Integrationskraft für Grundschulförderklasse (BW)

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Zwuckel
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Beitragvon Zwuckel » 21.03.2011, 10:03

Hallo Kerstin,

ja, den Eindruck habe ich leider auch. Ich finde es auch ziemlichen Schwachsinn, dass Schule Ländersache ist und hier jede Landesregierung ihr eigenes Süppchen kocht und sich auf Kosten der Kinder profiliert, die da nach einem Regierungswechsel den nächsten "schulversuch" über sich ergehen lassen müssen. Auch dass die Regelungen für I-Helfer nicht eindeutig sind, schadet den Kindern am meisten....

Hallo Coro,

das System hört sich gleich an, wie bei uns in BW. In der örtlichen Grundschulförderklasse war letztes Jahr auch ein fast blindes Kind mit I-Kraft. Aber hier lag der Schwerpunkt eindeutig auf der "pflegerischen" Seite - ähnlich wie bei Deiner Tochter. Jannick kann alle Dinge des täglichen Lebens (wenn auch langsam). Aber er hat enorme Probleme mit allem was für ihn neu / ungewohnt ist, in größeren Kindergruppen und Zeitdruck kann er auch gar nicht haben.

Dann muss ich wohl warten, was Schul- / Jugendamt noch wissen...

Danke & Gruß,
Steffi
Steffi mit J. (*2005) komplexe fokale Anfälle (Z.n. West-Syndrom), Autismusspektrumstörung und M., gesund

coro
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Beitragvon coro » 21.03.2011, 15:24

Hallo,
wenn ich Deine Signatur sehe, so ist Dein Kind in diesem JAhr schulpflichtig (Mai geboren), aber auch nach Deiner Einschätzung nicht ganz schulreif, weil es in einigen Bereichen defizite hat, die durch den Besuch der Vorklasse vermindert werden können und so einen besseren Schulstart (1. Klasse) im kommenden JAhr erwarten lassen. Das steht nämlich hier in Hessen im Hintergrund der Vorklassen. Alle Kinder aus der Vorklasse meiner Tochter sind dann im nächsten Jahr in die 1. Klasse regulär eingeschult worden und sind auch - soweit ich das weiß - gut zurecht gekommen. In der Vorklasse meiner Tochter waren übrigens zu Beginn 7 Kinder und am Ende dann 9 Kinder.
ich würde Dir empfehlen Kontakt zu den Organisationen zu suchen, die die I-Helfer bei Euch stellen. Bei uns gibt es mehrere Träger, die das für die Stadt übernehmen und auch die Kosten direkt abrechnen. Unter anderem der CeBeef und auch die Praunheimer Werkstätten (war früher ein reiner Träger von Einrichtungen und Werkstätten und machen jetzt viel auch drumherum). Die wissen in der Regel sehr gut Bescheid und können Dich auch unterstützen. So habe ich das damals gemacht, weil unsere Regelgrundschule erst sehr gemauert hat und meine Tochter zunächst nicht aufnehmen mochte. ICh wurde da von Anfang an unterstützt und hatte auch das Gefühl da kennt sich jemand aus und der kann mit mir die Interessen meines Kindes wahren. Kenne leider keine Organisationen in BW.

Schau mal hier (fürchte nur mit dem verlinken klappt bei mir nicht so :? )
http://www.pw-ffm.de/index.php?cat=06_S ... sp~Familie

oder auch http://www.cebeef.com

Viele Grüße und viel Erfolg
Coro

coro
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Beitragvon coro » 21.03.2011, 15:25

Hmm, jetzt hat der meinen Beitrag irgendwie gefressen. Ok, dann heute ABend noch mal. Sorry
Coro

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Beitragvon Zwuckel » 21.03.2011, 17:55

@Coro: :)
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Ellen J.-K.
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Beitragvon Ellen J.-K. » 21.03.2011, 21:28

Hallo Steffi,
am Landratsamt Ludwigsburg gibt es eine Stelle zur Beratung von Menschen, die Eingliederungshilfe (Integrationshelfer läuft unter Eingliederungshilfe) beantragen wollen, EMil genannt. Das wäre die zuständige Beraterin für Ditzingen:
Elsbeth Majer, Tel: 07141-144-5316
elsbeth.majer@landkreis-ludwigsburg.de
Die Sozialpädagogin, die für uns zuständig war, war damals auch beim runden Tisch dabei und hat befürwortet, dass wir den I-Helfer für die gesamte Unterrichtszeit bekommen, und das ging dann auch durch.
Ansonsten würde ich direkt bei der Eingliederungshilfe mal anrufen und ganz dumm fragen. Letztes Jahr hat das noch ein Herr Dierolf gemacht, ruf doch mal beim Landratsamt am, die verbinden Dich dann.
Wenn das blinde Kind auch einen I-Helfer hatte, dann hat Dein Sohn doch auch gute Chancen. Worum geht es Dir denn? Um die pädagogische Begleitung?
Ich habe momentan beim Schulamt einen Antrag laufen auf sonderpägagogische Förderstunden in der Grundschule. Mal gespannt, wie das weiter geht.
Mit uns beiden sind es jetzt schon vier aus dem Kreis Ludwigsburg, die ihre besonderen Kinder in der Regelschule inklusiv beschulen möchten, bzw. das schon tun. Ich bin auch schon dabei, beim SPZ Ludwigsburg einen Aufruf zu machen an ähnlich gesinnte Eltern, weil ich es wichtig fände, dass wir uns mal treffen und austauschen. Gerade in der jetzigen Zeit, wo es noch so schwierig ist, unsere Belange durchzusetzen, weil wir uns noch in einer rechtlichen Grauzone befinden.
Die Infos, die wir brauchen, können wir nämlich am besten von denen bekommen, die aus dem selben Bundesland sind und am besten aus dem selben Landkreis. Gemeinsam sind wir stärker!

Herzliche Grüße
Ellen
Joshua, geb. Dez. 2003, hat eine Dyskinetische Cerebralparese mit Artikulationsstörung

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Beitragvon Zwuckel » 21.03.2011, 21:52

Hallo Ellen,

vielen Dank für die Info. Frau Majer werde ich morgen mal versuchen zu erreichen, denn am Mittwoch ist bei uns Schulanmeldung. Und es wäre ganz geschickt, schon mal eine Tendenz zu haben. Nicht, dass sich die Schule am Ende "quer" stellt - das wäre super schlecht.

Wegen der inklusiven Beschulung: Die Idee sich zu treffen, finde ich super! Ich hab's ja schon mal unter der Rubrik "Kontakte"versucht, aber leider niemand gefunden, für dieses Schuljahr - vielleicht versuch ich's nach dem Schulanmeldetermin noch mal..

Also ich kenne im Kreis LB Dich, Andrea mit L. aus Gerlingen und Andrea mit R. aus Ditzingen - allerdings sind das alles Kinder mit "körperlichen" Problemen (und dafür scheint es eher Lösungen zu geben).

Jannick wäre ja unter der Rubrik "seelische Behinderung" (ich glaube, deshalb ist auch H. Dierolf für uns nicht zuständig). Vom zuständigen Kontaktlehrer aus Bietigheim habe ich nur allgemeine Infos bekommen. Und es "hängt" halt auch noch an der fehlenden Diagnose, aber da kommen wir ja hoffentlich nächsten Montag weiter.

Liebe Grüße
Steffi
Steffi mit J. (*2005) komplexe fokale Anfälle (Z.n. West-Syndrom), Autismusspektrumstörung und M., gesund

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Beitragvon ABosch » 19.01.2017, 11:52

Hallo Zusammen,

lang lang ist es her, was ist aus euch und den Kindern geworden? Besuchen sie einzelintegrativ die Regelschule?

Gruß
Andrea mit Levin
L*02, Tetraspastik (Assistenzhund) und T *04, M *12
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Ellen J.-K.
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Beitragvon Ellen J.-K. » 21.01.2017, 17:35

Hallo Andrea,
Joshua besuchte damals 1 Jahr lang einzelintegrativ die Grundschule, wobei der aber überfordert war, da er auch keine sonderpädagogische Förderung erhielt. Als ich sonderpädagogische Förderstunden beantragte, wurde dies aus Kostengründen abgelehnt, gleichzeitig wurde uns aber angeboten, dass er in eine neu zu gründende Außenklasse der Körperbehindertenschule wechseln könne, die an der Grundschule im Nachbarort Benningen (wir wohnen in Marbach) angesiedelt wurde. Er musste dann die 1. Klasse wiederholen, ansonsten klappte dieses Modell - nach einer längeren Eingewöhnungsphase - 4 Jahre lang relativ gut. Es war eine Gruppe von 5 Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die von Sonderpädagogen betreut wurden, ansonsten aber in der Regelklasse unterrichtet wurden. Nach der Grundschule wollte ich ihn inklusiv bei uns vor Ort in der Gemeinschaftsschule unterrichten lassen (neues Schulgesetz Ba-Wü), aber da hätte er nur ca. 6 Förderstunden pro Woche bekommen. Also entschied ich mich für die "Gruppenlösung" in einer Gemeinschaftsschule in einem weiter entfernten Ort (Freiberg), wo die bestehende Schülergruppe hinversetzt wurde und auch ein Großteil der bisherigen Regelklasse hin wechselte. Neue Sonderpädagoginnen, von denen eine nach einem Schuljahr auch schon wieder das Handtuch schmiß. Joshua ist nun weiterhin Schüler der Sonderschule und muss mit dem Taxi hin- und wieder zurückgefahren werden. Er wird nach dem Regelschul-Lehrplan unterrichtet, und es klappt relativ gut, wenn man mich fragt. Er meckert natürlich über die sonderpädagogische Förderung, meint, er brauche das nicht, weil er nichts "besonderes" sein will.
So weit zu uns.
Welche Schule besucht Levin denn?
Viele Grüße
Ellen
Joshua, geb. Dez. 2003, hat eine Dyskinetische Cerebralparese mit Artikulationsstörung

Ellen J.-K.
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Beitragvon Ellen J.-K. » 21.01.2017, 17:38

...ach übrigens: Es gibt eine kleine Gruppe von inklusionsinteressierten Eltern im Landkreis Ludwigsburg, wir treffen uns so alle 2-3 Monate zum Austausch. Weitere Interessierte sind herzlich willkommen. Einfach bei mir melden.
Liebe Grüße
Ellen
Joshua, geb. Dez. 2003, hat eine Dyskinetische Cerebralparese mit Artikulationsstörung

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Beitragvon Zwuckel » 21.01.2017, 21:31

Hallo Andrea,

Wir haben uns wirklich lange nicht mehr gelesen :D Schön, dass Du geschrieben hast. Hat mich sehr gefreut und ich bin wie Ellen natürlich auch neugierig, was aus Deinen Beiden geworden ist. Echte Teenies - nehme ich an :lol:

Hallo Ellen,

Schön auch von Dir wieder zu lesen und ich finde es sehr beachtlich, wie Joshua sich durchbeißt. Beim letzen Elterntreffen konnte ich ja nicht, aber das nächste Mal will ich unbedingt dabei sein. Hast Du schon einen Termin ins Auge gefasst?

Hallo zusammen,

Ja, lange ist es her, die Frage nach der Grundschlförderklasse - wie die Zeit vergeht...
In der Grundschlförderklasse hatte J Unterstützung im Umfang wie im Kindergarten und von der gewohnten Kraft. Da er auch intellektuell Futter brauchte, durfte er stundenweise den Mathematikunterricht der ersten Klasse besuchen. Hier musste er sich mit mehr Kindern zurecht finden und konnte sich an das Unterrichtsgeschehen gewöhnen. Das Jahr hat sich für ihn auf jeden Fall gelohnt, denn der Start in die erste Klasse war problemlos.
Ab der ersten bis zur vierten Klasse (einzelintegrativ an der örtlichen Grundschule) hatte er Unterstützung von 12 Zeitstunden pro Woche. Durchgehend von derselben Lerntherapeutin - ein echter Glücksgriff und unser Goldschatz :D . Er hat die Zeit sehr gut gemeistert - von einigen Problemen im sozialen Umfeld abgesehen. Leider hat uns Ende der dritten Klasse seine Epilepsie kräftig in die Suppe gespuckt. Die Anfälle kamen zurück und ließen sich medikamentös nicht mehr behandeln. Im zweiten Halbjahr der vierten Klasse hatte er täglich mehrere Anfallsserien - die Schulnoten litten entsprechend.
Wir haben uns nach längerer Suche für eine einzelintegrative Beschulung an der örtlichen Realschule entschieden. J besucht seit letzen September die fünfte Klasse und die Schule hat ihn sehr gut aufgenommen - obwohl wir aufgrund eines epilepsiechirurgischen Eingriffs im November reichlich "Extrawürste" benötigen derzeit.
Ob diese Schule eine Dauerlösung werden kann , muss sich noch zeigen. Derzeit kämpfen wir noch massiv mit den Folgen der Epilepsie und der OP und ich kann nicht abschätzen, wie es ab Dr siebten Klasse weitergehen wird. Aber im Moment passt es und fällt die Schule unter "wenn alle wollen, ist alles möglich".

Liebe Grüße und schönes Wochenende euch allen
Steffi
Steffi mit J. (*2005) komplexe fokale Anfälle (Z.n. West-Syndrom), Autismusspektrumstörung und M., gesund


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