Kind in der Schule wiederholt zum Essen gezwungen

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Beitragvon Heikem » 08.11.2017, 11:02

hallo

bei mir geht es ähnlich zu :-( doch mittlerweile hat die schule nach 2 jahren eingesehen , dass zwang kontraproduktiv ist und jan darf bestimmen was udn wieviel er isst.
er hat vor ca 2 wochen wieder einen rüchschritt gehabt und die lehrer bemerkten dies sofort . seitdem ist es viel besser mit dem essen in der schule geworden .
hülsenfrüchte verträgt er kaum . ich bin froh wenn es das nicht zu mittag gibt.

lg
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Beitragvon IlonaN » 08.11.2017, 11:19

Bei meiner Ado Tochter zog sich das durch die gesammte Schulzeit und anfangs sogar noch im Werkstattbereich. Es war einfach schwer zu vermittel das diese extrem zierliche Mädchen nur 2-3 Sachen isst und dann auch so gut wie nie in Gemeinschaft von Klasse oder Arbeitsgruppe, und trotzdem körperlich gesund ist. Sie holt sich das was sie braucht zu Hause , es ist halt eine ihrer vielen autistischen Besonderheiten und mit Zwang geht schon mal Garnichts.
Manchmal ist es sehr grenzwertig mit ihrem gewicht und wir passen auch gut auf das wir sie immer wieder animieren zu essen, aber die Schule und arbeit hat gerne das Recht uns an zu sprechen aber das Kind haben sie damit in Ruhe zu lassen, sonnst verweigert sie noch mehr.
Ich 1961 Ösophagusatresie
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Beitragvon Annileinchen » 08.11.2017, 13:37

O nein, nicht schon wieder Ärger.

Nein, die Schule muss auf die Essensgewohnheiten Rücksicht nehmen. Zwang wäre - je nachdem, ob physisch oder psychisch ausgeübt, strafbare Nötigung oder sogar Körperverletzung.

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Beitragvon Anjali » 08.11.2017, 15:01

Hallo,
ich bin da ganz bei Jörg. Bevor ich ein großes Faß (mit Anschuldigungen) aufmachen würde, würde ich auch erstmal klären wollen, ob es sich wirklich um böse Absicht mit „echter“ Zwangsausübung oder evtl. doch um ein Missverständnis handelt.
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (18 Jahre / Asperger-Autist)

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Beitragvon Lynkas » 08.11.2017, 15:11

Hallo Paula.
Dieses Verhalten verfolg mich mein ganzes bisheriges Leben. Immer wieder wurde meine Dysganglionose, die mir das Essen schwer macht, ignoriert und meine „pickiness“ beim Essen, die aufgrund des Autismus’ besteht, wird bis heute gerne als „aber-du-bist-ja-essgestört-wir-therapieren-dich“ behandelt. Das geht so weit, dass sogar Ärzte meine körperlichen Diagnosen ignorieren und mich als „essgestört“ bezeichnen (dann unterbleibt jede weitere Behandlung) oder eine Logopädin meinte, ich wolle „nur Aufmerksamkeit“, als ich wegen meiner ösophagealen Motilitätsstörung fast an einem Keks erstickte.
Sogar in der eigenen Familie stopft mir immer wieder jemand Lebensmittel ins Gesicht, die ich nicht vertrage, die ich nicht mag (ja, es ist ein gutes Recht, manches einfach nicht zu mögen) oder die bei mir - warum auch immer! - Übelkeit auslösen. Zack, hab ich das im Gesicht: „Aber-ich-mag-das-du-musst-das-auch-mögen“ wird gejammert. Oder: „Banane-ist-gesund-man-muss-Banane-essen“ (würg!)
Immer wieder Geschrei,Tränen („Du willst mich quälen, indem du keine Milch trinkst!“ Äh, nein? Ich bin laktoseintolerant?)
Was ich sagen will: so was geht nicht! Niemand hat das Recht, einen anderen Menschen zum essen bestimmter Lebensmittel zu „zwingen“. Wenn man mal rumfragt: viele Menschen haben doch die eine oder andere auch etwas seltsame Vorliebe beim Essen. Von „ich mag keinen Rosenkohl“ bis zu „ich esse Käse und Brot getrennt“. Na und?
@Paula: die „Pädagogen“, die dein Kind zum Essen zwingen, knallen sich vielleicht Abends beim Fernsehen die Tüte Chips rein. Oder sie machen schon die x-te Rohkost-Diät. Stellt sich bei denen jemand daneben, und maßregelt sie? Nein. Könntest du denen ja mal zu bedenken geben.
Und selbst bei wirklichen Essstörungen geht es doch nie um Zwangsfütterung, sondern man bietet den Betroffenen eine angemessene (!) Therapie an. Und das machen Profis und nicht irgendwelche halbgaren Pädagogen.
Meine Meinung.
Lynkas grüßt.
ehemaliges Frühchen, Intestinale neuronale Dysplasie, ösophageale Motilitätsstörung, Malassimilationssyndrom, Athetose/Dystonie, Skoliose, Knochenmarkinsuffizienz, HF Autismus, sensorische Integrationsstörung

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Beitragvon Jaqueline » 08.11.2017, 15:16

Hallo Paula,

sofern es sich nicht um ein Missverständnis handelt, würde ich da auch einschreiten. Er isst ja, es ist ja nicht so, dass er zu verhungern droht. Die Essstörung ist ja mit Sicherheit attestiert. Ich würde der Schule klar machen, was er isst und anderes eben nicht. Neues kann man anbieten aber nicht erzwingen. Wobei es sich für mich schon nach Zwang anhört, wenn er davon sogar erbrechen muss.
LG Jaqueline
Spastische Tetraparese, Kyphose
Mann: Epilepsie (VNS seit 2008)
Tochter: * 01/2015 und Tochter ET 2020

Für immer im Herzen.


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