Trauerbegleitung für meinen Sohn

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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RikemitSohn
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Trauerbegleitung für meinen Sohn

Beitragvon RikemitSohn » 02.11.2016, 08:54

Hallo,
ich brauche Ideen und vielleicht hat jemand eine.
Mein Vater liegt nach einem Herzstillstand im Koma und wird wohl nicht mehr aufwachen. Nun bin ich verzweifelt und mache mir auch große Sorgen um meinen Sohn.
Da er keinen Vater hat, ist sein Opa neben mir seine Hauptbezugsperson, sein Vaterersatz und auch bester Freund. Sie haben die gleichen Hobbys und auch beide die gleichen Schrägheiten. Sie fahren gemeinsam in den Urlaub und machen Ausflüge.
Noch weiß mein Sohn nicht, daß sein Opa wahrscheinlich stirbt und ich glaube nicht, daß ich all seine Trauer alleine auffangen kann, denn ich mir geht es selber so schlecht. Mein Vater ist erst Mitte sechzig und so ein wichtiger Teil in unserem Leben und auch für mich so eine wichtige Stütze bei meinem Sohn. Ich schweife ab, aber ich bin so fertig.
Nun meine Frage. Wisst ihr wo man akut Hilfe für Kinder und Unterstützung bekommt? Wenn nicht ein Wunder geschieht, werden die Maschinen zum Wochenende abgestellt und dann sitze ich hier verzweifelt mit einem verzweifelten Kind.
LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 02.11.2016, 09:16

Hallo Rike,

das tut mir sehr leid für Euch :(

Ich hatte hier auch schon mal nach Unterstützung gefragt bezüglich Junior und Thema Tod, da waren sehr hilfreiche Ratschläge drunter.
http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... 57#1948357

Alles Liebe, und wir hoffen auf das Wunder
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

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Beitragvon Petra62 » 02.11.2016, 09:21

Hallo Rike
Zunächst möchte ich dir sagen, das es mir sehr leid tut. All die Sorgen um deinen Vater alleine tragen zu müssen, ist mehr als hart. :cry:

Ich könnte mir vorstelen, das die Sozialarbeiter im Krankenhaus da helfen könnten. Sonst schau doch mal, manchmal gibt es in verschiedenen Städten einen Trauertreff. Im Zweifelsfall würde ich einen Psychologen fragen.
Ich weiß genau wie du dich fühlst, das ,,Thema'' habe ich vor 3 Jahren durch.
Bleib stark und fühl dich gedrückt.

LG Petra
Viele Grüße
Petra
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ist es ein guter Tag.
Petra ( 1962 )
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Beitragvon Diana und Rebecca » 02.11.2016, 09:51

Hallo Rike,

auch von mir viel Stärke und Kraft für dich.

Ich weiß nun nicht in welcher Stadt/Bundesland du wohnst.
Es gibt speziell für Kinder und Jugendliche Trauergruppen,in denen die Kinder sehr gut begleitet werden.

Schau mal:

http://www.familientrauerbegleitung.de/

LG

Diana

Angela77
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Beitragvon Angela77 » 02.11.2016, 09:55

Liebe Rike,
ich möchte eben auf diesem Wege zumindst mein tiefes Mitgefühl ausdrücken. Mein Vater ist in einem ähnlichen Alter und meine Tochter hängt so sehr an ihm. Ich wüsste auch nicht, wie ich das, das Herz voller eigener Trauer auffangen sollte, und hier gibt es noch einen engagierten Papa... Ein Tipp vielleicht. Habt ihr eine ambulanten Kinderhospizgruppe in der Nähe? Die begleiten ja oft auch Geschwisterkinder in ihrer Trauer und kennen sich mit trauernden Kindern aus.

Eine warme Umarmung schickt
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

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Beitragvon Mamaelia » 02.11.2016, 10:04

Liebe rike
Ich möchte dir auch viel Kraft und stärke schicken.
Unsere Oma ist im ähnlichen Alter und junior hängt sehr an ihr auch wenn junior viel jünger ist als dein Sohn.
Frag vielleicht mal in der Klinik nach da gibt es bestimmt unterstützung.
Fühl dich gedrückt.
Mitfühlende grüsse Nicole
Sonnenschein mit einigen Baustellen
u.a. Strabismus,Hypoton

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Beitragvon Susanne1987 » 02.11.2016, 10:18

Hallo Rike,

es tut mir unendlich leid :crymore:

Wir sind in einer ähnlichen Situation. Mein Elternteil ist sehr schwer krank, niemand weiß wie lange es noch gehen wird. Meine Kinder lieben es so sehr. Ich habe mir deshalb psychologischen Rat eingeholt.

Die Psychologen raten zur Offenheit. Ich kann dir nur den Tipp geben, dir kurzfristig bei einem Kinderpsychologen einen Termin geben zu lassen. Es stehen dir 5 Sitzungen zu, wir konnten dort sofort ohne Wartezeit hingehen.

Seitdem ist der Tod ständig Gesprächsthema in unserer Familie :-(.

Ich wünsche euch viel viel Kraft !!

Susanne
Mia'10: auditive Wahrnehmungsstörung nach langjähriger sehr starker Schwerhörigkeit, Hypersensibilität

Fabienne'14 : gesund

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Beitragvon Lesslo » 02.11.2016, 10:21

Hallo Rike,

Ich möchte dir ganz viel Kraft für die schwere Zeit zusprechen.

Auch ich kann einigermaßen mitfühlen. Meine Mutter ging vor ein paar Monaten von uns.

Trotz der schwierigen Situation möchte ich dir Mut machen mit deinem Sohn ganz offen darüber zu sprechen. Auch wenn es schwer fällt. Gib deinem Sohn die Chance sich von seinem Opa zu verabschieden. Den Rat, den mir unsere KJP damals gegeben hat war:“ Seien sie ehrlich zu ihrem Kind, es kann selbst entscheiden ob und wie es sich von der Oma verabschieden möchte, aber nehmen sie ihr nicht diese Chance, sie wird es ihnen nicht verzeihen“.

Die Entscheidung war genau so richtig. Meine Tochter hat sich auf ihre Art verabschiedet und hat die ganze Sache besser verkraftet als ich es je für möglich gehalten hätte.

Ich wünsche euch für die kommende Zeit viel Stärke und gaaanz viele Arme, um sich gegenseitig zu stützen.

LG Lesslo
Tochter * 09.07 mit Epilepsie, Pinealiszyste, ADS, F83, LRS...
kleiner Bruder mit Infekt Asthma

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Beitragvon MAIKE TEE » 02.11.2016, 12:25

bei uns im hospizverein gibt es eine kindergruppe,spielgruppe.näheres weiss ich nicht. aber hospizvereine gibt es ja landesweit.
ASS,seit 2012 - pc anfänger

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Beitragvon Sternen-Lilly » 02.11.2016, 12:58

Liebe Rike,
es tut mir sehr leid, dass ihr jetzt auch noch eine solche Herausforderung mitnehmen müsst. Für eine Empfehlung zur Trauerbegleitung ist natürlich euer Wohnort / Gegend sehr hilfreich.

Als erstes fällt mir dabei immer der Bestatter Pütz-Roth in Bergisch-Gladbach ein.
Die haben schon vor Jahren, mit wohltuender Trauerbegleitung und Seminaren begonnen.

Hier ein paar Links.

http://www.puetz-roth.de/traube-koeln-t ... hsene.aspx

http://www.puetz-roth.de/villa-trauerbunt.aspx

Familie Roth holt durch ihre Arbeit den Tod ins Leben. Sie haben einen eigenen Friedwald und darauf ist ein Waldkindergarten beheimatet. So lernen die Kinder, dass Trauer und Tod ebenso zum Leben gehören.

Ich hoffe du findest gute Unterstützung.
Als mein Schwiedervater dieses Jahr gestorben ist, war der Umgang ganz natürlich. Mein Sohn hat klar geäußert, dass er Opa nicht noch einmal sehen wollte, aber auf jeden Fall musste er den Sarg bemalen. Seit dem Tod seiner Schwester, gehört für ihn das Sargbemalen ganz selbstverständich dazu. Es hatte schon etwas kurioses, dass wir nach der Sargschließung (Dass Opa schon drin lag, war ihm egal), beim Bestatter im Aufbarungsraum erst einmal Folie ausgelegt, Pinsel, Klebeband und Hilfsutensilien ausgebreitet haben und dann in völliger Ruhe, den Sarg bemalt haben.
Meine Sorge, dass er sich überfordert, war gänzlich unbegründet. Er hat sich kleine Flächen abgegrenzt und nur die Sargdeckelfläche abschnittsweise mit bunten Farben bemalt. Es ist wunderschön geworden.
Vielleicht hilft auch deinem Sohn eine solche Aktion, um den Opa auf seine Weise zu verabschieden und noch einmal eine schöne Erinnerung, vor allem nach dem Krankenhausaufenthalt, mit Opa zu verbinden.

Lieben Gruß
Sternen-Lilly
Sohn *07.94, Sohn *09.08, Lilly */†04.10
Sternchen †08.11, Sternchen †08.15, Sternchen †10.17
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