Diskussion um schwarze Pädagogik im Film „Elternschule“

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

Moderator: Moderatorengruppe

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jonasb
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Beitrag von jonasb »

VG, Jonas mit Söhnchen:Periventr'ikuläre Leukomalazie, ICP, Z.n. West-Syndrom mit BNS, Button, Resektion links Parietal, Entwicklungsstörung, Epilepsie... ein heller Stern am Himmel sei 30. Dezember 2018
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ninona
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Beitrag von ninona »

@ jonasb
-das ist inhaltlich falsch,
ich vermute Du hast den Film nicht gesehen.
Das Mädchen bekommt keine Magensonde und gerade bei dem Mädchen und der Familie denke ich, dass der stationäre Aufenthalt für sie positiv war.

Bei aller, durchaus auch (in meinen Augen) berechtigten Kritik, muss das gesagt sein.

Auch die (alte) Filmsequenz mit den beiden, zur Beziehungs- und Bewegungslosigkeit erstarrten Kindern und die ruhige, geduldige, anforderungsfreie Arbeit mit ihnen, ist eher ein positives Therapiebeispiel.
Genau das, was eine abschließende Bewertung auch so schwierig macht.

Ich möchte noch einmal zu einem anderen Aspekt Stellung nehmen.
Sollte es wirklich so sein, dass es zur Bedrohungen, persönlichen Beleidigungen und Anfeindungen gegenüber dem Psychologen und/ oder dem Filmteam kommt, finde ich das absolut unakzeptabel.

In dem Fall sollte ebenfalls eine strafrechtliche Relevanz geprüft werden.
Man kann verschiedene Meinungen haben und diskutieren, man sollte Dinge extern prüfen (lassen), unbedingt.
Aber professionell, sachlich und fair und ohne Gewalt (egal welcher Art). Insbesondere, wenn das der Vorwurf ist den man der Gegenseite macht.
- Meine persönliche Meinung -

Ninona

Silvia & Iris
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Beitrag von Silvia & Iris »

mir kommen hier parallelen zur Hundeerziehung... - auch hier kommt es immer wieder mal zu Aufschreien, wenn Hunde - aus welchen Gründen auch immer - einmal beißen...

Einerseits sehe ich hier Rassen, die hier einfach niederere Beißhemmungen haben, als andere - allein schon aus der Evolution heraus, andererseits verunsicherte Halter und Hunde... - so wie auch bei den Eltern...

Gewisse Parallelen kann man durchaus ziehen! - wenn ich auch Kinderziehung nicht ident mit der Hundeerziehung setzen möchte... - die Ziele sind doch andere...

Auch bei der Hundererziehung gibt es Strömungen, die ausschließlich auf die postivie Konditionierung setzen, was sicherlich in vielen Fällen ein guter Ansatz ist, dennoch liegt es in der Natur des Hundes Wild zu hetzen, es zu stellen und auch zuzubeißen... - das sieht dann eben etwas brutaler aus, befriedigt aber dennoch die natürlich Triebe des Tieres... - es möchte zubeißen, es möchte seine Beute schütteln und fressen...

Wenn ich das jetzt auf die Kinder umlege - die Kinder brauchen Nähe, sie brauchen die Wärme der Eltern, sie brauchen Aufmerksamkeit... - dennoch brauchen auch die Eltern Zeit für sich, auch mal Ruhe... - ich hatte keine Schreikinder, doch auch hier soll es so sein, dass kaum können sie laufen, sind sie unterwegs und das Schreien rückt in den Hintergrund... - Die Kinder sollen einfach unzufrieden sein mit dem IST-Zustand, dass sie sich eben mit 6, 7, 9 Monaten noch nicht so fortbewegen können, wie sie es gerne würden... -

Natürlich müssen wir die Kinder erziehen, ihnen beibringen, was Gefahren sind...
- aber hier finde ich persönlich so Methoden, dass man Kinder mit MUSS eine Hand auf eine Herdplatte legt, damit sie sich verbrennen - zumindest leicht - nicht wirklich angebracht... - auch die Schutzgitter usw. was es da so alles gibt, - hier stellt man meist die Kinder unter einen Glassturz, der nicht notwendig ist... Natürlich muss ich selbst als Mutter aufpassen, dass die Pfanne mit heißen Fett nicht über den Herdrand rausragt... - und anderes... - leicht ist es nicht, aber man kann auch nicht jede Erfahrung dem Kind abnehmen - man kann es begleiten, erklären, Strategien entwickeln, wie man die Sitation das nächste Mal besser löst... -

In dem Film werden doch teilweise unnatürliche Situationen herausgeholt - wie eben dieses Einschlafen... - In welcher Wohnung schlafen Kinder so abgeschirmt von der Familie ein? - Hören nicht das Ticken einer Uhr, das Rauschen eines laufenden TV-Gerätes, die Geräusche aus der Küche, wo die Mama noch aufräumt? - Wenn diese Geräusche immer wieder gleich sind, wirken sie doch beruhigend, nach der Gute-Nacht-Geschichte und ähnlichen Riten...

Das Problem ist doch meist, dass die Tage der Kinder zu actionreich sind und sie deshalb nicht zur Ruhe kommen können... - 6 - 10 Stunden Kindergarten... - danach noch Therapie oder Arztbesuch... - Besuch bei Verwandten, schnell noch einkaufen gehen... - welche Kleinkinder sind wirklich täglich bereits ab 16 Uhr verlässlich zu Hause und finden Ruhe?? - Die meisten sind um die Zeit noch unterwegs... - stehen meist auch bereits vor 7 Uhr auf... -

Geregelte und entschleunigte Tagesabläufe, das brauchen die Kinder, und auch die Erwachsenen... - weniger ist häufig mehr...

Aber leider leben wir im Therapeutenzeitalter, und die möchten nach den 6 Stunden Tages-Grundaktivität (Kindergarten, Schule) noch unbedingt mehr in das Kind reinbringen...

Ja, sicher, Förderung ist gut... - aber man geht da leicht über die Grenzen drüber...

Kennt jemand irgend ein Kind (geboren nach 1998), welches "normal" entwickelt ist und bis zu seinem 15. Geburtstag noch nie eine Therapie gehabt hat?



LG
Silvia
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, Tetraparese, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

jonasb
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Beitrag von jonasb »

Hallo
ninona
Ich denke nicht das leute, die im Film waren, sich sowas ausdenken und der Kinderarzt, dem der Mund verboten wird, übrigens auch nicht.

Ein Trauma mit einem Trauma beheben ist ja super förderlich... Nicht!
Genau diese Kinder brauchen _NÄHE_ und mpüssen sich an neue Situationen mit _Nähe_ der Eltern gewöhnen.
VG, Jonas mit Söhnchen:Periventr'ikuläre Leukomalazie, ICP, Z.n. West-Syndrom mit BNS, Button, Resektion links Parietal, Entwicklungsstörung, Epilepsie... ein heller Stern am Himmel sei 30. Dezember 2018
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ninona
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Beitrag von ninona »

Hallo jonasb
Der Sachverhalt ist richtig, es gab ein Kind dem eine Magensonde gelegt wurde aber nicht diesem Kind.
Insofern wurde es im Hinblick auf die Magensonde nicht „ retraumatisiert“
Mehr wollte ich nicht sagen.

Grüße

jonasb
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Beitrag von jonasb »

Hallo,
ja, so viele Kinder die irgendwie traumatisiert werden, da verwechselt man mal.

Vermutlich war das dann das Mädchen, das zum Laufen gezwungen wurde, weil sie soll ja lernen, dass man nur stark ist, wenn man essen nimmt und das, was man vorgesetzt bekommt?

Und wenn schon: geht einfach nicht sowas!

Und stolz zu erzählen, dass man zu 2. das Kind festgehalten hat um eine Sonde zu legen... Nu ja..

Die Annahme, dass der Film ja auch Nachträglich gekürzt wurde steht ja noch im raum!

Die Behauptung, dass Herr L bedroht wurde wurde nirgends nachgewiesen. Daher glaub ich das auch nicht, weil alle Eltern, die sich versammeln sicher keine Bedrohungen im sinn haben und alle nachvollziehen können, warum die Eltern das getan haben.
Komisch ist ja immernoch, dass er einen Tag zuvor von seiner Frau krankgemeldet wurde und dann plötzlich die Aussage der Bedrohung kam.
VG, Jonas mit Söhnchen:Periventr'ikuläre Leukomalazie, ICP, Z.n. West-Syndrom mit BNS, Button, Resektion links Parietal, Entwicklungsstörung, Epilepsie... ein heller Stern am Himmel sei 30. Dezember 2018
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ehemalige Userin

Beitrag von ehemalige Userin »

Ganz aktuell:

Wie ich erfahren habe (bisher nur aus Twitter), soll es am kommenden Samstag, 27.10. in Gelsenkirchen eine Demo geben!

Auch wenn ich noch keine näheren Einzelheiten weiß, finde ich das eine tolle Sache und wäre sehr gerne dabei, aber so kurzfristig kann ich leider nicht nach Gelsenkirchen reisen. :cry:

Naniol
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Beitrag von Naniol »

Ich habende den Trailer gesehen und werde mir auch den ganzen Film angucken.
Im Trailer sehe ich verzweifelte Eltern nebst ihrer Kinder. Ich finde nicht, daß der Trailer Anlass gibt ihn zu verteufeln.
Ich bin ein Befürworter von Regeln. Liebevoll und mit elterlicher Fürsorge vermittelt schafft sie für Kinder Sicherheit.
Und ich sage auch, das eine Behinderung kein Anlass ist dem Kind alles durchgehen zu lassen. Auch unser Sohn hat in seinem kognitiven Rahmen seine Regeln denn auch ihm verschaffen Sie Sicherheit.
Zurück zum Trailer. Ich sah dort Eltern, die mit ihrem Latein am Ende waren. Man sieht nicht aus welchem Grund, welchen familiären Backround die Verhaltensauffälligkeiten kamen.
Ich denke nicht, das man im Film sehen wird wie behinderte Kinder gegängelt bzw. Klassisch konditioniert werden.
Ich denke man wird im Film Kinder sehen bei denen es keine Grenzen gab vorher.
Kein Kind ist von Natur aus ein Tyrann sie werden leider oft dazu gemacht. Entweder aus Übervorsorge in Form von stetig kreisenden Helicoptereltern und als Pendant dazu Eltern, die keine Lust haben ihre Kinder zu erziehen. Hinzu kommt ein übermäßiger Medienkonsum in jeglicher Form.
Ich bin gespannt wie der Film ist und werde mir dann mein Urteil bilden.
Nadja 07/2000 kerngesund phil 04/2011 ARHGEF9 Syndrom fokale
Epilepsie, nonverbal , Entwicklungsretadierung , geistige Behinderung Kleinwuchs..... ) GDB 100% aG B H Pflegegrad 5 ein lachender Sonnenschein

ehemalige Userin

Beitrag von ehemalige Userin »

Naniol hat geschrieben:IKein Kind ist von Natur aus ein Tyrann sie werden leider oft dazu gemacht. Entweder aus Übervorsorge in Form von stetig kreisenden Helicoptereltern und als Pendant dazu Eltern, die keine Lust haben ihre Kinder zu erziehen.
Es gibt nicht nur diese beiden Gründe. Es kommt z. B auch oft genug vor, dass Kinder selbst Gewalt erlebt haben und deshalb aggressiv und verhaltensauffällig werden. Sämtliche Verhaltensauffälligkeiten pauschal auf Helicoptereltern oder erziehungsunwillige Eltern zu schieben, ohne den Einzelfall zu kennen, das ist mir zu einfach.

jonasb
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Beitrag von jonasb »

Hallo Dario
Ja, genau, es wird eine Demo geben und es wird geplant, _FRIEDVOLL_ für Gewaltfreie Kindheit einzustehen.



Für den Hintergrund: Erfahungsberichte einer Mutter zeigen, dass ein Kind, welches 8 äWochen… Ausgeschrieben ACHT WOCHEN alt ist, und auf der Mutter schläft laut L eine Regulations/Schlafstörung hat.

Dieer Film zeigt in der Tat verzweifelte Eltern und Kinder, die mit ihrem Verhalten nach hilfe rufen. Vorwurf wird auch nicht diesen Eltern gemacht, sondern Herrn L und den Filmemachern.
VG, Jonas mit Söhnchen:Periventr'ikuläre Leukomalazie, ICP, Z.n. West-Syndrom mit BNS, Button, Resektion links Parietal, Entwicklungsstörung, Epilepsie... ein heller Stern am Himmel sei 30. Dezember 2018
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