Befreiung von Sportnote (NRW)

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Beitragvon ehemalige Userin » 07.07.2012, 18:51

Hallo Regina Regenbogen,

ja, es geht um meine Tochter.

LG Nicole

die_ottilie
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Beitragvon die_ottilie » 07.07.2012, 19:02

hallo zusammen,
ich war (bin) auch immer die totale sportniete. ich war langsam, ungeschickt und total schnell erschöpft. ich habe wirklich jeden tag mit meinen eltern geübt. wir hatten ne bodenmatte, n barren, ne reckstange, n basketballkorb, ne tischtennisplatte, ne unendliche alufstrecke vor der haustür und trotzdem hab ich nur 5 und wenn ich mal n guten tag hatte ne 4 bekommen. ich habe dadurch sport gehasst wie die pest. noch heute verfolgt mich das. ich krieg in der physio jedesmal ne krise, wenn es heißt "heute machen wir mal was aktives - hol dir mal n ball!".


ich hatte in der 4. klasse ne notenbefreiung, weil ich sonst die zulassung fürs gymnasium nicht bekommen hätte (trotz nur 1 in den hauptfächern). musste dazu zum amtsarzt. der hat das ausgestellt, aber nur für 1 jahr :/

viel erfolg!
ergotherapeutin, selbst mit NF1 betroffen

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Regina Regenbogen
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Beitragvon Regina Regenbogen » 07.07.2012, 19:07

Ich konnte und kann nie so wie andere Kinder Sport machen
Dann ist es bestimmt eine Erleichterung.

Meine älteste Tochter hat von klein auf eine Nervenlähmung im rechten Bein, sie wurde bis zum Alter von 7 Jahren auch mehrfach erfolglos operiert. Sie wollte immer so mitmachen wie ihre Mitschüler und auch benotet werden für ihre Leistungen. Durch jahrelange Krankengymnastik war sie auch (abgesehen von dem Bein) unheimlich kräftig. Ich habe bei der Einschulung und auch beim Wechsel auf die weiterführende Schule einfach mit den jeweiligen Sportlehrern gesprochen und sie gebeten, meiner Tochter nur insoweit eine Extrabehandlung zukommen zu lassen, wenn sie selbst sagt, sie kann etwas nicht. In den ganzen Jahren ist das dann nur einmal vorgekommen und zwar beim Unterricht am Schwebebalken. Sie wurde benotet wie alle anderen und lag immer im Bereich zwischen gut und befriedigend.

Ich gebe zu, ich habe damals auch überlegt, ich habe ja gesehen wie sie sich teilweise abquälte um das Leistungsziel zu erreichen .... bin dann aber dem Wunsch meiner Tochter nachgekommen, die es heute noch hasst, wenn sie wie eine Behinderte behandelt wird, auch wenn jetzt weitreichende Kollateralschäden ihre Behinderung sehr sichtbar machen.

Der TE möchte ich empfehlen, die Zeit abzuwarten und dann auch mal mit ihrem Kind darüber zu sprechen. Nachteilsausgleiche kann man immer noch beantragen, wenn es erforderlich ist.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
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Sabine.K.
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Beitragvon Sabine.K. » 07.07.2012, 19:20

. Sie wurde benotet wie alle anderen und lag immer im Bereich zwischen gut und befriedigend.

Ich gebe zu, ich habe damals auch überlegt, ich habe ja gesehen wie sie sich teilweise abquälte um das Leistungsziel zu erreichen ....
Hallo,

wenn sie zu solchen Leistungen fähig ist und sich halt nur mehr anstrengen muss als das Durchschnittskind ist das doch auch ganz normal, dass sie da benotet werden will. Wenn man aber trotz Anstrengung sagen wir mal doppelt so lang auf 100m brauchst wie das zweitlangsamste Kind wäre ja von vornherein klar welche Noten man bei normaler Benotung bekommen würde und das muss man einem Kind ja wirklich nicht antun.

LG Sabine
Tochter *06, Sohn *09 Spina bifida (LMMC mit Tethered Cord), linksseitig schwerhörig

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Beitragvon Regina Regenbogen » 07.07.2012, 19:25

Wenn man aber trotz Anstrengung sagen wir mal doppelt so lang auf 100m brauchst wie das zweitlangsamste Kind wäre ja von vornherein klar welche Noten man bei normaler Benotung bekommen würde und das muss man einem Kind ja wirklich nicht antun.
Man muss es sich aber auch nicht 2 Jahre vor der Einschulung antun, sich darüber den Kopf zu zerbrechen, erst recht da es in den ersten 2 Schuljahren noch gar keine Noten gibt sondern nur Leistungsbewertungen. Wie ich schon schrieb, es ist immer noch möglich, Nachteilsausgleiche zu beantragen sofern es erforderlich ist.
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Beitragvon Sabine.K. » 07.07.2012, 19:31

Man muss es sich aber auch nicht 2 Jahre vor der Einschulung antun, sich darüber den Kopf zu zerbrechen, erst recht da es in den ersten 2 Schuljahren noch gar keine Noten gibt sondern nur Leistungsbewertungen. Wie ich schon schrieb, es ist immer noch möglich, Nachteilsausgleiche zu beantragen sofern es erforderlich ist.
Naja, aber die Wahl auf welche Schule das Kind gehen soll steht ja vermutlich demnächst an, und da spielt es für mich schon eine Rolle, wie so was gehandhabt wird.

LG Sabine
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Beitragvon Yessica151 » 07.07.2012, 20:49

Hallo!
Bei meiner Tochter steht 'teilgenommen' auf dem Zeugnis. Die Sportlehrer in der Grundschule sind aber so nett gewesen, manchmal zu sagen 'ich würde dir für deinen Einsatz eine '1' geben'. Außerdem mußten sie sehr aufpassen, daß sie nicht gehänselt wird (wurde sie trotzdem).
Schöne Grüße
Yessica

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Beitragvon ehemalige Userin » 08.07.2012, 09:47

Danke, Sabine! Genau so ist es! Wir sind schon jetzt dabei, uns zu informieren, da nächstes Jahr die Anmeldung erfolgen muss.

Ich selbst musste in der 12 auch keinen Sport mitmachen, da ich das aus gesundheitlichen Gründen nicht konnte. Damals habe ich das aber nur mit der Sportlehrerin ausgemacht (war ihr eigener Vorschlag) und habe für das Bedienen des Kassettenrecorders eine "2" bekommen. Das war für mich völlig o.k. :)

Im Fall meiner Tochter sehe ich auch nicht ein, warum sie sich beim Sport so völlig verausgaben sollte, nur um eine (für wen auch immer) akzeptable Note zu erreichen, wenn sie danach dem Unterricht dann nicht mehr folgen kann. Sie ermüdet schon im Alltag sehr schnell und bei den heutigen Unterrichtszeiten muss man halt sehen, was wichtig ist. Und da finde ich es wichtiger, dass sie sich beim Rechnen und Schreiben noch konzentrieren kann.

Daher steht generell die Überlegung an, sie an einer Waldorfschule anzumelden. Da ein Wechsel dann nicht mehr so leicht ist wie von einer Grundschule an die andere, ist es sehr wohl ein Thema, mit dem man sich ausführlich im Vorhinein beschäftigen muss!

Ich hatte es auch schon einmal in einer PN geschrieben, die ich beantwortet habe: Jemand, der offensichtlich behindert ist, erfährt von Seiten der Lehrer und Erzieher, anderer Eltern und auch Kindern eher Nachricht, Mitleid etc, als ein Kind, das eine Leistung nicht erbringen kann ohne dass man etwas "sieht".

LG Nicole

Arifina
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Beitragvon Arifina » 08.07.2012, 11:33

Ein Kind, welches gesundheitlich nicht dazu in der Lage ist, brauch auch keinen Sportunterricht mitmachen. Die Eintscheidung, ob das Kind komplett befreit wird, eine Teilbefreiung bekommt oder den Untrricht weitestgehend mitmacht ohne Benotung, entscheidet der Schularzt und nicht die Eltern.
Arifina mit Peppi 1999


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