Grundpflege / Behandlungspflege in der Schule

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Anton09
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Beitrag von Anton09 »

Hallo,
wir haben in Antons Klasse ein Kind, welches einen Pflegedienst und einen Schulbegleiter in der Schulzeit hat. 2 Personen am Kind, finde ich zwar etwas viel🙈
Wenn es leider nicht anders zu bewerkstelligen geht, dann vielleicht so.
Der Pflegedienst ist ein Kinderintensivpflegedienst.
Bei uns macht der Pflegedienst zum Glück alles mit.
Schule wäre total überfordert.
Unsere Ergo hat mir von dieser Möglichkeit auch schon berichtet.

Bis dann
Frauke
Anton 30.01.2009, Therapie-refraktäre Epilepsie, fokal kortikale Dysplasie - epilepsiechirurgische Resektion, Shunt, Button, schwere psychomotorische Entwicklungsretardierung, zentrale Bewegungsstörung, interstitielle Duplikation im Xq-21.1 Gen, VNS-Implantation, PG 5 - ein Sonnenschein zum Verlieben

Elli157
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Beitrag von Elli157 »

Das interessiert mich auch. Wir haben hier nämlich gerade ein ähnliches Thema. Unser Sohn geht seit August in einen HPK mit Pflegedienstbegleitung. Der Kindergarten sollte das Sondieren übernehmen, aber bekommt das gar nicht hin. Die Gruppenleitung ist wegen Ss ausgefallen. Die andere Erzieherin und die Praktikantin sind so eingebunden, dass sie das zeitlich gar nicht hinbekommen. Unser Sohn kann nur sehr langsam mit kleinen Mengen sondiert werden. Jetzt machen es die Pflegekräfte. Aber jetzt stellt sich die Frage, wer das zahlt? Es kann ja eigentlich auch nicht sein, dass uns das vom Pflegeld abgezogen wird? Ich hätte es auch gerne, dass ihm oral zum Ausprobieren/Abschlecken mal was angeboten wird, aber daran ist gerade gar nicht zu denken. Eine Pflegekraft hatte das letztens mal gemacht, aber die Erzieherin war total genervt, weil es natürlich eine Schmiererei war. Da frage ich mich ja, wie wir überhaupt mal Iran kommen in Sachen essen :-( LG, Elli
E. mit großem Sohn (2010) und kleinem Sohn (2015),
33. SSW, Asphyxie, Choanalatresie, gehörlos (einseitig CI versorgt), Kolobome, Netzhautablösung, Schluckstörung, Button, PG5

Valentin2014
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Beitrag von Valentin2014 »

Hallo Elli,

ich würde in so einem Fall eine ausserordentliche Elternabend einberufen.Dieses Thema besprechen (wegen genervte Erzieherin und " Schmierei".).

Wenn das eine HPK nicht leisten kann ist schon ein starkes Stück.
Die Erzieherin sollte über ihren "Berufswunsch" nochmal nachdenken.
Mit der Eingliederungsstelle darüber sprechen.

Unser Junior ist ein integrativ-kita-Kind mit Kinderintensivpflegedienst.
Er wird über eine Nasensonde ernährt. Diese Aufgabe übernimmt aber die KS, schon wegen der Überwachung und permanenter Aspirstionsgefahr.
Er sitzt mit am Tisch, aber mit etwas Abstand zu den anderen Kids, gerade weil er sehr "kreativ"
Ist. :lol:

Besteht bei deinem Kind eine "Überwachungspflicht" während des Sondierens oder danach?
Wenn ja, läuft das über Kk als "krankenbeobachtung" wenn nicht sollte dies einer der Erieherinnen
übernehmen.

Wünsche viel Glück.

Valentin s Eltern

Jony
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Beitrag von Jony »

Hallo,
Entschuldigung, dass ich mich noch nicht gemeldet habe.
Also das Thema ist nach wie vor aktuell, Joni wird vom Schulpersonal gefüttert und gewickelt. Der Pflegedienst steht daneben und darf nichts machen. Leider ist die Klassensituation aufgrund der Erkrankungen/Behinderungen der anderen Kindern in diesem Jahr katastrophal, so daß auf Joni Bedürfnisse bei der Essensgabe keine Rücksicht genommen werden kann. Joni verschluckt sich, er wird quasi abgefüttert zwischen x-mal Aufstehen der Erzieherin, um nach den anderen Kindern zu gucken. Die Logopädin hat sich die Situation auch schon angeschaut und hat die Hände über den Kopf zusammengeschlagen. Ich bin sooo sauer und traurig zugleich, da wird unserem Jungen die einzige wahre Freude (das Essen :) )genommen, in einer Institutuion, die ihn eigentlich fördern sollte! Der Vorschlag, der Pflegedienst könnte ihn wieder füttern und eine Rechnung über Grundpflege an die Schule schreiben, wurde abgeschmettert (natürlich, die freuen sich über das Geld :evil: ). Ich habe jetzt gerade mit unserem Pflegedienst telefoniert, da jetzt endlich etwas passieren muss. Unsere Palliativärztin meinte "klagen", sie hat sogar versucht die Essensgabe als Behandlungspflege durchzukriegen, das wiederum wurde von der Kasse abgelehnt.
Montag habe ich wieder ein Gespräch mit der Schule, vielleicht habt Ihr noch Ideen?

Liebe Grüße
Daniela
Dani mit Joni (geb 05/09), schwerstmehrfachbehindert, hypoton, Sauerstoffbedarf, Krämpfe etc, kein sitzen, krabbeln, laufen, sprechen, aber ein liebster und fröhlicher Junge, Zwillingsbruder nach 1 Woche verstorben

Sinale
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Beitrag von Sinale »

Hallo Dani,
Nellie hat geschrieben:Hallo,

das grundsätzliche ist leider genau so korrekt! Aber es ist die Frage, wie es genau umgesetzt wird. Bei uns ist die Regelung so, dass die Eingliederungshilfe die Grundpflege bezahlt, aber der PD sie ausführt. Das sind bei uns 1,5 h am Tag. Jeden Monat schreibt der PD eine Rechnung an die Stadt und diese bezahlen diesen Teil.

LG
Nellie
Nellie hat geschrieben:Hallo Dani,

das musst du vor allem der Stadt/dem Kreis vorschlagen. Dem PD ist das doch wurscht, von wo er bezahlt wird. Er muss es nur bezahlt bekommen. Wir mussten das selbst aushandeln, das hat nicht der PD für uns gemacht.

LG
Nellie
Hast du entsprechend Eingliederungshilfe beim Amt vor Ort beantragt?
Viele Grüße
Sinale

Diagnose: Tetraspastik
Rollstuhlnutzerin

Jony
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Beitrag von Jony »

Hallo Nellie,
das ist ja das Problem! Die Eingliederungshilfe zahlt Grundpflege an die Schule, damit diese die durchführt. Der Pflegedienst darf es nicht machen, da sonst "doppelt" gezahlt wird. Wir haben die Vorschlag schon gemacht, das der Pflegedienst die Rechnung über Grundpflege schreibt, aber da war die Schule nicht so glücklich drüber, da ihnen dann die Gelder fehlen würde und wortwörtlich "wenn das alle Eltern so machen würden".

Vielleicht sollte ich direkt bei der Eingliederungshilfe anrufen!?

VG
Dani mit Joni (geb 05/09), schwerstmehrfachbehindert, hypoton, Sauerstoffbedarf, Krämpfe etc, kein sitzen, krabbeln, laufen, sprechen, aber ein liebster und fröhlicher Junge, Zwillingsbruder nach 1 Woche verstorben

Jony
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Beitrag von Jony »

*hochschups*
Dani mit Joni (geb 05/09), schwerstmehrfachbehindert, hypoton, Sauerstoffbedarf, Krämpfe etc, kein sitzen, krabbeln, laufen, sprechen, aber ein liebster und fröhlicher Junge, Zwillingsbruder nach 1 Woche verstorben

Rob
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Beitrag von Rob »

Hallo, Daniela,

Du hattest geschrieben: "Die Schule bekommt Geld für die Grundpflege der Kinder,...".

Möglich, dass die Schule eine Leistungsvereinbarung hat, in der Grundpflege als inhaltliche Leistung genannt ist. Doch der Leistungsumfang kann nicht sonderlich ausgeprägt sein, denn sonst müsste entsprechend ausgebildetes Personal dort arbeiten - und Teil einer solchen Leistungsvereinbarung ist auch das entsprechende Fach-Personal.

Denkbar wäre die Möglichkeit, dass die Vergütung nun gekürzt wird um diesen Kostensatz für Grundpflege seitens des Eingliederungshilfe-Trägers (Leistungsträger). Dann könnte der mit dem Geld einen Fachdienst für die Erbringung der Behandlungspflege bezahlen. Die Schule wäre dann raus und muss diese spezielle Leistung nicht mehr verantworten.

Natürlich würde niemand auf Geld verzichten wollen. Doch es geht hier vorrangig um das Wohl des Kindes. Wenn die Unterstützungsleistungen nicht ausreichend bemessen sind, muss man den Bedarf halt neu besprechen.

Aber diese Fragen sind nicht von den Sorgeberechtigten zu klären, sondern von denjenigen, die als Leistungsträger "erst-" oder "zweit"-angegangen wurden. Wichtig ist, dass ein konkreter Antrag gestellt wird z.B. beim Träger der Eingliederungshilfe. Ein Antrag kann dann auch Grundlage für eine Klage sein.

Vielleicht sieht sich der Leistungsträger als nicht zuständig an und möchte alles an eine andere Stelle abgeben. Doch weil hier eine Notlage vorliegt und die Teilhabe und/oder schulische Ausbildung gefährdet ist, greift nicht das Nachrangprinzip.

Ebenso könntest Du auch den Behindertenbeauftragten Deines Bundeslandes kontaktieren und fragen, was man unternehmen kann. Wenn Du denen Deinen Fall schilderst, könnte eine schriftliche Stellungnahme mit Empfehlung an die zuständige Stelle geschickt werden.

Gruß

Jony
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Beitrag von Jony »

Danke Rob für deine Antwort.
Ich habe gestern mit der Schule und dem Pflegedienst telefoniert. Die Schule möchte jetzt erst einmal einen Kostenaufstellung des Pflegedienstes haben, um zu sehen, was an Kosten auf sie zu kommen wird. Nächste Woche wird die Info an die nächsthöhere Instanz weitergegeben. Ich hoffe, dass sich das Problem endlich lösen wird und der Pflegedienst endlich wieder vernünftig unseren Sohn versorgen kann!

LG Daniela
Dani mit Joni (geb 05/09), schwerstmehrfachbehindert, hypoton, Sauerstoffbedarf, Krämpfe etc, kein sitzen, krabbeln, laufen, sprechen, aber ein liebster und fröhlicher Junge, Zwillingsbruder nach 1 Woche verstorben

Rob
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Beitrag von Rob »

Hallo Daniela,

das klingt schon mal nicht schlecht.

Um die Schule in dieser Sache ein wenig zu "unterstützen", könnte man den Vorschlag einbringen, dass für Deinen Sohn eine "Zusatzmaßnahme" nötig ist, damit seine Teilhabe nicht gefährdet wird. Damit könnte die Schule den Pflegedienst im Umfang dieses Budgets beauftragen. Ein externer Dienst würde die Leistungserbringung für genau diese Sache gut sicherstellen. Eigenes Personal muss dagegen seine Stellen aufgestockt bekommen und braucht auch mal selbst eine Urlaubs- oder Krankheitsabwesenheit.

Um dann auch noch eine bürokratische Erleichterung einzubringen, könnte man vielleicht eine Wochen- oder Monatspauschale vereinbaren, damit nicht bei jeder Abwesenheit Deines Sohnes gleich eine Abmeldung an den Pflegedienst erfolgen muss.

Wenn vielleicht sogar ein zweites Kind eine ähnlich Maßnahme benötigt, könnte man die Leistung "poolen" - erleichtert einerseits die Zusammenarbeit mit den externen Dienstleistern, andererseits bringt es ein Mehr an Qualitätssicherung.

Es gibt da sehr viel Gestaltungsspielraum, wenn die Beteiligten da mitmachen wollen.

Magst Du mir vielleicht noch "verraten", in welchem Bundesland diese Schule liegt und was genau der Schwerpunkt ist... mich würde interessieren, auf welcher rechtlichen Grundlage eine solche Arbeit gemacht wird. Landesschulrecht?, womöglich sogar mit Verweis auf das Sozialrecht?

Viel Erfolg.

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