfach Parkplatz.

Wir sind jetzt immer mit den Kindern in das Dorf gefahren wo wir gerade bauen, also in ein paar Monaten hinziehen werden. Dort konnten sie Fahrradfahren, auf den Spielplatz ohne dass man ne Menge Kinder und Erwachsene trifft. Also Abstand kann zu jederzeit gewahrt werden. Hier in der Stadt wird es schon schwieriger, selbst auf dem Gemeinschaftsplatz zu unseren Wohnungen tummeln sich viel mehr Kinder.

Und in Punkto Egoismus, gerade in Familien die relativ beengt wohnen kommt es mehr und mehr zu Konflikten. Man muss als Eltern schon aufpassen, dass das Stresslevel nicht zu hoch wird und dann doch mal die Hand ausrutscht etc..weil man selbst nicht mehr kann. Die Situationen sind teilweise extrem angespannt, die Kinder wissen nichts mehr mit sich anzufangen, lassen sich kaum noch sinnvoll motivieren für irgendwelche Basteleien oder so ein Kram. Es ist eben nicht so wie zu anderen Ferien wo man diverse Abwechslung bieten kann.

Es ist schwierig ich finde es auch unvernünftig dort hinzugehen wo zu viele Menschen sind. Aber ich finde nicht dass die neuen Beschränkungen das Problem lösen werden im Gegenteil.
Silvia mit Maximi (Juli 15, F84.5) und Minimi (Mai 17, ein normaler Wirbelwind)

Antworten

Zurück zu „Familienleben“