angemessene Benotung

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

Moderator: Moderatorengruppe

fine.x
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Re: angemessene Benotung

Beitrag von fine.x »

Hallo Christiane,

jedes Bundesland handhabt das ja leider anders. Bei mir in MV war es so, dass wir beim Amtsarzt einen Nachteilsausgleich beantragt haben. Es hieß, dass Rücksicht (aufgrund der ICP) auf feinmotorische Arbeiten wie zb in Kunst oder Geometrie genommen wird. - inwie weit die Lehrer da wirklich was beachtet haben, naja... Außerdem war es so, dass ich in Sport grundsätzlich nicht benotet wurde. Ich habe zwar alles was ging mitgemacht, aber auf dem Zeugnis stand nur teilgenommen. Bis zur Oberstufe war das ok so. In der Oberstufe ging das durch das Punktesystem nicht mehr, weil mir da ja sonst Punkte gefehlt hätten. Mussten dann noch mal zum Amtsarzt, uns bescheinigen lassen, dass eine Notengebung immer noch nicht möglich ist und dann habe ich für die Oberstufe einen anderen Kurs wählen müssen.

Liebe Grüße
Fine
*04/2001, spastische Cerebralparese

Shelly
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Re: angemessene Benotung

Beitrag von Shelly »

Hallo Christiane,
Ich hatte keine Probleme mit dem Schriftbild, aber mit der Rechtschreibung. In der Grundschule wurde die Note nicht ins Zeugnis geschrieben. Stattdessen stand in der Bemerkung, dass ich in Rechtschreibung gefördert wurde (Ich war in einer extra Förderklasse für ein oder zwei Stunden in der Woche).

Im Sportunterricht wurde ich genauso bewertet wie die Anderen. Dafür stand dann ab der 7. Klasse im Zeugnis "Sportzensur aufgrund eingeschränkter körperlicher Belastbarkeit". In den Abschlusszeugnissen wurde diese Bemerkung wieder rausgelassen, damit ich mich mit diesen bewerben konnte, ohne dass gleich jemand über meinen "Zustand" bescheid wusste.

Meine Mutter hat damals einfach mit der Klassenlehrerin drüber gesprochen, das war recht einfach.

Im Abi wurde mein Gesundheitszustand so schlecht, dass ich ein Sportverbot bekam. Stattdessen habe ich dann Sportstunden für meine Mitschüler vorbereitet und durchgeführt und als "Prüfungsersatz" eine Hausarbeit über eine Sportart meiner Wahl geschrieben. Das klappte eigentlich ganz gut.
Nach der Mittelstufe habe ich angefangen mich selber um Nachteilsausgleiche und ähnliches zu kümmern. In allen drei Bundesländern, in denen ich danach noch zur Schule gegangen bin, hat ein Gespräch mit den Lehrern und ggf. Direktoren gereicht.

Lisaneu
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Re: angemessene Benotung

Beitrag von Lisaneu »

Hallo Christiane,

ich hatte vor über einem Jahr mal ein ähnliches Anliegen:

ftopic133994.html

Mittlerweile sehe ich die Sache entspannter, was aber (in meinem konkreten Fall) hauptsächlich damit zusammen hängt, dass mein Sohn so deutlich merkbar behindert ist (keine Sprache, lautieren, Tics) dass er ohnehin von niemanden mit "normalen Maßstäben" gemessen wird. Auch wenn ich erwähne dass er normal intelligent ist (sogar mit einigen Teilleistungsstärken im HB-Bereich) wird mir das nicht geglaubt. Traurig, aber wahr!

Ich finde schade, wenn man wegen offensichtlicher Nachteile durch Behinderung immer noch nur die Wahl hat, um Nachteilsausgleiche zu kämpfen oder die Ungerechtigkeiten stillschweigend stehen zu lassen. Euch alles, alles Gute!
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

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