Wieder Probleme im Kindergarten

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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PapaDirk
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Wieder Probleme im Kindergarten

Beitragvon PapaDirk » 27.07.2010, 15:21

hallo,

ich habe ja nun schon öfter berichtet vom kindergarten und meiner tochter. diesmal entschuldige ich mich schonmal im vorfeld für den langen text. vor 2 monaten sprachen mich die erzieher auf das verhalten meiner tochter an. ich habe hier darüber schon berichtet. es hat sich alles erledigt mittlerweile und alles wäre in ordnung. das kann ich aber für mich gar nicht so nachvollziehen. meine tochter geht seit 6 monaten in diese einrichtung (offenes konzept nach montessori). seit ein paar tagen klagt meine tochter (immer abends) das die kinder nicht mit ihr spielen wollen, das sie böse worte zu ihr sagen und das sie gemein wären zu ihr. genaue namen konnte sie mir aber nicht sagen. ich habe darauf natürlich gleich die erzieherin angesprochen weil mir wirklich das herz blutete. aber laut ihrer aussage wäre wirklich alles in ordnung und ich solle mir keine sorgen machen. dann gestern morgen bringe ich meine tochter in die kita und ca. 4 kinder saßen schon am frühstückstisch. ich wollte meine tochter gerade dazusetzen, als ein großes mädchen von knapp 6 jahren meinte, wir mögen sie nicht, sie soll hier nicht sitzen. wieder ein stich in mein herz. meine tochter hat es gar nicht so berührt. sie holte sich gleich ein puzzle und setzte sich an den nebentisch. was bedeutet dieses verhalten? meine tochter ist wirklich ein absolut offener mensch. sie kommt eigentlich mit jedem klar. nur im kindergarten ist sie sehr schüchtern und weiss sich nicht durchsetzen. die erzieher sagen mir, der kindergarten wäre dafür da, das sie es lernen. aber meine tochter schläft deswegen abends nicht mehr, alle kinder sind blöd und sie will lieber zu hause bleiben. was kann ich denn noch tun, damit sie sich besser integriert, bzw. das die anderen kinder sie integrieren lassen? gibt sich das irgendwann oder soll ich nochmal auf die erzieher zugehen? aber ich höre ja doch nur immer es ist alles in ordnung. ich habe nun schon zweimal hospitiert. da hat natürlich niemand mein kind geärgert oder ähnliches. mir bricht es wirklich das herz wenn ich merke, das sich meine tochter nicht wohlfühlt.

Sorry für´s lange Jammern

LG Kathrin

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Beitragvon AnniesPapa » 27.07.2010, 15:36

Hallo,

ich hoffe, es bricht nicht gleich ein Sturm auf mich los, aber vielleicht ist Montessori nicht das richtige oder die Einrichtung macht es falsch?! Ich halte von der Sache nicht viel (nru meine eigene Meinung), und GUT GEMEINT ist nicht immer GUT GEMACHT! Was will ich damit sagen? Wir mussten auch die Einrichtung wechseln, weil die Erzieher sich zwar MÜHE gegeben haben, aber doch kein so gutes Händchen hatten...

Gibts auch noch andere Einrichtungen in Deiner Nähe? Schau Dich doch mal um...

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Sandra1978
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Beitragvon Sandra1978 » 27.07.2010, 15:39

Hallo Kathrin,

aus dem Bauch heraus würde ich sagen warte das neue Kindergartenjahr ab.

Die Großen verlassen die Einrichtung und neue Kleine rücken nach.

Da bilden sich wieder neue Gruppen.

Es ist immer schwer mitten im Jahr im Kindergarten zu starten.

Lass dich Drücken, das wird schon.

Gruß Sandra
Mama Sandra (Asperger Autist)
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Beitragvon PapaDirk » 27.07.2010, 15:47

Vielen Dank für eure Antworten. Ich war beim Schnuppertag völlig begeistert von der Einrichtung. Mittlerweile glaub ich das meine Tochter da wirklich etwas überfordert ist, weil es immer nur offenen Gruppenarbeiten gibt. Es gibt auch keine richtigen Strafen. Jedes "Problem" wird mit der gesamten Gruppe ausdiskutiert. Meine Tochter ist aber einfach noch gar nicht soweit um Gut von Böse wirklich zu unterscheiden. Meine Gedanken gehen wirklich schon dahin, sie dort wieder rauszunehmen. Auf der anderen Seite denke ich, ich sollte abwarten vieleicht mach ich mir wirklich zuviele Gedanken.

@anniespapa: was genau war bei euch das problem und geht es jetzt besser in dem neuen kindergarten?

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Beitragvon AnniesPapa » 27.07.2010, 16:05

@anniespapa: was genau war bei euch das problem und geht es jetzt besser in dem neuen kindergarten?
Unsere Kleine Maus war in einer Einrichtung mit offenen Gruppen, Kinderkonferenz am morgen, jeder darf entscheiden, was er machen will. Ohne richtige Regeln. Das war nicht das richtige für unsere Annie. Sie war überfordert....
Jetzt haben wir eine Einrichtung, die feste Regeln hat und die Kinder (aus meiner Sicht) auch erzieht.

Die Einrichtungen mit diesen offenen Konzepten etc. sind sicher was tolles, jedoch ist unsere Gesellschaft nicht so. Überall zählt nur Leistung, Druck und Regeln. Wenn man das nicht rechtzeitig lernt, dann kommt der große Knall eben in der Schule.
Ich finde diesen Druck in der Gesellschaft zwar nicht richtig, aber ich mache meine Augen auch nicht zu. Der Kindergarten hat meiner Meinung eben auch die Aufgabe, die Kinder auf die (harte) Zukunft vorzubereiten. Das sehe ich bei einigen Konzepten eben nicht.

Ich hoffe, ich habe mich nicht zu kompliziert ausgedrückt?! Jeder sollte selber wissen, was für sein Kind das beste ist. Für unsere Maus sind es eben feste Gruppen und Ansprechpartner.

PapaDirk
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Beitragvon PapaDirk » 27.07.2010, 16:11

Nein du hast dich gar nicht kompliziert ausgedrückt. ich bin eigentlich der gleichen meinung. nur sehe ich das jetzt etwas zu spät. meine tochter braucht auch feste regeln und feste ansprechpartner. hier zu hause verstehen wir uns super gut und wir kommen gut miteinander aus. ich hab keine probleme mit ihr, außer vieleicht die üblichen phasen die sicherlich jeder mitmacht.
ich weiss halt nur nicht, was ich anrichte, wenn ich sie wirklich rausnehmen würde. dann muss sie sich ja wieder umgewöhnen, neue erzieher und neue kinder. wieviel kann ein kind in dem alter da verkraften?!

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Beitragvon AnniesPapa » 27.07.2010, 16:18

ich sage Dir: HÖR auf Dein Bauchgefühl! Du bist verantwortlich für Dein Kind und kein anderer. Hilft uns immer, wenn wir an einer wichtigen Entscheidung stehen.

Hör mal genau hin...Und?

Lina Mare 67
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Beitragvon Lina Mare 67 » 27.07.2010, 17:20

Hallo ,

feste Regeln heißt doch nicht nur auf den Druck der Gesellschaft vorbereiten :shock: .
Feste Regeln geben doch auch Halt , Stabilität und damit Sicherheit :wink: .
Ist es wirklich so toll als kleines Kind schon alles zu entscheiden. Ist das nicht ein bißchen viel Verantwortung ?
Viele Erwachsene lehnen scheinbar die Verantwortung ab ( auch mal für Fehlentscheidungen ) und bürden das dann den Kindern auf. Damit sind Kinder aber doch völlig überfordert.
Offene Konzepte bieten oftmals weniger Schutz , als andere Konzepte, leider wird das häufig übersehen :( .
Ich habe beide Seiten in der Arbeit kennengelernt und ich glaube wirklich, dass klare Regeln und Strukturen besser für Kinder sind.
Erst wer in sich gefestigt ist, kann doch verantwortungsbewußt handeln und weiß wie man mit Freiheit umgeht.
Ich würde mich auch mal nach anderen (evt. auch konservativeren ) Einrichtungen umschauen.

Liebe Grüße Petra

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Beitragvon Judith Tillmann » 28.07.2010, 19:19

Hallo,

ich muß Petra da völlig zustimmen.
Ich habe auch als Erzieherin sowohl offene, als auch klar strukturierte Gruppenarbeit kennengelernt und muß sagen, dass viele, gerade etwas zurückhaltendere Kinder mit dem offenen Konzept überfordert waren.Für sie wäre eine feste Gruppenstruktur viel besser gewesen, um Kontakte und Freundschaften zu knüpfen und eine vertrauensvolle Beziehung zu den Gruppenerziehern aufzubauen.

Liebe Grüße,

Judith
Judith (* 1972), Jürgen (*1971), Sarah (*2000, alobäre Holoprosencephalie, Hydrocephalus, Diabetes insipidus, spastische Tetraparese, LKG-Spalte,Residualepilepsie, schwere geistige Retadierung), Jona Kjell (*2003 gottseidank gesund)

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Beitragvon Michael_ » 28.07.2010, 22:53

Hallo!

Die Einrichtungen mit diesen offenen Konzepten etc. sind sicher was tolles, jedoch ist unsere Gesellschaft nicht so. Überall zählt nur Leistung, Druck und Regeln.

Und deshalb muss man schon die kleinen Kinder in diesem System aufwachsen lassen, damit sie es möglichst schnell verstehen, verinnerlichen und sich das nie ändern wird ... ? :(

Ein offenes Konzept bedeutet doch nicht keine Struktur, keine Regeln, keine Ansprechpartner, keine Erziehung etc. pp., wie es hier manche darstellen. :shock:


Grüße
Student des Lehramts an Sonderschulen
Sprachheilpädagogik/Lernbehindertenpädagogik


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