Förderbedarf Lernen /Unterricht/ Test

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Rid09
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Förderbedarf Lernen /Unterricht/ Test

Beitragvon Rid09 » 03.12.2018, 20:52

Hallo ihr Lieben.

Ich muss zugeben, dass ich hier seit Jahren angemeldet bin und die ersten Jahre still mitgelesen habe, durch das Forum/ euer Schicksal einiges mitnehmen konnte. Danke schön!!! Und dann Jahre untergetaucht war. Nun wende ich mich mit einem Problem an euch.

Mein Löwe, besucht die 3.Klasse einer Grundschule mit Inklusion. Er hat die Förderbedarfe Lernen (LE) und Körperliche und motorische Entwicklung(KM).

Ich habe mich damals gegen eine Förderschule entschieden, da ich wollte, dass mein Löwe motiviert wird zu Laufen (das hat Gott sei Dank geklappt) und die Grundschule hatte einen guten Ruf (Inklusion seit über 20Jahren).

Seit Beginn der ersten Schule bekam mein Löwe, die selben Bücher, schrieb die gleichen Tests mit. Bei jedem Gespräch hieß es, er wäre zielgleich und es wäre alles super mit ihm. Auf meine Hinweise, dass wir zu Hause regelrecht Probleme haben mit Mathe und jegliches Lernen für die Tests oder die Hausaufgaben immer in Tränen enden und ich das Gefühl habe, er kann nur für den Moment lernen und nach einer kurzen Zeit ist alles wieder weg, wurde belächelt.
Ich muss sagen, ich war ehrgeizig, vielleicht etwas zu viel, ich weiß es nicht, ich wollte, dass mein Löwe es schafft!! In der zweiten Klasse änderte sich auch nicht viel. Sprachlich war er gut, gehörte zu den Klassenbesten (er bekommt seit 7Jahren Logopädie, und seine Deutschmappe wurde dort abgearbeitet), aber Mathe war und ist immer noch seine Baustelle. Aber komischerweise nur bei mir zu Hause. Jeden Tag, selbst in den Ferien wurde geübt. In der 2.Klasse hieß es immer noch, alles super. Er machte weiter mit, bekam aber keine Noten wie die anderen, was ihn zutiefst frustrierte. Als ich dann aber in den Raum warf den Förderbedarf Lernen weg zunehmen, hieß es plötzlich Mathe ist nicht sein Fach und den Antrag könnte man stellen, aber er würde die Klasse wiederholen müssen, da er den ganzen Unterrichtsstoff nicht schafft. Also blieb alles beim Alten. Er hatte es schwer soziale Kontakte zu knüpfen und nach 2Jahren hätte er eine Freundin, die mit ihm in der Pause manchmal spielt. Deswegen ließ ich es dann doch mit dem Antrag, er sollte nicht wieder von neu beginnen müssen.
Er besucht jetzt die 3.Klasse und ihm wurde ein Förderheft für Mathe mitgegeben. Sitzt mit den anderen in Mathe wird aber im Vergleich zu den letzten Jahren, aus dem Unterricht raus genommen und der Zahlenraum bis 20 wird geübt. Und jetzt hat er plötzlich alle Zeit der Welt!!!!
Im zweiten Schuljahr nahm er an den Tests Zahlenraum 100 teil, an dem Einmalseins-Test und wäre er benotet worden, wäre es eine 3, einmal sogar eine gute 2. (Wir haben auch wochenlang geübt!).
Was ich nicht nachvollziehen kann, zwei Jahre wurde trotz meiner Worte nichts getan und jetzt wird er sporadisch aus dem Unterricht genommen und hat ein anderes Buch. Er macht aber dennoch beim normalen Unterricht mit, ohne das Buch was die anderen haben. Beim letzten Gespräch sagte ich, die Förderung käme zu spät, aber nein ich irre mich, es hat alles seine Richtigkeit gehabt. Aber stimmt das?
Dauert es wirklich zwei Jahre, um heraus zu finden, dass mein Sohn nur Probleme in Mathe hat, frage ich mich? Habe ich zu wenig „gekämpft“? War die Regelschule ein Fehler? All das frage ich mich seit Tagen und finde irgendwie keine Ruhe! Von anderen Eltern erfahre ich, dass ihre Kinder einen Förderplan haben. Man sagt mir Förderbedarf LE ist zieldifferenzierter Unterricht, aber es war die letzten Jahren zielgleich. (Und ich war so dumm und hielt alles für normal! Warum sollte die Schule ihm denn schaden wollen?) Ich habe noch nie einen Förderplan gesehen noch wurde mir für meinen Löwen was mitgegeben. Im Internet nach geschaut an wen ich mich wenden kann, versucht heraus zu finden was meinem Löwen zusteht und bin dann hier gelandet und hoffe einer von euch hat was das betrifft mehr Erfahrung als ich oder kennt sich besser aus.

Sollte ein ähnliches Thema schon gestellt worden sein, so bitte ich um Nachsicht, es war keine Absicht.

Antworten wie „selber schuld“, „falsche Entscheidung“, brauche ich wirklich nicht. Habe auch schon so ein schlechtes Gewissen.

Ich habe das Gefühl das Kämpfen hört irgendwie nie auf.


Danke fürs Lesen
Mein Löwe SSW24+1😍😍😍

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Tanja2014
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Beitragvon Tanja2014 » 03.12.2018, 21:14

Hallo,

in NRW ist es so, dass die Förderschwerpunkte Lernen und Emotionale-Soziale Entwicklung an der Regelschule erst Ende der Schuleingangsphase (Klasse 2) vergeben werden. Allerdings hätte Dein Kind ja 6 Stunden sonderpädagogische Förderung aufgrund des Schwerpunkts KME bekommen müssen?!

Ansonsten Frage ich mich, warum er überhaupt zieldifferent unterrichtet wird, bisher scheint er ja im Stoff nicht hinterhergehinkt zu haben?! Die Frage nach einer Förderschule stellt sich mir nach Deinen Schilderungen gar nicht, sondern eher die, warum er nicht weiter zielgleich unterrichtet wird, wenn er nur in Mathe kleinere Probleme hat.
Viele Grüße
Tanja
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GretchenM
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Beitragvon GretchenM » 03.12.2018, 21:21

Hallo,

Als ich das gelesen habe, musste ich sofort antworten. Die Baustellen meines Sohnes liegen anders, aber auch er kämpft und hat es manchmal schwer - bei uns ist es vor allem so, dass ich mich zeitweise frage, ob ich überhaupt das Richtige getan habe, als ich den AOSF unterschrieben habe - weil es so derartig schwankt bei ihm: monatelang bis jahrelang kaum bis keine Schwierigkeiten, und dann wieder so krass, dass ich weiß: nein, war wohl doch richtig...

Er wird zielgleich unterrichtet... ich habe aber immer wieder Angst, dass er dem irgendwann in einer schlechten Phase nicht gerecht wird und dann irgendjemand ihm nach nicht mehr zutraut, dass es zielgleich geht.... und ich bin überzeugt davon, das er eher „abschaltet“ wenn er merkt, ihm wird weniger abverlangt.

Fühl Dich gedrückt und lass Dir sagen, dass diese Unsicherheit einen gewaltigen Fehler gemacht zu haben, nicht nur bei Dir da ist.

Ich wünsche Dir viel Kraft und gute Ratschläge für Eure Situation.

LG

GretchenM

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Beitragvon Elke35 » 03.12.2018, 21:55

Hallo.....ich glaube bzw. befürchte, dass das in der Integration oft so ist....ein Hin und Her, keiner weiß genau,g was richtig ist, oft wird nur anders benotet, nicht anders unterrichtet.....ich glaube bis es eine richtige Integration bzw. Inklusion gibt vergehen noch JAHRE bzw. vielleicht wird es das nie geben im jetzigen Schulsystem. :?

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Beitragvon melly210 » 03.12.2018, 22:22

Die Frage ist: was willst du für ihn, bzw was denkst du ist am besten für ihn: daß er solange er halbwegs mitkommt ganz normal mit den anderen unterrichtet wird, ohne große Extrawürste, oder willst du, daß er eher aus der Klasse rausgenommen wird und mehr Einzelunterricht bekommt, wo nochmal die Basics gut mit ihm geübt werden ?

Rid09
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Beitragvon Rid09 » 18.12.2018, 22:43

Hallo zusammen.

Erst einmal vielen lieben Dank für Eure Antworten.
Meine kommt leider so spät...bei uns ging die Grippe rum.
Mein Löwe SSW24+1😍😍😍

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Beitragvon Rid09 » 18.12.2018, 22:57

Tanja2014 hat geschrieben:Hallo,

in NRW ist es so, dass die Förderschwerpunkte Lernen und Emotionale-Soziale Entwicklung an der Regelschule erst Ende der Schuleingangsphase (Klasse 2) vergeben werden. Allerdings hätte Dein Kind ja 6 Stunden sonderpädagogische Förderung aufgrund des Schwerpunkts KME bekommen müssen?!

Ansonsten Frage ich mich, warum er überhaupt zieldifferent unterrichtet wird, bisher scheint er ja im Stoff nicht hinterhergehinkt zu haben?! Die Frage nach einer Förderschule stellt sich mir nach Deinen Schilderungen gar nicht, sondern eher die, warum er nicht weiter zielgleich unterrichtet wird, wenn er nur in Mathe kleinere Probleme hat.


Hallo.
Mein Sohn besuchte eine Heilpädagogische Kita. Kurz vor den Sommerferien/kurz vor der Einschulung wurde ein Gutachten erstellt. Es kam jemand in die Kita um zu gucken wie geistig fit er ist. Er hatte sich im Vergleich zu den ganzen Tests, die er im SPZ gemacht hat, verbessert, aber er war nicht fit wie die anderen Schulkinder. Uns wurde direkt mitgeteilt Förderbedarf Lernen und Förderbedarf KM und bekamen das auch ein paar Wochen später per Post.

Das ist es das was ich auch nicht verstehe/nachvollziehen kann. Er hat die letzten zwei Jahre die gleichen Arbeiten geschrieben. Mit viel Mühe/Tränen hat es auch geklappt. Er ist langsamer als die anderen und man muss es ihm meistens noch mal 3-4Mal erklären. In Deutsch schreibt er weiterhin die gleichen Test wie die anderen. Nur in Mathe nicht mehr. Die „Förderung“ bekommt er durch seine I-Helferin. Sie geht in der Mathestunde mit ihm vor die Tür und bearbeitet mit ihm seine Aufgaben ab.
Ihm fehlt die Logik um das Pronzip in Mathe nachvollziehen zu können. Er lernt es einfach auswendig und man muss ihn nur daran erinnern was er auswendig gelernt hat.

Ich habe die Lehrerin auf den Förderplan angesprochen und mir wurde gesagt, es wäre bei ihm „untergegangen“.
Weiß jetzt selber nicht, was ich mit dieser Information anfangen kann, ob/wo und wie dagegen angehen kann???
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Beitragvon Rid09 » 18.12.2018, 23:02

GretchenM hat geschrieben:Hallo,

Als ich das gelesen habe, musste ich sofort antworten. Die Baustellen meines Sohnes liegen anders, aber auch er kämpft und hat es manchmal schwer - bei uns ist es vor allem so, dass ich mich zeitweise frage, ob ich überhaupt das Richtige getan habe, als ich den AOSF unterschrieben habe - weil es so derartig schwankt bei ihm: monatelang bis jahrelang kaum bis keine Schwierigkeiten, und dann wieder so krass, dass ich weiß: nein, war wohl doch richtig...

Er wird zielgleich unterrichtet... ich habe aber immer wieder Angst, dass er dem irgendwann in einer schlechten Phase nicht gerecht wird und dann irgendjemand ihm nach nicht mehr zutraut, dass es zielgleich geht.... und ich bin überzeugt davon, das er eher „abschaltet“ wenn er merkt, ihm wird weniger abverlangt.

Fühl Dich gedrückt und lass Dir sagen, dass diese Unsicherheit einen gewaltigen Fehler gemacht zu haben, nicht nur bei Dir da ist.

Ich wünsche Dir viel Kraft und gute Ratschläge für Eure Situation.

LG

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Beitragvon Rid09 » 18.12.2018, 23:03

GretchenM hat geschrieben:Hallo,

Als ich das gelesen habe, musste ich sofort antworten. Die Baustellen meines Sohnes liegen anders, aber auch er kämpft und hat es manchmal schwer - bei uns ist es vor allem so, dass ich mich zeitweise frage, ob ich überhaupt das Richtige getan habe, als ich den AOSF unterschrieben habe - weil es so derartig schwankt bei ihm: monatelang bis jahrelang kaum bis keine Schwierigkeiten, und dann wieder so krass, dass ich weiß: nein, war wohl doch richtig...

Er wird zielgleich unterrichtet... ich habe aber immer wieder Angst, dass er dem irgendwann in einer schlechten Phase nicht gerecht wird und dann irgendjemand ihm nach nicht mehr zutraut, dass es zielgleich geht.... und ich bin überzeugt davon, das er eher „abschaltet“ wenn er merkt, ihm wird weniger abverlangt.

Fühl Dich gedrückt und lass Dir sagen, dass diese Unsicherheit einen gewaltigen Fehler gemacht zu haben, nicht nur bei Dir da ist.

Ich wünsche Dir viel Kraft und gute Ratschläge für Eure Situation.

LG

GretchenM




Hallo.

Danke Dir.
Unbekannterweise drücke ich Dich zurück und wünschen Dir vom Herzen alles Gute für Deinen Löwen.

Das kenne ich von meinem auch. Er ruht sich darauf aus, dass er krank ist und möchte sich gar nichts erst anstrengen. Warum die Zahlen bis 100rechnen, wenn er sagen „kann“ er kann es nicht und bekommt dann wieder das Blatt mit den Zahlen bis 20.
Es ist schwierig und im Nachhinein ist mir bewusst geworden, wie unvorbereitet ich der Schule ins Auge gesehen habe. Ich habe dem System vertraut.
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Beitragvon Rid09 » 18.12.2018, 23:05

Elke35 hat geschrieben:Hallo.....ich glaube bzw. befürchte, dass das in der Integration oft so ist....ein Hin und Her, keiner weiß genau,g was richtig ist, oft wird nur anders benotet, nicht anders unterrichtet.....ich glaube bis es eine richtige Integration bzw. Inklusion gibt vergehen noch JAHRE bzw. vielleicht wird es das nie geben im jetzigen Schulsystem. :?


Hallo.

Das glaube ich auch. Unsere Kinder haben vom jetzigen System nicht, aber vielleicht profitieren in 15Jahren andere davon?
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