...und ich bin an allem Schuld - oder: Hör auf Winterhoff

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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PapaDavid
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Beitragvon PapaDavid » 18.10.2017, 14:25

VG, David. Tochter*1993 schwerstbehindert nach Hirnblutung und Reanimation-Tracheostoma seit 01/2017. Und Pflegekind*2008, Therapieresistente Epilepsie-schwere Entwicklungsretardierung-gesetzl. Blind.

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Marielouisa
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Beitragvon Marielouisa » 05.03.2018, 12:49

Hi,

ich grabe mal diesen älteren Thread wieder aus, da ich ihn gerade über Umwege das erste Mal gefunden habe. Ich hoffe, es stört niemanden, sonst einfach überlesen. :-)

Ich finde, dass man nicht jedes Kind gleich erziehen kann. Mein eines Kind ist beispielsweise gern freundlich. Wenn man ihm erklärt : "Ich kann gerade nicht mit dir Toben, ich habe Kopfschmerzen." bringt es einem eine Decke, streichelt und ist sehr fürsorglich. Das andere Kind interessiert sich einfach nicht für Ich-Botschaften. Man muss ihm sagen " Sei bitte leise.". Auch strenger. Denn Kompromisse und Angebote (Ich suche ein anderes Zimmer bzw. das Kind sucht ein anderes Zimmer) funktionieren nicht. Das Kind möchte laut sein, und zwar direkt neben meinem Ohr. Und dies dann zu tadeln, finde ich richtig. Denn tatsächlich würde man das mit Erwachsenen auch so machen. Wer sich grob rücksichtslos verhält, ist in der Gesellschaft nicht akzeptiert. Würde meine erwachsene beste Freundin herumschreien, wenn es mir schlecht ginge, würde ich sie auch bitten, zu gehen. Würde ich als Referendarin ständig herumschreien, wenn ich meine armen SchülerInnen unterrichte, würde mir ans Herz gelegt, mir doch einen anderen Job zu suchen.

Augenhöhe funktioniert immer super, wenn das Kind einem ein bisschen entgegenkommen will. Aber das ist einfach nicht immer so, selbst, wenn die Vorbilder identisch sind.

Liebe Grüße,
Marielouisa
Rehabilitations- und Integrationslehrerin (Förderpädagogin)

IlonaN
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Beitragvon IlonaN » 05.03.2018, 14:33

Hallo Marielouisa,
ja , ich war vor sehr vielen Jahren auch dieser Meinung. er ziehe deine Kinder immer gleich.
Hm, tja. Im groben und ganzen schon und trotzdem sind andere Charaktere daraus geworden. Als dann meine PK dazu kamen machte ich so weiter mit dem "gleich erziehen" und viel plumps voll auf die Nase.
mann muß immer auf die Voraussetzungen schauen die die Kinder mit sich bringen, sie da abholen wo sie gerade sind. Wenn ich bei meinen leibl. Kindern mal regeln aushebelte wusste Sie das es eine Ausnahme ist und ich wußte das sie es nicht ausnutzen werden und es bei nächsten mal wieder "richtig" läuft" bei meinen besondern Kindern weis ich das ich das niemals machen darf. Aber das war ein langer shcmerzhafter Lernprozeß der auch dazu führete das mein 1. Pk uns wieder verlassen mußte. Denn der Spruch"Mit liebe allein wird alles gut" hat hier nicht funktioniert.
Auch das ist so ein weites Feld,...........................
Ich 1961 Ösophagusatresie
Großfamilie mit leibl.Kindern/Ado-Kind und Pflegekindern mit FASD, ADHS, Autismus, Bindungsstörung mit Enthemmung ,Asthma, Neurodermitis u.v.m.


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