Ich trage jetzt Werbung aus! - hier läuft doch was falsch?

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Angelika74
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Ich trage jetzt Werbung aus! - hier läuft doch was falsch?

Beitrag von Angelika74 »

Hallo und gefrustete Grüße an alle Leser,

wir haben seit nun fast 3 Monaten eine Minimaus als Pflegekind in unserer Familie. Hierbei handelt es sich um Familienpflege. Die Kindsmutter ist momentan nicht in der Lage, sich um ein weiteres Kleinkind/Säugling zu kümmern.
Da wir gerade auf dem Weg zur Erziehungsstelle sind, konnten wir es nicht mit unserem Gewissen vereinbaren, ein familienfremdes Kind bei uns aufzunehmen und das Kind eines Familienangehörigen in eine andere Pflegefamilie zu geben.
Für alle Beteiligten ist dies rückblickend die beste Idee gewesen, allen geht es damit sehr gut. Der Minimaus geht es bestens ;) , sie wird von ihren leiblichen Mutter und ihren Pflegeeltern, sowie ihren leiblichen und ihren Pflegegeschwistern innigst geliebt. Es besteht reger Kontakt.

... nun zu unserem Problem...

Die Minimaus lebt seit ihrer Geburt in unserer Familie. Mit dem Jugendamt haben wir dies im Voraus abgeklärt. Ein Antrag auf den Verbleib des Kindes in der Pflegefamilie wurde gestellt und befindet sich derzeit in Prüfung. Das Team des JA, welches für das Familienmitglied(bereits dem JA bekannt) zuständig ist, hält es für die geeignete Hilfe, die "Chefetage" muss dies genau so sehen, dann geht es zum Pflegekinderdienst--> erneute Prüfung!

Das es nicht einfach wird, war mir schon klar... aber inzwischen verstehe ich die Welt nicht mehr :/

Das ich nicht "von heute auf morgen" einfach so Pflegekindergeld erhalte, habe ich schon erwartet, auch wenn ich der Minimaus gegenüber nicht unterhaltspflichtig bin...

aber...

Kindergeld beantragt....
- Minimaus ist Ende des Monats geboren
- "von Amts wegen" Anmeldung des Kindes auf Wohnort der leiblichen Mutter, obwohl Schreiben der Mutter vorlag, dass Kind zukünftig bei uns leben wird (amtlicher Vordruck vom Jugendamt)
- Ummeldund des Kindes erst Anfang des Folgemonats möglich (Erhalt der Geburtsurkunde am Freitag, an dem Tag habe ich auch die Minimaus mit nach Hause nehmen dürfen, da hatte ich echt etwas anderes zu tun, als auf das Meldeamt zu rennen :( )

ERGEBNIS:

Das Kindergeld für Geburtsmonat (3 Tage.. das kann ich problemlos verschmerzen) und den Folgemonat ( Kind war über das WE noch bei der Mutter gemeldet) steht der leiblichen Mutter zu...

Soweit, so gut... ist ja Familienpflege... die leibliche Mutter hat also das Kindergeld auf Empfehlung der Kindergeldstelle beantragt und es netter Weise an mich durchgereicht ...

Wieder soweit, so gut... nun fragt das Jobcenter der Familienangehörigen nach, wer denn das Kindergeld für die Minimaus erhalten hat... was dies im Nachgang bedeudet, muss ich euch ja nicht erklären... sie werden es ihr von der nächsten Zahlung abziehen und ich werde es ihr zurückgeben müssen, weil sie sonst ihre anderen Kinder nicht ernähren kann!

Dann dachte ich mir... das JA zahlt nix, die Kindergeldstelle will auch nicht so recht... jeder "leiblichen" Mutter steht Erziehungsgeld zu...fragen wir doch da mal nach!

ERGEBNIS:
- steht mir nicht zu
- nur, wenn Mutter behindert oder tot ist
- dann ist erst der leibliche Vater (unbekannt) berechtigt
- oder Adoption (will die leibliche Mutter nicht)


... was soll ich da noch sagen ????

Alle Bearbeiter (egal ob Jugendamt, Kindergeldstelle, Erziehungsgeld... etc.) waren/sind stets sehr bemüht und sind wirklich versucht, uns zu helfen, stolpern aber oder werden durch die Gesetzgebung gehemmt.
Die Mitarbeiterin der Kindergeldstelle hat sich mehrmals rückversichert (sie konnte es anscheinend selbst nicht glauben...) und wir hatten mehrere Male Kontakt!

Die Bearbeiterin beim Jungendamt ist sehr kompetent, von ihr erhoffe ich mir auch große Unterstützung für mein Familienmitglied und ihre anderen Kinder... wie schon geschrieben... auch sie stößt an die die gesetzlichen Grenzen....

Inzwischen trage ich mit nem schwerstbehindertem Kind und nem Säugling Werbung aus, um die Familienkasse aufzubessern.

Ich will mit der Minimaus kein Geld verdienen, sie bereichert unser Leben ohne Worte :) ... es kann doch aber nicht sein, dass ich schlechter da stehe als jede leibliche Mutter....
Sohn 02.02 starke glob. Entwicklungsverzg., hypotoner Muskelt., Wahrnehmungsst.,syndrom.Autismus,keine Spracheunsere Vorstellung
"DAS LEBEN IST WIE EIN REGENBOGEN! MAN BRAUCHT REGEN UND SONNE UM DIE FARBEN ZU SEHEN!"

Ines73
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Beitrag von Ines73 »

Du kannst für die Minimaus Sozialhilfe beantragen!
Seit ihr anerkannte Pflegeeltern?? Dann könntet ihr das Pflegegeld bekommen- ansonsten auch erst NACH der Überprüfung durch das Jugendamt.
Anspruch auf Elterngeld hast du nicht, aber auf Erziehungsurlaub und evt. ergänzend Sozialhilfe/Wohngeld wenn das momentane Familieneinkommen nicht reicht.

Viel Erfolg und bleib hartnäckig- ines73

Angelika74
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Beitrag von Angelika74 »

Liebe Ines,

anerkannte Pflegeltern beim zuständigen JA sind wir noch nicht, da wir uns als Erziehungstelle bei eine anderen Organisation beworben haben und uns derzeit in Prüfung befinden.
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sandra8374
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Beitrag von sandra8374 »

Hat die LM einen Antrag auf Hilfe zur Erziehung gestellt? Denn nur dann kann und zahlt das JA das normale PG für Dauerpflege auch bei Angehörigen.

Unter Pflegeeltern.de gibt es weitere/genauere Infos.

Du kannst bei offizieller DP in Erziehungsurlaub gehen, Geld gibt es nicht, da ihr nicht unterhaltsverpflichtend seid und das JA normalerweise zahlt.
LG Sandra

S+F mit PT(*00 FAS, Microdelitation 16p11.2, ADHS, GB, Z.n.Absencen?, Sehfehler, Lordierung LWS, Skoliose 17,8%, Beckenschiefstand, Hüftkontraktur, Korsettversorgung, mit SBA 90 HBG) u. PS (*01 ADS, GB, Sehfehler, Knick-Senk-Füße, Z.n.Epilepsie, mit SBA 60)

TineG
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Beitrag von TineG »

Je nach Verwandtschaftsgrad habt ihr Anspruch auf Sozialhilfe nach § 27a SGB XII (normalerweise bei der Unterbringung im Haushalt von Personen die bis zum 3. Grad verwandt sind). Die Zahlung erfolgt durch das Sozialamt in dessen Bereich das Kind zuletzt mit der Mutter in einem Haushalt gelebt hat. Die Zahlung kann auch zur Überbrückung bis das Jugendamt über die Gewährung von Pflegegeld entschieden hat gewährt werden, die Ämter rechnen dann unter sich ab. Die Leistungshöhe entspricht normalerweise dem ALG II und ist somit geringer als Pflegegeld, würde aber eure Situation vielleicht erst mal erleichtern.

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