Ich bin pro Inklusion!

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Sigrid Zas
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Beitragvon Sigrid Zas » 06.01.2019, 22:45

Hi Lisa,

Mein Eindruck ist das du mit der derzeitigen Beschulung deiner Kinder zufrieden bist.

Mein Eindruck ist das dir die Entwicklung in Österreich Abschaffung der Sonderpädagogen Ausbildung und die erfolglose Petition die du im anderen Threads beschreibst Sorgen machen, dass sich für deine Kinder etwas zum schlechteren wandeln könnte.

Diese Sorge kann ich gut verstehen.

Ich glaube auch das es schwer ist sich für die spezielle Problematik deines jüngeren Kindes Lösungen vorzustellen.Das heißt nicht das sich Wege nicht öffentlich können und dann sollte die Gesellschaft deinem Sohn alles ermöglichen was er leisten kann und will.

Ich bin froh über die inklusive Beschulung g meiner Tochter und das Wege finden durch das Team lehrer Eltern Therapeuten. ...

Ich wünsche dir das die sorgen unbegründet sind und sich Wege auftun.

LG sigrid
Sigrid mit Tochter L *2005 geistig behindert, nach umfangreicher Diagnostik immer noch ohne Diagnose

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Sheila0505
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Beitragvon Sheila0505 » 06.01.2019, 22:47

@Lisa: Der Punkt ist der, dass es schon zahlreiche Threads bzgl inklusiver Beschulung gibt, einschließlich der von dir. Dieser Thread aber, richtete sich meinem Verständnis nach vielmehr allgemein auf das Thema und Menschenrecht "Inklusion" und das Bedauern darüber, das Diskussionen rund um das Thema "Inklusion" letztenendes doch wieder "im Sande verlaufen".

Selbstverständlich sollte über dieses Thema "inklusive Bildung" debattiert und ausgetauscht werden - das wird es auch Zuhauf, z.B. in XY-Threads dieses Forums (einschließlich in dem von dir eröffneten Thread).

Man kann also die Frage auch anders herum stellen: Wieso darf ein solcher Thread wie der von Uschi, bei welchem es ursprünglich offensichtlich um ein grundsätzliches Statement "Pro Inklusion" geht, nicht ungeflutet von dem Thema "inklusive Bildung" bestehen bleiben? Wieso reduziert man das Thema "Inklusion" abermals nur auf den Bereich "inklusive Beschulung" mischt/flutet dieses Thema abermals in diesen Thread?

Das inklusive Beschulung eine sehr große Baustelle ist, steht außer Frage. Das ist wohl Jedem hier bewusst. Aber das Menschenrecht "Inklusion" ist ein weit übergeordneter Begriff und umfasst alle Lebensbereiche und jedes Lebensalter unserer Gesellschaft.
Und so bedauerlich die ersten stolprigen Tapser/Fauxpas in Richtung inklusive Beschulung hierzulande sind (was m.E. größtenteils der Beharrlichkeit, Unflexibilität, Ressourcenarmut und der Starrheit unseres - bisher noch nicht ausreichend in Verantwortung stehenden - Systems verschuldet ist), so ist es die Vision einer inklusiven Bildung m.E. Wert dafür zu kämpfen. Und ja, dafür braucht es Kritik, dafür braucht es Diskussionen und Austausch und vieles mehr um Verbesserungen und (Ver-)Änderungen zu erzielen und ebenso braucht es die Anerkennung dafür was und wo es gut läuft.

Aber man darf "Inklusion" an sich nicht auf "inklusive Bildung" reduzieren, denn die Inklusion als Menschenrecht umfasst bei Weitem mehr als das Thema "inklusive Bildung" und ist ein viel höheres Gut. Sie ist u.a. ein wichtiger Baustein/ein wichtiges Prinzip, ohne dessen Anwendung andere Menschenrechte unvollständig bleiben. (siehe UNESCO)

Mit freundlichen Grüßen, Sheila

r.bircher
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Beitragvon r.bircher » 06.01.2019, 23:24

Hallo Sheila.

Das Problem ist wohl nur, dass jeder unter dem Begriff Inklusion was anderes versteht. Es könnte zum Beispiel jemand auf die Idee kommen, dass ich nicht inklusiv lebe, weil ich alleine in einer Wohnung bin, und nicht einer geregelten Arbeit nachgehe. Ich sehe das anders. Und wann man auf Augenhöhe mit Nichtbehinderten ist, lässt ebenfalls jede Menge Platz für Interpretation.

Meiner Meinung nach ist Inklusion eine sehr individuelle Sache. Es muss von Fall zu Fall entschieden werden. Und genau diese Möglichkeit wird im Forum hier oft genommen, in dem entsprechende Threads eigentlich immer sehr Schnell in endlose Grundsatzdiskussionen versanden.

Gruss Raphael
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SandyErgo
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Beitragvon SandyErgo » 06.01.2019, 23:40

r.bircher hat geschrieben:
Das Problem ist wohl nur, dass jeder unter dem Begriff Inklusion was anderes versteht. ...

...

Meiner Meinung nach ist Inklusion eine sehr individuelle Sache. Es muss von Fall zu Fall entschieden werden. Und genau diese Möglichkeit wird im Forum hier oft genommen, in dem entsprechende Threads eigentlich immer sehr Schnell in endlose Grundsatzdiskussionen versanden.




Da stimme ich r.bircher vollkommen zu, es hängt von so vielen individuellen Faktoren ab, die einen Fall nie wirklich mit einem anderen Fall vergleichen lassen.
Was bei dem einen Kind mit Diagnose A klappt, muss bei einem anderen Kind mit ebenfalls mit Diagnose A in anderer Umgebung nicht funktionieren. So kann es auch sein, dass es bei Kindern mit gleicher Diagnose im gleichen Setting ganz unterschiedlich laufen.

Deshalb sollte die Entscheidung der einzelnen Eltern akzeptiert werden > das heißt dann aber nicht, dass diejenigen, die diesen Weg in diesem Moment nicht gehen wollen, gegen Inklusion sind.
Es wird immer Eltern geben, die gerne offensiv für etwas kämpfen - gleichzeitig muss aber auch akzeptiert werden, dass andere nicht in der Lage sind bzw. die Möglichkeit dazu haben, andere vielleicht auch nicht wollen.

Wie auch immer, die Inklusion steht in D immer noch am Anfang. Es gibt schon gute Kindergärten, Schulen, ...... > aber es gibt immer noch erhebliches Verbesserungspotential. Deshalb sollten solche Einrichtungen, wo es gut klappt, ihre Erfahrungen offen weitergeben, damit auch andere davon profitieren können. Es wird sich nach und nach verbessern, aber einen Sprung von 0 auf 100 % zu verlangen, find ich unrealistisch.
Und im Rahmen der regulären Erzieher- und Lehrerausbildung sollte das Thema Inklusion auch einen größeren Stellenwert einnehmen - keine Ahnung, inwiefern das jetzt schon integriert ist.
Mama 12/77
mit Tochter 11/06 FG 30+6 (nach HELLP-Syndrom) Kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung mit noch leichter Sprachentwicklungsstörung, Hämochromatose (homozygot C282T im HFE-Gen)
und Sohn 08/09 FG 34+1 ADHS und kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung mit starker Betonung der aktiven Sprache

Sheila0505
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Beitragvon Sheila0505 » 07.01.2019, 00:28

Hallo Raphael, Inklusion hat nichts damit zu tun ob jemand alleine in einer Wohnung lebt (leben möchte) oder einer/keiner geregelten Arbeit nachgeht.
Inklusion ist die Eröffnung von Möglichkeiten eines jeden Menschen unserer Gesellschaft, bzgl einer uneingeschränkten Teilhabe/-nahme an der Gesellschaft.

Es geht darum, dass ein JEDER MENSCH (ob jung oder alt) als völlig selbstverständlich dazu gehört und dass es völlig normal ist verschieden zu sein. Niemand darf ausgegrenzt, diskriminiert oder ausgeschlossen werden. Jeder Mensch zählt gleich viel und keinesfalls ist Einer mehr wert als der Andere.
Nicht der Mensch mit Behinderung/Besonderheiten hat sich zur Wahrung seiner Rechte anzupassen, sondern das gesellschaftliche Leben Aller muss von vornherein für alle Menschen (inklusive der Menschen mit Behinderungen) ermöglicht werden. In Punkto inklusive Bildung muss insbesondere
das System überzeugt in Verantwortung gezogen werden, inklusive Bildung möglich zu machen.

Um sich darüber einig und klar zu werden, was Inklusion bedeutet und beinhaltet:

https://www.behindertenbeauftragte.de/S ... onFile&v=2

LG Sheila

@SandyErgo: ich finde, du sprichst da einige unheimlich wichtige Punkte an. Ich sehe das auch so.

LG Sheila

Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 07.01.2019, 08:40

Sheila0505 hat geschrieben:@Lisa: Der Punkt ist der, dass es schon zahlreiche Threads bzgl inklusiver Beschulung gibt, einschließlich der von dir. Dieser Thread aber, richtete sich meinem Verständnis nach vielmehr allgemein auf das Thema und Menschenrecht "Inklusion" und das Bedauern darüber, das Diskussionen rund um das Thema "Inklusion" letztenendes doch wieder "im Sande verlaufen".

Selbstverständlich sollte über dieses Thema "inklusive Bildung" debattiert und ausgetauscht werden - das wird es auch Zuhauf, z.B. in XY-Threads dieses Forums (einschließlich in dem von dir eröffneten Thread).

Man kann also die Frage auch anders herum stellen: Wieso darf ein solcher Thread wie der von Uschi, bei welchem es ursprünglich offensichtlich um ein grundsätzliches Statement "Pro Inklusion" geht, nicht ungeflutet von dem Thema "inklusive Bildung" bestehen bleiben? Wieso reduziert man das Thema "Inklusion" abermals nur auf den Bereich "inklusive Beschulung" mischt/flutet dieses Thema abermals in diesen Thread?

Das inklusive Beschulung eine sehr große Baustelle ist, steht außer Frage. Das ist wohl Jedem hier bewusst. Aber das Menschenrecht "Inklusion" ist ein weit übergeordneter Begriff und umfasst alle Lebensbereiche und jedes Lebensalter unserer Gesellschaft.
Und so bedauerlich die ersten stolprigen Tapser/Fauxpas in Richtung inklusive Beschulung hierzulande sind (was m.E. größtenteils der Beharrlichkeit, Unflexibilität, Ressourcenarmut und der Starrheit unseres - bisher noch nicht ausreichend in Verantwortung stehenden - Systems verschuldet ist), so ist es die Vision einer inklusiven Bildung m.E. Wert dafür zu kämpfen. Und ja, dafür braucht es Kritik, dafür braucht es Diskussionen und Austausch und vieles mehr um Verbesserungen und (Ver-)Änderungen zu erzielen und ebenso braucht es die Anerkennung dafür was und wo es gut läuft.

Aber man darf "Inklusion" an sich nicht auf "inklusive Bildung" reduzieren, denn die Inklusion als Menschenrecht umfasst bei Weitem mehr als das Thema "inklusive Bildung" und ist ein viel höheres Gut. Sie ist u.a. ein wichtiger Baustein/ein wichtiges Prinzip, ohne dessen Anwendung andere Menschenrechte unvollständig bleiben. (siehe UNESCO)

Mit freundlichen Grüßen, Sheila


Der Thread ist im Unterforum "Kindergarten und Schule" - daher ist sehr naheliegend dass es auch um Inklusion in Kindergarten und Schule geht, also um inklusive Bildung. Vielleicht hat Uschi den thread versehentlich ins falsche Unterforum gestellt, aber wie sollen die anderen, die hier schreiben, das wissen?
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 07.01.2019, 09:03

Sheila0505 hat geschrieben:Frei nach dem Motto "Wer nicht für den Frieden ist, wird verhauen!"


Wenn hier immer wieder betont wird, über was in diesem Thread NICHT geschrieben werden soll, dann kommt mir einfach subjektiv vor, als würden manche hier am liebsten alle, die NICHT 100% eine bestimmte Meinung vertreten, ausschließen. Wenn die Diskussion mal ein bisschen abweicht in Richtung "Wie schaut inklusive Beschulung in Italien aus? Warum sind dort so wenig Behinderte zu sehen?" dann wird das von manchen Usern hier ebenso wenig gewünscht wie wenn wer nicht von den eigenen Kindern schreibt, sondern z.B. von den Kindern seiner Cousine. Dann heißt es wieder, es ginge ja um "viel mehr" als nur schulische Inklusion, obwohl der Thread im Unterforum "Kindergarten und Schule" gestartet wurde.

Das kommt für mich (um das obige Zitat zu erklären) eher auf das Gegenteil der geforderten Inklusion hinaus! "Wer nicht für den Frieden ist, wird verhauen" besagt, dass derjenige, der vorgibt, Gewalt abzulehnen, durchaus bereit ist, genau für dieses Ziel Gewalt einzusetzen.

So, wie mir hier vorkommt, dass einige derjenigen, die hier meinen, inklusive Beschulung wäre für alle Kinder geeignet, absolut nichts davon abweichendes in diesem Thread lesen wollen. Auch nicht, um über Verbesserungsmöglichkeiten nachzudenken. Für mich sind Menschen, die andere Meinungen nicht mal hören wollen, auch nicht geeignet, solche Themen wie Inklusion empathisch umzusetzen. Wenn ich nicht mal wissen will, wie es dem anderen geht, was er sich wünscht, und was er ablehnt, wie soll ich dann für ihn die bestmögliche Lösung - sowohl schulisch als auch im Leben finden?

Sheila0505 hat geschrieben:Lisa, ich möchte nicht noch 10x schreiben, dass es darum gar nicht ging. Ich schätze deine Beiträge sehr sehr oft und mag dich auch als Userin sehr gerne leiden. Aber das ist mir hier zu anstrengend und zeitintensiv.
Die Vergleiche die hier gefallen sind, haben dann echt den Vogel abgeschossen.


Welche Vergleiche von mir meinst du? Das obige Zitat hoffe ich, erklärt zu haben. Und hier gehen die Emotionen von beiden Seiten manchmal hoch, das ist eben so bei einer heftigen Diskussion. Ich fand es auch nicht fair, dass mir wegen einer unglücklichen Formulierung unterstellt wurde, ich würde behinderte Kinder als "nicht vollwertig" sehen. Und dann noch die Aussage, ich würde am liebsten "laute Kinder unter Gehörlosen und Stinker unter Stinkern" sehen, war auch nicht ohne!

Ja, sowas gibt es bei solchen Diskussionen, aber das hält mich nicht davon ab, hier meine Meinung zu sagen. Und wenn sich wer von mir angegriffen fühlt kann man auch ausdiskutieren wie was gemeint war. Ich bin auch durchaus bereit, mich zu entschuldigen, wenn ich jemanden mit einer Aussage gekränkt oder verletzt haben sollte.
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Sheila0505
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Beitragvon Sheila0505 » 07.01.2019, 15:20

Lisa hat folgendes geschrieben:
"Der Thread ist im Unterforum "Kindergarten und Schule" - daher ist sehr naheliegend dass es auch um Inklusion in Kindergarten und Schule geht, also um inklusive Bildung. Vielleicht hat Uschi den thread versehentlich ins falsche Unterforum gestellt, aber wie sollen die anderen, die hier schreiben, das wissen?"

Ich hätte meinen Thread auch in diesem Forum gestartet, weil dort i.d.R. die Diskussionen bzgl. "inklusive Beschulung" gestartet werden und das Statement dort gut hineinpasst, sich grundsätzlich mal offiziell pro Inklusion auszusprechen. Wenn dass das (Verständnis-)Problem war (insofern ich Uschis Thread richtig verstanden habe), dann meldet sie sich vllt noch zu Wort.

Tatsache aber ist, dass schulische Inklusion (bzw inklusive Bildung) noch in den Kinderschuhen steckt und die Vision selbstverständlich alle Kinder mit einschließt. Gemessen an dem heutigen IST-Stand kann man die Diskussion nicht darauf ausrichten, ob alle oder nur lediglich ein Teil der Kinder inklusiv beschult werden sollten - Zweiteres widerspricht der Vision einer inklusiven Bildung bereits im Ansatz und ist nicht das, worauf aufgebaut werden sollte.

Die Idee/ Der Grundgedanke von inklusiver Bildung ist nämlich eben der, dass man es tatsächlich schafft, für ausnahmslos ALLE Kinder die nötigen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen zu schaffen, dass inklusive Bildung möglich ist/wird. Dass wir noch lange nicht soweit sind, ist wohl jedem hier bewusst. Die Frage ist ja wohl eher: glaubt man daran dass es gelingen kann, glaubt man also an diese Vision oder glaubt man nicht daran. Die Behindertenrechtskonvention glaubt daran und kämpft dafür, die Behindertenbeauftragten-, -Verbände, die UNESCO, das BMBF, Aktion Mensch und viele viele mehr sind davon überzeugt.

Und diejenigen, welche entgegen des Inklusionsgrundsatzens - entgegen der Bedeutung von Inklusion - die Meinung vertreten, dass inklusive Bildung unter keinerlei Umständen für alle Kinder möglich zu machen wäre, geben m.E. ein großes Stück der Inklusionsvision auf, entziehen dem System Verantwortung, weil sie die Erwartung erst gar nicht stellen, obwohl das Recht darauf/hierfür offiziell besteht und erkämpft wurde.

Durchaus sehe ich aber auch die Vorteile kritischer und skeptischer Stimmen, Vorteile in negativen Erfahrungsberichte, weil es die vorherrschenden Probleme auf den Punkt bringt. Nichtsdestotrotz muss man auch die positive Entwicklung sehen, Vergleiche zu positiven Beispielen gegenüberstellen, denn es IST NICHT alles Mist. Wäre ALLES nämlich tatsächlich MIST, dann wäre es auch nicht sinnvoll und begründet/gerechtfertigt , darauf weiter aufzubauen.

Es sollte doch zum Wohle all unserer besonderen Kinder eher dazu dienen, gemeinsam für ein Gelingen einzustehen, es voranzukurbeln, sich auszutauschen und einen Weg einzuschlagen. Und so hatte ich Uschis Bemerkung bzgl des Bedauerns, dass Diskussionen letztendlich dann doch wieder im Sande verlaufen, verstanden: das es schade ist, dass sich gegenseitig dann so angegangen wird, anstatt gemeinsam nach vorne zu schauen.

Zusatz: Und Lisa, bitte zitiere nicht so, dass es so aussieht, als wäre ein Zitat von mir, obwohl es dass nicht ist. Dieses Zitat kam nämlich von dir.
Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich mich aus diesem Thread verabschiede, daran halte ich mich ab jetzt auch. Ich möchte mich mit dir auch wirklich nicht kabbeln, ich schätze dich nämlich wirklich sehr und hoffe, dass du mir mein Einmischen nachsehen kannst. Ich hatte nur geschrieben, was ich denke.

Liebe Grüße und einen schönen Tag noch, Sheila

Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 07.01.2019, 16:01

Sheila0505 hat geschrieben:Lisa hat folgendes geschrieben:
"Der Thread ist im Unterforum "Kindergarten und Schule" - daher ist sehr naheliegend dass es auch um Inklusion in Kindergarten und Schule geht, also um inklusive Bildung. Vielleicht hat Uschi den thread versehentlich ins falsche Unterforum gestellt, aber wie sollen die anderen, die hier schreiben, das wissen?"

Ich hätte meinen Thread auch in diesem Forum gestartet, weil dort i.d.R. die Diskussionen bzgl. "inklusive Beschulung" gestartet werden und das Statement dort gut hineinpasst, sich grundsätzlich mal offiziell pro Inklusion auszusprechen. Wenn dass das (Verständnis-)Problem war (insofern ich Uschis Thread richtig verstanden habe), dann meldet sie sich vllt noch zu Wort.

Tatsache aber ist, dass schulische Inklusion (bzw inklusive Bildung) noch in den Kinderschuhen steckt und die Vision selbstverständlich alle Kinder mit einschließt. Gemessen an dem heutigen IST-Stand kann man die Diskussion nicht darauf ausrichten, ob alle oder nur lediglich ein Teil der Kinder inklusiv beschult werden sollten - Zweiteres widerspricht der Vision einer inklusiven Bildung bereits im Ansatz und ist nicht das, worauf aufgebaut werden sollte.

Die Idee/ Der Grundgedanke von inklusiver Bildung ist nämlich eben der, dass man es tatsächlich schafft, für ausnahmslos ALLE Kinder die nötigen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen zu schaffen, dass inklusive Bildung möglich ist/wird. Dass wir noch lange nicht soweit sind, ist wohl jedem hier bewusst. Die Frage ist ja wohl eher: glaubt man daran dass es gelingen kann, glaubt man also an diese Vision oder glaubt man nicht daran. Die Behindertenrechtskonvention glaubt daran und kämpft dafür, die Behindertenbeauftragten-, -Verbände, die UNESCO, das BMBF, Aktion Mensch und viele viele mehr sind davon überzeugt.

Und diejenigen, welche entgegen des Inklusionsgrundsatzens - entgegen der Bedeutung von Inklusion - die Meinung vertreten, dass inklusive Bildung unter keinerlei Umständen für alle Kinder möglich zu machen wäre, geben m.E. ein großes Stück der Inklusionsvision auf, entziehen dem System Verantwortung, weil sie die Erwartung erst gar nicht stellen, obwohl das Recht darauf/hierfür offiziell besteht und erkämpft wurde.

Durchaus sehe ich aber auch die Vorteile kritischer und skeptischer Stimmen, Vorteile in negativen Erfahrungsberichte, weil es die vorherrschenden Probleme auf den Punkt bringt. Nichtsdestotrotz muss man auch die positive Entwicklung sehen, Vergleiche zu positiven Beispielen gegenüberstellen, denn es IST NICHT alles Mist. Wäre ALLES nämlich tatsächlich MIST, dann wäre es auch nocht sinnvoll und begründet, darauf weiter aufzubauen.

Es sollte wohl eher dazu dienen, gemeinsam für ein Gelingen einzustehen, es voranzukurbeln, sich auszutauschen und einen Weg einzuschlagen.

Und Lisa, bitte zitiere nicht so, dass es so aussieht, als wäre ein Zitat von mir, obwohl es dass nicht ist. Dieses Zitat kam nämlich von dir.
LG


Ja, ich weiß, das das Zitat von mir kam. Tut mir leid, ich wollte es "verschachtelt" zitieren (weil du genau das zitiert hast) und wusste nachher nicht mehr, wie man es ändert. Sorry, war keinerlei Absicht!

Und ich habe in beiden Threads etliche positive Beispiele von Inklusion gelesen. Ich selbst habe zwei sehr positive Inklusionsbeispiele, eines vom Kindergarten meines jüngeren Sohnes, und eines von der Schule meines älteren. In beiden Fällen war bzw. ist die Umsetzung mMn sehr gut gelungen. Wäre ich tatsächlich so ein vehementer Inklusions-Gegner hätte ich wohl nicht für meine beiden Kinder inklusive Einrichtungen ausgesucht (obwohl durchaus auch was anderes zur Auswahl gestanden hätte).

Andere Eltern haben die Erfahrung gemacht, dass ihren Kindern Sonder-Klassen mehr schaden als nutzen und den Weg der Inklusion gewählt. Und ich käme NIEMALS auf die Idee, das schlecht zu reden oder mir anzumaßen, es für DEREN Kinder besser zu wissen. Daher bin ich durchaus imstande, mich ehrlich für jemanden zu freuen, der sich für sein Kind einen I-Platz erkämpft hat, wo es ihm besser geht als z.B. in einer Sonder-Klasse!

Die Einstellung, dass Inklusion unter keinerlei Umständen für alle Kinder möglich gemacht werden kann, vertrete ich nicht. Ich kann mir nur IM MOMENT keine I-Möglichkeit für meinen jüngeren Sohn vorstellen, die BESSER wäre als die aktuelle Beschulung. Und glaub mir, ich habe sehr viel und intensiv drüber nachgedacht. Und ich habe andere hier eingeladen, ebenfalls nachzudenken und bin nach wie vor offen für konstruktive Ideen.
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS

Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist

Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

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uschi brand
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Beitragvon uschi brand » 07.01.2019, 16:02

Hi,
Schöner Post liebe Sheila, so dachts ich mir ;)
Und wie ich schon am Anfang meinte, wollte ich hier eigentlich keine weitere Diskussion über das Für und Wider der Inklusion ansich starten. Vielse was hier in Frage gestellt wurde ist in der schulischen/gesellschaftlichen Realität ja längst angekommen, der Zugang zu Regelschulen steht gewöhnlich allen offen, in einigen Bundesländern erfolgt Beschulung auf Förderschulen nur auf explizitem Antrag der Eltern. Dennoch gibt nen ganzen üblen Haufen von Hindernisse nund nicht nur in Ausnahmefällen werden den Erziehungsberechtigten auch mal Steine in den Weg gelegt.
Nichtdestotrotz bin ich eben "pro Inklusion" als gemäßigte, gewaltfreie aber absolut überzeugte Verfechterin ;)
LG Uschi


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