Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Regina Regenbogen
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Re: Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon Regina Regenbogen » 09.04.2019, 12:01

Mein Mann hat mir immer die Kinder am Wochenende abgenommen und mit ihnen was unternommen, die freien Vor- oder Nachmittage habe ich sehr genossen. Als die Kinder im Säuglingsalter waren, ist er morgens 2 Stunden eher aufgestanden vor der Arbeit, hat den Säugling versorgt und mir somit etwas mehr Schlaf geschenkt. Im großen und ganzen hat er mir auch viel im Haushalt abgenommen (Spülen, Geschirrspüler ausräumen, Wäsche aufhängen und abnehmen sowie sämtliche Gartenarbeit), sofern er nicht gerade auf Montage war, das war selbstverständlich für ihn. Er ist selbst in einer großen Familie aufgewachsen, da musste jeder mit ran. In den ersten 2 Lebensjahren unseres Jüngsten haben wir uns 2 mal wöchentlich eine Putzfee geleistet, die war echt super. Die hat immer gesagt, ich soll mich etwas hinlegen und dann hat sie während ihrer Arbeit unseren Jüngsten bespaßt. Trotzdem bin ich lange Jahre fast auf dem Zahnfleisch gegangen mit 4 Kindern, Teilzeitarbeit, Haus, Garten und Tieren.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

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mel1220
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Re: Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon mel1220 » 09.04.2019, 12:59

Hallo,

oh je.
Na aber hallo.... Prinzipiell ist es ja schon richtig dass Dein Mann als Alleinverdiener das Geld nach Hause bringt. Dies kann er aber auch nur, weil Du dafür den ganzen Rest übernimmst. Welchen Stundenlohn setzt ihr denn für deine Arbeit zu Hause an?
Wir hatten vor Jahren so eine DIskussion auch einmal gaannzzz kurz im Ansatz, kennen tut das bestimmt jeder hier. Aber eines ist ganz klar, ICH hätte es bei einer Vollzeitstelle wesentlich einfacher und bequemer als Teilzeit zu arbeiten und somit den ganzen Rest noch mit zu erledigen. Das hat mein Mann dann auch relativ schnell verstanden :lol:
Ich arbeite nur Dienstags den ganzen Tag, da ist Junior bei den Grosseltern. Das ist immer wie ein Tag Urlaub.
Mein Mann arbeitet körperlich als Handwerker. Daher kann ich nachvollziehen, dass er abends müde ist. Das heisst aber nicht, dass ich deshalb für alles alleine verantwortlich bin. Er geht auch Sonntags gerne nach dem Frühstück mit Junior ins Schwimmbad. Sonntags hab ich nämlich auch frei :wink:
Auch kann ich mich den Vorrednern nur beipflichten in der Sache dass Du generell eine Entlastung suchst. Junior darf, wenn es möglich ist, Samstags bei Oma und Opa schlafen. Wir bringen ihn zwar erst früh abends dort hin und holen ihn Sonntags früh wieder, aber das ist für uns Elternzeit.
Ganz sprachlos macht mich der Satz: "Für was hab ich dich dann noch" Das ist schon mehr als ordentlich drüber.
Und nein, ich sehe es auch nicht so dass der, der arbeitet ausgeschlafen sein muss und der andere gerne komplett auf dem Zahnfleisch gehen darf.
Das ist keine Partnerschaft!
Ich drücke dich mal ganz doll virtuell

LG
Mel

der kleine kurt
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Re: Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon der kleine kurt » 09.04.2019, 14:26

Hallo,

also ich bin fast erschrocken, dass so viele hier der Meinung sind, dass der Mann mit seinen 100% Erwerbsarbeit seine Schuldigkeit getan hat und sich maximal noch um sich selbst kümmern muss, während Hausarbeit, Kind, Pflege zu 100% bei der Frau liegen, obwohl der absolute Zeitrahmen die 8h/Tag und 9 to 5 Grenze weit überschreitet.

Zu dem was Du hier schreibst, würde ich sagen: Ja, ich rate Dir dich zu trennen. Dein Mann scheint weder Respekt noch Achtung vor Dir zu haben. Selbst wenn die Aufgaben und die Verantwortung nach der Trennung nicht weniger werden: das Gefühl der Demütigung lässt sich dann hoffentlich abschütteln. Das liest sich ja so, als hielte er sich Dich als Hausmütterchen. Ich lebe besser damit. Enttäuschte Erwartungen kosten unheimlich viel Kraft, aber das merkt man wohl erst hinterher.

Er kann doch nur deshalb 100% arbeiten gehen, weil er durch dich kein Betreuungsthema mit dem Kind hat. Das man in diesem Modell die Aufgaben, die für Haushalt und Kinderbetreuung anfallen, nicht 50:50 teilt, finde ich ok, aber so gar nicht?!
Verantwortung kann man meiner Meinung nach nicht teilen. Mitdenken und geistig dabei sein im Familienleben sollte jeder zu 100%. Ich höre und sehe das im Umfeld immer wieder: Da sollen die Frauen am besten 80-100% Arbeiten gehen, und man teilt sich dann auch die Aufgaben irgendwie auf, aber wenn man genauer hinschaut, ist es bei fast allen so, dass der mental load zu 100% bei den Frauen noch on top kommt.

Ich werde auf meine Tage doch noch Feministin... :D

Viele Grüße
Kurtine

Biancamit2
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Re: Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon Biancamit2 » 09.04.2019, 14:34

RikemitSohn hat geschrieben:Hallo,

ich bin gerade sprachlos, wie hier für Larissas Mann von Frauen Unterstützung kommt. Wir leben nicht mehr in den fünfziger Jahren. Kinder und alle damit anfallenden Pflichten sind ein Gémeinschaftsprojekt. Alle Aufgaben werden geteilt. Jeder darf mal schlafen und jeder darf mal seine Freizeit für sich gestalten. Ausserdem sollten Väter auch gerne Zeit mit ihren Kindern verbringen und nicht nur um die Mutter zu entlasten.
Larissa, ich kann dein Entsetzen und deinen Frust über solche Aussagen gut verstehen. Das ist tief verletztend. Nach meiner Meinung geht es da auch nicht nur um die mangelnde Hilfe, sondern solche Aussage geben einem das Gefühl von Lieblosigkeit. Zu recht fragst du dich, ob deinem Mann dein Wohl überhaupt noch etwas Wert ist. Du solltest dir Unterstützung holen und vielleicht gemeinsame Gespräche unter Anleitung führen. So könnt ihr herausbekommen, ob und wie es weitergehen kann.
Aktuell finde ich die Idee von Abstand gut, wenn du jemanden hast, der euch beide aufnehmen kann.

LG Rike


Also findest du dass er die Hälfte von allem machen soll und noch hundert Prozent arbeiten, während sie garnicht arbeitet und trotzdem nur die Hälfte machen soll? Also soll er viel mehr machen als sie? Eigenartige Vorstellung.
Bianca mit Sohn (2004, Skoliose, LRS) und Tochter (02.2009 Frühchen 29+0, ICP, PVL, spastische Diparese, und manch anderes) und zwei Sternchen *2003 *2008 fest im Herzen

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Re: Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon IlonaN » 09.04.2019, 14:42

Hallo ihr Lieben,
hier bei uns ist es umgekehrt. Ich bin voll berufstätig und Männe ist zu Hause bei den Kids. Unterhalb der Woche steht er nachts auf wenn mit den Kids was ist und am WE ich. Seine Arbeit ist genauso kräftezehrend wie meine, jedoch gibt er selbst zu das er sich tagüber auch mal eine Verschnaufpause gönnen kann die länger als meine 30 Minuten Pause auf Arbeit sind. Ich nehme aber auch mal Urlaub um Termine abzusichern oder schiebe meine Stunden damit er nicht alles allein machen muß. Im Haushalt übernimmt jeder was er gerade sieht und greift zu.
Was ich so garnicht versetehn kann sind die gemachten Äußerungen des Ehemannes. Hier bedarf es echt Klärungsbedarf.
Ich 1961 Ösophagusatresie
Großfamilie mit leibl.Kindern/Ado-Kind und Pflegekindern mit FASD, ADHS, Autismus, Bindungsstörung mit Enthemmung ,Asthma, Neurodermitis u.v.m.

SwantjeM
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Re: Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon SwantjeM » 09.04.2019, 15:04

Hallo Larissa,

ich bin auch sehr erschrocken, wie viel Zuspruch dein Mann bekommt.

Wenn Du keine regelmäßigen Auszeiten zum Schlafen über die Verhinderungspflege einrichten kannst oder eine Auszeit z.B im Kupferhof kann ich dazu nur raten: Wenn dein Mann seine Einstellung nicht ändert...also ich hätte mich schon längst getrennt. Dann stehst du ohne doch nicht unbedingt schlechter da als jetzt.

Ich arbeite auch obwohl mein Sohn Pflegegrad 3 hat und sich nicht irgendwo abgeben lässt oder Familie einspringt in Teilzeit plus Minijob und der Vater Vollzeit und wir beide haben die ersten 9 Jahre zu Hause anstrengender empfunden als bei der Arbeit. Für mich ist das ne Ausrede.

Wir haben uns jahrelang am Wochenende abgewechselt mir dem Ausschlafen. Einer Samstag und einer Sonntag.

Ein Kind mit Behinderung zu betreuen kann ja auch psychisch viel anstrengender sein. Und auch dafür braucht man Schlaf.

Sorry, solche Typen brauch ich nicht. Dann mach ich lieber alles alleine. Das Gejammer einiger Männer kann ich nicht ertragen. Andererseits scheint ihr Euch am Anfang vielleicht auf dieses "Rollenmodel" geeinigt zu haben. Für mich ist Arbeit Erholung. Egal ob Überstunden im Büro oder ob körperlich bei meinem Putzjob. Leichter als ein nörgelnde Kind, neue Diagnosen, Blutabnahmen, nächtlichs Aufstehen, Wutanfälle, epileptische Anfälle....

Ständig streitende Eltern und fehlende Wertschätzung? Ich kenne genügend Leute, die sich als Kind gewünscht haben, dass sich die Eltern trennen. Für mich ist das weder eine schöne Beziehung noch ein schönes Familienleben.

Ich hoffe, du findest einen Weg. Vielleicht hilft auch eine Familienberatungsstelle. Dann kann jemand drittes von aussen drauf schauen und sich alle Seiten anhören und vermitteln. Bar so wie du deinen Mann beschreibst vermute ich, dass er dafür nicht offen ist.

VG Swantje
Jon (2003): Tuberöse Sklerose (u.a. Epilepsie, Rhabdomyome d. Herzens)

Jörg75
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Re: Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon Jörg75 » 09.04.2019, 15:05

Hallo Bianca,

danke für deinen Post - das war mir etwa genau so aufgefallen.
Ich mache einiges für und mit meinen Kindern, bin bei vielen Terminen dabei, gehe mit ihnen ins Krankenhaus oder auf Reha und kümmere mich um sie - trotzdem kümmert sich meine Frau wesentlich mehr um die Kinder. Allerdings ist meine Frau auch zu Hause und ich bin Vollzeit berufstätig - für mich gehört die Erwerbstätigkeit auch zu den Aufgaben, die in der Verteilung der Aufgaben zu berücksichtigen sind.

Unabhängig von der Frage der Verteilung der Arbeit bin ich allerdings auch über die Aussagen des Ehemannes gestolpert bzw. eher entsetzt, die sicherlich weder von Wertschätzung für seine Frau noch von Wertschätzung der Arbeit und des Einsatzes seiner Frau für das gemeinsame Kind zeugen (um das mal sehr vorsichtig auszudrücken). Da denke ich auch, dass da dringend Handlungs- und Gesprächsbedarf besteht.

Grundsätzlich finde ich aber schon, dass die Frage der Verteilung, wer sich wieviel um das Kind/ die Kinder kümmert, in jeder Familie "ausgehandelt" und abgesprochen werden muss - in Abhängigkeit der Besonderheiten und Bedürfnisse der jeweiligen Familie und aller Beteiligter. Alleine die Keule "wir leben nicht mehr in den 50ern" finde ich da eher wenig hilfreich - insbesondere wenn alle Beteiligten das Modell des Alleinverdieners (egal ob männlich oder weiblich) für (zumindest temporär) sinnvoll halten.

Gruß
Jörg
K., *2013, Extremfrühchen (27. +3 SSW), ICP, GdB 100 G aG H B, PS II+/ PG 4
J., *2016, aktuell keine Besonderheiten

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Re: Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon SwantjeM » 09.04.2019, 15:08

@Bisancamit 2:

Finde ich gar nicht eigenartig wenn man ein krankes oder behindertes Kind hat. Hast du denn den Vergleich und arbeitest du auch? VG Swantje
Jon (2003): Tuberöse Sklerose (u.a. Epilepsie, Rhabdomyome d. Herzens)

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Re: Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon Sascha11 » 09.04.2019, 15:54

Mel: Wenn du z.B. 50% (da gehe ich bei Teilzeit jetzt mal von aus) arbeitest, ändert sich die Situation ja schon gewaltig. Dann müssen beide ran, nur eben dein Mann immer noch etwas weniger, weil er schlicht weniger Zeit hat.
Ich habe also konkret darauf abgehoben, dass der Mann Alleinverdiener ist und sie gar nicht berufstätig.

Auf jeden Fall gehen natürlich die Aussagen ihres Mannes gar nicht. Und er sollte sich schon genauso verantwortlich fühlen. Das steht außer Frage.
Meine Frage ist nur: Wenn er wirklich nicht mehr schafft - was soll er machen? Ich denke nicht dass bei diesem Modell Arbeitszeit reduzieren drin ist. Und Geld muss ja nun auch mal rein. Ich würde das nicht nur als Faulheit sehen. Wobei ich die Situation nicht kenne.
Vielleicht ist er topfit und spielt abends 4 stunden Tennis noch - so habe ich es aber nicht verstanden.

Ich kenne aber viele Familien wo der Mann wirklich 9-10 Stunden außer Haus ist und die Frauen alles machen (weil es nicht anders geht). Natürlich könnte man sagen, die Herren sollten sich einen familienfreundlicheren Job suchen, aber besagte Familien kommen so klar.

Aber weil die Männer dann eben auch Wertschätzung für die "Arbeit der Frauen" aufbringen. Das wäre für mich in der Konstellation das A und O. Wenn man es emanzipierter haben möchte müssen beide arbeiten - evtl. in untersch. Teilzeitkonstellationen. Geht aber nicht immer so einfach.

Übrigens in den Familien, die ich kenne, wo die Frau der Alleinverdiener ist, erlebe ich es auch als selbstverständlich dass der Mann ihr viel "den Rücken freihält". Das hat also nichts mit 50ern zu tun. Generell ist es aber hart den ganzen Tag auf (behinderte zudem) Kinder aufzupassen. Ich finde es auch härter als manche Arbeit.
Daher hat man das Recht auf Entlastung. Das sollte man wahrnehmen und VHP und Entlastungsbeitrag voll ausnutzen. Ich musste auch erst lernen Hilfen zu organisieren und anzunehmen, aber mein Mann kann auch nichts für den Mehraufwand, der eben da ist bei behinderten Kindern, daher finde ich ist man in der Pflicht gewissermaßen sich auch Entlastung zu suchen. Das ist bei uns auch in der KIGA Wahl eingeflossen und wird in die Schulwahl einfließen, dass wir BEIDE Belastungsgrenzen haben und diese wahrnehmen müssen. Über den HP Kiga hat man schon ordentlich Entlastung.


LG Sascha
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GretchenM
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Re: Aufgabenverteilung, muss mehr Zeit und Schlaf für mich erkämpfen

Beitragvon GretchenM » 09.04.2019, 16:31

Hallo,

O weia, das hört sich echt unschön an. Erstmal: ich bin von Geburt an alleinerziehend, und kenne es eigentlich nicht andere als alleine zuständig zu sein. Aber wenn ich mir durchlese, dass dann noch der Partner so respektlos ist... und offensichtlich denkt, mit dem erarbeiteten Geld sein Soll getan zu haben... sorry, dann erwische ich mich bei dem Gedanken, dass es manchmal besser ist alleinerziehend zu sein als sich schlecht behandeln zu lassen und das dann auch noch ertragen zu müssen.

Ganz abgesehen von der Tatsache, dass ich die Äußerung „Wozu habe ich dich noch“ echt für sehr...klärungsbedürftig halte, entspricht zumindest für mich ein 24/7 zuhause zuständig für ein sehr pflegeaufwendiges Kind dasein keinem Vollzeitjob sondern eher zwei gleich Vollzeitjobs auf einmal.

Daher kann ich zwar akzeptieren, wenn der Mann sagt, dass er an Arbeitstagen normalerweise (bei Krankheit der Mutter dann aber notfalls bitte schon!) keine Nächte betreuen kann, aber am Wochenende spätestens könnte doch einer die eine und der andere die andere Nacht ausschlafen. Das ist definitiv auch mit Volllzeitjob etwas, dass ich von einem Elternteil erwarten würde, auch wenn er erwerbstätig ist. Genauso wie tagsüber ab und zu ein paar Stunden lang.

Generell kann ich nur sagen: ich konnte lange nicht arbeiten und empfinde meine heutige fast-Vollzeitstelle als eine Erleichterung, es ist definitiv eine Art von Entspannung und Rauskommen - und ich finde es schlichtweg peinlich, wenn sich jemand so völlig rauszieht aus der Betreuung.

Insgesamt: Kindern tut es meiner Ansicht nach nicht gut, wenn ein Elternteil den anderen nicht wertschätzt. Dazu braucht es keinen lauten Streit, Kinder spüren das. Ich erlebe gerade hautnah die Auswirkungen der Einstellung eines Elternpaares, dass „den Kindern die Trennung ersparen wollte“ obwohl die gegeseitige Zuneigung längst zu etwas anderem geworden war.

Ich hoffe wirklich, du findest eine Lösung und schicke dir ein virtuelles Kraftpaket.

Schönen Gruß,

GretchenM


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