Förderbedarf Lernen /Unterricht/ Test

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Rid09
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Beitragvon Rid09 » 18.12.2018, 23:16

Die Frage ist: was willst du für ihn, bzw was denkst du ist am besten für ihn: daß er solange er halbwegs mitkommt ganz normal mit den anderen unterrichtet wird, ohne große Extrawürste, oder willst du, daß er eher aus der Klasse rausgenommen wird und mehr Einzelunterricht bekommt, wo nochmal die Basics gut mit ihm geübt werden ?
Hallo.

Er hat jetzt leider das meiste aus der 3.Klasse verpasst/nicht mitbekommen, weil er mit der I-Helferin das Förderheft abgearbeitet hat.

Ich habe es damals so verstanden, dass er in der Zeit wo die anderen Freiarbeit/Kunst/Musik haben, man mit ihm seine Schwierigkeiten noch mal übt. Das ist leider nicht geschehen.
Ich habe ehrlich gesagt auch keinerlei Nachteilausgleiche gesehen, die er aufgrund seiner Förderbedarfe bekommt. Mit uns wurde noch nie über sowas gesprochen.
In den Weihnachtsferien habe ich mir vorgenommen, mit ihm alles noch mal durchzugehen, aber ob ich das alles aufholen kann?

Mit seinem Vater habe ich heute darüber gesprochen und er findet unabhängig von dem Schulstoff, dass unser Löwe nicht in der Schule „angekommen“ ist. Er wird z.B. von den Jungs ausgegrenzt, weil er aufgrund seiner Gehbehinderung kein Fußball spielen kann. Ein Mädchen spielt ab und zu mit ihm, aber nur wenn ihre Freundin nicht da ist. Er (der Vater) würde sich so eine Atmosphäre wie in der Kita wünschen, wo alle ihr Päckchen zu tragen haben. Und er nicht der einzige in der Klasse ist.

Es gibt eine Förderschule für Körperbehinderte, er müsste dann nur durch alle Stadtteile fahren um diese zu erreichen. Fahrtzeit ca 40Minuten.

„Glück“ haben wir wenigstens mit der I-Helferin.
Mein Löwe SSW24+1😍😍😍

sandra8374
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Beitragvon sandra8374 » 19.12.2018, 03:12

Hallo!

Ich frage mich, wie läuft es weiter ab Klasse 5 oder 8? Soll er den ganzen Tag lernen, damit er mitkommt? Mathe wird ja noch deutlich abstrakter und dies nun relativ schnell. Wie lange hat er noch Logo, die deutsch mit ihm erarbeitet? Die Nebenfächer werden mehr und Deutsch und Mathe wird auch da immer wichtiger. Was ist mit Englisch?

Wo bleibt seine Kindheit? Er weint und ihr übt jeden Tag (wie lange?), um die Grundlagen zu erarbeiten. Das Tempo wird nun angezogen beim Schulstoff, schafft ihr! dann das Tempo? Es kommt die Pubertät. Da fällt lernen noch schwerer und Beziehungen/Freunschaften werden anders. Kinder sollen selbständiger werden und mehr alleine machen.

Sorry, das hört sich jetzt negativ an bei mir.

Ich würde mir an deiner Stelle die Schulen KM und auch LB ansehen. Fahr hin, sprich mit den Lehrern dort, vielleicht mit Eltern, etc. Die Fahrzeit ist mitunter länger, aber dafür fällt eventuell Lernzeit weg und dein Kind kann den Tag anders nutzen, geht gerne zur Schule, wird gefördert, wird nicht überfordert, findet Freunde,....
Auch bei der späteren Berufswahl haben Förderschulen andere Kontakte etc.

Und auch bei LB oder KM kann dein Kind später höhere Schulabschlüsse erreichen und an den 1. Arbeitsmarkt. Auch wenn es vielleicht länger dauert.
LG Sandra

S+F mit PT(*00 FAS, Microdelitation 16p11.2, ADHS, GB, Z.n.Absencen?, Sehfehler, Lordierung LWS, Skoliose 17,8%, Beckenschiefstand, Hüftkontraktur, Korsettversorgung, mit SBA 90 HBG) u. PS (*01 ADS, GB, Sehfehler, Knick-Senk-Füße, Z.n.Epilepsie, mit SBA 60)

RikemitSohn
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Beitragvon RikemitSohn » 19.12.2018, 07:58

Guten Morgen,

unabhängig von dem was in der Schule läuft, würde ich von dir aus den Druck raus nehmen. Für mich hört sich das schrecklich an, dass dein Sohn gar keine Ferien hat, immer nur lernen muss. Das sind doch keine schönen Ferien , die er da vor sich hat. Ausserdem gehe ich stark davon aus, dass dein Sohn diese Lücke in Mathe erst einmal nicht mehr schließen kann. So etwas aufzuholen ist schon für ein durchschnittlich begabtes Kind schwer, aber dein Sohn hat ja seine Probleme mit Mathe. Mein erster Tip daher: Lass ihm seine Ferien und stellt sie Schultasche mal in die hinterste Ecke.
Bisher habt ihr offensichtliche Fehler der Schule versucht auszugleichen, aber das ist nicht euer Job und verursacht für euer Kind ziemlichen Stress.
Ich würde mal einen runden Tisch in der Schule machen und genau klären, was nun zu tun ist und wie euer Sohn zu beschulen ist. Es muss eine Ordnung rein. Ausserdem würde ich vielleicht auch noch mal nach anderen I-Schulen schauen. Vielleicht hat dein Sohn auch eine besonders blöde Klassensituation erwischt und anderswo wäre er willkommener. Mein Sohn hat in zwei Klassen keinen Anschluss gefunden und erst nach einem erneuten Klassenwechsel wird er akzeptiert und gemocht.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

UrsulaK
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Beitragvon UrsulaK » 19.12.2018, 14:52

Hallo Rid09,

ist dein Sohn nur in Mathe hinterher oder auch in den anderen Fächern?
Wenn das so ist, würde ich mal darüber nachdenken, ob dein Sohn eine Rechenschwäche hat. Das wäre auch denkbar. Offiziell spricht man von Rechenschwäche oder Dyskalkulie, wenn das Kind einen messbaren IQ über 70 hat und bei einem Dyskalkulie-Test bestimmte Werte erreicht.

Mit offizieller Diagnose hättet Ihr Anspruch auf eine Dyskalkulie Therapie. Die fände dann in 1:1 Sitzungen statt.
Ich verlinke mal eine gute Webside darüber:
https://www.ztr-rechenschwaeche.de/was- ... schwaeche/

VG,
Ursula
Eric, (März 2005), Autismus Spektrum Störung, Verbale Dyspraxie, Dysgrammatismus

kati543
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Beitragvon kati543 » 19.12.2018, 21:41

Hallo,
gab es denn bei euch mal regelmäßige Gespräche? Dort wird doch eigentlich der Förderplan und der Hilfeplan dann festgelegt. Das ist doch eine „Gemeinschaftsarbeit“ von Klassenlehrer, Förderschullehrer, Eltern, Schulbegleitung und Therapeuten ggf. noch Jugendamt/Sozialamt.
Wenn dein Sohn schon in den ersten Schuljahren nur mit sehr viel lernen in allen Fächern, bzw. in Mathe gar nicht hinterherkommt, dann ist der Förderbedarf Lernen auch gerechtfertigt. Die Frage ist eher, warum er nicht umgesetzt wird. Bist du dir sicher, dass dein Sohn den normalen Regellehrplan abarbeitet?
Ich würde einen zeitnahen (!) Termin beim Klassenlehrer und beim Förderschullehrer einfordern, ruhig auch mit dem Hinweis, dass bei sonderpädagogischen Förderbedarf regelmäßig Förderpläne geschrieben werden MÜSSEN laut Gesetz und du bisher keinen einzigen gesehen und gegengezeichnet hast. Und du möchtest konkret für jedes Fach wissen, was dein Kind dort lernt, wie es lernt, wie der Wissensstand ist, ob es lernzielgleich unterrichtet wird oder ob es Nachteilsausgleiche gibt und wenn ja, welche konkret das sind.
Falls die Schule nämlich schon nach Lernen unterrichtet („Druck rausnehmen“ kann man bei dem Förderbedarf nur minimal), muss dein Sohn vielleicht noch eine Stufe tiefer. Du benennst eindeutig die Symptome einer Überforderung - und das muss man keinem Kind antun. Mein Jüngster ist auch so ein Fall - genau zwischen Lernen und GE; ich habe ihn vorerst bei GE gelassen. So ist der Druck raus. Bei Lernen muss er schon eine Leistung bringen.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)


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